Schlagwort: Der Spion

Schreibnews: Ich bin durch! Oder zurück aus dem Korrekturwahnsinn

Nach sieben Wochen DINA4-Zettelwirtschaft, unleserlichem in zwei leergeschriebenen Kugelschreibern resultierendem Gekritzel und jeder Menge Quality Time mit meinen Katzen als erfreuliches Nebenprodukt, ist es vollbracht:

Das Korrekturlesen der „Königsmörderin“ ist abgeschlossen.

So zügig und effizient war ich dabei selten und es hat sich keine Katastrophe aufgetan.

Sonea im Korrekturwahnsinn

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Aus der Überarbeitungshölle: Lust und Frust der schriftstellerischen Weiterentwicklung

Als schreibendes Wesen entwickele ich mich kontinuierlich weiter. Das ist völlig normal und auch gut so, denn wir wachsen an unseren Erfahrungen. Frustrierend wird es jedoch, wenn ich auf ein Werk zurückblicke, das ich vor noch nicht allzu langer Zeit (im März 2016) inklusive Korrekturlesen abgeschlossen habe und mit dem aktuellsten von diesem Sommer vergleiche. Ganz besonders wenn Ersteres eine laufende Geschichte ist.

Schon in der Vergangenheit habe ich ältere Geschichten noch einmal sprachlich überarbeitet. Erst vor zwei Jahren habe ich „Der Spion“ (Teil 1 meiner alternativen Fortsetzung zu Black Magician) einer solchen Prozedur unterzogen. Ich ging davon aus, dass die Folgeteile besser wären, weil ich mich in der Zwischenzeit weiterentwickelt hatte. Zudem hatte ich Teil 3 „Das Heiligtum von Yukai“, die Geschichte, um die es geht, im Anschluss an die sprachliche Überarbeitung des „Spions“ ausgedruckt und Korrektur gelesen. So wie ich das mit jeder Geschichte mache, wenn sie fertig geschrieben und überarbeitet ist.

Am Wochenende habe ich jedoch festgestellt, dass ich mir etwas vorgemacht habe. Continue reading „Aus der Überarbeitungshölle: Lust und Frust der schriftstellerischen Weiterentwicklung“

Monatsrückblick März: Frühlingserwachen

Monatsrückblick März: Frühlingserwachen

Ich kann kaum glauben, dass seit meinem letzten ernsthaften Blogartikel ein Monat vergangen ist. Ich dachte immer, der Februar sei kurz, aber der März ist nur so dahingeflogen.

Im vergangenen Monat ist so viel passiert, wie in sonst nicht einmal in einem Jahr. So kommt es mir zumindest vor. Mein Leben ist immer noch dasselbe, die Veränderungen fanden in mir statt. Ich weiß nicht, ob es der Frühling ist, oder die Tatsache, dass ich mit Mitte 30 an einem Punkt bin, an dem ich mein bisheriges Leben bewerte und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Zukunft in Frage stelle. (Ich glaube übrigens, dass eine solche Evaluierung alle paar Jahre sinnvoll und wichtig ist)

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Monatsrückblick Februar – Karnevalseskapismus & Homecoming

Irgendwie ist der Februar einer dieser Monate, die viel zu schnell vergehen, und das nicht, weil er 2-3 Tage kürzer als die übrigen ist. Jetzt, wo ich den Monat Revue passieren lasse, fällt mir jedoch einiges ein, was sich in dieser Zeit in meinem Autorenleben getan hat. Insgesamt habe ich im Februar sogar recht viel geschafft, auch wenn ich insgesamt nicht so viele Kapitel überarbeitet habe, wie im Januar und Dezember. Aber Überarbeiten und eine Geschichte zu beenden ist eben mehr als nur Kapitel zu lesen und beim Lesen zu korrigieren.

Überarbeitungsstatus der ’Königsmörderin’

Auch diesen Monat konnte ich meinen Plan ein Kapitel pro Tag zu überarbeiten, nicht immer einhalten, was neben Arbeit und allgemeiner Müdigkeit auch davon abhängt, wie viel es bei einem Kapitel zu tun gibt. Da ich mich dem Ende nähere, gibt es in jedem Kapitel mehr zu tun, weil mehr Szenen angepasst oder aufgefüllt werden müssen. Die zweite Februar-Hälfte bestand weitgehend aus einer längeren ToDo-Liste für den Mittelteil, die vor dem Finale abgearbeitet werden wollte. Da ich nur die Mittagspausen und die zu kurzen Abende zur Verfügung hatte, zog sich das über eine Woche hin. Als ich anschließend mit den Folgekapiteln weitermachte, wurde mir schnell klar, dass für den weiteren Verlauf ein Brainstorming erforderlich war. Insbesondere für die Sachaka-Storyline, womit die letzte Februar-Woche dann auch gefüllt war.

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Autorenwahnsinn Reloaded: Wann und wie hat du mit dem Schreiben angefangen?

Es gibt das ’’Schreiben’’ und das Schreiben. Daher muss ich meine Antwort zweiteilen.

Je mehr ich darüber nachdenke, wie alles begann, desto mehr fällt mir wieder ein. Und was ich dabei aus den tiefsten Tiefen meines Gedächtnisses hole, ist teilweise ganz schön pubertär.

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1. Das ’’Schreiben’’

Die ersten Anfänge waren mit 12/13. Damals war ich nacheinander in zwei Jungs aus meiner Klasse verknallt und hatte die glorreiche Idee, dies als eine Art Liebesgeschichte niederzuschreiben. Jeden Abend schrieb ich zu der schrecklichen Musik, die Mitte der 90er in war, meine Erlebnisse des Tages und jedes an mich gerichtete Wort und jeden mir gewidmeten Blick jener Jungs mit Füller in eine dicke Kladde. Es war also kein Tagebuch, sondern der Versuch einer echten Geschichte (inkl. Erträumten Happy End).

Weil ich dennoch meinen gesamten Tagesablauf festhielt, enthielten jene Stories auch meine Schwärmereien von den fiktiven Personen, in die ich in jenem Alter ebenfalls verliebt war. Zu jener Zeit waren das Mr. Spock und Han Solo. Zum Glück habe ich nie die Fanfictions aufgeschrieben, die ich mir in meinem Kopf zusammenspann, denn damit hätte ich die Menschheit mit Dingen vergewaltigt, bei denen sich mir heute die Fußnägel aufrollen, wenn ich die Scheuklappen abnehme und mich in meinem Fandom oder anderen Fandoms umblicke. Davon abgesehen gab es 1994/95 noch kein Internet und die Möglichkeiten, meine geistigen Auswüchse auf die Menschheit loszulassen, waren somit sehr eingeschränkt.

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Schreibst du noch oder fangirlst du schon? – Wenn ein perfekter Charakter noch perfekter wird

Schreibst du noch oder fangirlst du schon? – Wenn ein perfekter Charakter noch perfekter wird

Seit ca. zwei Wochen arbeite ich mich als Vorbereitung auf den NaNoWriMo im November wieder in ’Die Königsmörderin’ ein. Zu diesem Thema kommt demnächst auch noch ein ausführlicher Blogartikel, doch momentan treibt mich dabei vor allem ein bestimmtes Thema um, das mich regelmäßig in die höchsten Höhen des Fangirlhimmels katapultiert.

Ihr könnt es euch vielleicht schon denken, es geht um niemand anderen als um Akkarin.

Oder besser gesagt: Akkarin und seine ’dunkle Seite’, wie er sich immer so schön ausdrückt.

Denn o-mein-Gott ehrlich, das war eine meiner besten Eingebungen, die ich bei diesem Charakter jemals hatte. Weil sie ihn auf eine Weise komplettiert, die die Bücher nur erahnen lassen.

Ich weiß nicht, ob ihr das kennt: Ihr lest eine Fanfiction und schüttelt den Kopf, weil euer Lieblingscharakter überhaupt nicht so wie im Original ist. Mir ergeht es manchmal so, wenn ich ein Projekt nach längerer Zeit wiederaufnehme, oder während der Überarbeitung. Jedes Mal, wenn ich dieses Gefühl habe, wenn der Charakter weder zu seiner Vorlage noch zu dem bisher Geschriebenen passt, weiß ich, dass er an dieser speziellen Stelle aus welchen Gründen auch immer (müde, abgelenkt, nicht richtig im Schreibfluss, Zeitdruck im Word War etc.) ein kleines bisschen ooc geraten ist.

In allem, was ich bis jetzt von meiner zweiten Trilogie geschrieben habe, ist das mit Akkarin jedoch das genaue Gegenteil.

Ich habe das Gefühl, dass er noch perfekter – noch mehr akkarin, als in den Büchern ist.

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Lady Sonea proudly presents Cover & Teaser

Hallo ihr lieben Leser,

Die letzten Tage meines kleinen Schreiburlaubs habe ich weniger mit Schreiben als mit dem Erstellen von Covern und anderen kleinen Appetizern verbracht  und bin darüber regelrecht in einen Rausch geraten. Normalerweise bin ich, was das Anpreisen meiner Geschichten angeht, eher zurückhaltend, aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mich nicht länger verstecken brauche. In den letzten drei Jahren wurde mir so häufig gesagt, dass meine Geschichten weniger Fanfictions, sondern Fantasybücher auf hohem Niveau sind, dass ich allmählich anfange es zu glauben.

Außerdem hat mir das aus einer kleinen Sinnkrise bezüglich des Schreibens wieder herausgeholfen.

Während ich für die Appetizer in Form kleiner Zitate aus meiner Fotosession von vor anderthalb Jahren schöpfen konnte, habe ich für die Cover ein wenig Geld investiert, weil es keine kostenlosen lizenzfreien Bilder nach meinen Vorstellungen gab. Aber das war es mir wert. Professionell erstellte Cover hätten mich weitaus mehr gekostet und, sofern ich nicht im Lotto gewinne oder auf andere, ehrliche Weise plötzlich zu viel Geld komme, werde ich das allenfalls in Erwägung ziehen, wenn ich eines Tages einen richtigen Roman schreibe und Selfpublishing betreibe.

Generell bin ich im Designen und im Umgang mit den entsprechenden Tools zutiefst unfähig, aber irgendwie ist es mir mit Canva.com und ein wenig Hilfe von Gimp gelungen, schöne Cover und Appetizer zu erstellen.

Die Cover habe ich bereits auf den Seiten der jeweiligen Geschichten mit Direktlinks nach Fanfiktion.de eingebaut.

Bewundern könnt ihr sie in ihrer vollen Pracht auch hier – ihr seid herzlich eingeladen, euch durch die Gallerie zu klicken:

Alle bis auf das Schwarz-Weiß-Cover von ’Schwärzer als die Nacht’ sind aus Bild-Archiven. Jenes Bild ist von Canavan-Wiki und diente bereits letztes Jahr als Cover im CampNaNoWriMo. Die ZeichnerIn hat der Weiterverwendung zugestimmt. Es ist sozusagen echte Akkarin-Fanart und ich muss sagen, dass es eine der wenigen guten ist, die ich je gesehen habe.

In Zuge meiner Bastelaktion habe ich heute Nachmittag auch noch einmal das Cover von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ aktualisiert, das ich heute schon an den Link zum neuen Kapitel auf FB und Twitter gehangen habe.

Außerdem habe ich ’Werbe-Poster’ für ’Der Spion’ und ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ erstellt.

Weitere Poster dieser Art werde ich bei Gelegenheit erstellen, allerdings weiß ich nicht, wie viel Sinn das macht, wenn neue Leser erst einmal Teil 1 lesen müssen. Und während diesem entscheidet sich häufig, ob man dabei bleibt oder nicht.

Ich hoffe, die Resultate meines kleinen Schreiburlaubs gefallen euch ein wenig. Falls ihr für meine Geschichten irgendwo Werbung machen wollt,  so könnt ihr diese Bilder dafür verwenden und zu der jeweiligen Geschichte auf FF.de verlinken. Aber tut mir und euch selbst dabei einen Gefallen: Nervt die Leute nicht, denn zu viel Werbung macht unbeliebt  😉

Im diesen Sinne wünsche ich euch noch ein tolles, restliches Spätsommerwochenende  <3

Der CampNaNoWriMo Juli 2016 und der Zorn der schwarzen Sonnen

Der CampNaNoWriMo Juli 2016 und der Zorn der schwarzen Sonnen

Oder auch: das wohl bis jetzt therapeutischste Camp überhaupt

Mit etwas weniger Verspätung als beim letzten Mal kommt nun hier mein Abschlussbericht zum diesjährigen Sommer-Schreibcamp. Irgendwie hat es sich schon fast nach Tradition angefühlt, dabei über Akkarin zu schreiben. Doch mit diesem Juli ging diese Tradition leider auch zu Ende, weil seine Trilogie hiermit beendet ist.

Teil 3 meiner Akkarin-Trilogie, auf Twitter auch unter dem flapsigen Hashtag #50SoA3 (für ’50 Shades of Akkarin Pt. III’) bekannt, war eine sehr therapeutische Erfahrung. Die Geschichte beginnt einige Monate vor ’The High Lord’ und endet einige Wochen danach, hat ihren Schwerpunkt jedoch während dieses Buches. Abgesehen von der Herausforderung, genug Eigenanteil in und zwischen die Akkarin-Szenen im Buch zu bringen (FF.de verlangt mindestens 2/3 Eigenanteil und ich möchte für mich selbst nicht, dass es eine bloße Nacherzählung ist), wühlt die Lektüre dieses Buches jedes Mal sehr auf.

Dieses Mal war es jedoch eher ein Aufwühlen in Raten, besonders während der letzten 150 Seiten, die ich normalerweise in einem Rutsch durchlese und für dessen Erzählung aus Akkarins Sicht ich inklusive Zwischenszenen etwa eine Woche gebraucht habe.

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Vorbereitungen für den CampNaNoWriMo Juli 2016

Vorbereitungen für den CampNaNoWriMo Juli 2016

Oder auch: Wer mir in dieses Camp interveniert, dem bereite ich die Hölle auf Erden

Seit letzter Woche Sonntag stecke ich in der heißen Phase der Vorbereitungen auf den CampNaNoWriMo im Juli, wo ich Teil 3 meiner Akkarin-Trilogie schreiben werde. Auf Twitter habe ich darüber auch unter den Hashtags #50SoA3 für das Projekt und #NaNoPrep gespammt. Dabei steht #50SoA3 für ’50 Shades Of Akkarin Pt. III’, dem Arbeitstitel, passend zum flaspigen Arbeitstitel der gesamten Trilogie, der nichts, aber auch rein gar nichts mit der unsäglichen Twilight-Fanfiction zu tun hat, sondern mit meinem Humor.

Zur Vorbereitung und für das Camp habe ich mir ’The High Lord’ als eBook gekauft und angefangen, die Szenen, in denen Akkarin auftritt, oder die er in irgendeiner Weise per Blutjuwel mitbekommt, aufzulisten und in Kapitel zu gliedern. Dazu habe ich einen Nachmittag und eine Frühschicht am darauffolgenden Morgen gebracht. Dafür, dass ich beim Überfliegen der Szenen gefangirlt und gelitten habe, als würde ich das Buch richtig lesen, war das erstaunlich schnell.

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Die stillen Freuden des Autorendaseins

In diesem Artikel geht es um lange verschollene Leser und die Bestätigung, dass die Aufklärung über die Missbrauchsbeziehung in ’Die zwei Könige’ zwischen meiner Heldin und meinem bösen, heißen König tatsächlich Früchte getragen hat. Denn beides war heute an dem Tag, der für mich als Glückstag gilt, ein Anlass zu hehrer Freunde, weswegen ich der Sache einen Blogartikel in der Mittagspause spendieren muss.

Als ich heute Morgen um 4 Uhr aufstand, um weiter am Bonuskapitel zu ’Die zwei Könige’ zu arbeiten, nachdem mir gestern Abend schon um halb zehn beim Schreiben die Augen zufielen, erwartete mich eine freudige Überraschung.

Eine Leserin, von der ich seit anderthalb Jahren nichts mehr gehört hatte, hatte sich zurückgemeldet. Mein erster Gedanke war „OMG, sie lebt noch!!!“. Irgendwie hatte ich nie angenommen, dass sie die Geschichte aufgegeben hätte, weil sie ihr plötzlich nicht mehr gefiel, oder zu den Geschichten mit dem weichgespülten Vanilla-Akkarin und der pubertären Sonea abgewandert wäre, wie es einige andere Leser in der Vergangenheit getan haben. Da ihre Reviews immer sehr begeistert, ausführlich und konstruktiv waren und wir auch in Mailkontakt standen und uns über vieles austauschen und diskutieren konnten, gingen meine Gedanken eher in die Richtung diverser Horrorszenarien.

Zum Glück war es nichts dergleichen und ich war einfach nur froh, dass sie wieder da war. Und dass sie den Mut hatte, zu schreiben, wo andere sich das vielleicht nicht trauen würden. Ich wüsste nicht einmal, ob ich in einer solchen Situation den Mut hätte.

Ich freue mich immer, wenn sich Leser nach längerer Zeit zurückmelden. Bei einigen weiß ich inzwischen, dass ihnen häufig ihr RL dazwischen kommt. Aber nachdem ich mehr als ein Jahr nichts mehr von ihr gehört hatte und sie auch nicht mehr auf FF.de aktiv gewesen war, galt sie für mich als verschollen und ich habe das dementsprechend bedauert. Anderthalb Jahre sind einfach eine verdammt lange Zeit.

Bei Geschichten, die kapitelweise veröffentlicht werden, kann es passieren, dass Leser verschwinden, ohne dass man je erfährt, wohin und warum. Eigentlich passiert das sogar recht häufig.

Vor einer Weile hatte ich in dem Zusammenhang jedoch auch ein anderes schönes Erlebnis. Mehr als ein Jahr zuvor hatte mir jemand ein Review zu einer meiner Kurzgeschichten geschrieben. Es war eine, die vor den Büchern spielte, weil die Leserin mit der Originaltrilogie noch nicht so weit war, dass sie irgendetwas anderes aus diesem Fandom lesen wollte. Ich dachte, ich lese nie wieder von ihr, weil ihr die Bücher am Ende vielleicht doch nicht gut genug gefallen oder sie lieber andere Fanfictions als meine dazu liest. Doch dann erhielt ich von ihr plötzlich ein Review zum ’Spion’. Ob sie noch immer dabei ist, weiß ich nicht, doch das war eine schöne Überraschung.

Heute am frühen Morgen hatte ich jedoch gleich zwei Anlässe zur Freude.

Diese Leserin war vom Anfang von ’Die zwei Könige’ an ein Marika-Fangirl. Ich habe nichts dagegen, wenn Leser meinen Antagonisten fangirlen, schließlich habe ich ihn so geschrieben, dass er polarisiert. Und deswegen darf mein böser heißer König gerne und ausgiebig gefangirlt werden.

Schwierig wird es nur, wenn man über das Fangirlen den Missbrauch übersieht, der meiner Prota in diesem Teil der Geschichte widerfährt und anfängt, die beiden zu shippen. Und gerade während Teil 1 von ’Die zwei Könige’ hatte ich einige Leser, die sich zwischen den beiden eine Romanze gewünscht haben, was mich daran zweifeln ließ, ob ich die Beziehung in meiner Geschichte verharmlost oder romantisiert habe. Eine Weile war ich sogar unfähig jenen zu glauben, die mir sagten, dass ich das Thema mit der nötigen Sensibilität anfasse.

Das hatte damals zu dem Artikel über Missbrauchsbeziehungen geführt. Mit diesem habe ich gehofft, ein Bewusstsein für die Situation, in der sich meine Heldin befindet, zu schaffen. Ich hatte gehoffte, den Sonea/Marika-Shippern die Augen zu öffnen. Hinterher hatte ich jedoch vielmehr das Gefühl, diese Shipper vergrault zu haben, da ich von ihnen nie wieder etwas gehört habe.

Bei meiner Leserin hatte ich nie den Eindruck, dass sie Sonea und Marika derart shippt, wobei ich das nie so genau in Erfahrung gebracht habe. Und es spielt auch keine Rolle. Denn es ist einfach nur großartig, mehr als ein Jahr, nachdem ich diesen Artikel veröffentlicht habe, von einem bekennenden Marika-Fangirl zu erfahren, dass sie durch mein Statement und beim erneuten Lesen der Geschichte, die Entwicklung zwischen ihm und Sonea nun in einem ganz anderen Licht sieht.

Das zeigt mir, dass dieser Artikel etwas bewirkt hat. Und vielleicht hat er das auch bei dem einen oder anderen der harten Shippern.

In jedem Fall ist es ein verdammt gutes Gefühl. Denn so heiß mein böser heißer König sein mag, ist er vor allem auch eines: ein Schwein.

Es ist jedes Mal aufs Neue toll, wenn ich morgens aufstehe und ein tolles Review bekommen oder vielleicht sogar einen neuen Leser gewonnen habe. Ich freue mich, wenn sich Leser nach längerer Zeit wieder melden. Deswegen hoffe ich, dass sich niemand meiner Leser durch diesen Blopost herabgewürdigt fühlt. Dieses Review war auf seine Weise einfach besonders, weil es eine verdammt lange Zeit warm, sich ein unglaublich lieber Mensch nach so langer Zeit wieder bei mir gemeldet hat und ich obendrein die Bestätigung bekommen habe, dass es gut war, jenen Missbrauchsartikel zu schreiben, weil ich mich als Autorin in der Verantwortung sehe, über gewisse Themen Aufklärung zu betreiben, anstatt Dinge zu verherrlichen, die es nicht wert sind, verherrlicht zu werden.