Schlagwort: Charakterstudien

Der NaNoWriMo 2016-Schreibwahnsinn: Kitsch-Vanilla-Hauptpairs, BDSM-Dreier und ein Trump’scher Writus Interruptus

Der NaNoWriMo 2016-Schreibwahnsinn: Kitsch-Vanilla-Hauptpairs, BDSM-Dreier und ein Trump’scher Writus Interruptus

Wie Schlafmangel, der Shipper-Thread und schlechte Fanfictions mir das Hirn ruinierten

Dieser Bericht sollte gefühlt vor zwei Wochen kommen, doch der alljährliche Übergang von einem Monat Schreibwahnsinn in die Vorweihnachtszeit hat mich dieses Jahr ziemlich geschafft und ich weiß nicht, wo die letzten beiden Wochen geblieben sind. Mein Hirn, das ich mir in dieser Zeit nicht nur mit zu wenig Schlaf und zu viel Schreiben ruiniert habe, hat sich inzwischen wieder weitgehend erholt, während mein Körper nach all der Action gerade in Winterschlafmodus geht.

Da man die zu erreichende Wortzahl im November nicht anpassen kann, setzte ich vorab mein persönliches Ziel auf 200k. Damit wollte ich mich möglichst dem Showdown der Geschichte nähern oder diesen vielleicht sogar schon beginnen.

Trotz der einen oder anderen Schwierigkeit war es ein wahrhaft epischer NaNoWriMo und das nicht nur, weil die Geschichte sich mir nahezu selbst diktiert hat, sondern auch wegen der großartigen Stimmung im NaNo-Forum. So viel zu schreiben ist neben gutem Zeitmanagement auch mit einer gehörigen Portion Wahnsinn verbunden. Mir ist wichtig, dass ich im Schreibfluss bleibe und solange ich meine Arbeit erledige und die Katzen nicht vernachlässige, funktioniert dieses Prinzip für mich.

Eine andere, unerfreuliche Form des Wahnsinns kam auf unerwartete Weise hinzu. Im Oktober wagte ich aus Gründen der ’’Recherche’’ zum Thema Badfic einen Blick in die Abgründe meines Fandoms und blieb darüber an einer Fanfiction hängen, die (wie so viele andere und vermutlich unfreiwilligerweise) grauenhaft war. Aus jener ’’Recherche’’ wurde rasch ein guilty pleasure, auf das ich nicht sonderlich stolz bin. Es genügt an dieser Stelle, dass ich nur immer mal wieder weiterlas, weil ich unfähig war, mich von dem Grauen abzuwenden, so wie wenn man an einem Unfallort vorbeifährt, und dass ich mich darüber in Bezug auf meine Lieblinge sehr, sehr verstört habe.

Der Start begann grandios um Mitternacht am 1. November zusammen mit der Ankündigung an meine Katzen „Ihr müsst jetzt einen Monat lang ganz lieb sein, sonst koche ich Chinesisch“. Trotz Müdigkeit und dem Bedürfnis, mich in meinem Bett zusammenzurollen, habe ich mit jeder Menge Schwarztee noch in der Nacht die ersten 1000 Wörter geschrieben. Wie in den beiden Jahren zuvor mit einer Schweinkramszene, um der Tradition treuzubleiben. Dank zahlreicher Wordwars im NaNo-Forum wurden aus den für den Start-Marathon an Tag 1 gesetzten 12k rasch 14k. Zwischendurch hatte ich sogar noch Zeit für Sport und meine Katzen und konnte gegen 22 Uhr Feierabend machen.

So etwas macht man aber auch nur einen Tag, danach ist man durch.

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Von D/s-Beziehungen, BDSM und den schwarzen Magiern (Teil 3)

Von D/s-Beziehungen, BDSM und den schwarzen Magiern (Teil 3)

Teil 3 – Wie Akkarin sich über Sachaka emanzipiert und was das Abstrahieren von Sexpraktiken von Missbrauch mit Traumabewältigung zu tun hat

Vor einer Weile hatte ich eine etwas längere eMail-Diskussion, ausgelöst durch Horrorvorstellungen zu meinen Geschichten durch Lesen meines Blogartikels 50 Shades of Akkarin – Warum Akkarin kein romantischer Held ist. Diese führten, als ich Teil 2 des unsäglichen Blogartikels veröffentlichte, zu einigen Missverständnissen in Bezug auf den Inhalt.* Da ich nicht weiß, ob es meinen Lesern auch so ergeht und hier evtl. Erklärungen fehlen, wo Dinge für mich intrinsisch klar sind, habe ich beschlossen, diese unsägliche Reihe noch ein wenig weiterzuführen und den meinen Lieblingscharakter betreffenden Teil noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

In diesem Artikel geht es daher um zwei Themen, die jedoch miteinander verknüpft sind, weil sie in Bezug auf Akkarins Entwicklung eine Rolle spielen. Zuerst werde ich auf den Unterschied zwischen Missbrauch und BDSM-artigen Sexpraktiken eingehen, zumal ich dazu auch Fragen von einigen den Lesern von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ hatte. Dann erläutere ich, wieso jemand nach fünf Jahren als Sklave eines Ichani seinen Erlebnissen zum Trotz nicht wie ein Mönch lebt. Oder besser gesagt, warum das bei Akkarin funktioniert. Und warum das sogar durch die Bücher zu begründen ist.

Betrachtet diesen Artikel daher als Ergänzung zu den Abschnitten ’Wie die Realität in den ’Büchern (und in meinen Fanfictions) aussieht’ in Teil 1 und ’Akkarin und seine dunkle Seite’ in Teil 2.

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Autorenprobleme: Wie viel Sex verträgt (m)eine Geschichte?

Dieser Artikel entstand aus meinen Gedanken zu meinen neusten schriftstellerischen Ergüssen – sprich dem Auftakt meiner zweiten Fanfiction-Trilogie. Potentielle Wortspiele sind kein Zufall.

Sex in Geschichten ist ein ziemliches Streitthema. So kommt es mir zumindest vor. Abgesehen von Erotik- und Liebesromanen kann Sex quer durch alle Genres eine Rolle spielen, besonders wenn Genre-Grenzen verwischen oder das Sexleben der Figuren von Bedeutung für die Handlung und die Entwicklung der Figuren ist.

Es gibt aber auch Leute, die sagen, dass Sex außer in Erotik und Romanzen nichts zu suchen hat. Mir persönlich wäre dies zu krass, weil Sex abgesehen davon, dass es die schönste Nebensache der Welt ist, ein wundervolles Stilmittel darstellt, um die Beziehung zweier Figuren zu definieren. Sex sollte nicht (ausschließlich) verwendet werden, um den Leser zu fesseln. Gekonnt eingesetzt erfüllt er das Leben der Figuren jedoch mit Lebendigkeit und arbeitet ihre Beziehungen und Dynamiken auf eine Weise heraus, wie es anders nicht möglich wäre.

Für mich hat sich lange Zeit nicht die Frage gestellt, ob und wie viel Sex gut und richtig – und auch notwendig ist. Wie mit allem folge ich beim Schreiben auch hier meinem Instinkt. Beim Schreiben der ’Königsmörderin’ habe ich das jedoch erstmals in Frage gestellt.

Meine Fanfictions sind ein Mix aus verschiedenen Genres. Es ist nicht einfach nur eine Fantasygeschichte, sondern stößt wie das Original in andere Genres vor, zumal Fantasy für mich vor allem bedeutet, dass die Handlung in einer fiktiven Welt mit phantastischen Elementen spielt. Angepasst an das Setting erleben die Figuren ihre persönlichen Dramen, Abenteuer, und Glücksmomente und nicht selten dreht sich die Rahmenhandlung um Krieg, Politik und Intrigen – nur eben auf die fiktive Welt zugeschnitten. Erotische Szenen dienen mir dazu, die Beziehung von zwei Figuren unter bestimmten Aspekten genauer zu beleuchten. Das ist inbesondere dann der Fall, wenn die Beziehung auf mehreren Ebenen stattfindet und die Sex-Ebene dabei eine sehr tiefe, emotionale Ebene darstellt, auf der das Ausmaß und die Tiefe von Liebe, Vertrauen und Loyalität der jeweiligen Figuren erst wirklich offenbar wird. Sexuelle und erotische Anspielungen und frühzeitig ausgeblendete Szenen verwende ich dagegen, um der Beziehung der Figuren Leben einzuhauchen und bestimmte Aspekte ihrer Persönlichkeit zu ergänzen. Es macht mir Spaß das zu schreiben, weil ich die damit verbundene Lebendigkeit und Paar-Dynamiken als liebenswert empfinde und mir manche Figuren ohne das unvollständig vorkämen. Und aus demselben Grund lese ich das auch gerne.

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