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Der Wahnsinns-CampNaNoWriMo Juli 2019 – Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Im Juli habe ich zum 6. Mal am Sommerschreibcamp vom CampNaNoWriMo teilgenommen. Insgesamt war es mein 16. Schreibcamp und auch dieses Mal gab es die ganze Palette von erschwerten Bedingungen, noch nie Dagewesenem, Schlafmangel und jeder Menge NaNo-Wahnsinn.

Wordsprints statt Cabin

Wie schon in meinem letzten Blogartikel erwähnt, habe ich dieses Mal ohne Cabin teilgenommen. Der Grund war, dass ich nach einer Weile auch in Cabins mit den liebsten und nettesten Menschen mit Abwesenheit glänze. Die Wordcounts meiner Cabinmates haben mich in der Vergangenheit immer wieder mal unter Druck gesetzt und der Gruppenchat ist zuweilen ziemlich ablenkend. Letztendlich verlangt es jedoch dem Einsiedler in mir nach Rückzug.

Ohne Cabin fehlte mir allerdings der Druck und diesen habe ich mir daher über die Wordsprints auf dem Twitter-Account @NaNoWordSprints geholt. Leider war der im Juli fast ausschließlich zu zwei Tageszeiten besetzt: 5 bis 11 Uhr und 17 bis 21 Uhr. Nachdem mir dieser Rhythmus auffiel, habe ich meinen Tagesablauf an diese Zeiten angepasst – etwas, das ich normalerweise nur sehr ungern tue, aber für meine Obsession mache ich gerne Ausnahmen Abendschicht immer möglichst komplett mitschreiben konnte. Außer an den Wochenenden konnte ich von der Morgenschicht jedoch nicht viel mitnehmen. Ich habe zwar keine festen Arbeitszeiten, aber da ist das Problem mit dem Fahrrad und dem Berufsverkehr in der Großstadt. Die Abendschichten habe ich dagegen ausgenutzt, so gut ich konnte und sobald ich zuhause war und die Katzen bespielt und gefüttert waren. Leider hatte das zur Folge, dass ich für meine Verhältnisse viel zu spät zu Abend gegessen habe. Am Wochenende war das wiederum von Vorteil, weil ich so am späten Nachmittag eine Pause zum Kochen machen konnte.

Sofern ich im nächsten April nicht überarbeite, hätte ich nicht übel Lust, das wieder so zu machen. Ich fand diese Lösung wirklich optimal.

Schreiben unter erschwerten Bedingungen

Störfaktoren gab es im Juli zu viele. Die einen haben meinen Tagesablauf durcheinandergebracht, die anderen mein inneres Gleichgewicht. Gleich die ersten beiden Tage eine anstrengende Schulung im Büro, nach der ich abends zu nicht mehr viel in der Lage war. Handwerker, weil wir ein paar Monate zuvor einen Wasserschaden im Haus gehabt hatten. Arztbesuche, weil ich auf den Schimmel, den ich zwischendurch deswegen im Bad hatte, allergisch reagiert habe. Eine unerträgliche Hitzewelle, die mein Gehirn hat zu Matsch werden lassen, und die mir einen Vorgeschmack gegeben hat, wie zukünftige Juli-Camps werden könnten. Und jede Menge schlechter Nachrichten, die ich nicht ausblenden konnte und die mich konstant daran erinnert haben, dass wir dabei sind, unseren Planeten unbewohnbar zu machen. Es ist schwer, über so etwas nicht depressiv zu werden oder einen Zustand von konstanter Panik zu verfallen.

Sich dennoch immer wieder aufs Schreiben zu fokussieren und darüber nicht zu verzweifeln war hart, hat am Ende jedoch funktioniert, wo ich in jedem normalen Monat den Schreibmodus auf Standby hätte stellen müssen.

Mein erstes Write-In

Im Mai hatte ich ja die Kollegin aus meiner ehemaligen Arbeitsgruppe an der Uni wiedergetroffen. Sie schreibt mittlerweile auch, also habe ich sie zum CampNaNo überredet und sie schlug einen Write-In vor. Da sie auch nur vier Tage die Woche arbeitet, haben wir uns für freitags bei ihr verabredet. Ich war nicht sicher, ob das funktioniert und wir nicht mehr quatschen als arbeiten, allerdings konnte ich auch schlecht nein sagen. Wie oft trifft man schon jemanden, den man mag und der die eigene Obsession teilt?

Wir trafen uns ausgerechnet am heißesten Freitag, als es wieder fast 40°C hatte. Am Ende habe ich lächerliche 3k geschrieben, weil mein Gehirn völlig zermatscht war und der Umgebungswechsel mich abgelenkt hat. Insgesamt war es jedoch eine tolle Erfahrung, die ich wiederholen möchte. Dann nur an einem etwas weniger heißen Tag.

Dieses Treffen zeigte mir auch, welch obsessive Züge das Schreiben bei mir annimmt. Fast keiner der Autoren, die ich kenne, hat einen so hohen Output und räumt dem Schreiben einen derart hohen Stellenwert ein, wie ich das tue. Wie sehr das Schreiben für mich eher einer Obsession ähnelt, darüber habe ich mich hier ausführlich ausgelassen.

Wie war denn nun das Camp?

Großartig. Trotz aller Widrigkeiten. Und wie auch jedes Camp eine besondere Erfahrung. Das von mir geplante „Einschreiben“ am letzten Juni-Wochenende hat mir gerade einmal eine Szene eingebracht, also habe ich das Camp mit „Das Erbe 3“ als erste Geschichte relativ jungfräulich gestartet. Insgesamt sind 201k Wörter verteilt auf 14 Kapitel zusammengekommen. Für ein Juli-Camp ist das Rekord. Allerdings relativiert sich das, wenn ich mir vor Augen halte, das ca. 20k auf meine nun drei Tage dauernden Wochenenden zurückzuführen sind. Es gab schon ein paar spannende Szenen und sogar schon einen Charaktertod, den zu schreiben mich ziemlich mitgenommen hat. Durch die Ereignisse in den vorangegangenen Teilen sind einige Charakterkonstellationen nun anders und bringen frischen Wind. Und natürlich reiße ich wieder einmal Charaktere aus ihrer Wohlfühlzone.

Zum Inhalt kann ich leider nicht viel sagen, weil das die Handlung der ersten beiden Teile vorwegnehmen würde. Ich kann nur so viel sagen: Mein Antagonist ist so badass, dass ich einen ziemlichen Crush auf ihn habe. Das hatte sich zum Ende von „Das Erbe 2“ schon angedeutet, hat sich jedoch noch einmal gesteigert. Ich liebe Charakterentwicklungen über lange Zeiträume und mit sehr großen Veränderungen einfach. Aber auch einige der anderen Charaktere haben entweder eine großartige Entwicklung bis zu „Das Erbe 3“ hingelegt oder sind aus anderen Gründen toll. Mein inneres Fangirl war zum Beispiel auch von Naji ganz angetan (meiner Snake Plissken Hommage), nicht zu vergessen den Charakter, der seine Magierroben abgelegt hat und nun in Sachaka lebt (nein, ich sage nicht, wer). Und Akkarin hat so eine einmalige Art unmöglich zu sein, die ich auch in diesem Teil wieder gefeiert habe.

In meinem letzten Blogartikel hatte ich erwähnt, dass einer meiner Charaktere schon immer Asperger hatte, mir das jedoch erst beim Schreiben der letzten Kapitel von „Das Erbe 2“ allmählich bewusst wurde. Ich will hier nicht zu viel darüber schreiben, das Thema ist komplex und einen Artikel für sich wert. Doch es sei so viel gesagt: Diesen Charakter zum ersten Mal bewusst auf diese Weise zu schreiben, hat bei mir irgendwelche inneren Blockaden gelöst und der Charakter fühlt sich nun sehr viel vollständiger und harmonischer an. Noch mehr als am Ende von „Das Erbe 2“, weil ich mir darüber sämtlicher ihrer autistischen Eigenheiten bewusst geworden bin und ihre Denkweise noch besser nachvollziehen konnte. Es ist immer ein großartiges Gefühl, wenn ich zu einem Charakter neue Erkenntnisse habe und diese die bisherige Darstellung ergänzen. (Darüber ist mir übrigens auch aufgefallen, dass ich noch einen weiteren Aspie habe – ein Nebencharakter, der soweit ich das sagen kann, sehr gemocht wird.)

Der richtig spannende Teil von „Das Erbe 3“ kommt leider erst noch, was sehr dafür sprechen würde, im November weiterzuschreiben und dafür mein englisches Projekt zu unterbrechen.

Auf meiner Facebook-Autorenseite (Achtung, wenn ihr diesen Link klickt, bekommt Facebook eure Daten!), habe ich zahlreiche spoilerfreie Textauszüge. Also falls ihr kein Problem damit habt, dass Facebook eure Daten bekommt, könnt ihr euch gerne dort durch die Beiträge vom Juli durchklicken und die Szenen lesen. Einige Ausschnitte sind leider zu lang für lesbare Screenshots.

Der Wahnsinn – Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Wie in jedem Schreibcamp hat auch dieses Mal der Wahnsinn nach einer Weile um sich gegriffen. Die Kombination aus fokussiertem Schreiben, Schlafmangel und die Optimierung meines Tagesablaufs ans Schreiben, haben einen rauschartigen Effekt, den ich hin und wieder auch als NaNo-Magie bezeichne. Nach dem ersten Wochenende war ich richtig drin. Gleichzeitig hatte ich meinen Tagesrhythmus an die Wordsprints angepasst, was es mir erlaubt hat, über mehrere Stunden fokussiert und im Fluss zu schreiben und ich noch tiefer in die Geschichte und die Charaktere eintauchen konnte. Besonders meine nun längeren Wochenenden haben auch viel dazu beigetragen, das war jedes Mal wie ein kleiner Urlaub.

Irgendwann nach dem 20. Juli fielen mir diverse Veränderungen an mir auf: Meine Sprech- und Schreibweise hatte sich den Gildenmagiern angepasst. Sprich: Sie war noch gestelzter als sonst. Außerdem machte ich beim Schreiben allerhand Grimassen und Kopfbewegungen – in den meisten Fällen synchron mit den Charakteren.

Und als wenn das nicht schon genug wäre, habe ich den Hauptstim meines Aspie-Charakters übernommen. Ein Stim ist eine repetitive Bewegung, kann aber auch mental oder über andere Sinnesorgane geschehen. Er dient je nach Situation zur Konzentration/Fokussierung, Beruhigung oder dem Loswerden überschüssiger Energie. Ein „klassischer“ Stim ist z.B. sich vor und zurück zu wiegen. Mein Aspie-Charakter flattert mit den Fingern ihrer rechten Hand, wenn sie nachdenkt oder einen Gegenstand aus vielen anderen heraussucht, was so ein bisschen aussieht, als würde sie auf einem Instrument spielen oder auf einer unsichtbaren Tastatur tippen. Irgendwann im Büro habe ich mich dabei ertappt, wie ich das auch mache. Und ja, es hilft ungemein sich zu fokussieren und die Gedanken zu ordnen.

Mit all diesen Marotten, kam ich mir vor wie der Hauptcharakter aus dem Film Schtonk!, der die Hitler-Tagebücher fälscht und darüber anfängt, wie Hitler zu reden (falls ihr den Film nicht kennt, schaut ihn euch ein, es ist eine sehr gute Satire). Irgendwie war im Juli zu viel los, zu viel Input von zu vielen Charakteren und zu viel Stress, wenn auch überwiegend positiver Stress. Allerdings – und diese Erkenntnis fand ich sehr spannend – fiel mir darüber auf, wie oft ich Angewohnheiten, Sprechweisen und dergleichen von Charakteren oder anderen Menschen übernehme, mit denen ich viel Zeit verbringe. Manchmal lege ich das wieder ab, manchmal bleibt es für ein ganzes Leben. Es hat etwas chamäleonartiges, was mich zu der Frage bringt, wer ich eigentlich bin. Schreiben ist eine Reise zu sich selbst. Und gerade in den Schreibcamps merke ich immer wieder, wie sehr es das ist.

Wie es weitergeht

Nach dem Camp habe ich meine Todo-Liste für „Das Erbe 2“ bis auf die Punkte abgearbeitet, die ich in der Überarbeitung erledigen will. Außerdem habe ich sämtliche Kapitel der „Königsmörderin“, die bis zur Weihnachtspause online gehen, ein letztes Mal Korrektur gelesen. Jetzt arbeite ich wieder an meinem englischen Projekt, zu dem ich Feedback von einer muttersprachlichen Testleserin bekommen habe. Das Feedback war großartig, hat mir aber auch einige Schwachstellen gezeigt, die es zu überarbeiten gilt und die ich als Schöpferin dieser Geschichte gar nicht sehen konnte. Ich bin unglaublich aufgeregt und freue mich auf die Überarbeitung. Je nachdem, wie umfangreich das wird (ich warte noch auf das Feedback von zwei weiteren Testlesern), werde ich im November entweder „Das Erbe 3“ weiterschreiben oder noch in der Überarbeitung des englischen Projekts stecken. Vielleicht mache ich auch eine Pause von der Überarbeitung, mal sehen. Es gibt da diesen Meilenstein, den ich dieses Jahr unbedingt erreichen will, daher müssen die schwarzen Magier nun vorerst zurückstecken.

Über Weihnachten will ich die Szenen meines autistischen Charakters in „Die Bürde“ überarbeiten. Was danach geschieht, steht noch in den Sternen. Möglicherweise überarbeite ich im nächsten Frühjahr „Das Erbe 2“, damit ich dieser meiner Testleserin schicken kann.

Ich bin ein wenig traurig, weil das Camp vorbei ist, auch wenn ich froh bin, dass ich wieder mehr schlafen kann, mein Tagesablauf sich normalisiert hat und der Stresspegel wieder niedrig ist. Aber anders, als in früheren Camps, wo gegen Ende oft die Luft raus war, wurde es immer besser und es fiel mir mit jedem Tag schwerer, dieses Projekt nun erstmal wieder beiseitezulegen.

Aber man soll aufhören, wenn es am schönsten ist, nicht wahr?

Missetat vollbracht: Die Rohfassung von „Das Erbe 2“ ist fertig!

Am Samstagabend habe ich den Epilog von „Das Erbe der schwarzen Magier II“ aka „Das Erbe 2“ geschrieben. Was im Herbst 2017 begann und mehr als 15 Monate wegen meines englischen Projekts pausieren musste, hat nun eine komplette Rohfassung. Dafür, dass ich mich im März so schwergetan hatte, wieder in die Geschichte reinzukommen und dafür, dass es nach dem April-Camp eher schleppend weiterging, lag ich am Ende doch besser in meinem Zeitplan als erwartet, wobei mir auch mein neuer Teilzeitvertrag und der Schreiburlaub in diesem Monat sehr zugutegekommen sind.

„Das Erbe 2“ umfasst momentan 47 Kapitel mit insgesamt ca. 622k Wörtern (kann sich in der Überarbeitung noch ändern), was deutlich kürzer ist als die Bände der „Bürde“ oder die „Königsmörderin“. Insofern hat sich meine Hoffnung, dass ich durch meine Erfahrungen mit dem englischen Projekt kürzerfassen kann, erfüllt. Die Charaktere haben natürlich allesamt noch ihre eigene Story in der Story, doch ich habe insgesamt das Gefühl, dass ich weniger schwafele und mehr auf den Punkt komme. Wenn man bedenkt, dass ich für das englische Projekt fünf Erzählcharaktere in ca. 200k je Band unterbringe, müsste ich bei „Das Erbe 2“ eigentlich bei 400k rauskommen, hätte ich es genauso machen wollen. Damit hätte die Geschichte aber das eingebüßt, was meine alternative Fortsetzung unter anderem ausmacht: dass die Handlungsstränge der jeweiligen Charaktere auch außerhalb der Haupthandlung exisitieren.

Mittlerweile habe ich für Teil 2 auch einen Titel gefunden:

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Schreibnews: Ich bin durch! Oder zurück aus dem Korrekturwahnsinn

Nach sieben Wochen DINA4-Zettelwirtschaft, unleserlichem in zwei leergeschriebenen Kugelschreibern resultierendem Gekritzel und jeder Menge Quality Time mit meinen Katzen als erfreuliches Nebenprodukt, ist es vollbracht:

Das Korrekturlesen der „Königsmörderin“ ist abgeschlossen.

So zügig und effizient war ich dabei selten und es hat sich keine Katastrophe aufgetan.

Sonea im Korrekturwahnsinn

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Der NaNoWriMo 2017 – Von Schreibwahnsinn mit Hindernissen, Turteltauben und badassigen Hauptcharakteren

Der Dezember ist schon wieder zur Hälfte um und ich habe es leider nicht früher geschafft, den Bericht zum NaNoWriMo zu schreiben. Kaum, dass die Wohnung weihnachtlich geschmückt war, die Reviews aufgeholt waren und der nächste Schreibmeer-Artikel (kommt übrigens am 20.) im Lektorat war, hat mich meine erste Grippe dahingerafft.

Jetzt versuche ich den ganzen Monat mitsamt der Vorbereitung, zu der ich keinen Artikel mehr geschafft hatte, noch einmal zusammenzukriegen.

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Der Vornovember

Der Vornovember

NaNoPrep und der ganz normale Wahnsinn

Die Blätter werden gelb, die Tage spürbar kürzer und kälter, das NaNo-Forum wurde gewipt und allmählich treiben sich dort wieder die üblichen Verdächtigen rum. Es ist Oktober – oder auch Vornovember* und die heiße Phase der Vorbereitung auf das größte Schreibevent des Jahres, der National Novel Writing Month (NaNoWriMo) hat begonnen.

Seit Montag kann man auf der NaNo-Seite seine Novel für den November anlegen, was ich auch sofort inklusive einer noch ziemlich behelfsmäßigen Synopsis getan habe. Die richtige Synopsis hat Zeit, bis das „Das Erbe 2“ mit den üblichen 800k Wörter und zwei bis drei Überarbeitungszyklen später (= ca. 2-3 Jahre) online geht. Dementsprechend groß ist inzwischen auch meine Vorfreude, wo ich wenige Tage zuvor noch mit einer halbgaren Storyline herumgekrebst bin auf der verzweifelten Suche nach meiner Motivation, während „The Project which may not be named“ trotz aller Ideenflashs, die der September brachte, noch immer in meinem Kopf herumschwirrte und schwirrt.

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Schreibnews: Der Startschuss für „Das Erbe 2“ ist gefallen

Seit dem Wochenende schreibe ich endlich offiziell an „Das Erbe 2“, der Fortsetzung der „Königsmörderin“, die im Spätsommer 2018 im Anschluss an „Yukai“ online gehen wird. Schon in der vergangenen Woche habe ich begonnen die Ideen, die seit Monaten bis Jahren in meinem Kopf herumspuken, nach Charakter sortiert aufzuschreiben. Wie so oft führt das zu Kaskaden mit weiteren Ideen und wie so oft sind es zu viele, um sofort als Szenen aufgeschrieben zu werden.

Und wie so oft klaffen riesige Lücken in der Storyline, geschweige denn, dass ich überhaupt annähernd damit beginnen könnte, die Handlungsstränge der einzelnen Charaktere in eine Struktur zu bringen. Aber das macht nichts. Ich bin ja Discovery Writer und kein Planer. Nur, dass mich die Fülle an Ideen häufig so überfordert, dass die Outline ein Abfallprodukt gratis mitkommt. Schließlich kann ich nur eine nach der anderen aufschreiben.

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Jahrestags-Edition: Jahrestag trotz Fremdfangirlen – geht das? #Humor #Fangirlprobleme

Der 11. August ist der Tag, an dem ich, für nicht-fangirlende Menschen vermutlich nicht nachvollziehbar, den Jahrestag mit meinem Lieblingscharakter aus Black Magician feiere, dem mein Fangirlherz seit jenem Tag im Sommer 2009 gehört. Für gewöhnlich kleide ich mich ihm zu Ehren an diesem Tag komplett schwarz (etwas, was ich als hitzeempfindlicher Mensch in dieser Jahreszeit eigentlich vermeide), höre Musik aus jenem Sommer und lese abends Szenen aus „The High Lord“ und trinke dabei ein Glas Anurischen Dunkelwein – pardon, den Wein, den ich als Äquivalent dazu betrachte.

Es mag seltsam klingen, doch für mich ist dieser Tag sehr wichtig. Die Black Magician Trilogy und ganz besonders Akkarin haben damals vor acht Jahren etwas in mir verändert. Ich nenne es immer gerne und ein wenig flapsig meine post-pubertäre Fangirlphase, hatte ich diese Eigenheit mit fünfzehn Jahren doch abgelegt, weil ich ja „erwachsen“ war. Die Wahrheit ist, dass mir in den zwölf Jahren, die verstreichen sollten, bis es mich wieder erwischt, etwas gefehlt hat. Und seit jenem Tag fangirle ich dauerhaft und fühle mich dadurch sehr viel lebendiger.

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Missetat begangen – „Die Königsmörderin“ ist fertig

Missetat begangen – „Die Königsmörderin“ ist fertig

Nach etwas mehr als anderthalb Jahren, 831k Wörtern* und 56 Kapiteln ist es vollbracht: Die Rohfassung der ’Königsmörderin’ ist abgeschlossen und überarbeitet. Damit ist dieser erste Teil von „Das Erbe der schwarzen Magier“ von seinem Umfang her etwa gleichauf mit den Teilen der Vorgängertrilogie „Die Bürde der schwarzen Magier“. Also wieder reichlich Lesestoff.

Alles begann Anfang September 2015. Seitdem habe ich mit einigen Unterbrechungen an diesem ersten Band meiner zweiten Trilogie, die Black Magician auf alternative Weise fortsetzt, geschrieben. Darunter mehr als drei Monate Korrekturlesen von Band 3 der ersten Trilogie (Yukai) und, drei CampNaNoWriMos, in denen ich mich der Schwarze-Sonnen-Trilogie gewidmet habe und hier und da kleinere Unterbrechungen. Mehr als die Hälfte (ca. 470k) habe ich in den offiziellen NaNoWriMos 2015 und 2016 geschrieben.

Wo ’Yukai’ die Handlung ein wenig von der Gilde fortgeführt hat, ist diese in der ’Königsmörderin’ wieder in einem zentraleren Fokus. Trotzdem gibt es eine nicht gerade unwichtige Handlung in Sachaka, die sich durch die gesamte Trilogie ziehen wird. Es gibt jede Menge Action und Humor, ein in einer D/s-Beziehung lebendes Hauptpair, das sich selbst nicht so ganz ernstnimmt und das mit zwei schlimmen Kindern und einem verrückten Diener in einer Residenz lebt, einen Barney Stintson der Magiergilde, ein zwielichtiges Comeback, ein langersehntes Wiedersehen, unerwartetes Fremdflirten, sachakanische Cachikas und jede Menge Tote, die Gilde erschütternde Skandale und einen sie spaltenden Streit – und einen neuen Antagonisten. Und wahrscheinlich noch so einiges andere, das mir gerade nicht einfällt.

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CampNaNoWriMo 2017 – Das kürzeste Camp ever

CampNaNoWriMo 2017 – Das kürzeste Camp ever

Ja, damit habe ich mich dieses Mal selbst überrascht. Ich war mit dem Camp fertig, bevor man seinen Wordcount überhaupt validieren konnte. Das ist mir bis jetzt noch nicht passiert. Auch nicht bei einem Überarbeitungscamp. Ich wusste gar nicht, wie ich mit einem solchen Luxusproblem umgehen sollte. Ok, strenggenommen gibt es noch ein paar kleine Todos, die ich aber bewusst geschoben habe.

Aber der Reihe nach.

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Der Zorn der schwarzen Sonnen – Textauszug aus der Überarbeitung #CampNaNoWriMo

Der Zorn der schwarzen Sonnen – Textauszug aus der Überarbeitung #CampNaNoWriMo

Dieses Mal spare ich mir umständliche Zwischenupdates zum CampNaNoWriMo, wie sonst gerne schon einmal auf Facebook gepostet, und gebe euch einen kleinen überarbeiteten Textauszug aus „Der Zorn der schwarzen Sonnen“.

Die Szene ist noch nicht hundertprozentig perfekt, über die meisten Szenen werde ich diesen Monat noch mindestens einmal drübergehen, aber sie ist in einem Zustand, den ich bereit bin sie auf euch loszulassen, damit ihr einen ersten Eindruck erhaltet. Die Szene dreht sich um den berüchtigten Harrel, den Akkarin zu Soneas Unterricht in schwarzer Magie mitgebracht hat. Im Buch habe ich mich immer gefragt, was mit diesem passiert, und da ich finde, dass Soneas Unterricht eine gute Möglichkeit ist, die Wandlung Akkarins und ihrer Beziehung näher zu beleuchten, habe ich mich ein wenig näher damit beschäftigt.

Viel Spaß beim Lesen!

Der Harrel scharrte in seinem Käfig, kaum dass Akkarins Lichtkugel in den Raum schwebte. Stroh und Köttel lagen in der Ecke verstreut, in der er den Käfig deponiert hatte. Bis jetzt hatte er Sonea an Takan und an Wasser üben lassen. Auch die Pflanze hatte sie mittlerweile getötet. Den Harrel hatte Akkarin sich bis zuletzt aufgespart. Er wäre das einfachere Übungsobjekt gewesen, doch für seinen Geschmack kam er von allen nichtmenschlichen Versuchsobjekten dem Menschen am nächsten. Für das, was Akkarin damit beabsichtigte, zog er es vor, dass Sonea sich bis dahin an ihre neue Fertigkeit gewöhnt hatte.

Seinen Willen ausstreckend ließ er den Käfig auf den Tisch schweben. Takan hatte sich wiederholt beschwert, dass Akkarin den Harrel in einem Käfig in seinem Keller hausen ließ. Seiner Ansicht nach war das nicht artgerecht. „Entweder Ihr sorgt dafür, dass ich ihn kochen kann, oder Ihr lasst ihn frei“, hatte er erklärt. „Ich bin es leid, jeden Tag seinen Dreck wegzumachen, damit Ihr Lady Sonea in einem sauberen Raum unterrichten könnt.“

Auch an diesem Tag hatte Takan den Dreck entfernt. Mittlerweile hatte das Tier jedoch neuen verursacht.

Den Harrel betrachtend seufzte Akkarin innerlich. Er erinnerte sich noch zu gut an einen Takan, der es nicht übers Herz gebracht hatte, ein Tier zu töten. Ein totes Tier zuzubereiten, war für ihn eine Sache, es zu töten oder zu quälen eine andere.

Eine halbe Stunde später, die Akkarin einige der Bücher aus der Truhe konsultiert hatte, betrat Sonea den Keller.

Akkarin hob eine fragende Augenbraue. „Hast du alle Hausaufgaben gemacht?“

„Ja, Hoher Lord.“

„Auch die, die nicht für morgen sind?“

Sie hielt seinem Blick mit unterschwelliger Sturheit stand. „Ich habe heute in der Mittagspause angefangen.“

„Gut.“ Akkarin wies auf den Stuhl vor seinem Versuchstisch. „Setz dich. Wir fangen gleich an.“

Ihre Augen leuchteten, als sie sich setzte und zu ihm aufsah. „Was werdet Ihr mich heute lehren?“

Akkarin wies auf den Käfig. „Heute gehen wir in den Versuchen am lebenden Objekt eine Stufe weiter.“

Das Leuchten erstarb.

„Du solltest erfahren einmal geübt haben, wie es sich anfühlt, die komplette Magie aus einem anderen Wesen zu nehmen.“

Sie nickte ernst. „Dann lasst es uns hinter uns bringen“, sagte sie entschlossen.

„Nimm das Messer. Du weißt, was zu tun ist.“

Sonea öffnete die Schatulle, in der er seinen Dolch aufzubewahren pflegte. Es war seltsam, sie tun zu sehen, was für gewöhnlich er selbst – und hin und wieder Takan – tat. Behutsam schlug sie den schwarzen Samt zurück und hob die Klinge heraus.

„Der Käfig lässt sich von oben öffnen. So kannst du verhindern, dass er dir entwischt.“

Sie nickte nur und öffnete den Käfig. Der Harrel verstärkte seine Bemühungen, dem Käfig zu entkommen, doch Sonea reagierte instinktiv und drückte ihn mit einer magischen Barriere nach unten.

„Gut“, sagte Akkarin. „Jetzt schneide ihn. Du wirst tiefer schneiden müssen, als bei einem Menschen. Unter dem Fell ist seine Haut sehr dick.“

Der Harrel quiekte und fiepte panisch, als wisse er, was geschehen würde, als Sonea die Klinge herabsenkte. Soneas Zögern bemerkend sagte Akkarin: „Nimm nur ein wenig seiner Energie. Nutze die Erfahrung, um den Unterschied zwischen magisch begabten Personen und normalen Lebewesen zu spüren.“

Gespannt beobachtete er, wie Sonea den Kopf des Harrels herabdrückte. Ihre kleinen, schlanken Finger teilten das Fell des Tieres, dann machte sie einen kleinen Schnitt im Nacken. Der Harrel quiekte und bäumte sich unter der magischen Barriere auf. Sonea legte das Messer beiseite und legte ihre Hand auf den Nacken des Tieres.

Akkarin stieß sich von dem Regal ab, an dem er gelehnt hatte, und berührte ihre Schläfen. Sie zuckte kaum merklich zusammen.

– Entspann dich.

Sie gehorchte augenblicklich.

Bemerkenswert, dachte Akkarin. Wann hatte es angefangen, dass seine Worte nicht nur bewirkten, dass sie tat, was er von ihr verlangte, sondern auch einen Effekt auf ihr Befinden hatten?

– Ertaste die Energie in dem Tier.

Sonea dehnte sich in ihrer Quelle aus und driftete durch den Riss unter ihrer Hand in den Körper des Harrels. Akkarin beobachtete, wie sie sich der Lebensenergie des Tieres bewusst wurde. Sie war schwach und auf eine Weise diffus verteilt, die sich von jener der Menschen unterschied.

– Sehr gut, sandte er. Jetzt nimm ein wenig davon. Aber so, dass du ihn nicht umbringst.

Ihre Kontrolle war für diese Aufgabe inzwischen weit genug fortgeschritten. An Takan hatte Akkarin sie gelehrt, wie sie wenig Magie durch eine große Öffnung und viel Magie durch eine winzige Öffnung ziehen konnte.

Dieses Mal bestand die Herausforderung darin, die diffus verteilte Magie zu fassen. Behutsam nahm sie ein wenig der Energie und zog sie in ihre eigene Quelle. Es war mehr, als Akkarin beabsichtigt hatte, jedoch war noch genug übrig, um den Harrel am Leben zu lassen.

– Und jetzt noch einmal. Halbiere die Menge.

Sie gehorchte wortlos. Dieses Mal stellte sie sich geschickter an. Unter ihr entspannte sich der Harrel, nur um wieder nervös zu werden, sobald sie den Kraftfluss stoppte.

Akkarin ließ sie den Vorgang noch zweimal wiederholen, dann ließ er von ihr ab.

„Sehr gut, Sonea. Du hast ein Gefühl dafür bekommen, wie man sich an einer tierischen Quelle stärkt. So, wie das Stärken an unwilligen Quellen, solltest du diese Möglichkeit jedoch nur in Betracht ziehen, wenn dir keine andere Wahl bleibt.“

„Ich verstehe“, sagte sie ernst.

Akkarin wies zu dem Käfig, wo der Harrel sich vor Erschöpfung zusammengerollt hatte. „Und jetzt bring es zu Ende.“

Sie starrte ihn an. „Aber er ist ein unschuldiges Tier!“

„Das gerade zugunsten deines Unterrichts gelitten hat.“

„Es würde sich doch wieder erholen nicht wahr?“

„Das würde es. Doch ich will, dass du es tötest.“ Akkarin lächelte humorlos. „Zudem redet Takan seit Tagen davon, wieder einmal Harrelragout kochen zu wollen. Ich nehme an, weil er es leid ist, den Keller zu fegen.“

Sie schnaubte. Offenkundig missfiel ihr sein Humor noch immer häufig. „Nur, um das klarzustellen: Ich tue das nicht, um Takan einen Gefallen zu tun, sondern damit das arme Tier nicht noch öfter unter mir leiden muss.“

Akkarin spürte, wie ein unfreiwilliges Lächeln an seinen Mundwinkeln zerrte. Was ihn betraf, so hatte er ihren Humor zu schätzen gelernt.

„Aus welchen Motiven du es tust, ist mir egal. Ich will nur, dass du es tust.“

Ihre dunklen Augen wanderten zu seinen. Dann legte sie schweigend erneut die Hand auf das Fell des Harrels.