Kategorie: Hintergrundinfos

Lady Sonea lädt zum Sumikränzchen ein

Hallo ihr Lieben,

Trotz (oder vielleicht auch wegen) einiger schlechter Erfahrungen in der jüngsten Vergangenheit spiele ich seit ein paar Tagen mit dem Gedanken, eine Reihe von Blogartikeln zu machen, in denen ich ein wenig aus dem Nähkästchen plaudere.

In dieser neuen Reihe soll es um Themen rund um mich und meine Geschichten gehen – also um die Verbindung zwischen den Geschichten und ihrer Autorin, aber auch um Hintergrundinformationen, die ich hier und da in Reviewantworten gebe, weil ich Spaß habe, darüber zu erzählen. Dazu habe ich eine neue Kategorie namens Soneas Sumikränzchen eröffnet. Wegen der Alliteration und nicht etwa, weil die Buch-Sonea finden würde, dass Sumi so ein unglaublich leckeres Getränk ist.

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Von D/s-Beziehungen, BDSM und den schwarzen Magiern (Teil 1)

Von D/s-Beziehungen, BDSM und den schwarzen Magiern (Teil 1)

 Teil 1 – Schwarze Magie und Sachaka im Kontext von BDSM

Ich hätte nie gedacht, dass ich dazu jemals einen Artikel schreibe.

Allerdings habe ich festgestellt, dass nicht alles, was für mich offensichtlich ist, auch für andere offensichtlich ist. Und daher möchte ich euch ein wenig über die Hintergründe, warum ich bestimmte Charaktere wie weiterentwickele und was das mit schwarzer Magie und der Kultur der Sachakaner auf sich hat, erzählen.

Ihr könnt jetzt oder auch nach Lektüre dieses Artikels gerne schreiend davonlaufen oder es akzeptieren, denn auch wenn das Thema auf den ersten Blick abschreckend sein mag, habt ihr es, während ihr meine Geschichten gelesen habt, die ganze Zeit über (unbemerkt) inhaliert.

Anlass zu diesem Artikel, der mittlerweile in zwei ausgeartet ist, war ein Review zu ’Der Spion’, das ich vor ein paar Wochen bekommen habe. Seitdem lässt mich dieses Thema nicht mehr los. Ich frage mich, wie viele Leser meine Fortsetzung von ’The Black Magician’ kommentarlos abbrechen, weil sie mit diesen Dingen nicht vertraut sind und sie daher missinterpretieren.

Für meine Fanfictions musste ich mir über diese Dinge Gedanken machen. Alles, was ich aus der Vorlange interpretiere und für die Weiterentwicklung nutze, muss sich logisch in diese einfügen.

In diesem Fall war die Beziehung von Akkarin und Sonea der Ausgangspunkt. Diese findet auf mehreren Ebenen statt, die einander bedingen und die sie zu einer untrennbaren Einheit machen. Schon in den Büchern habe ich die beiden so erlebt. Bei mir ist es noch einmal intensiver, weil sie mein Hauptpair sind. Harmonieren sie auf einer dieser Ebenen nicht, so wirkt sich das zwangsläufig auf die anderen Ebenen aus. Akkarins Vergangenheit ist dabei ein sehr wichtiger Faktor. Das Leben als Sklave und die sachakanische Kultur haben ihn geprägt und auf immer verändert. Und natürlich beeinflusst das ein Beziehungsleben.

In den Büchern erfahren wir übrigens nur, wie diese Beziehung in einer Ausnahmesituation aussieht, die jedoch nicht als Maßstab für eine dauerhafte Beziehung im Alltag genommen werden darf.

In diesem ersten Artikel erkläre ich einige Grundlagen und die Motivation meiner Interpretation, die sehr viel mit dem sachakanischen Setting und schwarzer Magie und der Weiterentwicklung von beidem in meinen Geschichten zu tun hat. In Teil 2 geht es ausschließlich um Sonea und Akkarin, was ich initial in ihren Persönlichkeiten verankert sehe, was sich daraus angetrieben durch den anderen entwickelt und wie ihre Erfahrungen mit Sachaka ihre Beziehung beeinflussen.

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Von unverstandenen Subtilitäten und zu sensibler Wahrnehmung

Oder auch: Autor und hochsensibel sein ist scheiße

Irgendwie ist gerade wieder so eine Phase, in der meine mir von der Natur aus mitgegebene Wahrnehmung mich in Bezug aufs Schreiben um den Verstand bringt. Aus den Reviews zu meinen Geschichten lese ich immer wieder heraus, dass meine Intentionen nicht verstanden werden oder beim Lesen der Bücher oder meiner Fortsetzung dessen Details auf der Strecke geblieben sind oder nicht zwischen den Zeilen herausgelesen wurden. Ich weiß, dass ich auch sehr viele junge und unerfahrene Leser habe, und ich nehme mir gerne die Zeit, ihnen bestimmte Sachverhalte zu erklären. Doch in letzter Zeit tritt das weiter oben erwähnte Problem sehr gehäuft auf. Und das stimmt mich nachdenklich und traurig.

Ich weiß, dass dies abgesehen von unterschiedlicher Lebenserfahrung und Menschenkenntnis auch ein Problem unterschiedlicher Wahrnehmungen ist. Ich gehöre (leider) zu dem kleinen Prozentsatz Menschen, die zu viel wahrnehmen. Das ermöglicht mir einerseits, Geschichten mit großem Tiefgang zu schreiben, zum anderen wird vieles davon von anderen Menschen nicht wahrgenommen und mir dann als Nachlässigkeit oder Fehler angekreidet.

Einige Themen, bei denen mir diese Schwierigkeiten bewusst sind, habe ich in meinen beiden letzten ’Behind the Scenes’-Artikeln bereits ausführlich behandelt (und zwar hier und hier) und werde sie daher nicht noch einmal ausführen. Ein Thema, dem ich mich noch nicht gewidmet habe, möchte ich hier als Beispiel nehmen.

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Worldbuildung & Recherche für Sachaka und Duna

Momentan bin ich wieder einmal sehr im Worldbuilding-Fieber. In Bezug auf meine Fanfiction-Trilogie tobe ich mich bei Sachaka und Duna aus, da nicht unwesentliche Teile der Handlung dort spielen. Sachaka lernt man in The Black Magician nur durch die Ödländer kennen, erfährt jedoch nicht viel über die Kultur. Aus diesem Grund habe ich vor einigen Jahren die Vorgeschichte The Magician’s Apprentice gelesen, die zu einer Zeit spielt, als Sachaka noch nicht in weiten Teilen einer Wüste glich. Immerhin erhält man einen kleinen Einblick in die Kultur. In diesem Buch wird auch das Land im Norden, jenseits der Aschenwüste erwähnt: Duna.

Das, was man in den Büchern über Sachaka erfährt, nehme ich als ziemlich orientalisch angehaucht wahr. Da ich außerdem eine kleine Schwäche für den Orient und insbesondere das orientalische Mittelalter habe, bereitet es mir sehr viel Freude, in diesem Bereich zu recherchieren und die eher blinden Flecken in meinem ’Black Magician’-Universum entsprechend zu gestalten. So habe ich in den vergangenen Jahren diverse Dokumentationen über den Orient wie z.B. über das Osmanische Reich gesehen. Oder auch Spielfilme, die sich vielleicht nicht immer an bekannten Fakten orientieren, aber doch gut eine passende Atmosphäre vermitteln und die Phantasie anregen. Schließlich will ich keinen historischen Roman schreiben.

Auf diese Weise habe ich in den letzten Jahren einiges für ’mein’ Sachaka zusammengetragen. Dies fängt an bei Kleinigkeiten, wie exotischen Tier- und Pflanzenarten, die man in Flora & Fauna finden kann, geht über architektonische Besonderheiten, wie mit Ornamenten verzierte Spitzbogenfenster (man gebe einfach mal „orientalische Fenster“ in der Bildersuche von Google ein) bis zu einer Ausarbeitung der patriarchalischen Denkweise der Sachakaner. Letztere wird zudem – wie die sachakanische Definition von Liebe – in den Märchen aus dem Land des sichelförmigen Mondes romantisch verklärt. Diese Märchen fanden ihre Inspiration übrigens in den Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Der sichelförmige Mond, auch in orientalischen Ländern ein beliebtes Symbol, steht in ’meinem’ Sachaka für höhere Magie und ist eigentlich ein stilisiertes Messer mit gekrümmter Klinge. Allerdings fand dies seine Inspiration in Dannyls und Tayends Besuch in den Gräbern der Weißen Tränen (Band 2, The Novice).

Auch der Palast von Arvice sieht in meiner Phantasie wie ein orientalischer Märchenpalast aus und ist damit der Höhepunkt der romantischen Verklärung. Leser der zwei Könige wissen, warum 😉

Die Duna, von denen man aus der Vorgeschichte nicht viel mehr erfährt, als dass sie existieren, sind in meiner Phantasie ein in der Wüste lebendes Reitervolk. Ihre Lebensweise ist zum Teil von Reitervölkern wie den Mongolen oder aus A Song Of Ice And Fire den Dothraki inspiriert, zum Teil von Wüstenvölkern wie den Beduinen. Einst haben sie die Sonne verehrt, welche in einer so lebensfeindlichen Umgebung wie einer Wüste für sie als große Macht gilt. Dadurch, dass sie sich bis in die Aschenwüste ausgebreitet haben, hat ihre Religion sich jedoch auf eine andere Naturgewalt, die sowohl Leben bringend als auch zerstörerisch sein kann, verlagert: Das Blut der Erde.

Während Sachaka schon lange eine Rolle in meinen Geschichten spielt und ich dementsprechend viel Zeit hatte, dieses Land und seine Kultur auszuarbeiten, ist Duna relativ neu. Als Discovery Writerin begeben ich mich dabei auf gemeinsame Entdeckungsreise mit den Charakteren und während ich schreibe, entsteht dabei eine ganze Welt vor meinen Augen. Am vergangenen Wochenende habe ich mir die BBC-Doku „Wildes Arabien“ besorgt, die ich durch Zufall im Laden gesehen hatte und einfach haben musste. Neben Begeisterung für das Thema und dem Wunsch, über die Völker in jener Region zu lernen, habe ich mir davon natürlich auch Inspiration für ’mein’ Duna erhofft. Statt Effekthascherei (was ich bei Dokus überhaupt nicht mag) gab es viele großartige Bilder und informative Kommentare. Die arabische Halbinsel besteht zu einem großen Teil aus Wüste, doch in dieser existiert mehr Leben, als ich erwartet hätte. Die Tiere haben sich mit der Zeit ihre Umgebung angepasst, so auch wie die dort lebenden Nomaden. Es war interessant, die Lebensweise dieser Menschen kennenzulernen, wie sie sich in der Wüste zurechtfinden – und die phantastischen Geschichten, die sie einander erzählen. Ich war überrascht zu erfahren, dass die Arabische Wüste in der letzten Eiszeit ein blühendes Paradies war und dort frühe Hochkulturen lebten, die durch Erderwärmung und die damit verbundene Desertifikation jener Region ausgestorben sind. In Wandmalereien und den Geschichten der Beduinen leben die Erinnerungen an jene Zeit jedoch weiter. Überreste jener Kultur findet man in den Bergen im Norden, wo die Fassaden mächtiger Gebäude noch immer aus dem Fels ragen – etwas, das mich schon bei Indiana Jones und der letzte Kreuzzug zu dem Tempel von Yukai inspiriert hat.

All das werde ich auf die eine oder andere Weise im dritten Teil meiner Trilogie unterbringen. Über das Wie muss ich mir noch Gedanken machen, da es kein Abklatsch sein soll. In jedem Fall habe ich schon einige Ideen, wie ich die Reise meiner Charaktere durch die Wüste mit Leben füllen werde. Und das eine oder andere gelernte Detail lässt sich auch hervorragend verwenden, um die Geschichte der Duna auszuarbeiten.

Für mich ist diese Recherche wichtig, um realistische Völker zu erschaffen und ich habe Spaß daran, ihre Wesensarten auszuarbeiten. Lustigerweise fällt das mit einem Artikel zusammen, den ich gestern noch im Schreibnacht-Magazin gelesen habe: Recherche? Wieso, ich schreibe Fantasy!

Recherche ist für mich eine Selbstverständlichkeit, was für mich in Bezug auf Fanfictions über die detaillierte Kenntnis des Originals weit hinausreicht, weil ich Worldbuilding betreibe, wenn ich die Charaktere neue Abenteuer erleben lasse und dazu zu Orten schicke, die im Original zwar existieren, aber nur wenig, bis gar nicht ausgearbeitet wurden. Die zentrale Aussage, die ich aus diesem Artikel herausziehe, ist folgende: Auch in fiktiven Welten existieren Dinge, die wir aus unserer Welt kennen. Über diese sollte man sich informieren, um sie logisch und nachvollziehbar umzusetzen. Denn auch Fantasywelten folgen gewissen Naturgesetzen.

Behind The Scenes – Die zwei Könige versus Unter tausend schwarzen Sonnen

Nach drei Monaten Laufzeit von Unter tausend schwarzen Sonnen und des zweiten Teils von Die zwei Könige ist es mal wieder an der Zeit, euch einen kleinen Einblick in meine Absichten hinter meinen Geschichten und in die daraus resultierenden Hintergründe und Zusammenhänge zu geben. Natürlich ohne zu viel zu verraten, damit ihr die Chance habt, das alles selbst zu ergründen. Zunächst gehe ich auf Gemeinsamkeiten zwischen beiden Geschichten ein, weiter unten findet ihr noch ein paar Infos zu Die zwei Könige.

Parallelen

Einige haben es bereits festgestellt: Es gibt Parallelen zwischen beiden Geschichten. Zum Teil sind diese beabsichtigt, um Unterschiede hervorzuheben und den betroffenen Charakteren einen Spiegel vorzuhalten, zum anderen liegen diese schlichtweg in der Natur der Sache (Sachaka, Sklaven etc). Die gewollten Parallelen erscheinen nur zu Beginn als solche, im späteren Verlauf beider Geschichten wird sich das jedoch ganz schnell relativieren, wenn ihr auf die eigentlichen Unterschiede stoßt.

Vergleiche von Personen mit Tieren

Am häufigsten kommt dabei der Yeel vor. Ein Yeel ist so etwas wie ein Hund. Schon im ’Spion’ wird Sonea von Savara und Ikaro als Yeel bezeichnet, weil sie es amüsant finden, dass eine höhere Magierin am Robenzipfel eines anderen höheren Magiers hängt. In meinem Sachaka kommt das allenfalls bei Sklaven vor, die von ihrem Meister in höherer Magie unterwiesen wurden, damit sie ihn bzw. sein Anwesen beschützen. Dazu müssen sie ihm jedoch sehr ergeben sein, sonst wäre jener Magier ziemlich dumm, das zu tun. Für einen Sachakaner wirkt das Verhältnis von Sonea und Akkarin daher auf den ersten Blick ähnlich. Aber auch Marika nennt Sonea oft seinen „kleinen Yeel“. Was für ihn ein Kosename ist, ist Sonea für absolut entwürdigend, doch letztendlich zieht er nur einen Vergleich von Persönlichkeitsmerkmalen mit denen, die ein bestimmtes Tier charakterisieren.

Dakova ist dagegen einer anderer Fall. Er zieht diesen Vergleich ebenfalls, jedoch in einem anderen Sinne: Akkarin soll lernen, ihm „wie ein Yeel zu gehorchen“, was schlichtweg eines der zentralen Charakteristika eines Yeel auszeichnet. Aber es ist kein Kosename, denn den hat er bereits: „kleiner Gildenmagier“.

Insofern ist es gar nicht mal so sehr eine wirkliche Parallele, sondern ein Vergleich ähnlich wie „so dumm wie ein Gorin“ oder „so störrisch wie ein Reber“. Davon gibt es reichlich, denn wieso sollten Sachakaner und Gildenmagier nicht ähnliche Redewendungen haben, wie unsereins?

In Bezug auf Sklaven wird der Yeel in meinen Geschichten daher häufig als Vergleich herangezogen, Sonea und Akkarin sind nur die beiden, wo es besonders auffällt, weil sie die Protagonisten der jeweiligen Geschichten sind. Aber wenn man genau liest, findet man das auch an anderen Stellen.

Isara versus Danyara

Hier gibt es tatsächlich einige echte Parallelen, die allesamt ihre Berechtigung haben. Leser von ’Die zwei Könige’ wissen: Danyara lehrt Sonea ihre Sprache, sie freunden sich an und verbringen viel Zeit miteinander und es entwickelt sich sogar eine Romanze, wobei ungeklärt bleibt, ob diese nur den Umständen zu verdanken ist. Bei Isara (ich erwähne nur, was aus ’The High Lord’ bekannt ist) ist es insofern ähnlich, dass sie Akkarin zu Beginn viel geholfen hat, um sich zurechtzufinden, und sie sich schließlich ineinander verliebt haben.

Aber da hören die Ähnlichkeiten auch schon auf. Mit der Zeit werdet ihr feststellen, dass die Beziehungen beider Konstellationen völlig unterschiedlich sind. Wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass Akkarin und Isara nicht zusammen sein durften, kann man sich vielleicht auch denken, dass sie auf Dauer nicht seine Hauptbezugsperson bleiben wird. Insofern bleibt einfach gespannt auf die Unterschiede.

Und was die Sprache betrifft, so sprechen Danyara und Isara aus unterschiedlichen Gründen Kyralisch. Danyaras Mutter war Kyralierin und wieso Isara die Sprache ein wenig beherrscht, wird in späteren Kapiteln noch offenbar werden. Im Übrigen halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass ein Magier die Geduld aufbringt, einem seiner Sklaven die Landessprache beizubringen, und das lieber an einen Sklaven abgibt, der ein paar Kenntnisse in der Muttersprache des neuen Sklaven besitzt.

Tatsächlich erwähnt Akkarin im Buch niemals, wie er Sachakanisch gelernt hat, weil er nur wenig Details über sein Leben als Sklave erzählt. Aus der Tatsache, dass Isara ihm zu Beginn so viel hilft, kann man lediglich schließen, dass er die Sprache von ihr gelernt hat, zumal die anderen Personen, die er erwähnt (Dakova und Takan), auf Grund seiner Erzählungen noch weniger dafür in Frage kommen. Für mich war es jedenfalls naheliegend.

Dakova versus Marika

Auf den ersten Blick wirken sie beide nur wie die bösen Antagonisten. Doch wo Marika das Potential hat, Sympathie zu erwecken, wird das bei Dakova kaum gelingen. Diejenigen, die im ersten Teil von Die zwei Könige über Marika gewettert haben, werden sehr bald feststellen, dass Dakova sehr viel schlimmer ist. Diejenigen, die hoffen, in Dakova jemanden zum Fangirlen gefunden zu haben, werden vermutlich bitter enttäuscht sein (aber hey: Er hat ja noch einen Bruder :D).

Im Vergleich zu Akkarin hat Sonea es bei Marika sehr viel besser, auch wenn hier dennoch eine Täter-Opfer-Beziehung vorliegt. Natürlich prallen in beiden Fällen Welten aufeinander. Doch wo Marika in seinem kleinen Yeel eine Trophäe sieht und Bestrafung nur als Mittel zum Zweck einsetzt und ansonsten (fast) jede seiner Entscheidungen wohlüberlegt trifft, werdet ihr sehr bald merken, dass nichts davon bei Dakova der Fall ist. Inwiefern verrate ich natürlich nicht, denn das sollt ihr selbst entdecken.

Was ihr davon jedoch mitnehmen sollt: Es sind zwei völlig unterschiedliche Antagonisten, was entsprechende Auswirkungen auf ihre jeweiligen Opfer hat.

Ich würde euch gerne eine komplette Analyse der obengenannten Punkte liefern, wüsste ich nicht, dass euch das den Spaß nimmt, das alles selbst zu entdecken. Also wenn es an der Zeit ist: Tut euch keinen Zwang an, die Zusammenhänge im Hinblick auf die Charaktere in beiden Geschichten zu analysieren! Ich bin sicher, ihr werdet dabei einige interessante Entdeckungen machen.

Themenschwerpunkte in Teil 2 der zwei Könige

Im letzten Behind the Scenes hatte ich bereits geschrieben, dass die Aufteilung der Erzählstränge nach Sachaka und Gilde den Zweck hat, dass der Leser besser mit Sonea mitleidet und sich mit ihr in ihrer Situation verliert. In jenem Blogeintrag habe ich auch beschrieben, warum sich die zeitliche Abfolge der Szenen in beiden Teilen nicht miteinander vereinbaren lässt, weil nennenswerte Ereignisse zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden. Alles zusammenzupacken, würde zu Handlungsklumpen führen, wo ein Erzählstrang gerade sehr intensiv behandelt wird und der andere einige Kapitel Sendepause hat. Dadurch würde sehr viel Unruhe in den Erzählfluss kommen.

Außerdem liest es sich ziemlich öde, wenn man zuerst erfährt, wie Akkarin die Schlacht knapp überlebt und Sonea einige Kapitel später in Arvice aufwacht und ihn für tot hält. Und es ist leichter, den Sonea-Teil zu ignorieren, wenn man das nicht lesen kann/will.

Es gibt jedoch noch einen weiteren Grund: der unterschiedliche Schwerpunkt der Handlung

In Teil 1 waren es Sonea und ihr innerer Konflikt und das allmähliche Abgleiten in eine Opferrolle und das damit verbundene Entfesseln dunkler Seiten. Aber es waren auch die Pläne der Sachakaner und damit verbunden viel Politik und sachakanische Kultur.

In Teil 2 liegt der Schwerpunkt dagegen fast ausschließlich auf der Politik der Gilde und der Verräter sowie den damit verbundenen Entscheidungen in Bezug auf den Krieg, der mit der Schlacht in der Ettkriti-Ebene gerade erst begonnen hat. Außerdem geschieht etwas, das auch zu Beginn des ’Spions’ geschehen ist: Zwischen den Charakteren bilden sich neue Freund- und Feindschaften und es entstehen neue Konflikte.

Ich verstehe, dass dies nicht für jeden Leser interessant ist. Nach dem aufwühlenden ersten Teil mit jeder Menge Drama und einer düsteren, aber märchenhaften Lebensweise der Sachakaner erleidet man förmlich einen Kulturschock und hat nun langweilige Charakterentwicklung und Politik. Wenn man lieber Drama und Pairings liest, ist das ziemlich öde. Aber meine Geschichten drehen sich nicht um Pairings und damit verbundene Dramen, auch wenn auf Grund der großen Zahl von Charakteren diese schon aus statistischen Gründen auftauchen und ich dies zur Bereicherung der Nebenhandlungen gerne einbaue. Charakterentwicklung und der Aufbau von Konflikten sind ebenso wichtig, wie Action, Drama und Dreiecksbeziehungen. Sie bilden die Basis für die spätere Handlung und sind daher für den weiteren Verlauf meiner Trilogie leider notwendig.

Was die Action betrifft, so kann ich euch versprechen, dass ihr in wenigen Kapiteln noch genug davon bekommen werdet 😉

(Fiktive) Fremdsprachen in Geschichten (Teil 2)

In meinem letzten Blogeintrag über Fremdsprachen in Geschichten habe ich zwei Beispiele aus meinen Fanfictions dazu gebracht, wann die Verwendung einer Fremdsprache innerhalb der Geschichte Sinn macht. Einen weiteren Grund habe ich euch damals jedoch vorenthalten:

Wenn ein Charakter dabei ist, eine andere Sprache zu lernen.

Das ist sogar ein ganz zentraler Aspekt. Gerät ein Charakter im Laufe einer Geschichte in eine Situation, in der er gezwungen ist, eine Sprache zu lernen, so kann man sich als Autor entweder elegant aus der Affäre ziehen und diesen Teil in einigen wenigen Sätzen Fließtext zusammenzufassen – oder man geht den harten Weg und schreibt das detailliert aus. Für eine realistische und lebendige Darstellung ist es hier jedoch empfehlenswert, den Text mit Wörtern der zu lernenden Sprache zu spicken.

Weil ich zur Veranschaulichung zwei Auszüge aus einem Kapitel aus Unter tausend schwarzen Sonnen, das ich bei Teil 1 dieses Artikels noch nicht hochgeladen hatte, als Beispiel nehme, habe ich das im letzten Blogeintrag zurückgehalten. Und da ich euch damals versprochen habe, dass Akkarin dieses Mal herhalten muss, passt es perfekt:

„Wie heißt das?“, fragte Akkarin auf das Brot deutend. „Kashi“, antwortete Isara. „Und was heißt Frühstück?“ Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen. „Was das sein?“ „Das hier.“ Akkarin wies auf ihr Essen. „Die Mahlzeit, die man morgens zu sich nimmt.“ „Ah“, machte sie. „Morgenmahl. Konaka.“ „Konaka“, wiederholte er. „Und was heißt: Ich habe Brot als Morgenmahl?“ Über seinen Eifer lachend nannte sie ihm die Übersetzung. „U’sha’miyvo kashi kami konaka“, wiederholte Akkarin unbeholfen.

Im weiteren Verlauf dieses Gesprächs wird eine weitere Möglichkeit, wie man Fremdsprachen zugunsten der Authentizität in eine Geschichte einbringen kann, offenbar. Als Sachakanerin spricht Isara nur gebrochen Kyralisch, und wenn sie ein Wort nicht weiß oder es für sie eine zentrale Bedeutung hat wie das Wort für Meister (rachariya), dann fällt sie zurück in ihre Sprache:

„Aber“, begann Akkarin verwirrt, „wieso trägst du dann solch feine Kleider?“ Er hatte sie mit Dakova gesehen. Er war sicher gewesen, sie wäre seine Frau. Obwohl der Sachakaner sie nicht gerade respektvoll behandelte, hatte Akkarin dies nach seinen Erfahrungen mit Lonmar nicht weiter hinterfragt.

„Weil ich machen rachariya große Freude“, erklärte sie. „Ich … wie das heißen in deiner zochado?“

Nicht wissend, worauf sie hinaus wollte, hob Akkarin die Schultern.

„Rachariya mit mir … sha’coloso.“

„Shakkoloso?“, wiederholte er.

Sie hob vielsagend die Augenbrauen. „Schlafen“, übersetzte sie dann.

Dakova yichivo rashariya. Ihm dienen, große Ehre“, fügte sie ernsthaft hinzu.

Das Wort, das sie benutzt hatte, klang so ähnlich wie das Wort für Meister. Aber nur so ähnlich. Akkarin schüttelte den Kopf. Diese Sprache war so grauenhaft wie das, was er bis jetzt von Sachaka gesehen hatte.

„Was bedeutet Rasha … riya?“, fragte er, um sich auf andere Gedanken zu bringen.

Isara gestikulierte mit ihrer Pachi. „Mann mit Magie.“

„Magier“, sagte Akkarin.

Sie nickte strahlend.

Stirnrunzelnd starrte er auf einen Punkt in der Ferne. Vielleicht ergab es doch einen Sinn. Oft waren Wörter einander deswegen ähnlich, weil sie eine ähnliche Bedeutung hatten. „Sind alle Magier in Sachaka Meister?“, fragte er. „Also haben sie Sklaven?“

„Ya. Aber nicht ganz. Kompli …“

„Kompliziert“, half Akkarin nach.

„Ya. Manchmal, wenn Sklave sehr sha’kemivi, Meister lehren ihn Magie, damit er helfen, sein Land bewachen. Ashaki tun das oft.“

„Was ist ein Ashaki?“

„Rashariya mit Land. Dakova haben kein Land, Dakova Ichani.“

So, das war der zweite Teil darüber, wie ich Sprachen in Geschichten einsetze. Es gibt sicher noch weitere Anwendungsfälle, doch das hier ist, was ich bereits selbst ausprobiert habe und was ich weiterempfehlen kann, solltet ihr selbst in einer Geschichte von einer Fremdsprache – egal ob fiktiv oder real existierend – Gebrauch machen.

Arbeiten am Sachakanisch-Dictionary & die Verwendung einer (fiktiven) Fremdsprache in Geschichten

Gleich mehrere Ereignisse haben dazu geführt, dass ich diese Woche neben dem Basteln an den erweiterten Karten mich der Verbesserung des Sachakanisch-Dictionaries gewidmet habe:

  1. Sowohl im 2. Teil von ’Die zwei Könige’ als auch ab dem nächsten Kapitel von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ werden weitere Sätze und Begriffe eingeführt, die bis jetzt noch nicht im Dictionary aufgeführt waren. Diese werde ich nun sukzessive ergänzen bzw. habe sie schon teilweise ergänt.

  2. Zwei Leserinnen haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass es lästig ist und den Lesefluss arg stört, wenn man bis ans Ende eines Kapitels scrollen muss, um die Übersetzungen zu finden. Tatsächlich hatte ich nicht bedacht, dass dies am PC schwieriger ist, als an einem Textdokument. Außerdem besteht dabei die Gefahr, sich selbst zu spoilern.

Für Letzteres boten sich mehrere Lösungsmöglichkeiten an, die nicht alle praktikabel sind.

  • Die Übersetzungen direkt hinter die sachakanischen Begriffe und Sätze schreiben: Natürlich will man als Leser die Übersetzung am liebsten sofort haben, aber optisch ist es einfach nicht schön.

  • Zu den in einer Szene fallenden Begriffen die Übersetzungen unter die Szene schreiben: Auch hier muss man gegebenenfalls scrollen und es besteht die Gefahr des Spoilerns. An sich aber keine schlechte Idee, wären meine Geschichten gedruckte Bücher, könnte man die Übersetzungen einfach in einer Fußzeile aufführen.

  • Die sachakanischen Begriffe verlinken.

Ich habe mich für die letztere Variante entschieden. Zwar sind Links in Geschichten verpönt, weil es kein guter Stil ist, aber ich glaube, dieses Phänomen bezieht sich eher darauf, dass manche FF-Autoren Schwierigkeiten mit Beschreibungen haben und stattdessen lieblos einen Link in die Geschichte klatschen (z.B. „Hermine trug an diesem Tag ein Kleid, das so aussieht: [Füge hier einen Link zu einem beliebigen Polyvore-Outfit ein]“). Sorry an dieser Stelle übrigens an Hermine, dass sie dafür herhalten muss.

Fremdsprachen in Geschichten sind immer ein schwieriges Thema und ich finde, dass weniger an dieser Stelle mehr ist. Ich gehe daher sparsam mit sachakanischen Wörtern und Sätzen um, zumal die Entwicklung der bisherigen Wörter und Grammatik meine rachaviya mi Sachaka-zocha vermutlich schon genug Nerven gekostet hat. Voraussetzung ist, dass der aktuelle Erzählcharakter selbst Sachakanisch als Fremdsprache betrachtet, weil es andernfalls keinen Sinn machen würde.

So setze ich die Sprache beispielsweise ein, um eine für den Erzählcharakter zentrale Stelle hervorzuheben:

Sonea machte einen Schritt auf ihn zu und ging auf die Knie. „U’yi’dicikemi aze“, sagte sie mit bebender Stimme, den Blick zu Boden gerichtet.

Marikas behandschuhte Hand fasste grob ihr Kinn und zwang sie zu ihm aufzusehen. „Und weiter?“, fragte er.

Sonea schluckte. Ihn dabei ansehen zu müssen, war beinahe unerträglich.

U’sha’nikemi-seki aze. U’yichise-seki m’aze dishimi.“ (Die zwei Könige, Kapitel 3)

Oder ich verwende es, um eine Unterhaltung auf Sachakanisch einzuleiten und wechsele dann wieder zurück ins Deutsche:

Konamasi“, grüßte Sonea unbeholfen.

„Konamasi, Sonea“, erwiderte Ienara freundlich, die Mädchen murmelten eine Erwiderung.

Moj’ize sha’coloso?

Sonea zuckte die Achseln. „Nicht viel, Meisterin Ienara“, bemühte sie sich auf Sachakanisch zu sagen. (Die zwei Könige, Kapitel 4)

An dieser Stelle tut es mir übrigens leid, dass meine Protagonistin, nachdem ich sie durch die Hölle geschickt habe, auch noch für diese Beispiele herhalten muss. Für die nächsten Beispiele nehme ich Akkarin. Versprochen 😉

Allein durch die Art und Weise, wie ich eine (in diesem Fall fiktive) Fremdsprache einsetze, würde ich es persönlich als schlechten Stil empfinden, die Bedeutung der Wörter im Text zu erklären. Für mich beinhaltet das eine Redundanz, die ich lieber vermeiden möchte. Die Alternative wäre, zu Beginn eines Gesprächs zu schreiben, dass es in einer anderen Sprache stattfindet – und fertig. Doch die Verwendung einer fremden Sprache erfüllt eine Geschichte mit Leben, ganz besonders dann, wenn der Erzählcharakter mit der Sprache nicht vertraut ist und sie vielleicht im Laufe der Geschichte lernt.

Der Einsatz anderer Sprachen in Geschichten ist ein wundervolles Stilmittel und ich bin ein großer Fan von fiktiven Sprachen. Es ist großartig, jemand gefunden zu haben, der eine fiktive Sprache für meine Geschichten erfunden hat, obwohl es ’nur’ Fanfictions sind. (An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Baronesse!)

Und nach diesem kurzen Ausflug in die Hintergründe und Motive, warum ich meine Geschichten auf diese Weise bereichere, komme ich wieder zurück zum eigentlichen Thema.

An mehreren Abenden in dieser Woche habe ich für jeden sachakanischen Satz und jedes einzelne sachakanische Wort in den bisher hochgeladenen Kapiteln von ’Die zwei Könige’ und dem am Dienstag kommenden Kapitel von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ eine eigene Seite erstellt und die Bedeutung erläutert. Wenn ihr nun auf einen sachakanischen Begriff in diesen Geschichten auf FF.de klickt (sofern er nicht schon mehrfach zuvor aufgetaucht ist), werdet ihr zu der entsprechenden Seite weitergeleitet. Angesichts der technischen Möglichkeiten ist das die beste Lösung, die ich euch bieten kann und die euren Lesefluss nur minimal stört.

Übrigens kommt ihr auf diese Seiten nun auch über das Sachakanisch-Dictionary.

Erweiterte Karten und Bastelfieber

Seit mehr als fünf Jahren schreibe ich nun schon an meinem Black Magician-Universum. Mindestens ebenso lange hatte ich den Wunsch, die neuen Schauplätze der Handlung auf Karten darzustellen. Insbesondere die Dörfer in den Bergen nahe dem Südpass sind ein Fall, wo eine Karte nützlich wäre.

Außerdem liebe ich Karten in Fantasy-Büchern. Ich bin immer enttäuscht, wenn die Karten winzig klein oder dürftig in ihrer Bestückung mit Orten ausfallen. Die besten Karten, die ich in Büchern je gesehen habe, sind die von Mittelerde und Westeros. Da kann die von Canavan erschaffene Welt nicht mithalten, allerdings ist die Welt der Gilde auch sehr viel kleiner. Allerdings (und das muss man leider auch sagen) spart Canavan bei den Karten der Verbündeten Länder, obwohl insbesondere in Elyne ein großer Teil der Handlung spielt.

In den letzten Wochen hat mich wie aus heiterem Himmel das Bastel- & Designfieber gepackt und ich habe Canavans Karten um die von mir erdachten Orte erweitert. Schuld ist wohl der einsetzende Frühling und die Tatsache, dass ich mir Zeit freigeschaufelt habe, um mich der Überarbeitung des ’Heiligtums von Yukai’ zu widmen. Der daraus resultierende Motivationsschub hat sich auch auf diverse Arbeiten an meinem Blog ausgewirkt und in diesem Zuge kam dann auch die Erweiterung der Karten des Black Magician-Universums zustande. Zuerst hatte ich mit einem Tool versucht, mit dem man Karten am PC zeichnen kann, habe jedoch nach einer Weile frustriert aufgegeben. Und letztendlich bin ich ein altmodischer Mensch und mache solche Dinge lieber per Hand.

Eine bestehende Karte zu ergänzen ist eigentlich gar nicht schwer, hat man sich einmal überlegt, wie man es anstellen will. Und da jeder das kann, sofern man kein hoffnungsloser Grobmotoriker ist, hier eine kleine Anleitung:

  1. Die Karte auf die gewünschte Größe (bei mir war das DIN A4) vergrößern und ausdrucken. Bei mir artet das immer in einen längeren Kampf mit meinem äußerst störrischen Drucker aus, weil dieser vorzieht, das Papier zu behalten und man mehrere Anläufe braucht, bis er es hergibt.

  2. Über den Druck ein weißes Blatt legen und festheften. Dann mit einem Bleistift die Konturen nachzeichnen. Wenn man die Konturen schlecht sieht, hilft z.B. eine Schreibtischlampe.

  3. Die Konturen nach Belieben in anderen Farben nachzeichnen. Bei mir sind das Blau für Flüsse, Schwarz für Straßen und Städte und Rot für Landesgrenzen.

  4. Berge einzeichnen. Ich habe das mit Bleistift gemacht und die Striche später noch einmal etwas fester nachgezogen, weil ich meinen Zeichenkünsten nicht so ganz traue. Aber es ist egal, ob ihr mit Bleistift oder mit dünnen Flizschreibern oder anderen Werkzeugen zeichnet, wichtig ist, dass die Konturen auf dem eingescannten Bild gut sichtbar sind. Falls ihr Spaß daran habt, könnt ihr die Karte auch bunt machen, eurer Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

  5. Die Karte um eure eigenen Erfindungen und alles, was eurer Meinung sonst noch darin fehlt, ergänzen.
  6. Bild einscannen. Das hat bei mir etwas gedauert, weil mein Freund das im Büro machen musste und beim Transport trotz aller Vorkehrungen etwas schiefgegangen ist, so dass ich die Sachaka-Karte ein zweites Mal zeichnen musste. Mein Freund hat jede der Karten mehrfach ausgedruckt, weil ich noch die Gewässer einzeichnen wollte und dazu mehrere Varianten ausprobiert habe, das Wasser darzustellen.

  7. Gewässer einzeichnen. Wenn man weiß, wie diese aussehen sollen, kann man das auch vor dem Scannen machen. Da das bei mir nicht der Fall war, war ich froh, die ausgedruckten Scans zu haben, um verschiedene Darstellungsformen zu testen. Die endgültige Idee stammt übrigens von meinem Freund.

  8. Noch einmal einscannen.

  9. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm in einer Schriftart der Wahl die Karte beschriften. Ich habe Gimp verwendet, das ist ein kostenloses Bildbearbeitungsprogramm mit zahlreichen Features, das ich noch von meinen Unizeiten kenne.

  10. Fertige Karten ausdrucken oder ins Internet stellen.

Das Ergebnis sieht dann so aus:

Karte von Kyralia um meinen Headcanon erweitert.
Karte von Kyralia um meinen Headcanon erweitert.

Die Karte von Kyralia ist um die Dörfer am Südpass erweitert, wo sich ein Großteil der Handlung um Dorrien abspielt. Vor der Mündung des Tarali findet ihr außerdem ein paar vorgelagerte Inseln, in denen Cery Schmuggelware versteckt. Die Orte sind von der Karte des alten Kyralias aus ’The Magician’s Apprentice’ übernommen, weil man davon ausgehen kann, dass sie auch 700 Jahre später noch existieren. Die wenigsten werden in meinen Geschichten namentlich erwähnt, sind jedoch der Vollständigkeit halber abgebildet (bis auf einige wenige, die bei Bedarf immer noch ergänzen kann und hier weggelassen habe, damit die Karte nicht so überladen aussieht). Die Provinzen habe ich mir ebenfalls gespart, weil sie in meiner Geschichte nicht relevant sind. Wahrscheinlich werdet ihr beim genaueren Hinsehen noch den einen oder anderen Unterschied zum Original entdecken.

Karte von Sachaka und angrenzenden Ländern um meinen Headcanon erweitert.
Karte von Sachaka und angrenzenden Ländern um meinen Headcanon erweitert.

Die Karte von Sachaka und Elyne ist um die Orte erweitert, die in meiner Fortsetzung eine Rolle spielen. Außerdem habe ich den Krikara markiert. Dieser fließt in den Haraki – den Fluss genannt, der bei Arvice ins Meer mündet. Auch diese Karte ist aus ’The Magician’s Apprentice’, stammt also aus einer Zeit, in der Sachaka noch weitgehend grün war. Die meisten der abgebildeten Flüsse sind daher heute ausgetrocknet bzw. führen nur im Winter Wasser, wenn der Wind häufiger von Osten kommt und Regenwolken vom Meer mitbringt. Im Norden in Duna ist außerdem der alte Tempel von Yukai, der im dritten Teil meiner Trilogie noch eine Rolle spielen wird, eingezeichnet.

Auf dieser Karte habe ich auch die kleine Hafenstadt Arvina, sowie die Ruinenstadt Armje in Elyne eingezeichnet. Da ich es schade finde, dass Canavan keine detaillierte Karte von Elyne gezeichnet hat, werde ich das voraussichtlich irgendwann nachholen. Ebenso gedenke ich, eine Weltkarte zu ’The Black Magician’ zu zeichnen. Das wird jedoch ein Projekt für sich, weil es genauere Informationen über Länder wie Lonmar und Lan erfordert, über die mich mir noch Gedanken machen muss. Spätestens, wenn diese Länder in meinen Geschichten auftauchen, werde ich das angehen. Und das werden sie. Ich liebe es viel zu sehr, diese Welt zu erschließen und die noch weißen Flecken in ihr in meine Fortsetzung einzubinden.

Und weil ich so viel Spaß an Karten habe, habe ich mir alt aussehendes Briefpapier besorgt und die Karten noch einmal darauf ausgedruckt:

Karte Kyralia im Retro-Look
Karte Kyralia im Retro-Look
Karte Sachaka im Retro-Look
Karte Sachaka im Retro-Look

Ich weiß nicht, wie es euch geht – bei mir hat das Resultat, obwohl man ihm die Handarbeit ansieht, epische Begeisterung ausgelöst. Es ist zwar nicht eine von mir geschaffene Welt, aber es ist die Welt, in der meine Geschichten spielen und somit steckt auch sehr viel von mir selbst dort drin. Die fertigen Karten haben sogar meinem Freund gefallen, der mit The Black Magician so wirklich gar nichts am Hut hat.

Ich werde sie über meinen Schreibtisch hängen, auf dass sie mich beim Schreiben inspirieren mögen.

Die Karten sind nur der erste Schritt verschiedener Arbeiten an meinem Blog, die hauptsächlich das Design und die Texte betreffen, doch dazu ein anders Mal mehr.

Bis dahin wünsche ich euch ein schönes Wochenende!

Lady Sonea

Behind the Scenes: Die zwei Könige

In diesem kleinen Artikel möchte ich euch ein paar Dinge, die mich in jüngster Zeit beim Lesen eurer Kommentare umtreiben, einmal gesammelt näherbringen. Eure zahlreichen Rückmeldungen zu ’Die zwei Könige’ sind für mich stets sehr hilfreich. Neben Lob zeigen sie mir auch, was ich besser machen kann oder wo beim Lesen einfach Verständnisprobleme auftreten. Diese Verständnisprobleme enstehen immer dort, wo die Geschichte nicht ausreichend erklärt, was für mich intrinsisch klar ist. Denn als ihre Schöpferin kenne ich den weiteren Verlauf der Story und die Hintergründe kenne und kann deswegen nicht immer abschätzen, wo ich für euch zu wenig erkläre. Aber dafür sind Reviews schließlich da und ich kann euch gar nicht genug dafür danken, wenn ihr mich darauf aufmerksam macht. In solchen Fällen schaue ich mir die betreffenden Textpassagen noch einmal an und füge hier und da etwas hinzu, damit ihr als Leser auch alle nötigen Informationen zur Hand habt, um der Story folgen zu können.

Doch es gibt auch noch einen anderen Fall: Wenn die Geschichte etwas nicht erklären soll, sondern der Leser sich dies aus dem Kontext herleiten muss. Ich bin ein kleiner Fan dessen und deswegen kommt das in meinen Geschichten vermutlich recht häufig vor. Dieser Tick von mir umfasst bezogen auf ’Die zwei Könige’ alles angefangen bei der Logik hinter den Aktionen der Charaktere, über die sachakanische Kultur, bis zu der Art und Weise, wie ich diese Geschichte erzähle. Einerseits finde ich es immer wieder schade, wenn ein bestimmtes Thema oder die hinter meiner Erzählweise steckenden Intentionen nicht verstanden werden, andererseits ist mir auch bewusst, dass niemals alle Leser einer Geschichte sämtliche ihrer Aspekte verstehen. Das verbietet allein die Statistik. Außerdem weiß ich, dass sich unter euch einige noch sehr junge Leser befinden und es mir vor 15 oder 20 Jahren mit vielen der Dinge, die ihr anführt, nicht anders ergangen wäre. Und deswegen will ich euch heute einen kleinen Einblick geben, was ich mir bei diesem ’Buch’ gedacht habe und warum ich die Dinge so handhabe, wie ich es tue.

Zunächst einmal: Sowohl für ’Die zwei Könige’ als für all meine anderen Geschichten gilt, dass nicht immer alles erklärt wird, weil sie den Leser zum Nachdenken oder auch zum Rätseln anregen sollen. Auch sind die Charaktere nicht immer perfekt. Mitunter sind sie auch hochmütig, leichtsinnig und begehen Dummheiten, ganz besonders wenn Liebe im Spiel ist. Ihr könnt das mögen oder nicht, von mir ist es so gewollt. Und Hand aufs Herz: Unfehlbare Charaktere wären doch langweilig, oder?

Die Aufteilung der Handlung

Tolkien hat es getan, Martin sogar über zwei ganze Bücher, und auch wenn ich mich mit keinem der beiden messen kann, habe ich es auch diese Methode verwendet. Zugegeben, für die meisten von euch ist es sicher ärgerlich, dass ich das erste und zweite Drittel des Buches parallel laufenlasse. Vorab habe ich lange überlegt, ob ich das tun soll, weil ich aus leidiger Eigenerfahrung weiß, wie qualvoll es für den Leser ist, nur die Hälfte der Geschichte zu lesen zu bekommen. Und doch hat diese Entscheidung andere Gründe, als Sadismus oder Bequemlichkeit:

  1. Es ist ein Stilmittel: Ich habe die Absicht, den Leser mit den ersten 21 Kapiteln in eine Welt zu entführen, die sowohl märchenhaft als auch grausam ist. Das Leben im Palast von Arvice findet in einer Seifenblase statt, die gegen Ende zu platzen beginnt, wie eine Leserin es einst so schön ausgedrückt hat. Alles, was jenseits davon geschieht, würde diese Blase platzenlassen und verhindern, dass man sich ganz auf diesen Teil der Handlung einlässt.

  2. Den Leser mit Sonea leiden lassen: Gleich im ersten Kapitel erfährt Sonea, dass ihr Geliebter tot ist und als ihr dann auch noch ihre Magie genommen wird, verliert sie jegliche Hoffnung, jemals wieder aus dieser Situation herauszukommen. Sie leidet sowohl unter ihrem Verlust als auch unter Marikas Willkür und Grausamkeit. Im späteren Verlauf beginnt sie ihr Schicksal schließlich zu akzeptieren und fängt an sich anzupassen – und das Drama nimmt seinen Lauf. Soneas damit verbundene Unterwerfung führt dazu, dass sie sich verliert und in eine Abhängigkeit zu ihrem Meister gerät, die ihr nicht guttut. Würde man als Leser nun von Anfang an wissen, dass Akkarin noch lebt und was er und die Gilde planen, so könnte man sich weniger in ihre Situation hineinfühlen. Und damit würde ich euch um einen nicht geringen Teil der Spannung nehmen.

  3. Beide Teile mixen? Ganz schlechte Idee: Die Kapitel von Teil 1 und Teil 2 sind nur bedingt synchron. So beginnt das erste Kapitel von Teil 1 zwei Wochen nach der Schlacht, als Sonea in Arvice aufwacht, während das erste Kapitel von Teil 2 nur einen Tag nach dem Kampf gegen die Sachakaner stattfindet. Würde ich nun komplett chronologisch vorgehen, so wüsste der Leser von Anfang an, dass Akkarin nicht tot ist und warum er Sonea nicht durch den Ring antwortet. Ein Blick auf den Zeitplan zeigt, dass bei diesem Konzept das erste Kapitel, das in Arvice spielt, erst bei Kapitel 4 der Gilde an die Reihe kommen würde. Und jetzt stellt euch einmal vor, ihr würdet Soneas ersten Auftritt lesen, nachdem Akkarin sich vier Kapitel lang bester Gesundheit erfreut hat. Ich bin mir ziemlich sicher, die wenigsten von euch würden sich dann noch so von ihrem Leid berührt fühlen, wie sie es getan haben, als sie dieses Kapitel unvoreingenommen gelesen haben. Doch auch sonst würde die Story bei dieser Methode nicht gleichförmig erzählt. In beiden Teilen der Handlung gibt es Stellen, an denen mehrere Kapitel einen kurzen Zeitraum beschreiben, während andere Kapitel größere Zeiträume umfassen. Die damit verbundene Aufteilung der Charaktere würde sehr viel Unruhe in die Story bringen. Und es wäre auch schlichtweg unrealistisch, wenn in beiden Teilen zur gleichen Zeit etwas Erzählenswertes passiert.

Natürlich ist das immer eine Geschmackssache, aber ich würde bei diesem ganz speziellen Teil meiner Trilogie niemals beide Handlungsstränge gemixt lesen wollen. Das würde mir einen gewaltigen Teil des Lesevergnügens nehmen. Denn ich mag es als Leser mich zu quälen und in die Charaktere einzutauchen.

Der König von Sachaka und seine Politik

Obwohl Marika seinem Land ein guter König ist und politisch und strategisch kluge Entscheidungen trifft, die zuweilen auch etwas unkonventionell sind, ist auch er nicht perfekt. Kein Anführer ist das, egal ob vom Volk gewählt oder ob er per Geburtsrecht König wurde. Und man muss sich nur einmal die Weltgeschichte, in der es hinreichend Beispiele gibt, anschauen. Ist man alleine für ein ganzes Land verantwortlich, so kann man nicht alles auf einmal leisten. Kein Mensch kann das. Und deswegen hat jeder König seine Berater und jeder Präsident seine Minister.

Marikas größte Schwäche sind indes die Frauen – oder besser gesagt: eine Frau. Sein Frauengeschmack war schon immer außergewöhnlich und hat neben den Wirren des Bürgerkriegs und seinem Unwillen, einem Ashaki durch die Heirat mit dessen Tochter einen politischen Vorteil zu verschaffen, mit dafür gesorgt, dass er mit vierzig immer noch nicht verheiratet ist.

Wenn Marika der Meinung ist, er müsste seine Lieblingssklavin heiraten und ihr als Beweis seiner Liebe verspricht, die Gildenmagier zu verschonen, dann grenzt das zweifelsohne an den Wahnsinn, den einen zuweilen befällt, wenn man sich heftig verliebt. Allerdings kommen Marika hier wieder sein politisches Geschick und der Krieg zugute, so dass der erwartete Skandal ausbleibt. Denn dass die magischen Blutlinien der Sachakaner schwächer werden, weil die Ashaki nur untereinander heiraten und Sklaven nur als Quellen genutzt werden, ist eine Tatsache, die ihre Begründung in der Kultur und Lebensweise der Sachakaner findet. Die Kyralier bieten da die perfekte Abhilfe, auch wenn es bedeutet, Kinder mit ihnen zu zeugen. Diese würden jedoch nach sachakanischen Werten erzogen, und auch wenn eine Vermischung beider Völker stattfindet, bietet es für die Sachakaner mehr Vorteile als Nachteile. Denn andernfalls würden die Kyralia immer nur eine Klasse von Sklaven darstellen, die ihre eigene, dem System widersprechende Denkweise behält. Und aus ’The Magicians’s Apprentice’ wissen wir ja bereits, dass Kyralia schon einmal seine Unabhängigkeit erlangt hat.

Dass die Gildenmagier sich nicht kampflos ergeben werden, ist zudem ein offenes Geheimnis, es geht hier vielmehr um die Geste an sich und Marikas Bereitschaft, ’nett’ zu sein.

Sklaverei

Ich gehe speziell auf das Thema Bettsklavinnen bzw. die Cachira ein, alles andere würde den Rahmen an dieser Stelle sprengen und ist Bestandteil anderer Geschichten.

Die Beziehung zwischen einem Meister und seiner Bettsklavin basiert in den meisten Fällen trotz entsprechender Ausbildung und Erziehung auf Unfreiwilligkeit. Dennoch ist es möglich, dass sich in Einzelfällen eine von starker Hierarchie geprägte Liebesbeziehung entwickelt, was eine entsprechend gute Behandlung der Sklavin voraussetzt (sonst sind wir nämlich schnell wieder beim Thema Missbrauch). Die Sklavinnen in Marikas Cachira stellen da in vielerlei Hinsicht eine Ausnahme dar, weil sie sozusagen den Jackpot gewonnen haben. Dazu kommt, dass Marika seine Sklavinnen nicht grundsätzlich schlecht behandelt – er bestraft sie, wo es nötig ist, was bis auf eine wohlbekannte Ausnahme jedoch nicht der Fall ist.

Nichtsdestotrotz sind Bettsklavinnen niemals Geliebte, Ehefrauen, Freundinnen oder dergleichen, sondern Sklavinnen. Sie wurden dazu erzogen, sich zurückzunehmen und die Bedürfnisse ihres Meisters über ihre eigenen zu stellen. Und sie wurden ausgebildet, ihrem Meister zu gefallen und ihn zu unterhalten. Kein Ashaki würde seine Sklavin jemals zur Frau nehmen, ohne einen großen Skandal auszulösen und ins gesellschaftliche Abseits zu geraten. Nicht einmal Marika hätte sich das erlauben können, hätte er in diesem speziellen Fall nicht gute Gründe. Wenn der Meister eine andere Sklavin bevorzugt oder genug von ihr hat, so ist das natürlich enttäuschend, doch eine gute Sklavin akzeptiert das. Falls ihr euch noch an das Kapitel nach dem Duell erinnert, hat Ienara dies auch einst getan. Sie ist ein Paradebeispiel für eine Sklavin, die nicht nur ihre Erfüllung gefunden hat, sondern auch die Entscheidungen ihres Meisters akzeptiert und frei von Gefühlen wie Eifersucht ist. Natürlich gibt es auch Ausnahmen wie Keya und ein gewisses Maß an Konkurrenz ist innerhalb einer Cachira normal, doch bitte verwechselt den Wechsel einer Lieblingssklavin nicht mit dem Partnerwechsel in einer Liebesbeziehung. Das ist es nicht und wird es in einem Land wie Sachaka auch niemals sein.

Sonea und der König

Zu diesem Thema habe ich bereits zu Beginn von Teil 2 und hier (Über Missbrauchsbeziehungen in Geschichten und die Konsequenzen) einiges gesagt und werde an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.

Ein Autor – auch wenn er nur Fanfiction schreibt – hat immer das Bedürfnis, dass seine Geschichten auch so verstanden und aufgenommen werden, wie sie beabsichtigt sind. Besonders dann, wenn man viel Liebe und Mühe in die Details steckt. Aus diesem Grund hoffe ich, ich konnte euch heute einen guten Einblick in zumindest einige Aspekte meiner aktuellen Story geben und ein Grundverständnis dafür schaffen, warum die Dinge so und nicht anders sind. Gerne gehe ich auch noch ausführlicher darauf ein, falls von eurer Seite weiterer Erklärungsbedarf besteht und schreibe über andere Themen, auf die ich durch eure Kommentare gestoßen bin.

Falls ihr Fragen oder sonstige Anmerkungen habt, so könnt ihr gerne jederzeit mit mir darüber diskutieren. Doch bedenkt bitte, dass ich meine Geschichte nicht auf Grund von persönlichem Geschmack ändere, kleinere und größere Fehler jedoch immer gerne behebe. 🙂

Klischees im Black Magician Universum (3)

Das Schwiegermonster

Da Kapitel 49 noch nicht sehr alt ist, möchte ich auf eines meiner Lieblingsklischees in meiner Fortsetzung von The Black Magician eingehen: das Schwiegermonster.

Die meisten Frauen werden mit dem Prinzip bereits vertraut sein, weswegen ich mich nicht mit langen Erklärungen aufhalten werde: Die Mütter ihrer Partner stellen sich oft als wahrhaftige Drachen heraus. Meine Mutter hatte eine solche Schwiegermutter, meine Kusine hatte gleich zwei (nacheinander) und auch ich kenne einige Mütter mit leichten bis mittelstarken Drachen-Tendenzen.

Als ich anfing, „Der Spion“ zu schreiben und es allmählich zu dem Teil kam, an dem die Hochzeit näher rückt, begann ich mir Gedanken über Akkarins Familie zu machen. Warum wird sie vorher bis auf eine kurze Stelle nie erwähnt? Und hat seine Vorliebe, die Regeln zu umgehen oder sich zurechtzubiegen, vielleicht etwas mit seinem Elternhaus zu tun? Und wie würde seine Familie darauf reagieren, dass er eine Frau heiratet, die nicht von hoher Geburt und darüber hinaus seine Novizin ist?

Und so erschuf ich das Schwiegermonster (nach dem gleichnamigen Film mit Jennifer Lopez), wobei sicher auch die früheren Erfahrungen meiner Mutter und meiner Kusine eine Rolle spielten.

Ich habe Eliana mitsamt dem Rest von Akkarins Familie bewusst so für meine Fanfiction erschaffen, weil es einen Grund geben musste, warum er als Novize bereits nur Flausen im Kopf hatte und es liebte, sich die Regeln zurechtzubiegen. Außerdem konnte ich mir nicht vorstellen, dass eine zukünftige Schwiegermutter, die aus den Häusern stammt, ihr mit Freundlichkeit und Toleranz begegnet. Nicht zuletzt brauchte ich einen Gegenpol zu Soneas überaus herzlicher Familie und hatte Spaß daran, ein kleineres Familiendrama zu schreiben.

Eliana von Delvon ist arrogant, herrisch und überaus nachtragend und selbstgerecht. Sie lehnt jeden ab, der nicht in ihr perfektes Familienbild passt. Akkarins Schwester ist bei ihr schon lange in Ungnade gefallen, weil sie mit einem Mann aus Elyne durchgebrannt ist und ihn geheiratet hat, statt des Mannes, der für sie vorgesehen war. Ihr anfänglicher Hass auf Sonea kommt noch einmal geballter daher. Nicht nur, weil sie aus den Hüttenvierteln kommt, sondern auch weil Akkarin in ihren Augen einige unverzeihliche Dinge getan hat. Als sein Vater starb, war er in Sachaka, was Eliana ihm sehr übelnimmt. Dabei interessieren sie die wahren Gründe nicht – für sie verschwand er einfach spurlos. Dass er wenig später Hoher Lord wurde, hat sie wiederum stolz gemacht, weil es ihrer Familie und ihrem Haus Ansehen gebracht hat, doch dann wurde die Wahrheit über ihn bekannt, und er und Sonea mussten ins Exil. Und auch hier ist Eliana nachtragend, obwohl er und Sonea Kyralia gerettet haben. Dadurch, dass er ein schwarzer Magier ist, hat Akkarin in ihren Augen Schande über die Familie von Delvon gebracht, und dass er sich wenig später in eine intime Beziehung mit seiner Novizin gestürzt hat, machte die Sache für sie umso skandalöser.

All dies projiziert Eliana mit auf Sonea, weil es so einfach ist, dem Mädchen aus den Hüttenvierteln mit der zwielichtigen Vergangenheit, einen Teil der Schuld zu geben. Zugleich will sie nicht, dass eine Frau mit einer solchen Vorgeschichte in ihre Familie einheiratet, weil das in ihren Augen noch mehr Schande über die Delvons bringt. Ein Mädchen wie Veila hingegen wäre für Eliana die perfekte Schwiegertochter.

Jedoch muss man Eliana auch zugutehalten, dass sie als momentanes Familienoberhaupt um das Ansehen ihrer Familie besorgt ist, das ohne Zweifel unter zwei ihrer Kinder gelitten hat.

Doch auch das größte Schwiegermonster kann gezähmt werden. Der jüngere Akkarin hätte wahrscheinlich einfach nur rebelliert und in einem Anflug von Trotz von seinem Recht Gebrauch gemacht, jede Frau heiraten zu dürfen, die er heiraten will. Doch das mag vor Sachaka so gewesen sein. Akkarin ist an seinen Erfahrungen gereift und strahlt nun die Autorität aus, mit der er sich durchzusetzen vermag. Die Leser meiner FF können nur erahnen, wie der Streit zwischen ihm und seiner Mutter am Ende von Kapitel 49 weitergegangen ist*, doch eines ist ganz sicher: Er wird sie mit seiner üblichen Mischung aus dominantem Auftreten und wohlgewählten Worten zur Vernunft gebracht haben.

*darüber werde ich keine Bonusszene schreiben. Denn die Details dessen sollen sein Geheimnis bleiben 😉