Alle Jahre wieder – Neid und Missgunst im NaNoWriMo

Für mehr Toleranz unter Autoren.

Der NaNoWriMo sollte ein Monat sein, in dem man das Schreiben feiert. Oder ein Monat der Toleranz, wie es der Thriller-Autor Marcus Johanus in seinem Blog schreibt. Aber jedes Jahr wird man mit Neid und Häme konfrontiert, ganz besonders dann, wenn man zu den Vielschreibern gehört.

Und das ist unsportlich, Leute.

Der NaNoWriMo ist ein Monat des Wettkampfes. Aber nicht des Wettkampfes gegen andere Autoren, sondern gegen sich selbst und den inneren Schweinehund. Die ursprüngliche Idee des NaNoWriMos ist es, eine Geschichte von 50k Wörtern in einem Monat zu schreiben. Viele Geschichten sind jedoch länger als das, Autoren schreiben unterschiedlich schnell und daher entstehen Geschichten unterschiedlichster Längen in völlig verschiedenen Zeitspannen.

Daher würde ich den Geist des NaNoWriMos eher so beschreiben:

Der NaNoWriMo ist ein Monat, in dem man sich intensiv mit seiner Geschichte auseinandersetzt, seiner Kreativität freien Lauf lässt und die Geschichte soweit vorwärtstreibt, wie es einem nur möglich ist.

Letztendlich hängt es auch von jedem Autor selbst ab, wie viel Zeit er bereit ist, in diesem Monat in sein Projekt zu stecken. Manche wollen nicht auf ihr Sozialleben verzichten, andere leben einen Monat lang nur für ihre Geschichte. Und nicht zuletzt spielt auch immer die persönliche Situation eine Rolle.

Und trotzdem wird man als Vielschreiber schnell blöd von der Seite angemacht, wenn man stolz seinen Wordcount auf Twitter postet, um ihn mit anderen Autoren zu feiern. Und weil man, verständlicherweise, stolz ist, dass es so super läuft. Da kommen dann Sprüche wie: „Wenn du nach einer Woche schon die 50k hast, dann kannst du ja jetzt aufhören.“ Oder man bekommt durch die Blume gesagt, dass wenn man so schnell schreibt, dabei ja nichts qualitativ Hochwertiges bei rumkommen kann.*

Im vergangenen Jahr habe ich diesen Neid nur bei anderen mitbekommen. Ich selbst fand mich dagegen zum Ende hin in einem Elefantenrennen wieder, aus dem ich mich nur schwer befreien konnte. Denn mein Konkurrenzdenken setzt ein, sobald jemand ähnlich schnell ist. Das ist, wie wenn man Fahrrad fährt und dir hängt einer vor der Nase und hält dich davon ab, die Landschaft zu genießen, du strengst dich an und überholst, nur um wenig später wieder überholt zu werden und den Typen wieder vor der Nase zu haben. Aber du willst auch nicht anhalten und ihm einen Vorsprung geben, weil du noch eine großartige Strecke vor dir hast. Deswegen habe ich letztes Jahr die Notbremse gezogen und die letzten Tage abseits der Community geschrieben. Als ich gemerkt habe, dass es dieses Jahr wieder in die Richtung läuft, habe ich sofort die Scheuklappen aufgesetzt, bevor es mich kaputtmacht. Denn ich kann und will niemandem ankreiden, dass er oder sie schneller tippt oder mehr Zeit zur Verfügung hat. Also ziehe ich mich zurück und konzentriere mich auf meine Geschichte, bevor ich darüber die Freude am Schreiben verliere.

Dafür kamen in diesem Jahr obengenannte Sprüche ziemlich geballt auf mich zu, als ich mich nach einer Woche den 50k näherte. Vielleicht waren nicht alle Kommentare böse oder hämisch gemeint, aber wenn es sich so häuft, dann trifft mich das. Als HSPler sogar doppelt und dreifach. Und da auch ich Situationen habe, in denen ich Neid verspüre, habe ich eine gute Vorstellung davon, wie ich reagieren würde, würden mich die Wordcounts anderer Autoren wie ein Exzem jucken, gegen das nur noch Blutigkratzen hilft.

Es mag paradox klingen, doch zumindest mir ergeht es so, dass in Word Wars und Schreibcamps entstandene Szenen und Kapitel weniger Überarbeitung bedürfen, als solche, die ich außerhalb jener Zeiten schreibe, wenn ich nicht voll konzentriert bin und mir jedes Wort aus den Fingern saugen muss. In Word Wars und Schreibcamps hingegen ignoriere ich den inneren Kritiker und lasse meine Ideen fließen. Durch die Kombination aus Druck und den Charakteren freie Hand lassen, fließen die Ideen regelrecht und dann steigt der Wordcount wie von selbst.

Diesen Schreibfluss versuche ich den kompletten NaNoWriMo über aufrechtzuerhalten. Und ja, dazu schreibe ich in jeder freien Minute, reduziere soziale Verpflichtungen auf ein Minimum und lebe einen Monat lang nur für das Schreiben, meinen Job und meine Katzen. Denn Urlaub würde ich mir in dieser Zeit niemals nehmen. Ich brauche den Druck, um mein Zeitmanagement zu optimieren und nach einem durchgeschriebenen Tag bin ich außerdem völlig Banane im Kopf.

Funfact Nr.1: Im Word War bin ich bei Leibe nicht so schnell wie viele andere Autoren. In 30 Minuten schreibe ich zwischen 600 und 800 Wörtern, ganz selten mal 1000.

Funfact Nr.2: Wenn die Idee noch nicht ausgereift ist, quäle ich mich auch in einem Word War und schaffe nicht viel in der vereinbarten Zeit. Solche Szenen breche ich mit einem ToDo-Kommentar ab und schreibe erst einmal an einer anderen Stelle weiter. Oft ergibt sich die Lösung auf mein Problem von selbst, wenn sich auf diese Weise das Gesamtbild der Story weiter vervollständigt. (Ja, Schreiben ist manchmal ein bisschen wie puzzeln!)

Funfact Nr.3: Die 50k sind mir herzlich egal. Ich schreibe den kompletten November, denn was habe ich von der Magie und der Motivation, wenn ich aufhöre, wenn ich ein Ziel erreicht habe, das ich mir anders als in den Camps nicht selbst vorgeben kann?

Funfact Nr.4: Meine Geschichten sind sehr viel länger als 50k. Die Schwarze-Sonnen-Trilogie hat pro Band ca. 200k, die alternative Fortsetzung von ’Black Magician’ hat pro Band sogar 800k und mehr. Die Handlung ist komplex und ich habe im Schnitt 6-7 Erzählcharaktere. Allein um nicht den Faden zu verlieren, muss ich mich ganz und gar auf die Geschichte konzentrieren, wenn ich sie vorwärts treiben will. Was dies betrifft, empfinde ich den November als eine regelrechte Offenbarung.

Ich habe mit anderen Autoren über diese Problematik gesprochen und tatsächlich ergeht es nicht nur mir so. Es scheint also eine Korrelation zwischen viel Schreiben und Qualität zu geben. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Vor zwei Jahren haben zwei Autoren im NaNo-Forum einen Endspurt-Marathon veranstaltet, bei dem sie in den letzten beiden Tagen noch 50k oder mehr geschrieben haben. Soweit ich mich erinnere, war das für sie selbst eine grenzwertige Erfahrung.

Aber im NaNoWriMo geht es genau darum. Sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen. Sich Herausforderungen zu stellen und die eigenen Grenzen zu erweitern. Selbst wenn dabei miese Formulierungen und Plotlöcher entstehen – kein Autor schreibt einen Roman und ist dann fertig. Nach der Rohfassung kommt immer die Überarbeitung.

Es ist egal, wie viel man im NaNoWriMo schreibt. Manche Autoren kommen in dieser Zeit niemals an die 50k. Aber sie schreiben mit, weil diese ganz besondere Magie dieses Monats sie beflügelt. Letztendlich geht es doch einzig darum, dabei zu sein und sich seinem Projekt zu widmen, mehr als man sonst tun würde. Seltsamerweise habe ich noch nie erlebt, wie jemand über die langsamen Autoren lacht. Es sind anscheinend immer die Vielschreiber, die alles abkriegen. Dabei sollte es völlig egal sein, wie viel oder wenig jemand schreibt. Der NaNoWriMo bietet die Chance einer riesigen Community, in der man sich gegenseitig motiviert und unterstützt. Langsamen Autoren über die Ziellinie zu helfen, gehört ebenso dazu, wie Plotideen zu diskutieren oder Tipps gegen Schreibblockaden zu geben. Tatsächlich können die langsamen Autoren sogar von den Vielschreibern Dinge wie z.B. Zeitmanagement lernen, was in jedem Fall hilft, ein paar Wörter mehr herauszuholen.

Nichtsdestotrotz ist es verführerisch, mit ähnlich schnellen Autoren um die Wette zu schreiben. Es ist zweifelsohne hilfreich und motivierend, weil man sich gegenseitig weiterzieht, wenn es mal nicht so gut läuft. Doch darüber kann falscher Ehrgeiz entstehen, der dann schnell in Neid und Frust umschlägt. Das hatte ich im vergangenen Jahr und das bedarf keiner Wiederholung, weil es mir die letzten Novembertage ein wenig zerstört und mir die Freude am Schreiben genommen hat. Aber Neid kann auch entstehen, wenn jemand sehr viel schneller schreibt, als man selbst.

Doch kommt es nicht am Ende darauf an, dass wir alle Spaß am Schreiben unserer Geschichten und der Magie des Novembers haben, um diese vorwärtszutreiben? Warum neidisch sein und dumme Sprüche reißen, anstatt sich selbst auf seine vier Buchstaben zu setzen oder einfach nur Spaß an seinem Projekt zu haben? Und ist es nicht zuletzt auch der Neid auf andere, der uns in unserer eigenen Kreativität blockiert?

Denkt mal drüber nach!

Eure Lady Sonea  <3

* Letzteren würde ich übrigens gerne einmal Unter tausend schwarzen Sonnen unter die Nase reiben, die Geschichte über Akkarins Zeit als Sklave, von deren knapp 200k stolze 140k im CampNaNoWriMo Juli 2014 entstanden sind. Von all meinen in Schreibcamps entstandenen Werken ist dieses das erste, das bereits komplett online zu lesen ist.

(14) Kommentare

  1. Huhu! 🙂

    Mir wäre es wurscht, ob jemand mir sagen würde, dass es „unnormal“ sei, nach einer Woche den NaNo-Count geknackt zu haben.
    Ich selber bin auch einige Tage voraus, bin aber noch nicht an die 50k angekommen 😉 und poste dies ab und zu auch mal. Die Kommentare die ich da bekomme, sind allesamt nett gemeint, da ich die Leute schon ein bisschen kenne.
    Daher tut es mir leid, dass du solche Dinge an den Kopf bekommen hast. :/
    Der Mensch ist einfach ein Neidtier. Wenn jemand etwas hat, was man selber nicht besitzt kommt dieses dunkle Ich (fast) immer zum Vorschein.

    Also schreib weiter. Ignoriere die bösen Sprüche! Mach dein Ding. Nur pass auf, dass der NaNo dich nicht zu sehr auszerrt. Nimm dir immer genug Zeit für einen Tee (Oder Kaffee?).

    Liebe Grüße
    Cela

    1. sagt:

      Hallo Cela,
      Eigentlich bin ich bei mir davon ausgegangen, dass inzwischen auch alle meine Wordcounts kennen, da es nicht mein erster NaNo ist und ich weiß, wie viel ich mir zumuten kann. Aber wie es scheint, erfährt das jeder anders. Du kannst dich auf jeden Fall glücklich schätzen, dass du nicht so viel abbekommst.
      Ich finde es jetzt nicht so schlimm, dass es mir die Freude am Schreiben nimmt. Es macht mich nur jedes Mal wütend, wenn Menschen so engstirnig und intolerant reagieren und ich muss mich dann immer sehr mit bösen Kommentaren zurückhalten. Daher hielt ich es für notwendig, diesen Artikel zu schreiben, um einfach mal ein paar Dinge ganz deutlich zu sagen.

      Ich wünsche dir noch ganz viel Erfolg beim NaNo und viel Spaß beim Schreiben! 🙂

      Liebe Grüße,
      Lady Sonea

    2. sagt:

      😊 Danke dir! Dito!

  2. Sonea, die ekligen Kommentare kriegt man sogar dann mit, wenn man nicht überdurchschnittlich viel schreibt, sondern ziemlich genau das Tempo hält oder wie ich nur wenig drüber ist.
    Fast immer ist es der Neid derer, die nichts zustande kriegen und die alle zehn Jahre mal eine hochbeflügelte Zeile schreiben, von der Muse geküsst, die dann in Stein gemeiselt ist und so stehen zu bleiben hat.
    Die haben das Gefühl, wir Vielschreiber würden denen was wegnehmen.
    Dabei nehmen sie nur sich selbst was weg. Traurig, aber wahr.
    Lass dich drücken <3

    1. sagt:

      Ohje, das hätte ich jetzt echt nicht erwartet und es tut mir leid, dass du das auch abbekommst! <3 Bis jetzt hatte ich das immer nur bei den Vielschreibern mitbekommen, letztes Jahr war das z.B. auch ganz extrem.
      Ja, letztendlich nehmen sie sich damit selbst die Freude am Schreiben oder an dem Ergebnis. Auch wenn es böse klingt, so ist mir das zumindest ein kleiner Trost. Es ist nur immer wieder schade, wenn Leute so reagieren, als wäre es ein Wettkampf, obwohl das völliger Quatsch ist, weil die Teilnehmer so unterschiedlich sind, dass Vergleiche keinen Sinn machen …

      Liebe Grüße und dir noch viel Erfolg beim NaNo <3
      Sonea

    2. Ich habe sogar wildfremde Autoren blockiert, auf Facebook, weil die auf eine Art über den NaNo allgemein hergezogen sind (wohlwissend, dass mitmachende Autoren in der Gruppe sind und das lesen), die auf mich toxisch wirkte. Da habe ich im eigenen Interesse blockiert, weil ich merke, dass mir das doch das Schreiben zu vergiften drohte und mich tagelang beschäftigte und traurig machte. Das muss ich nicht haben.
      Und ansonsten bin ich ganz bei dir. Die Leute und die Geschichten sind völlig unterschiedlich. Selbst profesionelle, langjährige Berufsautoren machen mit (und setzen sich dann natürlich andere Ziele, weil 50k für die in einer regulären Woche schaffbar sind und der sportliche Ehrgeiz geweckt wird, NOCH mehr zu schaffen. Ich finde das toll <3).
      Und ja, die Leute, die hetzen, zerstören es vor allem für sich selbst… Ich kann sie blocken und ausblenden. Aber sie müssen sich selbst permanent ertragen…
      Dir auch weiterhin viel Erfolg <3
      LG,
      Evanesca

    3. sagt:

      Diese Autoren hätte ich aber in der Gruppe gemeldet, das geht meiner Meinung nach gar nicht! Aber Facebook scheint mir im Umgang der User häufig ziemlich ruppig. Ich kann gut verstehen, dass dich das runtergezogen hat, wenn es mir schon mit einigen flapsigen Kommentaren auf Twitter so erging. Mir fallen dann auch nie schlagfertige Antworten ein, um solche Leute zum Schweigen zu bringen.
      Genau das finde ich am NaNo auch so toll, dass so viele verschiedene Leute mitmachen, egal ob Hobbyautoren oder Bestseller-Autoren. Und doch hat jeder seine Autorenprobleme und sein eigenes Schreibtempo und irgendwie helfen sich alle gegenseitig und haben Spaß bei der Sache. Zumindest ist es im NaNo-Forum so, wo sich jedes Jahr die üblichen Verdächtigen tummeln. Vielleicht sollten die Leute, die hetzen, dort auch einmal reinschauen. Vielleicht würden sie dann etwas mehr vom Geist des NaNos erfahren.

      Liebe Grüße,
      Sonea

      „Sie müssen sich selbst permanent ertragen“ – hihi, das hast du gut auf den Punkt gebracht 😀

    4. Der Gruppenadmin hatte die Souveränität, sachlich mit dem Troll zu diskutieren. Aber die hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht – ich war sowieso sehr unzufrieden mit meinem Roman, todunglücklich (ist inzwischen besser) und dann kommt so einer daher und schimpft.
      Auch auf Twitter kann man blockieren <3.
      Ich bin weniger im NaNo-Forum, als vielmehr im Tintenzirkel unterwegs und dort ist eine so tolle, unterstützende Atmosphäre, die mich OFT aus einem Loch rausgerissen hat <3.
      Aber ja, Geist des NaNos trifft es sehr gut.

      LG,
      Evanesca

  3. Silvi238 sagt:

    Neider gibt’s leider immer und überall. 🙁 Aber lass dich von solchen Leuten nicht runterziehen und fühl dich mal ganz lieb gedrückt von mir. 🙂 Ich find’s großartig, welche Leistungen ihr Vielschreiber immer bringt, dafür habt ihr meinen vollsten Respekt, wie ich auch im Forum immer wieder gerne sage. 🙂
    Mein Ziel, die 50K per Hand zu schreiben, war leider etwas zu ehrgeizig, liegt aber vor allem daran, dass ich für die anstehenden Prüfungen lernen/üben muss, Bewerbungen schreibe und auch die Überarbeitung an meinem anderen Projekt noch läuft. Daher bin ich nach 13K per Hand wieder auf meinen Laptop umgestiegen – aber die Hauptsache ist doch, dass es gut läuft und Spaß macht. <3

    Also lass dir den Spaß am Schreiben von niemandem nehmen und mach weiter so. <3

    1. sagt:

      Hallo Silvi,

      Dankeschön <3 Und keine Sorge, ich lasse mich davon nicht runterziehen. Es ärgert mich nur, dass es überhaupt so sein muss. Das war letztes Jahr schon ziemlich extrem, aber da stand ich selbst nicht so im Kreuzfeuer. Und ich verstehe auch nicht, wie man sich überhaupt vergleichen kann, wenn jeder so unterschiedliche Voraussetzungen hat (Schreibtempo, RL etc). Außerdem, wenn man sich so sehr über andere ärgert, dann klappt es doch mit dem eigenen Schreiben erst recht nicht.
      Ich bewundere es ja, dass du den NaNo mit der Hand bestreitest. Da hätte ich nach einem Tag eine Sehnenscheidenentzündung! Und ich finde es großartig, dass du trotz Prüfungen mitmachst. Mir hat in Prüfungsphasen immer der Nerv zum Schreiben gefehlt. Aber solange du Spaß dabei hast und es nicht irgendwie in Stress ausartet, ist es sicher auch eine gute Zerstreuung 🙂

      Ich wünsche dir viel Erfolg für deine Prüfungen und für den NaNo <3
      Lady Sonea

    2. Silvi238 sagt:

      Danke dir, Sonea. 🙂 Bin auch echt stolz auf das, was ich per Hand geschafft hab, auch wenn ich jetzt wieder hauptsächlich am Laptop schreibe. ^^ Und der Spaß am schreiben bleibt mir zum Glück immer erhalten. 😉 Stress wird mir eher durch die heutige Gesellschaft mit ihrem Tempo- und Leistungsdruck verursacht, als emotionaler Mensch hat man’s da echt schwer. Durchs Schreiben beruhigen sich meine Nerven dann eher wieder (obwohl das schon recht schwer ist, wenn man tagelang auf die verdammte Einkommensbescheinigung für das Amt warten muss, weil’s in der alten Firma angeblich Computerprobleme gab).
      Da bin ich echt froh, dass ich mich in der NaNo-Community bisher stets gut aufgehoben fühlen konnte und bisher auch von Anfeindungen noch nichts mitbekommen hab – aber gut, ich bin hauptsächlich auf Facebook und im NaNo-Forum unterwegs, zurzeit eher weniger auf Twitter. Aber ist natürlich echt doof, dass es solche Anfeindungen und Neider gibt. 🙁
      Und was das Vergleichen betrifft – manche Leute scheinen nicht glücklich zu sein, wenn sie sich nicht mit irgendwem vergleichen können. Ich kenn das von meiner Schwester. Sie musste schon in der Grundschule immer viel lernen, ich nicht so und hatte trotzdem bessere Noten. Dann kam ich ans Gymnasium und sie an die Realschule – und sie konnte es trotzdem nicht lassen, unsere Zeugnisse immer wieder miteinander zu vergleichen, das hat echt genervt, zumal es ja im Grunde total unsinnig war. 😉 Aber das scheint wohl leider in der menschlichen Natur zu liegen.

    3. sagt:

      So ähnlich ergeht es mir als emotionaler und sehr sensibler Mensch auch. Das Schreiben hilft wirklich, diesen Stress abzubauen, aber bei zu viel Stress kann ich mich nicht auf die Geschichte einlassen, bevor ich nicht ein wenig runtergekommen bin.
      Im NaNo-Forum selbst habe ich bis jetzt auch noch keine Anfeindungen erlebt. Vom gegenseitigen Umgang miteinander ist es das angenehmste Forum, was ich so kennenlernen durfte. Auf FB bin ich dagegen eher wenig, finde den Umgangston dort je nachdem, in welcher Gruppe man dort ist, im Allgemeinen jedoch etwas ruppig.
      Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr kommt es mir vor, als wenn Neid oft in Situationen entstehen würde, in denen man keinen ernstzunehmenden Vergleich ziehen kann. Aber vielleicht ist es gerade deswegen? Dass die Leute auf etwas neidisch sind, das sie auf Grund anderer Voraussetzungen niemals erreichen können?

  4. Wow, ich hätte nicht gedacht, dass es SO schlimm ist! Neider gibt es überall, dass ist mir klar, und einige Nicht-NaNo-Schreiber schielen einen sowieso immer skeptisch an … Aber so? Es tut mir leid, dass dich das so herunterzieht und in deiner offensichtlich beflügelten Kreativität stocken lässt.

    Ich fürchte, dass ist jetzt nicht ein NaNoWriMo-spezifisches Problem. Es gibt in so ziemlich allen Bereichen viel Neid unter Autoren, und gegen die, die besonders gut und viel produzieren und damit Erfolg haben, besonders. Leute verurteilen hier schnell, von wegen „Da kann ja nichts Gutes bei rauskommen“.

    Ich habe höchste Bewunderung für Menschen, die es schaffen, in einem Monat über 100k Wörter zu schreiben, oder gar 50.000 in einer Woche! Das ist für mich schon eine übermenschliche Leistung, da ich mein restliches Leben nicht so einfach links liegen lassen kann. Aber neidisch bin ich nicht. Es berührt mich eher, zu sehen, zu was Kreativität fähig sein kann, wenn sie mal so richtig frei fließt. Es motiviert mich, dem auch ein bisschen näher zu kommmen 🙂

    Abgesehen davon kann ich nicht verstehen, wie die Leute darauf kommen, mit dem Schreiben wäre es vorbei. Überarbeiten muss man doch so oder so. Ob mehr oder weniger weil NaNoWriMo oder nicht, ist doch wurscht. Über Qualität lässt sich erst beim Endprodukt beurteilen.

    Einfach weiterschreiben. Du bist auf jeden Fall nicht allein. Bis auf scheele Blicke habe ich zwar nichts bekommen müssen bisher, aber ja, auch ich bin schon auf Autorenneid getroffen. Mehr noch als im letzten Jahr ist mir positiv aufgefallen, wie immer mehr Autoren sich aber auch zusammentun. Es wurden sooo viele Beiträge im Oktober geschrieben, wie wertvoll der NaNoWriMo ist und dass wir alle im gleichen Boot sitzen. Einfach auf das positive Miteinander mit den Autoren konzentrieren, die sich nicht als Konkurrenz, sondern Mitkämpfer sehen!

    1. sagt:

      Vielen Dank für deinen Kommentar!

      Ja, das ist leider jedes Jahr so, teilweise auch während der Camps, wo man sich das Wortziel selbst setzen kann. Da habe ich auch schon öfters etwas abbekommen. Allerdings scheint sich das in erster Linie auf die sozialen Medien zu beziehen, wohingegen es in der NaNo-Community im Forum sehr angenehm zugeht. Oft kommt der Neid von jenen, die langsam schreiben und um jedes Wort kämpfen. Vielleicht ist es daher auch Neid darauf, dass es bei anderen besser fließt? Denn da es bei mir selbst fließt, fällt es mir schwer, neidisch auf diejenigen zu sein, die nach zwei Wochen schon 200k geschrieben haben.

      Wie extrem Neid generell unter Autoren ist, kann ich schlecht beurteilen. Ich kann mir vorstellen, dass dies vor allem innerhalb eines Genres der Fall ist, denn zwischen den Genres lassen sich schlecht Vergleiche ziehen. Ich kenne es sonst nur aus dem Fanfiction-Bereich. Dort herrscht innerhalb der Fandoms teilweise eine ziemliche Stutenbissigkeit, was von der stark schwankenden Qualität der Texte und den teils extremen Einstellungen zu Pairings und Interpretationsmöglichkeiten des Canons noch geschürt wird.

      Jeder Autor hat unterschiedliche Ansprüche an sich selbst, wie viel er in einer bestimmten Zeit erreichen will und was er dazu bereit ist, aufzugeben. Das macht Vergleiche des Schreibtempos schwierig, finde ich. Letztendlich sollte man sich damit wohlfühlen und dazu brauchen die einen Sozialleben, während andere einen ganzen Monat für ihr Projekt leben und darin aufgehen. Und natürlich hängt es auch von der Lebenssituation ab und wie viel Verpflichtungen man hat. Ich bewundere Autoren, die ihr Projekt im NaNo soweit loslassen können, dass sie auch noch etwas anderes tun außer Arbeiten und Schreiben. Mir würden dazu die Nerven fehlen, weil meine geistige Energie ganz in das Projekt fließt.

      Stimmt, dieses Jahr kamen wirklich viele Beiträge, die an den Geist des NaNos appelliert haben. Oft werden solche Beiträge nur von denen gelesen, die sowieso betroffen sind, aber vielleicht regt es andere zum Nachdenken an. Es tut auf jeden Fall immer gut zu wissen, damit nicht alleine zu sein 🙂

      Liebe Grüße,
      Sonea

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