Schlagwort: The High Lord

Vorbereitungen für den CampNaNoWriMo Juli 2016

Vorbereitungen für den CampNaNoWriMo Juli 2016

Oder auch: Wer mir in dieses Camp interveniert, dem bereite ich die Hölle auf Erden

Seit letzter Woche Sonntag stecke ich in der heißen Phase der Vorbereitungen auf den CampNaNoWriMo im Juli, wo ich Teil 3 meiner Akkarin-Trilogie schreiben werde. Auf Twitter habe ich darüber auch unter den Hashtags #50SoA3 für das Projekt und #NaNoPrep gespammt. Dabei steht #50SoA3 für ’50 Shades Of Akkarin Pt. III’, dem Arbeitstitel, passend zum flaspigen Arbeitstitel der gesamten Trilogie, der nichts, aber auch rein gar nichts mit der unsäglichen Twilight-Fanfiction zu tun hat, sondern mit meinem Humor.

Zur Vorbereitung und für das Camp habe ich mir ’The High Lord’ als eBook gekauft und angefangen, die Szenen, in denen Akkarin auftritt, oder die er in irgendeiner Weise per Blutjuwel mitbekommt, aufzulisten und in Kapitel zu gliedern. Dazu habe ich einen Nachmittag und eine Frühschicht am darauffolgenden Morgen gebracht. Dafür, dass ich beim Überfliegen der Szenen gefangirlt und gelitten habe, als würde ich das Buch richtig lesen, war das erstaunlich schnell.

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Von D/s-Beziehungen, BDSM und den schwarzen Magiern (Teil 3)

Von D/s-Beziehungen, BDSM und den schwarzen Magiern (Teil 3)

Teil 3 – Wie Akkarin sich über Sachaka emanzipiert und was das Abstrahieren von Sexpraktiken von Missbrauch mit Traumabewältigung zu tun hat

Vor einer Weile hatte ich eine etwas längere eMail-Diskussion, ausgelöst durch Horrorvorstellungen zu meinen Geschichten durch Lesen meines Blogartikels 50 Shades of Akkarin – Warum Akkarin kein romantischer Held ist. Diese führten, als ich Teil 2 des unsäglichen Blogartikels veröffentlichte, zu einigen Missverständnissen in Bezug auf den Inhalt.* Da ich nicht weiß, ob es meinen Lesern auch so ergeht und hier evtl. Erklärungen fehlen, wo Dinge für mich intrinsisch klar sind, habe ich beschlossen, diese unsägliche Reihe noch ein wenig weiterzuführen und den meinen Lieblingscharakter betreffenden Teil noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

In diesem Artikel geht es daher um zwei Themen, die jedoch miteinander verknüpft sind, weil sie in Bezug auf Akkarins Entwicklung eine Rolle spielen. Zuerst werde ich auf den Unterschied zwischen Missbrauch und BDSM-artigen Sexpraktiken eingehen, zumal ich dazu auch Fragen von einigen den Lesern von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ hatte. Dann erläutere ich, wieso jemand nach fünf Jahren als Sklave eines Ichani seinen Erlebnissen zum Trotz nicht wie ein Mönch lebt. Oder besser gesagt, warum das bei Akkarin funktioniert. Und warum das sogar durch die Bücher zu begründen ist.

Betrachtet diesen Artikel daher als Ergänzung zu den Abschnitten ’Wie die Realität in den ’Büchern (und in meinen Fanfictions) aussieht’ in Teil 1 und ’Akkarin und seine dunkle Seite’ in Teil 2.

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Von D/s-Beziehungen, BDSM und den schwarzen Magiern (Teil 2)

Von D/s-Beziehungen, BDSM und den schwarzen Magiern (Teil 2)

Teil 2 – Akkarin & Sonea

Nachdem ich mich in Teil 1 mit Sachaka und schwarzer Magie im Kontext von BDSM beschäftigt habe, komme ich nun zu dem etwas ’unbequemeren’ Teil. Also liebe Fangirls, entweder ihr lest diesen Artikel nicht oder seid jetzt ganz tapfer.

Die Beziehung von Akkarin und Sonea in The Black Magician ist von einem Machtgefälle geprägt, das zunächst von beiden Seiten widerwillig ist, mit der Zeit jedoch einvernehmlich wird. Auch ohne sich Gedanken über die Figuren und ihre Hintergründe zu machen, zeigt ’The High Lord’, dass die beiden mit einem einvernehmlichen Machtgefälle am besten harmonieren. Machtgefälle bedeutet jedoch nicht zwingend D/s-Beziehung und BDSM-Praktiken. Dennoch halte ich das Zustandekommen dieser in einer langfristigen Beziehung der beiden für plausibler als die möglichen Alternativen. Warum, erkläre ich in diesem Artikel.

Für alle, die noch nichts oder noch nicht viel von mir gelesen haben, aber mit dem Gedanken spielen: Es ist nicht so schlimm, wie dieser Artikel euch vielleicht glauben lässt. Ich stehe nicht so auf Porno und Sexszenen, die nur zum Löcherfüllen dienen. Der Rest von euch darf sich seinen Teil gerne denken.

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Von D/s-Beziehungen, BDSM und den schwarzen Magiern (Teil 1)

Von D/s-Beziehungen, BDSM und den schwarzen Magiern (Teil 1)

 Teil 1 – Schwarze Magie und Sachaka im Kontext von BDSM

Ich hätte nie gedacht, dass ich dazu jemals einen Artikel schreibe.

Allerdings habe ich festgestellt, dass nicht alles, was für mich offensichtlich ist, auch für andere offensichtlich ist. Und daher möchte ich euch ein wenig über die Hintergründe, warum ich bestimmte Charaktere wie weiterentwickele und was das mit schwarzer Magie und der Kultur der Sachakaner auf sich hat, erzählen.

Ihr könnt jetzt oder auch nach Lektüre dieses Artikels gerne schreiend davonlaufen oder es akzeptieren, denn auch wenn das Thema auf den ersten Blick abschreckend sein mag, habt ihr es, während ihr meine Geschichten gelesen habt, die ganze Zeit über (unbemerkt) inhaliert.

Anlass zu diesem Artikel, der mittlerweile in zwei ausgeartet ist, war ein Review zu ’Der Spion’, das ich vor ein paar Wochen bekommen habe. Seitdem lässt mich dieses Thema nicht mehr los. Ich frage mich, wie viele Leser meine Fortsetzung von ’The Black Magician’ kommentarlos abbrechen, weil sie mit diesen Dingen nicht vertraut sind und sie daher missinterpretieren.

Für meine Fanfictions musste ich mir über diese Dinge Gedanken machen. Alles, was ich aus der Vorlange interpretiere und für die Weiterentwicklung nutze, muss sich logisch in diese einfügen.

In diesem Fall war die Beziehung von Akkarin und Sonea der Ausgangspunkt. Diese findet auf mehreren Ebenen statt, die einander bedingen und die sie zu einer untrennbaren Einheit machen. Schon in den Büchern habe ich die beiden so erlebt. Bei mir ist es noch einmal intensiver, weil sie mein Hauptpair sind. Harmonieren sie auf einer dieser Ebenen nicht, so wirkt sich das zwangsläufig auf die anderen Ebenen aus. Akkarins Vergangenheit ist dabei ein sehr wichtiger Faktor. Das Leben als Sklave und die sachakanische Kultur haben ihn geprägt und auf immer verändert. Und natürlich beeinflusst das ein Beziehungsleben.

In den Büchern erfahren wir übrigens nur, wie diese Beziehung in einer Ausnahmesituation aussieht, die jedoch nicht als Maßstab für eine dauerhafte Beziehung im Alltag genommen werden darf.

In diesem ersten Artikel erkläre ich einige Grundlagen und die Motivation meiner Interpretation, die sehr viel mit dem sachakanischen Setting und schwarzer Magie und der Weiterentwicklung von beidem in meinen Geschichten zu tun hat. In Teil 2 geht es ausschließlich um Sonea und Akkarin, was ich initial in ihren Persönlichkeiten verankert sehe, was sich daraus angetrieben durch den anderen entwickelt und wie ihre Erfahrungen mit Sachaka ihre Beziehung beeinflussen.

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Fünf Fragen, die einen Fanfiction-Autor ankotzen

… und was man darauf antworten kann

Die Idee für diesen Artikel kam mir schon vor einer ganzen Weile durch 5 Fragen, die Autoren zum Hals raushängen und was man auf sie antworten kann von Marcus Johanus (ein sehr empfehlenswerter Blog rund ums Thema Schreiben, ich hoffe es ist ok, wenn ich das hier verlinke). Ich schreibe zwar ’nur’ Fanfiction, aber auch ich bin nicht vor blöden Fragen gefeit. Oder besser gesagt: Weil ich Fanfiction-Autorin bin, bin ich mit dummen Sprüchen ganz besonders gebeutelt.

Daher möchte ich euch heute einmal vorstellen, was mich so richtig ankotzt.

Here we go …

1) Was bringt es überhaupt, über eine Welt zu schreiben, die nicht die eigene ist?

Auch wenn man in einer geliehenen Welt unterwegs ist, so tut man auch dort die Dinge, die jeder Autor tut, wenn er schreibt: Man verbessert seinen Schreibstil und lernt die essentiellen Dinge des Schreibhandwerks wie zum Beispiel den logischen Aufbau einer Story, das Erschaffen von Spannungsbögen, das Verweben von Handlungssträngen sowie die Entwicklung von Charakteren und ihre zwischenmenschlichen Konflikte. Außerdem man lernt mehr über die Konventionen und Besonderheiten des Genres, in dem man schreibt. Und man hat dabei auch noch jede Menge Spaß, weil man über das schreiben kann, was man liebt.

Legt man wie ich in seinen Fanfictions Wert auf Canontreue und Authentizität, lernt man außerdem sich an fixe Vorgaben zu halten. Das Original muss sehr genau recherchiert werden, wenn man die Fakten angemessen wiedergeben will. Die Charaktere wollen originalgetreu umgesetzt werden, was bedeutet, dass man sich sehr intensiv in sie hineinversetzen muss. Natürlich muss man bei eigenen Werken auch Recherche betreiben und sich in die eigenen Charaktere hineinversetzen. Doch es ist ein Unterschied, ob man den Charakter selbst erschafft und in ihn hineinwächst, als wenn er bereits existiert und man an gewisse Vorgaben gebunden ist. Dies erfordert eine ähnliche Empathie, als bei realen Personen.

Beide Aspekte können dem Fanfiction-Autor im Vergleich zu einem eigenen Werk Arbeit abnehmen. Geht man mit der entsprechenden Ernsthaftigkeit an die Sache heran, so ist dies außerdem eine ziemliche Herausforderung, weil man zahlreichen Einschränkungen unterworfen ist.

Doch auch Fanfiction erfordert hin und wieder das Erschaffen eigener Charaktere (OCs) und den Ausbau der Welt. Bei einem OC hat man mehr Freiheiten, als bei einem Canoncharakter. Mir persönlich ist es wichtig, meine OCs so zu schreiben, als hätten sie schon immer in dieser Welt existiert. Dasselbe gilt für das Worldbuilding. Besonders in Fantasywelten gibt es oft blinde Flecken auf der Landkarte oder Orte und Völker, die nur am Rande erwähnt werden. Beginnt man diese glaubhaft in seine Story zu integrieren, muss man sich Gedanken über Geographie, Klima, Kultur etc. machen. Aus diesen Gründen wird das Schreiben von Fanfictions von nicht wenigen Autoren gerne als Übung für den eigenen Roman betrachtet.

Nicht zuletzt entwickelt man sein schriftstellerisches Talent selbst dann, wenn man nur Schund schreibt. Aber um Schund zu schreiben, muss man keine Fanfiction schreiben.

2. Kann man damit überhaupt Geld verdienen?

Höchstens, wenn die Piraten eines schönen Tages an die Macht kommen und die Urheberrechte gelockert werden. Bis dahin werden Fanfictions in einer rechtlichen Grauzone bleiben. Oder man hat Glück und schreibt Star Wars Romane für George Lucas oder heißt G. Norman Lippert und die inoffizielle Fortsetzung von Harry Potter wurde bereits in mehrere Sprachen übersetzt.

Weil diese Antwort viele Leute irritiert, ganz so als müsste man mit seinem Hobby Geld verdienen, kommt an dieser Stelle oft folgende Bonusfrage:

2a. Stört dich das denn nicht?

Nein. Schreiben ist eine Leidenschaft, mit der ich kein Geld verdienen will, weil es dann zur Pflicht wird und mir die Freude daran verlorengeht. Ich habe einen Job, der mich erfüllt und durch den ich die nötige emotionale Distanz zum Schreiben bekomme, damit ich nicht irgendwann nur noch verbissen an meinen Stories arbeite und die Muse mich verlässt. So gerne ich auch einen ganzen Tag in fiktive Welten abtauche und in die Haut meiner Charaktere schlüpfe, so werde ich auch irgendwann etwas Banane im Kopf, wenn ich das über mehrere Tage am Stück praktiziere.

Seit ich vor zweieinhalb Jahren angefangen habe, meine Fortsetzung der Bücher Die Bürde der schwarzen Magier auf Fanfiktion.de zu veröffentlichen, habe ich unzählige Reviews erhalten, in denen die Leser mir schreiben, dass ich ihr Herz geheilt habe, das brach, als Akkarin in The High Lord starb. Andere schreiben mir, dass sie durch meine Geschichten ihre Liebe zu den Büchern wiederfanden, nachdem Canavan ihnen diese mit ihrer eigenen Fortsetzung nahm. Und wieder anderen helfe ich damit durch eine miese Zeit oder rette ihnen mit einem neuen Kapitel das Ende eines beschissenen Tages. Ich brauche kein Geld. Das Gefühl, andere glücklich zu machen, kann kein Geld der Welt aufwiegen.

Trotzdem würde ich, wenn ich Geld für meine Fanfictions bekäme, nicht nein sagen, denn in meinen Werken steckt die Arbeit von Jahren.

3. Woher willst du wissen, dass Trudi Canavan sich bei Akkarins Tod nicht etwas gedacht hat, und akzeptierst das?

Diese Frage kotzt mich neben dem letzten Punkt am meisten an. Ja, ich gestehe, ich habe nur mit diesem Fanfiction-Ding überhaupt erst angefangen, weil mein Lieblingscharakter am Ende von Trudi Canavans The Black Magician Trilogy stirbt. Nie zuvor und auch nicht in all den Jahren danach hat mich ein Charaktertod so dermaßen aufgeregt und mich mit dem Gefühl des Betrogenwordenseins zurückgelassen. Daher macht mich diese Frage regelrecht wütend. Sie führt mein Geschreibsel unter dem Aspekt, dass Akkarins Tod einen Sinn gehabt haben könnte, ad absurdum und unterstellt, es würde mir nur um ihn gehen (auch wenn das sicher zu einem nicht geringen Anteil der Wahrheit entspricht). Akkarin ist ein Teil der Bücher, ohne ihn wären sie nicht einmal annähernd so toll, aber ohne den gesamten Rest würde auch er nicht funktionieren. Beides bildet für mich eine perfekte Symbiose, über die zu schreiben, mich erfüllt. Und es gibt so viel, was Canavan nicht geschrieben hat oder hätte schreiben können – für mich ein unglaublich großes ungenutztes Potential, das ich ausschöpfen will.

Zufällig weiß ich, dass Canavan sich bei Akkarins Tod nicht viel gedacht hat. Auf ihrer Homepage gibt sie zu, dass sie Akkarin nur deswegen umgebracht hat, weil sie keinen Bock hatte, ein Happy End zu schreiben (guckst du auch hier). Die Diskussion, dass sein Überleben mit einem Happy End nicht gleichzusetzen ist und welche Alternativen es gäbe, um die Kitsch-Explosion am Ende der Trilogie zu vermeiden, erspare ich euch an dieser Stelle. Das allein ist einen Blogartikel für sich wert und ich werde mich dazu noch ausführlich äußern, wenn ich die vor einer Weile erwähnte Blogreihe über die Schwächen der Bücher starte. Mit dem Argument, sein Tod sei wichtig für die spätere Handlung oder die persönliche Entwicklung der betroffenen Charaktere, braucht man mir nicht kommen. Das würde ich einem George R.R. Martin oder einem Brandon Sanderson abkaufen, aber nicht der Canavan. Nur, dass diese Autoren das dann auch entsprechend umsetzen würden.

Dieser Punkt lässt sich übrigens auch auf andere Charaktertode oder andere Unzufriedenheiten mit einem Originalwerk übertragen, die Motiv für das Schreiben einer Fanfiction sein können.

4. Sind Fanfictions nicht etwas für Nerds, pubertierende Teenager und andere Gestörte, die darin ihre perversen Phantasien ausleben?

Also quasi Fanficktion? Ja! Und weiß du was? Ich bin auch ein gestörter Nerd, der auf dem geistigen Niveau eines Teenagers stehengeblieben ist, und hin und wieder lebe auch ich meine perversen Phantasien in meinen Geschichten aus. Nur, mit dem Unterschied, dass Letztere niemand außer mir zu lesen bekommt, weil das Ausmaß meiner Perversion meine Privatangelegenheit ist und allenfalls meinen Partner etwas angeht.

Einen solchen Spruch würde ich allerdings nur denjenigen reindrücken, die dementsprechend dreist daherkommen. Den anderen erkläre ich mit viel Geduld und Liebe, dass ich sehr viele Fanfiction-Autoren jenseits der zwanzig kenne, die ihrer Leidenschaft mit großer Ernsthaftigkeit nachgehen – egal, ob Nerd oder nicht (was übrigens im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass schlechte Fanfictions einzig aus den Federn pubertierender Teenager stammen). Und dann frage ich: „Hast du noch nie ein Buch gelesen oder einen Film gesehen und dir gewünscht, die Handlung hätte an einer bestimmten Stelle einen anderen Verlauf genommen, dass ein Charakter nicht gestorben wäre oder dass das Ende anders ausgegangen wäre? Hast du dir noch nie vorgestellt, wie es nach Ende deines Lieblingsbuches oder -Filmes weitergehen könnte?“ Die meisten, denen ich diese Fragen stelle, geben hinterher zu, dass sie das schon getan haben. Und dann kommt oft so etwas wie: „Aber ich hätte nie die Ausdauer, mich hinzusetzen und das aufzuschreiben!“ Aber genau das ist es, was wir Fanfiction-Autoren tun. Wir bringen diese Ausdauer auf, weil wir uns für die fiktive Welt, die Handlung und die Charaktere so sehr begeistern können, dass wir einfach nicht genug von ihnen bekommen. Wir haben Ideen, Vorstellungen und Wünsche, die im Original nicht ausgeführt wurden. Sei es, weil der Autor eine andere Absicht verfolgt oder weil er ein bestimmtes Thema schlichtweg nicht intensiv genug behandelt hat. Außerdem widmen wir uns Lücken und offenen Fragen, die vielleicht bewusst vom Autor geschaffen wurden, die uns aber keine Ruhe lassen und auf die wir eine Antwort suchen.

5. Warum schreibst du nicht etwas Eigenes?

Ich habe mir diese Frage bis zuletzt aufgespart, weil sie mich direkt nach Frage 3 von allen am meisten ankotzt. In dieser Frage schwingen verschiedene Unterstellungen mit: Dass man nicht in der Lage oder zu faul ist, etwas Eigenes zu schreiben. Dass man sein Talent vergeudet. Dass man Fanfiction als Witz oder als etwas für Nerds, gestörte und schwerpubertierende Teenager auffasst (siehe dazu auch Punkt 4).

Und dann antworte ich, dass ich schlichtweg keine Lust habe, etwas Eigenes zu schreiben. Ich könnte es, wenn ich wollte, aber ich will es nicht. Weil es mich nicht interessiert. Ebenso wie es mir nicht aufs Geld ankommt. Ich schreibe über das, was mich tief in meinem Herzen bewegt und was mir etwas bedeutet. Und das ist seit inzwischen mehr als sechs Jahren The Black Magician. Vielleicht erscheint das auf den ersten Blick einseitig, aber das ist es nicht. In den vergangenen sechs Jahren habe ich ein riesiges Fortsetzungswerk geschaffen und außerdem zahlreiche Geschichten, die vor oder während der Bücher spielen und sich mit gezielten Thematiken und Problemen der Figuren auseinandersetzen – und das alles als ein in sich konsistentes Universum, dem Headcanon. Es gibt sogar eine komplette Geschichte über Akkarins Vergangenheit, über die Canavan aus welchen Gründen auch immer nicht schreiben wollte. Ich habe die Welt ausgebaut, neue Charaktere erschaffen und die zwischenmenschlichen Beziehungen der existierenden Charaktere näher unter die Lupe genommen. Die Bücher mögen ihre Schwächen haben, aber all das zu schreiben, ist unheimlich spannend. Und es macht mich glücklich.

Es ist das, wofür ich brenne.

Ich sehe das nicht als Talentverschwendung. Ich schreibe schon mehr als mein halbes Leben, doch in den vergangenen sechs Jahren hat meine Schreibe eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht. Dabei habe ich zugleich viel über mich selbst und die Menschen im Allgemeinen gelernt. Das wäre nie passiert, würde ich nicht so sehr für diese Bücher und ihre Charaktere brennen und mein ganzes Herzblut in meine Stories stecken.

Und wie kann es eine Verschwendung sein, wenn ich damit inzwischen sogar andere glücklich mache?

Sollte ich eines Tages für etwas anderes brennen, so werde ich das schreiben. Doch bis dahin wird zum Glück noch viel Wasser den Tarali hinunterfließen, da ich noch immer unzählige Ideen habe, die aufgeschrieben werden wollen. Selbst wenn ihr euch schreiend und weinend auf den Boden werft. Ich erst dann etwas Eigenes schreiben, wenn ich das selbst will. Punkt.

Rückblick auf mein 2015 als Fanfiction-Autorin und Ausblick auf 2016

2015 war nun wirklich alles andere als ’mein’ Jahr. Sowohl in Bezug auf mein Doppelleben als Fanfiction-Autorin als auch in Bezug auf mein Privatleben, auf das in an dieser Stelle nicht eingehen werde. Also beschränke ich mich auf meine schriftstellerischen Highlights und Tiefpunkte.

Eigentlich fing es ganz gut an. Ende Januar ging das letzte Kapitel von Soneas Erzählstrang in ’Die zwei Könige’ zu Ende. Die Begeisterung der Leser war riesig, ich hätte nie gedacht, dass dieser Teil, der nur von Sonea und zwei sachakanischen OCs bestritten wird und ziemlich harter Tobak ist, die Leser derart fesseln würde. Zu meinem Entsetzen stellte ich jedoch fest, dass einige Leser angefangen hatten, sich zwischen Sonea und Marika eine Romanze auszumalen, was in meinen ersten kritischen Blogartikel, der Missbrauchsbeziehungen als Thema hatte, endete.

Im April nahm ich am Camp-NaNoWriMo teil, indem ich mit der Überarbeitung von Band 3 meiner Trilogie, ’Das Heiligtum von Yukai’, fortgefahren bin. Dort bin ich ein gutes Stück weitergekommen. Ich habe ca. 300k der Story überarbeitet und dabei auch diverse neue Szenen geschrieben (mehr dazu auch hier).

Mit dem Beginn des zweiten Teils der zwei Könige stieg ich von wöchentlichen Updates auf zweiwöchentlich um und lud in den dazwischenliegenden Wochen die Geschichte über Akkarins Zeit in Sachaka ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ hoch. Leider erwies sich das sehr schnell als Fehler. Die Zeit, die Teil 2 braucht, um ein komplett neues Setting aufzubauen und die Grundsteine für den Rest der Trilogie zu legen, sorgte für reichlich Unmut. Zugleich ging das Interesse an Akkarins Geschichte nach wenigen Kapiteln zurück, bis ich diese nur noch unter Bauchschmerzen hochladen konnte. Dazu kamen einige Kommentare, die für mich wie ein Schlag ins Gesicht waren, was dazu geführt hat, dass ich das Projekt schließlich eingestellt habe (Traurige Entscheidung).

Das Ganze hat mich in eine ausgewachsene Krise gestürzt, die durch meinen gescheiterten Versuch, Anschluss an andere Autoren zu finden, noch schlimmer wurde. Mir war schon länger klar, dass ich mit meiner Schreibe und meinen Ansichten in das Forum von Fanfiktion.de nicht wirklich reinpasse. Also habe ich es in einer anderen Autoren-Community versucht. Das schien zunächst vielversprechend, nach kurzer Zeit hatte ich jedoch das Gefühl, als jemand, der ausschließlich Fanfiction schreibt, dort nicht akzeptiert zu werden. Meine Vorgehensweise beim Schreiben hat dazu geführt, mich noch mehr als Außenseiter zu fühlen.

Denn ich bin nicht nur Fanfiction-Autorin, sondern auch Chaos-Discovery-Writer, wie ich es selbst nenne. Ich schreibe nicht nach Plan, ich kann mit Schreibratgebern nichts anfangen, ich mache keine Rollenspiele oder Interviews mit meinen Charakteren oder schreibe Steckbriefe – ich lerne sie beim Schreiben kennen. Bereisen meine Charaktere ein neues Land, das im Original nur erwähnt, aber nicht ausgearbeitet ist, so entdecke ich dieses und seine Kultur mit ihnen. Ich schreibe nicht chronologisch, sondern das, was mich gerade anfixt. Und ob man es glaubt, oder nicht: Es funktioniert! Auf diese Weise habe ich eine komplette Trilogie geschrieben. Mir kam es jedoch so vor, als würde ich mir damit keine Freunde machen, denn ich fand ums Verrecken keinen Anschluss, was zu der ernüchternden Erkenntnis geführt hat, nirgendwo reinzupassen. Auf meine Bewerbung für das Schreibmagazin erhielt ich nicht einmal eine Absage.*

Damit waren die Selbstzweifel maximal, mein Selbstbewusstsein  am Ende. Ich habe mich wie ein Versager gefühlt, wie ein Nichts. Ich wusste nicht mehr, warum ich überhaupt schreibe – das alles erschien mir mit einem Mal so unendlich sinnlos, weil es ja doch nur scheiße ist. Und ich musste einen Weg finden, damit irgendwie fertigzuwerden, nachdem mein Fels in der Brandung wenige Monate zuvor weggebrochen war.

Ab dem Sommer kam dann allmählich die Wende zum Besseren. Im Juli nahm ich erneut am Camp-NaNoWriMo teil. Dieses Mal mit der Fortsetzung von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’, die unter dem Arbeitstitel ’Darker Than Black’ läuft. Nach dem Desaster mit Ersterem, wollte ich zuerst ein anderes Projekt schreiben, obwohl ich mich seit fast einem Jahr darauf gefreut hatte, Akkarins Geschichten fortzuführen. Am Ende schrieb ich diese Geschichte für mich, auch weil mein Gemütszustand aus privaten Gründen einen erneuten Tiefpunkt erreichte. Ich blendete alles um mich herum aus und schrieb, um mich von dem abzulenken, was ich nicht ändern kann, und an meinem Lieblingscharakter zu heilen, was ich bei dem wichtigsten Menschen in meinem Leben nicht heilen kann. Es war ein überaus therapeutisches Schreibcamp, während dem ich innerlich gewachsen bin und mich von allem gelöst habe, was mir nicht guttut und allmählich wieder die Liebe zum Schreiben und zu meinen Charakteren wiederfand (mehr dazu auch hier).

Zum Ende des Schreibcamps veröffentlichte ich meine erste Satire zu Black Magician Die Meisterin und ihr Wurm – Ein Drama in drei Akten. Es war meine erste Satire überhaupt und deswegen und angesichts ihres sehr BDSM-lastigen Inhalts war ich ein wenig nervös, wie sie bei den Lesern wohl ankommen würde. Mir war klar, dass eine solche Geschichte nicht viele Leser haben würde. Aber so wie ich beim Schreiben und Korrigieren gekichert und damit meine Nachbarn und in der Mittagspause meine Kollegen unterhalten habe (die zum Glück nicht wussten, warum ich kichere – bis auf den, der die Story unter mindestens genauso großem Gekicher testgelesen hat), musste ich sie einfach hochladen. Und das war eine gute Entscheidung, denn das Ding hat immerhin fünf Empfehlungen bekommen. Also anscheinend ist es gut, hin und wieder ein wenig mutig zu sein.

Ende Juli kam ein weiteres Highlight. Ben Lesser hat mich gefragt, ob ich Artikel für sein und Tinka Beeres Schreibmeer-Magazin schreiben möchte, weil eine liebe Freundin mich empfohlen hatte. Ich hatte mächtig Respekt davor, weil das Magazin einen hohen Anspruch hat und ich fürchtete, dem nicht gewachsen zu sein. Zugleich konnte ich nicht glauben, dass ich, die Fanfiction-Autorin, nach meinem gescheiterten ersten Versuch bei einem richtigen Schreibmagazin mitmachen darf. Inzwischen habe ich unter dem Namen Sonea (mein RL-Vorname hätte zu Verwechslung geführt) vier Artikel herausgebracht und habe an einer Weihnachts-Anthologie mitgewirkt. Seit vielen, vielen Jahren wieder eine Geschichte zu schreiben, die keine Fanfiction ist, war eine ziemliche Herausforderung, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht.

Das Schreibmeer ist eines der besten Dinge, die mir in diesem Jahr passiert sind. Ich merke, dass ich, mein Humor und meine Art, Artikel zu schreiben und die Dinge zu sehen, dort bestens aufgehoben sind. Besonders Ben und Tinka gelingt es immer wieder, mir einen miesen Tag zu verschönern, spätestens wenn man in den Chat kommt, steigt die Laune exponentiell.

Von da an ging es bergauf. Ich gewann ein zweites Mal beim Fanfiktion Award, dieses Mal als Autorin und mit meiner Kurzgeschichte über Dannyl und Rothen Die Hoffnung stirbt in Moll. Auch meine Hauptstory lief wieder besser und ich war dankbar, weil so viele Leser noch immer Geduld mit mir und Vertrauen in mich hatten, und sich dieses allmählich auszuzahlen begann. Und dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Ich weiß, das ist nicht immer leicht, wenn man nicht die ganze Story am Stück lesen kann.

Anfang September beendete ich ’Das Heiligtum von Yukai’ so weit, dass ich es nur noch auszudrucken und zu korrigieren brauchte. Direkt im Anschluss begann ich mit Band 1 meiner zweiten Fanfiction-Trilogie ’Das Erbe der schwarzen Magier’ und als ich Mitte September für ein paar Tage in Paris war, wo ich zum x-tem Mal Black Magician las, begann ich ein exzessives Brainstorming sowohl für die gesamte Trilogie als auch für Band 1 im Konkreten.

Nach Paris war ich so motiviert, dass ich beschloss, ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ noch eine Chance zu geben und habe eine Leserumfrage gestartet, mit dem Ergebnis, dsas es ab Oktober mit einem neuen Kapitel jeden Samstag weiterging. Bis jetzt läuft das auch recht gut, obwohl ich zwischendurch wieder Sorge hatte, dass die Tendenz ähnlich wie zum Jahresbeginn ist. Zugleich beschäftigte ich mich intensiver mit meiner zweiten Trilogie und nachdem ich Black Magician ausgelesen hatte, führte ich eine sprachliche Überarbeitung der ersten 21 Kapitel von ’Der Spion’ durch. Und ich versuchte mich erstmals an Drabbles für einen Adventskalender.

In diese Zeit fiel leider auch die Sache mit diesem Hater, die mich dazu veranlasst hat, über meine Verpflichtungen als Autor nachzudenken. Ich bin jetzt noch hingerissen, wie viel Rückhalt ich von Lesern und anderen Autoren bekommen habe.

Das Gefühl, ein Außenseiter zu sein, hat sich inzwischen verflüchtigt. Viel hat dazu auch der offizielle NaNoWriMo im November beigetragen, bei dem sich die Twitter-Followerzahl traditionsgemäß explosionsartig erhöht. Auch fand ich einige liebe Menschen, deren Herangehensweise an Projekte der meinen ähnelt und mit denen ich mich austauschen konnte, was unglaublich gutgetan hat. Überhaupt verging der November in einem einzigen Rausch, in nur 30 Tagen habe ich ganze 240k von Band 1 der zweiten Trilogie geschrieben, womit ich insgesamt 340k habe. Inzwischen hat das Kind auch einen Namen und schimpft sich ’Die Königsmörderin’. Mein aktueller Twittername ist übrigens keine Werbekampagne für diese Fanfiction, die in frühestens zweieinhalb Jahren zu lesen ist, sondern Ausdruck meiner Trauer darüber, dass mein böser heißer König mit dem Mitte Dezember hochgeladenen Kapitel von ’Die zwei Könige’ offiziell sterben musste.

Irgendwo zwischendurch habe ich auch mit meiner Kurzgeschichte über Akkarin und Lorlen Von Strippenziehern und besten Freunden den Bromance-Wettbewerb auf Fanfiktion.de gewonnen und erweiterte Karten für mein Black Magician-Universum gezeichnet, Worldbuilding in Sachaka, Duna und Lonmar durchgeführt und Ansätze einer fiktiven Sprache ’modern Lonmars’ entwickelt.

Den Dezember habe ich damit verbracht, die verbleibenden 14 Kapitel von ’Die zwei Könige’ für meine Testleserin fertigzumachen und habe die sprachliche Überarbeitung von ’Der Spion’ bis Kapitel 37 weitergeführt. Den Rest der Zeit habe ich die zahlreichen Reviews beantwortet, die durch den Adventskalender kamen, der wie eine Bombe bei den Lesern eingeschlagen ist. Ich hätte nie gedacht, dass ich, die zum Schwafeln neigt, Drabbles schreiben könnte und dass die Idee dahinter von den Lesern so gut angenommen wird, nachdem ein ähnlicher Versuch mit meiner Kurzgeschichtensammlung gescheitert ist. Damit haben meine Leser mir 24 Tage am Stück jeden Tag ein kleines Weihnachten beschert.

Kurz nach Weihnachten habe ich schließlich mit den Korrekturen zu ’Das Heiligtum von Yukai’ angefangen. Bis jetzt bin ich überrascht, wie wenig ich in den ersten Kapiteln korrigieren musste, nachdem mich das Schreiben an dieser Geschichte während der vergangenen zweieinhalb Jahre oft in den Wahnsinn getrieben hat. Es macht Freude, die Kapitel zu lesen, mein Schreibstil hat sich anscheinend gefestigt und ich fangirle die Charaktere wie nie.

Wie geht es nun 2016 weiter?

Die ersten Monate werden der Korrektur von ’Das Heiligtum von Yukai’ gewidmet sein. Währenddessen werde ich wahrscheinlich kleinere Zitate daraus auf meiner Facebook-Seite posten. Zwischendurch werde ich an der Königsmörderin weiterschreiben, wenn spontane Ideen kommen. Der Fokus wird jedoch auf der Korrektur von Yukai liegen. Außerdem kommt im Januar noch das ausstehende Märchen von Tavara und Hariko.

Im April werde ich wieder am Camp NaNoWriMo teilnehmen. Entweder mit der Überarbeitung von ’Darker Than Black’ oder falls die Korrektur von ’Yukai’ sehr schnell läuft und ich beides vor April abschließen kann, würde ich an der Königsmörderin weiterschreiben. Andernfalls tue ich dies im Mai und Juni.

Im Juli werde ich Teil 3 meiner Akkarin-Trilogie im Camp schreiben. Allerdings werde ich dafür einiges an Planung vornehmen müssen, weil diese Story parallel zu The High Lord spielt und ich die zahlreichen Akkarin-Szenen im Buch aus seiner Perspektive und in den Kontext seiner eigenen Geschichte bringen muss. Das heißt, ich werde sehr viele Szenen aus dem Buch übersetzen, abtippen und umformulieren und die Lücken mit seiner kompletten Storyline füllen, bis es sich wie ein eigenes Buch über ihn liest. So ähnlich bin ich bei ’Darker Than Black’ vorgegangen, nur dass die ersten beiden Bücher weniger Szenen mit Akkarin haben, was die Arbeit erleichtert hat.

Im September geht ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ und im Anschluss werde ich den zweiten Teil meiner Akkarin-Trilogie ’Darker Than Black’ hochladen. Außerdem endet im Juni ’Die zwei Könige’, das heißt Ende Juni / Anfang Juli geht es mit Band 3 ’Das Heiligtum von Yukai’ weiter.

Den Rest der Zeit, auch den offiziellen NaNoWriMo werde ich mit dem Schreiben an ’Die Königsmörderin’ verbringen. Auch das wird noch viel Arbeit. Nachdem sich das Gerüst so runtergeschrieben hat, brauche ich nun konkrete Ideen für die Nebenhandlungen, ohne die komplette Geschichte nicht existieren kann. Und darin liegt die eigentliche Herausforderung.

Zwischendurch werde ich voraussichtlich weitere Karten zeichnen, mein Sachakanisch-Dictionary erweitern und die ausstehenden Kapitel vom Spion sprachlich überarbeiten. Außerdem werde ich im Herbst an einem neuen Drabble-Adventskalender arbeiten – zu welchem Thema weiß ich jedoch noch nicht. Ganz vielleicht auch, werde ich meine Kurzgeschichtensammlung Die Gilde der ungelüfteten Geheimnisse wieder aufnehmen.

Fazit

Ein in weiten Teilen sehr mieses Jahr liegt hinter mir. Ich habe euch nur an meinen schrifstellerischen Tiefpunkten teilhaben lassen, weil der Rest zu privater Natur ist. Dadurch, dass mein Fels in der Brandung zerbrochen ist, musste ich mich allem anderen allein stellen, was besonders um den Sommer herum dazu geführt hat, dass ich selbst fast zerbrochen wäre. Im Nachhinein könnte ich nicht einmal sagen, wie ich dort wieder herausgekommen bin – nur, dass Juli-Camp und meine sture Entschlossenheit, diese eine Geschichte schreiben zu müssen und ihr ganz spezieller Inhalt dazu beigetragen haben. So auch wie Tatsache, dass ich mich von allem befreit habe, was mir nicht guttut und mir Kraft raubt, sofern es in meiner Macht liegt.

Wenn ich etwas Positives über 2015 sagen kann, dann dass ich an den Schwierigkeiten gewachsen bin und sowohl im RL als auch im Netz schließlich einige sehr liebe Menschen getroffen habe, die (wenn auch oft indirekt) dazu beigetragen haben. Trotzdem bin ich froh, dass dieses Jahr nun ein Ende hat und gehe mit dem Gefühl, dass es nur besser werden kann, ins nächste Jahr.

Vorsätze für 2016 mache ich mir keine, weil ich lieber dann etwas ändere, wenn es notwendig ist. Alles andere kommt mir nur wie eine bequeme Ausrede vor, um etwas Unbequemes hinauszuzögern.

Ich danke von Herzen allen, die mich 2015 unterstützt haben – sei es durch Gespräche, Trost, moralische Unterstützung, Herumalbern, Kommentare zu meinen Geschichten oder Blogartikeln, ihrer Geduld mit mir und meinen Autorenneurosen oder einfach dafür, dass ihr mir und/oder meinen Geschichten eine Chance gegeben habt <3

Ich wünsche euch allen einen guten Start in 2016 und wünsche euch viel Erfolg, Motivation und Kreativität! Mögen eure Träume in Erfüllung gehen!

Eure Lady Sonea


*Inzwischen habe ich damit abgeschlossen, weil ich gemerkt habe, dass es einfach nicht meine Welt ist und ich mich mit der dort herrschenden Philosophie nicht identifizieren kann.

Schreibnews Oktober

Nach zwei Wochen Unterbrechung habe ich nun endlich wieder die Arbeit an „Das Erbe der schwarzen Magier I“ aufgenommen. Die Unterbrechung kam nicht ganz freiwillig zustande und leider bin ich dadurch aus der Story wieder raus, bevor ich überhaupt richtig eingestiegen war. Allerdings habe ich jetzt zwei Wochen Urlaub und danach ist NaNoWriMo – also genug Zeit, um wieder in die Geschichte reinzukommen.

Diese Unterbrechung war nicht geplant und ärgert mich ziemlich, aber ich war in dieser Zeit nicht untätig und habe einige andere Dinge erledigt. So habe ich sämtliche Kapitel von „Unter tausend schwarzen Sonnen“, die ich bis Anfang Dezember hochladen werde, noch einmal korrigiert und uploadfertig gemacht. Außerdem habe ich mehrere Artikel für diesen Blog und für das Schreibmeer-Magazin vorbereitet, um während des NaNoWriMos auch in dieser Hinsicht möglichst wenig Arbeit zu haben. Die versprochene Reihe über die Schwächen von The Black Magician kommt dann auch nach dem NaNoWriMo.

Der Großteil meiner freien Zeit in den letzten beiden Wochen ging für folgende Dinge drauf:

  1. Mein Geheimprojekt, zu dem ich auf Twitter und Facebook schon hin und wieder etwas unter dem Hashtag #blackmagicchristmas geschrieben hatte. Das Projekt ist nun abgeschlossen und bereit, euch die Weihnachtszeit ein wenig zu verschönern. Falls ihr euch jetzt fragt, wie ihr neben zwei Geschichten dafür Zeit finden sollt: Es ist wirklich nicht zeitaufwändig und ich hoffe sehr, dass ihr ein wenig Freude daran haben werdet. Dieses kleine Projekt hat mich mehr Zeit und Nerven gekostet, als ich gedacht hätte und als es vermutlich den Anschein hat. Allerdings ist diese Art von Projekt auch wieder einmal eine Premiere für mich. Worum es sich dabei handelt, werde ich am 1. Advent, also am 29. November enthüllen.
  2. Das andere, noch viel umfangreichere Thema, war eine Folge meines erneuten Lesens der Bücher. Vor knapp zwei Wochen habe ich The High Lord ausgelesen und bin ein weiteres Mal in das schwarze Loch gefüllt von Leere, Zorn und einem alles beherrschenden Gefühl von Sinnlosigkeit gefallen. Es mag verrückt klingen, doch das Ende des Buches sorgt jedes Mal dafür, dass ich mehrere Tage brauche, um meinen Weg zurück in die Realität zu finden und mich auf mein alternatives Ende zu besinnen. Für das Schreiben an der zweiten Trilogie war das vorübergehend der Todesstoß.
    Weil ich das schon länger geplant hatte, aber nie die Zeit hatte, fand meine Aufarbeitung dieses Mal in Form der ersten 21 Kapitel von „Der Spion“ statt. Das heißt, ich habe den kompletten ersten Teil dieses Bandes noch einmal gelesen und sprachlich und zum Teil auch inhaltlich überarbeitet. Nachdem ich jene Kapitel zuletzt bei ihrer Veröffentlichung vor zwei Jahren angerührt habe, war das bitter nötig. Ich habe eine Menge überflüssiger Wörter und redundanter Sätze gestrichen, Editierfehler behoben (und unter Umständen dabei neue produziert) und ungeschickte Formulierungen umgeschrieben. Teilweise haben die Charaktere gesprochen, wie sie es weder in den Büchern noch im späteren Verlauf meiner Fortsetzung tun.

Das meiste, was ich in den vergangenen anderthalb Wochen überarbeitet habe, ist Kleinkram und fällt wahrscheinlich nicht einmal auf. Einige Dinge möchte ich jedoch hervorheben:

  • In Kapitel 1 sind die Rückblenden strikter zusammengefasst. Wiederholungen habe ich rausgestrichen, wo sie mir aufgefallen sind.
  • Soneas emotionale Situation in den ersten Kapiteln wird nun besser erklärt. Ich halte eine Erklärung für erforderlich, weil sie normalerweise stärker als das ist, hier jedoch zu viele Dinge auf einmal zusammenkommen.
  • In dem Gespräch zwischen Akkarin und Merin in Kapitel 16 geht es nun auch um die Informationen, die die Gilde ein Kapitel zuvor von zwei Händlern erfahren hat. Im Nachhinein kommt es mir unrealistisch vor, dass Merin nichts davon weiß, wenn er zugleich über Garrels Intrige und andere Vorgänge in der Gilde bestens informiert ist.
  • Generell wird bei Merins Entscheidung, die Beziehung von Sonea und Akkarin zu billigen, jetzt deutlicher, dass er dies unter anderem auch tut, weil er unkontrollierbare schwarze Magier in seiner Gilde fürchtet und um die Bedrohung aus Sachaka weiß. Vor allem Ersteres sollte so kurz nach der Schlacht angesichts der Wiederaufnahme der beiden nicht unter den Teppich gekehrt werden.
  • Das Geheimnis um Dem Callene und Lord Sadakane ist nun frei von kleinen Inkonsistenzen, die mir beim Lesen aufgefallen sind. Bel Fiores Rolle in dieser Sache ist nun eindeutiger. Beim erneuten Lesen kam es mir vor, als hätte sie selbst etwas zu verbergen, was so definitiv nicht gedacht war.

Das alles klingt dramatischer als es tatsächlich ist. Es ändert nichts an der Geschichte an sich, sondern rundet sie in ihren Ecken und Kanten ab. Interessant ist das für euch vermutlich nur dann, solltet ihr den Spion noch einmal lesen wollen. Für mich persönlich ist es dagegen sehr wichtig, all diese Kleinigkeiten auszubügeln, weil ich mich unwohl dabei fühle, etwas, das in meinen Augen Mängel aufweist, der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die ersten Kapitel des Spions sind in meinen Augen ganz besonders fehleranfällig, weil sie vor 5 bis 6 Jahren – also ganz zu Beginn – entstanden. Seitdem hat sich mein Verständnis der Charaktere vertieft und mein Schreibstil weiterentwickelt. Ich bin froh, das getan zu haben, denn es ist wirklich bemerkenswert, was einem nach Jahren noch auffällt.

Die Überarbeitung von Teil 2 und 3 des Spions steht noch aus. Ich hätte gerne damit fortgefahren, aber dann hätte ich nicht mehr genug Zeit gehabt, meine 2. Trilogie für den NaNoWriMo entsprechend weiter vorzubereiten und mich so weit einzuschreiben, dass der November ohne Schreibblockaden verläuft. Daher werde ich frühestens im Dezember damit weitermachen, sobald Teil 3 von „Die zwei Könige“ ein letztes Mal durchkorrigiert ist. Ich hoffe, das gelingt mir ohne mich selbst zu sehr zu verwirren, weil ich dann auch mit der Überarbeitung von „Das Heiligtum von Yukai“ beginnen werde, was im Sommer 2016 online geht.

Momentan besteht das Einschreiben daraus, die Szenen aufzuschreiben, die mir seit Wochen im Kopf herumschwirren. Darunter sind eine erschreckend große Anzahl von Szenen, die ich vermutlich hinterher zensieren muss oder in ein Bonuskapitel stecke. Allerdings muss ich diese erst aus meinem Kopf in ein Textdokument bannen, um frei für den anständigen Teil zu sein. Ich würde euch gerne etwas anderes erzählen, doch es gibt da zwei Charaktere, die für diese Art von Szenen sehr anfällig sind und entschieden haben, es in diesem ‚Band‘ auf die Spitze zu treiben. Und allmählich gewinne ich den Eindruck, dass sie das brauchen.

Für drei der mindestens sechs Handlungsstränge fehlt mir noch so ziemlich alles. Meiner Erfahrung nach ergeben diese sich jedoch, wenn ich die übrigen weit genug vorwärtsgetrieben habe. Denn dann weiß ich für gewöhnlich, was mir bei den übrigen Erzählcharakteren fehlt. Außerdem habe ich beschlossen, dass ein bestimmter Nebencharakter das Zeitliche segnen muss. Damit werde ich vermutlich nicht auf viel Gegenliebe stoßen, aber es muss sein. Ich wusste es in dem Moment, in dem ich mich näher mit der Storyline des betreffenden Erzählcharakters befasst habe. Das, was ich mit jenem Charakter in dieser Trilogie vorhabe, wird mir nur dann überzeugend gelingen, wenn diese andere Figur stirbt. Ich würde ja gerne sagen, dass mir das leidtut. Aber das tut es nicht. Also same business as usual 😀

In jedem Fall freue ich mich auf die nächsten anderthalb Monate und auf all die vielen, großartigen Szenen, die ich schreiben werde. Ich freue mich auf das Drama, das der Tod des besagten Nebencharakters auslöst und die damit verbundene Entwicklung des betreffenden Erzählcharakters, das Wiedersehen mit alten Bekannten, epische Streit- und Kampfszenen (zumindest sind sie das in meinem Kopf) und darauf, endlich einmal für längere Zeit wieder ganz auf ein einziges Projekt konzentriert zu sein. Wenn alles wie geplant läuft, werde ich nach dem NaNoWriMo ca. 1/3 von „Das Erbe der schwarzen Magier I“ fertiggestellt haben.

50 Shades of Akkarin – warum Akkarin kein romantischer Held ist

In Vorbereitung auf diesen Artikel hatte ich vor einer Weile meine Meinung zum OOC-Phänomen im Allgemeinen geschrieben. Ich finde, damit genug Verständnis gezeigt zu haben. Bei meiner Lieblingsbuchreihe – insbesondere meinem Lieblings-Buchcharakter – findet alles Verständnis jedoch ein jähes Ende.

Da Akkarin das Fangirl-Objekt von so ziemlich jedem weiblichen Leser von The Black Magician ist, wird sein Charakter am stärksten und häufigsten verzerrt und zu einer Art romantischem Helden idealisiert. Oft hat er mit seiner facettenreichen und faszinierenden Vorlage nicht viel mehr als seinen Namen und die schwarzen Roben gemein und er wird auf etwas reduziert, was einfach nicht mehr akkarin ist.

Obwohl ich die Gründe nachvollziehen kann, verstören mich die Resultate. Wäre es gewollte OOC-ness, so könnte ich dem unter Umständen etwas abgewinnen, wenn die Umsetzung amüsant ist. Aber ich habe außer einer AU-Fanfiction, in der Akkarin und Sonea böse sind, bis jetzt noch Geschichte gefunden, in der das der Fall wäre.

Wenn ich eine fiktive oder reale Person toll finde und bewundere, dann tue ich das, weil sie so ist, wie sie ist. Ich würde sie niemals ändern wollen und ihre negativen Seiten als Teil ihrer selbst akzeptieren. Fange ich an, jene Person zu ändern, so ist das frei nach Max Frisch das Gegenteil von Liebe. Denn in unserem Geist entsteht ein Bildnis dieser Person, das sie uns so sehen lässt, wie wir sie sehen wollen. Dabei ignorieren wir beflissentlich, was wir nicht sehen wollen und projizieren in die Person ein Stück von uns selbst. Egal ob Buchcharakter oder reale Person – sobald der Punkt, an dem ich anfange jemand anderen zu verbiegen, erreicht ist, ist dieser Mensch nur noch ein Platzhalter für meine eigenen Wünsche und Phantasien.

Tue ich dies einem Buchcharakter an, der sich dagegen nicht einmal wehren kann, so ist das in gewisser Weise eine Vergewaltigung dieser Figur. Wie kann das dann noch Fan-Liebe sein?

Wir alle, die wir Akkarin anhimmeln, tun dies, weil er so ist, wie er ist: finster, mysteriös, skrupellos, hart und unberechenbar – und vor allem absolut ehrfurchtgebietend. Ihn dieser Eigenschaften zu berauben ist, als würde man eine andere Figur aus ihm machen – eine Figur, in die wir uns nicht verliebt haben.

Liebe Fangirls, bitte nehmt diesen Artikel, so provokant er sein mag, nicht persönlich. Betrachtet ihn als Augenöffner. Und vielleicht stimmt ihr mir nach dieser Lektüre sogar zu, dass euer geliebter Akkarin kein romantischer Held ist.

Akkarin ist nicht ’schön’. Er betrinkt sich nicht sinnlos, prügelt sich nicht mit anderen Magiern, macht keine Strandausflüge mit den Novizen, schreitet nicht wie der strahlende Ritter ein, wenn Sonea von anderen Novizen gemobbt wird – und er raspelt garantiert kein Süßholz.

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Der Camp-NaNoWriMo Juli 2015 – Was mich nicht umbringt, macht mich härter

Der Camp-NaNoWriMo Juli 2015 – Was mich nicht umbringt, macht mich härter

Im Juli habe ich wieder am NaNoWriMo teilgenommen. Dieses Mal endlich mit der Geschichte, die mir seit letztem Herbst im Kopf herumspukt und die ich eigentlich schon im April-Camp schreiben wollte, wobei mir Überarbeitung des „Heiligtum von Yukai“ dazwischen kam. Ende Juni war Yukai endlich so weit gediehen, dass jetzt nur noch einige wenige Kapitel zu Ende zu schreiben sind, in die ich leicht wieder einsteigen kann, weil die große Arbeit getan ist.

Lady Soneas NaNoWriMo-Projekt

In diesem Camp habe ich die Fortsetzung von „Unter tausend schwarzen Sonnen“ geschrieben, die nach Akkarins Rückkehr aus Sachaka spielt. Sie handelt von seinem Doppelleben zwischen langweiligen Gildenversammlungen, Parties im Palast, Heiratsanträgen und schmachtenden Liebesbriefen lüsterner Frauen aus dem kyralischen Adel – und seiner Jagd nach Sachakanern und dem Kampf gegen seine dunklen Seiten und seiner Vergangenheit. Und natürlich beschäftigt sie sich mit seiner Freundschaft zu Lorlen und Takan und den damit verbundenen Schwierigkeiten.

Anfangs lief die Geschichte unter dem flapsigen Arbeitstitel „Die Abenteuer des Hohen Lords“. Nach den ersten drei Tagen war ich von diesem Titel jedoch vollkommen entnervt, weil er der Story eine unerwünschte Slapstick-Komponente verlieh. Seitdem trägt sie den klangvollen Titel „Darker Than Black“*, was dem Akkarin in dieser Geschichte sehr viel gerechter wird.

Wie „Unter tausend schwarzen Sonnen“ hat „Darker Than Black“ diese Momente, die beim Schreiben unter die Haut gehen. Besonders die Szene, als Akkarin das Blutjuwel für Takan gemacht hat, hat mir eine emotional sehr aufwühlende Mittagspause eingehandelt. Über die Stelle, an der Akkarin herausfindet, dass sein bester Freund ihm nicht aus dem Weg geht, weil er überarbeitet ist, sondern weil er sein Geheimnis herausgefunden hat, bin ich sogar ein komplettes Wochenende versackt.

NaNoJuli2015Winner

Ursprünglich sollte „Darker Than Black“ auch „The High Lord“ und einen Epilog, der während des „Spions“ spielt und den ich während des Camps geschrieben habe, beinhalten. In der letzten Camp-Woche wurde mir jedoch klar, dass ich den Cut besser am Ende von „The Novice“ setzte und aus dem Rest eine weitere Geschichte mache. Ab hier verlagert sich der Schwerpunkt der Handlung sehr stark und allein mit den Ereignissen und Akkarins Wandlung in „The High Lord“ könnte ich eine komplette Story füllen. Nicht zuletzt wird für den letzten Teil der Trilogie sehr viel Fingerspitzengefühl erforderlich sein, damit es keine Nacherzählung aus Akkarins Perspektive wird.

Das Problem mit der Nacherzählung begegnete mir allerdings schon in „Darker Than Black“. Nach 25 Kapiteln, in denen Akkarin lüsternen Frauen aus dem Weg ging, durch finstere Gassen oder die Tunnel unter der Universität streifte, Anurischen Dunkelwein trank, sich in Bolhäusern herumtrieb, Sachakaner tötete oder mit Blutjuwelen experimentierte, gerät sein Leben plötzlich durcheinander, als ein magisch begabtes Mädchen in den Hüttenvierteln auftaucht und er bei seiner Jagd nach einem neuen Spion sich mit den anderen Magiern in die Quere zu geraten droht. Für jemanden, der dank Sachaka und seines finsteren Geheimnisses einen latenten Kontrollzwang entwickelt hat, eine absolute Katastrophe, wenn auch die Ereignisse in der Mitte von „The Novice“ diese gewaltig übertreffen. Mir war es sehr wichtig, Akkarins Auftritte in „The Magicians’ Guild“ und „The Novice“ in meine Story einzubetten, weil diese Schlüsselszenen eine Brücke zwischen den Büchern und seiner eigenen Story schlagen.

Indem ich jene Szenen aus dem Englischen übersetzt und die Dialoge an die Sprechweise der Charaktere in meinen Geschichten angepasst habe (bei mir drücken sich die Magier allesamt ein wenig gewählter als in den Büchern aus) und Akkarins Gedankengänge eingefügt habe, war schon ein erster Schritt getan, die Nacherzählung zu vermeiden. Der Trick bei dieser Sache besteht allerdings darin, die Szenen anders einzuleiten und an einer Stelle enden zu lassen, die für Akkarin und nicht für den Erzählcharakter aus dem Original relevant ist, und diese dann in den Kontext von Akkarins Storyline zu bringen. Nachdem ich das ein paarmal gemacht und das Ergebnis gelesen hatte, war ich überrascht, dass dabei eine völlig neue Szene herauskam.

Für den Teil, der parallel zu „The High Lord“ läuft, wird dem jedoch einiges an Planung und Überlegungen vorausgehen. Zudem werde ich darauf achten müssen, dass die Story nicht in eine Romanze abdriftet, zumal Akkarin zu diesem Zeitpunkt schon so lange alleine ist, dass er nicht nur Schwierigkeiten haben wird, seine Gefühle zu akzeptieren, sondern diese auch noch sehr heftig ausfallen dürften.

Das Schreiben aus Akkarins Perspektive war für mich eine überaus faszinierende und spannende Erfahrung. In diesen 31 Tagen habe ich meinen Lieblingscharakter noch besser kennengelernt und verstanden, wie als ich im Jahr zuvor „Unter tausend schwarzen Sonnen“ geschrieben habe. Akkarin ist kein Fangirl-Objekt. Er ist düster, ein ziemlicher Misanthrop, hadert mit seinen dunklen Seiten und leidet unter Schuldgefühlen, weil er die Menschen verletzen muss, die er liebt. Er hadert damit, Takan zu seiner Quelle zu machen und ihm das zu geben, was dieser sich für ihr Miteinander wünscht. Er hat Schwierigkeiten, seine Freundschaft zu Lorlen wiederaufleben zu lassen, nachdem fünf Jahre Sachaka eine riesige Kluft zwischen ihnen aufgerissen haben. Irgendwie gelingt es ihm dennoch, und Lorlen bildet fortan für ihn eine Verbindung zur Gilde und zur Normalität, während Akkarin den Rest der Zeit mit seinem geheimen Doppelleben beschäftigt ist. Diese Verbindung bröckelt, als Lorlen sich von ihm zurückzieht und der Blutring offenbart schließlich Dinge, die Akkarin über seinen besten Freund niemals wissen wollte.

Auch sein Verhältnis zu Sonea hat mich überrascht. Zuerst war sie nur das Mädchen, das seine Jagd gestört hat, dann stellt sich sein Leben völlig auf dem Kopf, als er herausfindet, dass sie sein Geheimnis kennt. Dadurch, dass sie fortan bei ihm wohnen muss, fühlt er sich wie ein Eindringling in seinem eigenen Haus. Wo er sonst immer so redegewandt ist, scheitert er an ihrem Trotz, obwohl sie eine hervorragende Diskussionspartnerin sein könnte. Es fällt ihm schwer, sich mit ihrer Anwesenheit in seinen Räumlichkeiten zu arrangieren und zu akzeptieren, dass sie wirklich seine Novizin ist.

„Darker Than Black“ ist der zweite Teil einer Trilogie, für die ich noch keinen offiziellen Namen habe. Mein flapsiger Arbeitstitel „50 Shades of Akkarin“ hat weniger mit der Twilight-Fanfiction zu tun, als damit, dass angefangen mit „Unter tausend schwarzen Sonnen“ so unglaublich viele Facetten dieses wunderbaren Charakters hervorgeholt werden, von denen einige zum Niederknien sind, während andere die tiefen Abgründe seiner Seele offenbaren. In jedem Fall ist Akkarin in dieser Trilogie ein Charakter, der mich beim Schreiben immer wieder aufs Neue überraschen kann. Durch ihn erhalten meine Lieblingsszenen in den Büchern zudem eine völlig neue Bedeutung.

Was das Camp sonst für mich bereitgehalten hat

Irgendwie war dieser NaNoWriMo nicht für Akkarin ein Kampf gegen die eigenen Dämonen, sondern auch für mich. Es ging darum zu schreiben, auch wenn es einem dreckig geht und damit Abstand von den Dingen zu gewinnen, die man nicht ändern kann. Und es ging darum, mich wieder auf das Gefühl zu besinnen, etwas wirklich nur für mich zu schreiben. Nach zwei Jahren auf Fanfiction.de hatte ich dieses Gefühl ein Stück weit verloren.

Meine Hoffnung, die 31 Tage ohne persönliche Dramen zu überstehen, wurde gleich am zweiten Wochenende zunichtegemacht. Wie es mir trotzdem gelungen ist, die mehr als 160k Wörter zusammenzukriegen, weiß ich nicht. Das Hinarbeiten auf ein Wortziel, das tägliche Aktualisieren des Wordcounts und das Schreiben mit anderen in einer Gruppe hatten daran vermutlich ebenso viel Anteil wie meine Sturheit, das durchzuziehen, obwohl es Tage gab, an denen mich lieber in irgendeinem finsteren Loch verkrochen hätte.

Stats Darker Than Black

„Darker Than Black“ zu schreiben war in gewisser Weise auch eine Therapie, um mit den Dingen, die mir seit einer Weile vermehrt das Leben schwermachen, zurechtzukommen. Es war eine Flucht und eine Verarbeitung. Indem ich über den post-Sachaka Akkarin geschrieben habe, habe ich etwas kompensiert, was ich bei dem Menschen, der mir am meisten auf dieser Welt bedeutet, nicht heilen kann.

In meinem Schreibzimmer konnte ich in dieser Zeit überhaupt nicht schreiben. Ich habe es an einem oder zwei Abenden mit schlechtem Wetter versucht, doch irgendwie verbinde ich mit diesem Ort momentan zu viel emotionalem Stress. Stattdessen habe ich die Wochenenden und die langen warmen Abende auf meinem Balkon verbracht und mich bei schlechterem Wetter auf der Couch gelümmelt. Auch meine Kamelot-Playlist konnte ich nicht so exzessiv hören, wie ich mir das gewünscht hatte, weil sie mir „zu fröhlich“ war. Selbst das neue Album, das ich als Soundtrack für „Darker Than Black“ auserkoren hatte, war für meine Gemütsstimmung zu fröhlich. Die Alternativen, Dream Theater und Insomnium haben dagegen umso besser funktioniert.

Auch wenn ich in meiner Cabin oft durch Abwesenheit geglänzt habe, habe ich dort ein paar wundervolle, neue Bekanntschaften gemacht. Auf diese Weise habe ich einige andere HSP kennengelernt, was für mich eine unglaubliche Erleichterung war. Sich mit Leuten auszutauschen, die die gleiche Veranlagung haben und mit den gleichen Schwierigkeiten sowohl beim Schreiben als auch im realen Leben zu kämpfen haben, tut verdammt gut und hat gemacht, dass ich mich selbst ein Stück weniger neurotisch gefühlt habe.

Fazit

Dieses Camp hat mir nicht nur ein tieferes Verständnis meines Lieblings-Buchcharakters ermöglichst – es hat mich auch härter gemacht. Wie schon im November habe ich mir bewiesen, dass ich auch in Krisenzeiten schreiben kann – ja, sogar schreiben muss, um mit den Dingen, die ich nicht ändern kann, fertig zu werden. Vielleicht kann ich ein Stück davon in die restliche Zeit des Jahres retten. Zu Schreiben ist für mich unheimlich wichtig. Von allen Dingen, an denen mein Herz hängt und bei denen ich zu mir selbst finden kann, ist es aktuell die einzige Konstante in meinem Leben. Es ist wichtig, dass ich mir diese auch dann noch bewahre, wenn alles um mich herum zusammenbricht.

Ich weiß noch nicht, ob „Darker Than Black“ jemals online gehen wird. Das hängt davon ab, ob ich „Unter tausend schwarzen Sonnen“ irgendwann weiter hochlade und ob ich es schaffe, das auch bis zum bitteren Ende durchzuziehen. Und das hängt wiederum davon ab, ob es mir gelingt, mich emotional so weit von der Story und ihrem Protagonisten zu distanzieren, dass Desinteresse und schlechte Kritiken mich nicht mehr so treffen. Und das hängt davon ab, ob ich die nötige Stabilität finde, die meinem Leben momentan fehlt.

* Für eine Veröffentlichung würde der Titel wahrscheinlich „Schwärzer als die Nacht“ lauten, da ich es nicht so mit englischen Titeln habe.

Meine unzensierte Meinung zum Unpairing Sonea & Regin

Oder auch: Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, gesunder Menschenverstand ist ein anderes Thema

Warnung: Der folgende Artikel ist nicht nett. Ich nehme mit seiner Veröffentlichung in Kauf, dass ich mir Feinde mache und beleidigte Leser meine Geschichten aus ihren Favoriten nehmen oder sich weigern, mir weiterhin Reviews zu schreiben. Aber dieses Thema macht mich unglaublich wütend und ich kann meine Meinung dazu nicht länger zurückhalten. Mein Verstand weigert sich zu begreifen, wie man das Pairing Sonea & Regin gutheißen kann und es kotzt mich an, wenn ich irgendwo jemanden deswegen rumquietschen sehe oder entsprechende Geschichten finde.

Als ich in meiner Anfangszeit auf Fanfiktion.de erstmals erfuhr, dass Sonea und Regin in Canavans Fortsetzung von ’The Black Magician’ ein Paar werden, war mein erster Gedanke „Das klingt nach einer schlechten Fanfiction.“

Dieser Gedanke ist bis heute geblieben. Er hat mir das Lesevergnügen von ’The Novice’ verdorben, weil mir auf Grund dieses Wissens jedes Mal schlecht wird, wenn Regin und Sonea sich begegnen. Ich verspüre einen inneren Ekel, wenn ich für meine eigene Fortsetzung Szenen schreibe, in denen die beiden aufeinandertreffen. Ich will hier nicht darüber spekulieren, warum Canavan das getan hat* – Fakt ist, dass sie es getan hat. In jedem Fall ist es ein unsensibler Umgang mit dem Thema Mobbing. Aber dazu gleich mehr.

Regin und Sonea als Paar – das ist die schlimmstmögliche Charakterkonstellation, die ’The Black Magician’ zu bieten hat. Und im Folgenden erläutere ich, warum.

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