Schlagwort: The Black Magician Trilogy

Von missglückten Aprilscherzen, nackten Tatsachen und echten Zukunftsplänen

Die besten Lügen sind bekanntlich jene, die mit einem Hauch Wahrheit gespickt sind. Ich bin kein Mensch, der lügt, aber am 1. April erlaube ich mir hier gerne mal eine Ausnahme und lasse meinen inneren Schalk raus. Weil es immer wieder Spaß macht. Letztes Jahr habe ich ja anscheinend einigen mit meiner Ankündigung, von nun an nur noch Lightbringer-Fanfiction zu schreiben, einen Schrecken eingejagt – etwas womit ich so überhaupt nicht gerechnet hatte.

Der böse Aprilscherz: Was bisher geschah

Auch dieses Jahr versuchte ich es mit einer Halbwahrheit. Die Idee kam mir spontan, nachdem ich am Abend zuvor per Post Rückmeldung von einer Testleserin meines englischen Projekts erhalten hatte. Jene Testleserin (zweisprachig aufgewachsen) hat sich so sehr für mein gutes Englisch begeistert, dass der Ostersamstag zu einer kleinen Feier ausartete. Und diese freudige Begebenheit veranlasste mich Ostersonntagmorgen spontan zu folgendem Aprilscherz:

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Fan zu sein bedeutet nicht, das Hirn abzustellen

Von überarbeiteten Rezensionen und warum es wichtig ist, reflektiert zu sein

Nachdem Blood Mirror, der vierte Band der Lightbringer-Reihe, mich auf Grund mäßig entwickelter Storylines und nicht nachvollziehbarer Charakterentwicklung (bis auf eine einzige Ausnahme) derart angefixt hat, dass ich nach langem Überlegen meine Rezension überarbeitet und das Rating drastisch heruntergestuft habe, wurde mir klar, dass ich viel zu lange über Schwachstellen meiner Lieblingsbücher hinweggesehen habe. So leidenschaftlich ich meine Lieblingsbücher verteidige, wenn sie zu unrecht zerrissen werden, so sehr habe ich die mir bewussten Schwächen mit einem Schulterzucken abgetan und dem Buch fünf Sterne gegeben, selbst wenn die Schwächen essentiell waren.

So auch mit The Black Magician Trilogy, meiner Lieblingsbuchreihe aller Zeiten und dem Stoff, aus dem meine Fanfictions sind. Längen? Logikfehler? Charaktere, deren Verhalten auf die Story hingebogen wird? Gibt es, aber Hauptsache, die Bücher erzeugen Fangirlgefühle und der Schreibstil ist schön. Das Ende ist so ziemlich jeder Hinsicht unterirdisch? Geben wir The High Lord doch trotzdem fünf Sterne, weil ich Akkarin so sehr liebe und er hier unglaublich ehrfurchtgebietend ist. Und natürlich wiegt das jede Kritik auf. Selbst das unsägliche Ende.

Ich kann und will das so nicht fortführen. Es fühlt sich falsch an, die Augen vor Schwächen und Fehlern zu verschließen und diese nach außen schönzureden, nur weil ich diese Bücher so abgöttisch liebe. Bei Menschen funktioniert es ja auch. Und bei Büchern, die ich nicht mag. In Reviewantworten diskutiere ich diverse Schwächen von Black Magician seit ich auf Fanfiktion.de veröffentliche, also seit mehr als vier Jahren. Weil diese Schwächen viel zu häufig in meine Fanfictions intervenieren und ich eine plausible Erklärung finden oder in ganz harten Fällen den Canon zugunsten der Logik missachten muss, komme ich gar nicht daran vorbei. Die alten Rezensionen auf meinem Blog reden all dies schön und übersehen außerdem noch einige wichtige Punkte. Als ich das neulich gesehen habe, habe ich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

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Wir haben eine Verantwortung

Wir haben eine Verantwortung

Von Wahlen und warum aktuelle Themen in Geschichten so wichtig sind

Am vergangenen Sonntag waren Bundestagswahlen. Und bei dieser Wahl hat die Demokratie verloren. Wie die CDU, die trotz herber Verluste den Regierungsauftrag erhalten hat. Oder die FDP, die mit mehr als 10% Stimmen ihren Wiedereinzug in den Bundestag feiern konnte. Von der SPD einmal ganz zu schweigen. Und auch die 87% der Wähler, die nicht AfD gewählt haben, haben nicht gewonnen. Und ganz sicher nicht die 13%, die AfD gewählt haben. Tatsächlich sind Letztere sogar am meisten zu bedauern.

Die AfD – und das ist auf eine pessimistische Weise nüchterne Realität – ist der einzige Sieger bei dieser Wahl. Denn sie haben bekommen, was sie wollten: das Fortschreiten der Spaltung des Landes und Sitze im Bundestag.

Wer in Geschichte aufgepasst hat, wird sich gewiss an eine ähnliche Situation vor mehr als 80 Jahren erinnern, die ähnlich anfing und alles andere als gut ausging. Auch damals hatten die etablierten Parteien rekordverdächtig schlechte Ergebnisse eingefahren und der Rechtspopulismus war seit Jahren auf dem Vormarsch. Dass wir um diese Situation wissen, dass so viel mehr Menschen als damals Zugang zu Bildung und Aufklärung haben, dass wir dieses finstere Kapitel in unserer Geschichte aufarbeiten hätte ein solches Erstarken der AfD verhindern sollen. Aber das hat es nicht.

Wir können und jetzt lange und ausführlich darüber aufregen. Wir können weinen und den drohenden Untergang der Demokratie beklagen. Wir können uns darüber aufregen, wie 13% der Wähler (ca. 4 Millionen Deutsche) so dumm sein können, eine faschistische, autoritäre und rechtsradikale Partei in Kauf zu nehmen, um „es der Regierung mal so richtig zu zeigen“, wo es doch so viele andere kleine Parteien gibt, die man wählen kann, wenn man mit den großen unzufrieden ist. Wir können gegen Alexander Gauland wegen seiner im Stil von Joseph Goebbels gehaltenen Wahlrede wettern (Stichwort „Wir werden sie jagen“). Wir können gegen die AfD und ihre Wähler hetzen. Wir können Schwarzmalerei betreiben, was in vier Jahren sein könnte (oder auch schon früher, wenn die Spaltung des Landes vielleicht bald so sehr in die Politik übergreift, dass welche Koalition auch immer entsteht, diese es nicht bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode machen wird).

Aber es wird nichts helfen. Manchmal erreicht man einen Punkt, an dem man mit gesundem Menschenverstand nicht mehr weiterkommt.

Wir müssen aufpassen, dass wir dieses Land nicht noch weiter spalten, indem wir unsererseits Hass und Hetze gegen Rechts verbreiten. Indem wir gegen die AfD wettern (was hin und wieder durchaus legitim ist), geben wir ihnen genau die Aufmerksamkeit, die sie wollen und brauchen. Es ist ein bisschen wie mit den Trollen im Internet, nur dass diese harmlos sind.

Stattdessen sollten wir für genau das einstehen, was die AfD abschaffen will: Freiheitlichkeit, Gleichberechtigung, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe, Weltoffenheit. Wir haben eine Verantwortung uns und unserem Land gegenüber. Jeder kann dazu beitragen.

Als Autorin liegt mir dieses Thema ganz besonders am Herzen. Indem man Geschichten schreibt und sie der Welt zugänglich macht, verbreitet man seine eigene Ideologie und steckt andere damit an. Unsere Geschichten sind unsere selbstgemachte Propaganda. Mit ihnen können wir gebrochene Herzen heilen, neue Perspektiven aufzeigen und Hoffnung spenden. Mit ihnen können wir anderen Menschen helfen, ihren Horizont zu erweitern und sie dazu bringen, Thematiken zu hinterfragen und über die eigenen Werte und Moralvorstellungen zu reflektieren.

Als Autorin sehe ich mich daher in der Verantwortung, Werte zu vermitteln, die für unser Miteinander essentiell sind. Ich bin zwar ’’nur’’ Fanfiction-Autorin mit nur wenigen Lesern, von denen vermutlich nur ein Bruchteil diesen Blog liest*. Doch auch meine Ideen von Freiheitlichkeit, Gleichberechtigung, Toleranz, Nächstenliebe etc. fließen seit Jahren in meine Geschichten ein, auch wenn diese jetzt nicht super politisch sind. Aber allein, dass die Charaktere in meinen Geschichten diese Werte leben und in entsprechenden Strukturen denken und etwas zu bewegen suchen, hat das Potential etwas zu bewirken. Es ist eine Chance.

Canavans Bücher mögen viele Schwächen haben, aber in Bezug auf aktuelle Themen, bietet die Black Magician Trilogy eine gute Grundlage, um sich mit diesen auseinanderzusetzen – etwas, das ich an diesen Büchern sehr schätze. Zahlreiche andere Bücher tun dies natürlich auch, aber Black Magician ist nun einmal mein Fandom und das, wo ich mich am besten auskenne. So thematisieren sie unter anderem Homosexualität in einer konservativen Gesellschaft und die Kluft zwischen Arm und Reich und damit verbundene Ausgrenzung, soziale Ungerechtigkeit und Vorurteile etc. pp. Sonea, der weibliche Hauptcharakter, und Rothen, ein weiterer Hauptcharakter, sind beides sehr mitfühlende Menschen. Sonea kommt aus den Slums und wünscht sich ein besseres Leben für die Menschen dort und schließt sich der Gilde an, um ihnen zu helfen. Damit dies überhaupt geschehen kann, nimmt Rothen sich ihrer an und gibt ihr eine Perspektive. Er hilft ihr, ihre Vorurteile gegenüber der Gilde abzulegen, so wie die Magier auch nach und nach ihre Vorurteile gegenüber Sonea ablegen (zumindest in Teilen). Im späteren Verlauf der Trilogie verteidigt Sonea, was ihr lieb und teuer ist, während die übrigen Magier in ihren konservativen Denk- und Handlungsmustern gefangen bleiben und damit ihren eigenen Untergang heraufbeschwören. Hier zeigen die Bücher sehr deutlich, was passiert, wenn man sich von den eigenen Ängsten leiten lässt und erst dann wieder zu Verstand kommt, wenn es zu spät ist. Dannyl, ein weiterer Hauptcharakter, kämpft derweil mit seiner sexuellen Identität, die er jahrelang unterdrückt hat, um in seinem konservativem Umfeld zu überleben.

In meinen Geschichten (sowohl der alternativen Fortsetzung als auch Akkarins Trilogie) spinne ich diese Themen fort. Sonea tut, was seit Generationen keine Magierin mehr getan hat: Sie wählt die Kriegskunst als Disziplin – bislang eine Männerdomäne. Sie tut es aus der Überzeugung heraus, dass dies der beste Weg ist, um die ihr gegebene Macht zum Schutz ihres Landes einzusetzen. Sogar in Gefangenschaft und ihrem größten Feind ausgeliefert, tut sie alles, um die Gilde zu schützen. Emanzipation ist gerade bei ihr ein wiederkehrendes Thema. Akkarin stellt sich als Feminist und unkonventioneller Denker heraus, der auf subtile Weise gegen das System rebelliert. Der König beginnt endlich, die Slums zu einem lebenswerteren Ort zu machen und den dort lebenden Menschen eine Perspektive zu geben. Und selbst die Gilde fängt an, sich gegenüber der Unterschicht zu öffnen und fördert die Integration der Novizen, die sie nun auch von dort rekrutiert. Nicht wenige meiner OCs sind homo- oder bisexuell – nicht, um eine Quote zu bringen, sondern weil ich beim Schreiben plötzlich wusste, dass sie es sind. Weil es normal ist, und genau so behandele ich sie. Die Frauen – selbst jene, die in einem patriarchalischen Land wie Sachaka leben – wissen in den meisten Fällen ziemlich genau, was sie wollen, und bekommen ihren Willen auf die eine oder andere Weise. Im aktuellen Teil „Das Heiligtum von Yukai“ geht es zudem um das Beenden eines Krieges und Völkerverständigung – und darum, wohin Hass führen kann. Im zehn Jahre später spielenden Teil „Die Königsmörderin“, der in ca. einem Jahr online gehen wird, geht es unter anderem um Flüchtlingsproblematiken. In dem Teil, an dem ich seit ein paar Wochen arbeite, wird sich wiederholende Geschichte und der Umgang damit eines der Leitthemen sein.

Und natürlich geht es darum, Verallgemeinerungen zu vermeiden, die trotz aller Praktikabilität gefährlich sind: Nicht alle Bewohner der Slums sind Verbrecher. Nicht alle Adeligen sind arrogant und herablassend. Nicht alle Ashaki sind böse und behandeln ihre Sklaven schlecht. Nicht alle Magierinnen der Verräter sind militant. Die Duna sind kein Volk von Barbaren, nur weil sie Nomaden sind und andere Sitten haben etc. pp.

All diese Themen haben eine wichtige Gemeinsamkeit: Es sind aktuelle Themen, die auch in dieser Welt wieder und wieder diskutiert werden. Und weil sie so aktuell sind und so heiß diskutiert werden und die Probleme unserer Gesellschaft widerspiegeln, ist es nahezu unvermeidlich, dass sie nicht in Geschichten einfließen. Oft geschieht unbewusst, als Folge einer vorangegangenen Situation oder eines Konflikts innerhalb der Story. Mir macht es Spaß, mich damit auf schriftstellerischer Ebene auseinanderzusetzen, ganz besonders wenn ich den Bezug zur Realität herstelle, denn es gibt mir eine Möglichkeit, meine eigene Meinung auf abstrakter Ebene zu diskutieren und einzubringen. Eine Meinung, die von anderen gelesen wird und die im Idealfall eine Auseinandersetzung bei diesen Menschen bewirkt. Eine Meinung, die ich mir von nichts und niemandem verbieten lasse. Eine Meinung, die unter einer AfD-Regierung verboten würde – dazu braucht man nur einmal einen Blick in das Wahlprogramm der Partei zu werfen.

Ich kann in meinen Geschichten weder alle wichtigen Themen behandeln, noch kann ich Lösungen bieten (bei Dannyl ist das z.B. nahezu unmöglich gesellschaftlich als „Knabe“ akzeptiert zu werden, weil ich eine konservative Gesellschaft nicht mal eben innerhalb weniger Jahre tolerant und offen machen kann). Oft kann ich nur die Problematiken herausarbeiten und darstellen, wie die Charaktere damit kämpfen. Ich habe weder Politik noch Sozialwissenschaften oder Psychologie studiert. Ich verfüge nur über die Denkstrukturen eines Physikers und meinen gesunden Menschenverstand und meinen links-grün-versifften Idealismus. Doch ich hoffe, dass meine Geschichten dazu anregen, sich mit all diesen Themen auseinanderzusetzen, zu reflektieren und den eigenen Horizont zu erweitern. Es mag nicht viel sein, aber es ist ein kleiner Beitrag gegen Intoleranz und rechtes Gedankengut. Und vielleicht genügt das, um einige wenige Menschen zu erreichen. In Zeiten wie diesen ist es wichtiger denn je. Dabei sollte es eine Selbstverständlichkeit sein.

Für mich war es immer normal, diese Themen in meine Geschichten einzubringen. Weil sie zum Leben dazu gehören, weil sie normal sind. Aber vielleicht befinden wir uns momentan in einer Zeit, in der es umso wichtiger ist, uns das ins Gedächtnis zu rufen und ein Stück weit zu leben, was die Helden unserer Lieblingsgeschichten uns vorleben.

Mir brennt dieses Thema schon sehr lange auf der Seele, doch ich habe immer die Füße stillgehalten, weil ich meinen Blog nicht für politische Diskussionen missbrauchen will. Aber nach diesen Wahlen sehe mich in der Pflicht, als Autorin Stellung zu beziehen. Die AfD ist eine Partei, die wenn sie an die Macht käme, Einfluss auf die Meinungsfreiheit ausüben wird, und damit auch auf das Geschriebene Wort. Ich hoffe sehr, dass von nun an genug in diesem Land passieren wird, dass solche Artikel nicht zur Regelmäßigkeit werden müssen. Doch damit dies geschieht, dürfen wir uns auf den 87% nicht ausruhen.

Deutschland ist unser Land. Nicht das von Herrn Gauland und auch nicht von seiner Partei. Es ist das Land in dem Menschen anderen Menschen helfen, wenn sie vor unserer Tür stehen und Hilfe brauchen. Es ist das Land, in dem Menschen Herrn Boateng gerne als Nachbarn hätten. Es ist das Land, das mit der Ehe für Alle einen weiteren Schritt ins 21. Jahrundert getan hat. Es ist eines der wohlhabendsten und fortschrittlichsten Länder der Erde. Wir können uns glücklich schätzen, hier zu leben. Es liegt an uns, ob wir wahren, was wir und unsere Eltern und Großeltern sich in den vergangenen 60 Jahren erkämpft haben, oder ob unser Land zu einem Vierten Reich wird. Es liegt an uns, an unserem Verhalten und unseren Entscheidungen. Wir haben die Verantwortung.

[* Der aktuelle Teil meiner alternativen Fortsetzung hat 156 Favoriteneinträge auf Fanfiktion.de. Wie viele davon tatsächlich lesen, weiß ich nicht, noch kenne ich die Zahl jener, die lesen und keinen Account haben.]

Monatsrückblick März: Frühlingserwachen

Monatsrückblick März: Frühlingserwachen

Ich kann kaum glauben, dass seit meinem letzten ernsthaften Blogartikel ein Monat vergangen ist. Ich dachte immer, der Februar sei kurz, aber der März ist nur so dahingeflogen.

Im vergangenen Monat ist so viel passiert, wie in sonst nicht einmal in einem Jahr. So kommt es mir zumindest vor. Mein Leben ist immer noch dasselbe, die Veränderungen fanden in mir statt. Ich weiß nicht, ob es der Frühling ist, oder die Tatsache, dass ich mit Mitte 30 an einem Punkt bin, an dem ich mein bisheriges Leben bewerte und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Zukunft in Frage stelle. (Ich glaube übrigens, dass eine solche Evaluierung alle paar Jahre sinnvoll und wichtig ist)

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Monatsrückblick Februar – Karnevalseskapismus & Homecoming

Irgendwie ist der Februar einer dieser Monate, die viel zu schnell vergehen, und das nicht, weil er 2-3 Tage kürzer als die übrigen ist. Jetzt, wo ich den Monat Revue passieren lasse, fällt mir jedoch einiges ein, was sich in dieser Zeit in meinem Autorenleben getan hat. Insgesamt habe ich im Februar sogar recht viel geschafft, auch wenn ich insgesamt nicht so viele Kapitel überarbeitet habe, wie im Januar und Dezember. Aber Überarbeiten und eine Geschichte zu beenden ist eben mehr als nur Kapitel zu lesen und beim Lesen zu korrigieren.

Überarbeitungsstatus der ’Königsmörderin’

Auch diesen Monat konnte ich meinen Plan ein Kapitel pro Tag zu überarbeiten, nicht immer einhalten, was neben Arbeit und allgemeiner Müdigkeit auch davon abhängt, wie viel es bei einem Kapitel zu tun gibt. Da ich mich dem Ende nähere, gibt es in jedem Kapitel mehr zu tun, weil mehr Szenen angepasst oder aufgefüllt werden müssen. Die zweite Februar-Hälfte bestand weitgehend aus einer längeren ToDo-Liste für den Mittelteil, die vor dem Finale abgearbeitet werden wollte. Da ich nur die Mittagspausen und die zu kurzen Abende zur Verfügung hatte, zog sich das über eine Woche hin. Als ich anschließend mit den Folgekapiteln weitermachte, wurde mir schnell klar, dass für den weiteren Verlauf ein Brainstorming erforderlich war. Insbesondere für die Sachaka-Storyline, womit die letzte Februar-Woche dann auch gefüllt war.

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Liebster Award, die 3.

Liebster Award, die 3.

Mein Schreibmeer-Kollege Florian von Tintenfleck-Blog hat meinen Blog für den Liebster-Award nominiert, weil „die nicht nur grandiose Fan-Fiction schreibt, sondern auch sonst tolle Texte“. Das ist nun schon die dritte Nominierung, was mich wahnsinnig freut.

Folgendes wollte Florian von mir wissen:

1. Wenn ich schreibe, bekomme ich früher oder später immer Durst, weshalb das Wasserglas nie weit weg ist. Manchmal steht da neben mir aber auch Kaffee oder – in sehr seltenen Fällen – Tee. Wie ist das bei dir? Trinkst du etwas, wenn du schreibst? Was ist dein Schreibgetränk?

Beim Schreiben steht neben mir immer eine Kanne mit Kräuter- oder Schwarztee. Oft auch eine Flasche mit Wasser, aus der ich jedoch nur dann viel trinke, wenn mir zu warm ist und ich kein gefühltes „Loch“ im Magen habe. Hin und wieder trinke ich abends beim Schreiben auch ein oder zwei Gläser Wein, um meinen Autorenalkoholismus zu pflegen. Allerdings vertrage ich Wein momentan nicht mehr so gut und verzichte weitgehend darauf. Als Ersatz trinke ich nun häufig selbstgemachte, heiße Schokolade, was auch gut zur Jahreszeit passt.

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10 Dinge, die du nie zu einem Fanfiction-Autor sagen solltest

Nach 5 Fragen, die einen Fanfiction-Autor ankotzen und inspiriert von 10 Dinge, die du nie zu einem Autor sagen solltest auf www.schreibwahnsinn.de kommt nun meine Antwort.

Beim Lesen jenes Artikels habe ich wiederholt mit dem Kopf genickt. Auch kamen mir darüber Fragen und Sprüche in den Sinn, die mich meinerseits zuweilen in den Wahnsinn treiben. Daher beantworte ich im Folgenden einige der Fragen aus dem Artikel von Schreibwahnsinn, während ich andere Fragen ausgetauscht habe, wo ich fand, dass diese Themen mich mehr anfixen.

Der Inhalt dieses Artikels ist frei von der Leber weg. Denn anders wäre nicht authentisch.

1. Woher nimmst du deine Inspiration?

Gefühlt jeder Autor und jedes Interview, das ich für einen Blog gegeben habe, stellt mir diese Frage. Ich überlege Stunden um Stunden, nur um schließlich zu erkennen, dass ich auf diese Frage keine Antwort habe. Ich starre nicht stundenlang Bilder auf Pinterest an, ich höre nicht gezielt Musik, gehe nicht gezielt an einen bestimmten Ort oder was weiß ich. Die Ideen kommen. Manchmal in Verbindung mit Musik oder bestimmten Orten. Aber ich habe keine Kontrolle darüber, wann und wie sie kommen. Sie kommen einfach.

2. Wenn du deine Geschichte nicht (mehr) hochlädst, kannst du sie mir dann zumailen?

Aber sonst geht’s noch? Ich reiße mir doch nicht monatelang den Arsch auf, schreibe mir die Finger wund, überarbeite und korrigiere, um mich dann um die einzigen Reviews zu bringen, die die Geschichte vielleicht noch bekommen könnte, wenn ich sie eines Tages doch (weiter) hochlade. Ich verdiene kein Geld mit diesem Scheiß. Eure Anerkennung in Form von Reviews und Empfehlungen sind mein einziger Lohn für eure Unterhaltung.

Kleiner Randomfact: Wenn ich eine Geschichte pausieren lasse oder zögere, sie hochzuladen, jammern die am lautesten, die sonst mit Schweigen brillieren.

3. Mit welchem Programm/welcher Software schreibst du?

Unter Autoren eine sehr beliebte Frage. Die meisten benutzen irgendwelche fancy Programme wie Scrivener oder Papyrus mit gefühlten 1000 Features, die kein Mensch braucht, und die überdies ein Schweingeld kosten. So kommt es mir zumindest vor. Sie sind gewiss nützlich, aber ich bin da eher der pragmatische Typ. Vor ein paar Jahren hatte ich überlegt, mir Papyrus zu holen, doch mir war es bei der Demo schon zu viel Schnickschnack und die Benutzerführung war nicht sehr intuitiv. Mein Duden-Rechtschreib&Grammatik Plugin genügt mir völlig. Wenn ich Umgangssprache nutze oder zu lange Sätze schreibe, sagt mir das das Plugin. Und wisst ihr was? Manchmal sollen die Sätze lang sein. Und manchmal ist die Umgangssprache angebracht. Ich brauche auch keinen Zeitstrahl, dafür habe ich meine Pinnwand des Wahnsinns. Für nützliches Wissen rund um meine Geschichten und die Originaltrilogie habe ich ein Textdokument. Ich schreibe mit Open Office und bin damit seit Jahren verdammt glücklich. Es tut alles, was ich will, und es ist Open Source. Übrigens reagieren die meisten Autoren mit Unverständnis, wenn ich sage, dass ich für jedes Kapitel ein eigenes Dokument habe. Ich finde das übersichtlich. Und es erleichtert das Hochladen.

4. Ist es wie Twilight? Ist es wie Fifty Shades of Grey?

Gewiss gibt es noch andere Vergleiche. Aber gerade diese beiden fixen mich sehr an, weil ich von beiden nicht viel halte. Den Twilight-Vergleich hat mal ein Kollege gebracht, als ich ihn auf die Black Magician Trilogy anfixen wollte. Und die Fifty Shades des Grauens … dafür finde ich keine Worte. Wie oft wurden die Sexszenen meines Hauptpairs in der Vergangenheit damit verglichen! Ich kannte die Bücher zu jener Zeit nicht einmal und konnte mich nicht dazu äußern. Inzwischen kann ich es und ich kann über solche Aussagen nur den Kopf schütteln. Zum einen, weil die 50 Shades des Grauens aus mindestens 70% seichter Sexszenen bestehen, während mein Hauptpair alle paar Kapitel mal Sex hat und das ist in 90% der Fälle nicht einmal ausgeschrieben. Außerdem erweckte die Lektüre den Eindruck, dass E.L. James nicht wirklich weiß, was sie da tut.

PS: Es ist mir dennoch gelungen, den Kollegen auf die Bücher anzufixen und seine Vorurteile auszuräumen. Er fand hinterher sogar, dass Akkarin eine „ziemlich geile Sau“ ist. Mischief managed.

PPS: Und nur mal so am Rande: 50 Shades IST kein BDSM. Ein psychopathischer Sadist, der nur mit Frauen vögeln kann, die wie seine Mutter aussehen und sie stellvertretend für deren Verhalten bestraft, ist kein Dom. Und hier ein bisschen Fesseln und da ein bisschen Spanking machen noch lange keine Session. Und wenn wir schon beim Thema sind: Es braucht keine Fesseln und Spanking, um BDSM zu leben.

5. Kann man mit Fanfiction Geld verdienen?

Wenn eines Tages die Piraten an die Macht kommen, vielleicht. Bis dahin lebe ich von Ruhm und Ehre. Hallo? Es geht hier um Copyrights. Wenn du ein Buch schreibst und damit Geld machst, willst du auch nicht, dass andere es umschreiben oder ihre eigenen Fortsetzungen schreiben und dir deinen Anteil am Buchmarkt stehlen.

6. Wie gehst du mit negativen Reviews um?

Ich werfe eine Atombombe drauf.

Ok, ernsthaft. Ich rege mich auf und bin zwei Tage lang so richtig wütend. Ich schreibe direkt nach Erhalten des Reviews eine böse, böse Antwort. Aber ich schicke sie nicht ab. Ich schlafe darüber und formuliere die Antwort wieder und wieder um, bis ich es verantworten kann und sich mein Gemüt beruhigt hat. Und ich kotze mich bei befreundeten Autoren aus.

7. Wie gehst du mit Schreibblockaden um?

Ich lasse sie zu. Ganz ehrlich? Wenn ich nicht schreiben kann, macht es auch keinen Sinn es zu erzwingen. Scheiß drauf, was Schreibratgeber dazu sagen. Wenn die Worte nicht aus mir herausfließen, bringe ich nur tote und leblose Sätze zustande. Der Schreibprozess geht so langsam, dass es an Zeitverschwendung grenzt. Nicht schreiben zu können, hat eine Ursache, die man beheben muss. Bin ich gestresst, muss ich den Stress erst loswerden. Bin ich abgelenkt, muss ich die Ablenkfaktoren ausschalten. Ist mein Schreibort negativ behaftet, muss ich ihn wechseln. Habe ich keine Ideen oder weiß nicht, wie es in der Geschichte weitergehen soll, überarbeite ich ein anderes Projekt, gehe spazieren oder lese ein Buch. Es ist wichtig, etwas anderes zu machen, denn dann kommen Ideen und die Inspiration ganz von alleine zurück. In dem Artikel einer Schreibmeer-Kollegin hieß es, dass die Kreativität wie ein Garten ist. Manchmal muss man diesen verlassen, damit er wieder aufblühen kann.

8. Kannst du die Geschichte nicht komplett hochladen? Warum sind die Intervalle zwischen neuen Kapiteln so lang?

Nein und nochmals nein. Es gibt zwei Gründe für beides: Fertige Geschichten werden nicht mehr reviewt. Damit würde ich mich zugleich um die Chance bringen, Feedback zu den einzelnen Kapiteln zu erhalten, das jeder Fanfiction-Autor sich jedoch so dringend wünscht. Ohne detailliertes Feedback wissen wir nicht, was wir gut gemacht haben und wo wir uns noch verbessern können. Aber eine abgeschlossene Geschichte bekommt mit viel Glück alle paar Monate noch ein recht allgemein gehaltenes Review. Außerdem würde es dann Monate bis ein oder zwei Jahre dauern, bis der nächste Teil fertig ist. Denn an diesem schreibe ich gerade und ich werde einen Teufel tun, als eine unfertige Geschichte kapitelweise hochzuladen. Das kann nur schiefgehen. Denn während ich schreibe, bekomme ich oft Ideen für etwas, das ich in vorherigen Kapiteln noch ergänzen oder korrigieren muss. Da ist ein kompletter Band Vorlauf für ein vorzeigbares Endergebnis überlebenswichtig, zumal ich häufig unchronologisch schreibe. Außerdem habe ich keine Garantie, dass die Leser zwei Jahre auf den nächsten Teil warten. Die Abstände zwischen den Kapiteln sind so gewählt, dass sie diese Zeitspanne ausfüllen und ich selbst nicht in zeitliche Bedrängnis gerate. Denn neben dem Schreiben der Fortsetzung kostet das letzte Korrigieren der Kapitel und das Beantworten der Reviews Zeit. Irgendwann muss ich auch noch leben und Geld verdienen. Und weiterschreiben.

9. Welche Schreibratgeber verwendest du?

Dass man ohne Schreibratgeber kein ernstzunehmender Autor sein kann, ist auch so ein weitverbreiteter Irrglaube. Ich bin Chaos-Discovery-Writerin. Mit den meisten Schreibtipps kann ich nicht viel anfangen. Entweder sie entsprechen nicht meiner Arbeitsweise, die für mich funktioniert (Never change a running system), oder ich wende sie bereits intuitiv an. Manchmal muss ich dem Tipp sogar insgeheim widersprechen, was häufig daran liegt, dass sie viel zu allgemein sind oder nur auf bestimmte Fälle anwendbar sind, was der Tipp jedoch nicht besagt. Ja, haltet mich ruhig für arrogant. Ich schreibe das, was ich in einem Roman gerne lesen würde und orientiere mich daran, was ich in Büchern gut oder schlecht gelöst finde. Das läuft bei mir nach Gefühl und Intuition und damit bin ich bis jetzt verdammt gut gefahren.

10. „Wie schaffst du das, im NaNo so viel zu schreiben?“

Motivation durch die einzigartige Magie jenes Monats geschaffen durch Cabins während der Camps, tägliche Wordcounts (bringt viel mehr, als eigene Wortcounts) und das Forum im offiziellen NaNoWriMo. Der Rest ist Zeitmanagement. Einen Monat lang keine sozialen Verpflichtungen eingehen und Schlaf wird sowieso überbewertet. Morgens vor der Arbeit schreiben, in der Mittagspause, abends und am Wochenende. Und jede Menge Word Wars.

Bonusrunde: „Deine Geschichte ist ja auch wieder nur eine Fortsetzung, in der Akkarin überlebt.“

Das gängige Vorurteil gegen so ziemlich jede Geschichte in meinem Fandom, die sich an einem alternativen Ende versucht – da könnte ich echt im Kreis kotzen. Ich will nicht wissen, wie oft das dafür sorgt, dass meine Geschichte nicht einmal angeklickt wird.

Aber wisst ihr was? Meine Fortsetzung ist mehr als nur eine seichte Romanz mit einem weichgespülten Akkarin und einer pubertären Sonea. Meine Fortsetzung ist frei von sich ooc verhaltenden Charakteren und einseitigen Storylines. Und sie ist ganz sicher kein „Ich schreibe mal eben die Bücher um, weil ich dies und das scheiße finde, und mache alles besser als Canavan“.

Meine Fortsetzung ist sehr viel mehr als das. Sie führt den Stil der Bücher fort und entwickelt Charaktere und Handlung logisch weiter. Sie behandelt Themen, die Canavan nur angerissen hat oder mit Samthandschuhen anging, mit der Tiefe und Ausführlichkeit, die sie verdienen. Sie ist alles, was ich mir von einer offiziellen Fortsetzung gewünscht hätte.

Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Spaß beim Lesen. Vielleicht habt ihr euch ja in dem einen oder anderen Punkt wiedererkannt. Oder habt ihr ganz andere Sprüche, die euch als Autoren annerven?

PS: Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch darauf, repräsentativ für andere Fanfiction-Autoren zu sein.

Testleser gesucht!

Testleser gesucht!

Nachtrag vom 15. Juli 2016

Auf Grund der vielen Interessenten ist die Suche auch schon wieder beendet. Danke an alle, die sich gemeldet haben  <3

Ich habe lange überlegt, ob ich diese Ausschreibung machen soll, da ich andere Menschen nur ungern um etwas bitte, das Arbeit bedeutet. Und in diesem Fall würde das viel Arbeit bedeuten. Allerdings schlägt bei meiner Testleserin, der lieben Ela, mit der ich inzwischen seit zwei Jahren zusammenarbeite, das RL momentan ziemlich zu und ich möchte sie daher auch nicht mehr beanspruchen und auf die Nerven gehen, als unbedingt nötig.

Zudem schadet es bei zwei laufenden Geschichten gewiss nicht mehrere Testleser zu haben, damit nicht alles an einer einzigen Person hängenbleibt und jemand da ist, wenn einer mal nicht kann. Nicht zuletzt liest jeder anders und fokussiert sich auf andere Themen an der Geschichte. Daher, um meine Testleserin ein bisschen zu entlasten, und um meine Geschichten mit einem guten Gewissen zu veröffentlichen, suche ich nach Freiwilligen, die bereit wären, die fertig überarbeitete Fassung im Voraus zu lesen. Idealerweise sollten das Leser meiner bisherigen Geschichten sein. Mehr dazu auch weiter unten im Text.

Da ich meine Geschichten, bevor das allererste Kapitel online geht, mindestens zweimal in größeren zeitlichen Abständen überarbeite und Korrektur lese, und außerdem jedes Kapitel vor dem Hochladen noch einmal korrigiere, bin ich lange Zeit ohne ausgekommen. Zumal ich das erste Jahr auf FF.de nur eine laufende Geschichte hatte und ich pro Kapitel Feedback von den Lesern bekomme, was mir auch im Hinblick auf die noch unveröffentlichten Kapitel etwas bringt.

Allerdings gehen in den nächsten beiden Monaten die Fortsetzungen von meinen beiden laufenden Geschichten ’Die Bürde der schwarzen Magier’ und meiner Akkarin-Trilogie online und bei beiden bin ich trotz gründlicher Überarbeitung reichlich unsicher.

Anfang August startet Teil 3 meiner Fanfiction-Trilogie ’Die Bürde der schwarzen Magier’, Das Heiligtum von Yukai. Bis dahin sind es nur noch wenige Wochen und allmählich bekomme ich deswegen ernsthaft kalte Füße. Ähnlich wie zwei Jahre zuvor mit Teil 2, ’Die zwei Könige’, bin ich sehr unsicher, ob die Geschichte etwas taugt. Ganz besonders nach all dem Drama in ’Die zwei Könige’, das für mich überraschend so viele Leser mitgerissen hat, bin ich unsicher. Ich bin kein Fan davon, die Fortsetzung noch dramatischer, actionreicher, sexhaltiger, slapstickiger und bombastischer als den Vorgängerteil zu machen. In meinen Geschichten erzähle das, was erzählt werden will. Und das ist im Fall von ’Das Heiligtum von Yukai’ der weitere Verlauf des Konflikts zwischen Kyralia, Sachaka und Duna. Dabei geht es nicht mehr ausschließlich um die Gilde, sondern auch um die anderen Kriegsparteien und die Handlung ist voll mit Politik und Intrigen, wobei jeder sein eigenes Süppchen kocht. Während ich das spannend und wichtig für die Geschichte finde, habe ich keine Ahnung, inwiefern das die Leser interessiert und ob diese nicht eher auf die Pairings fixiert sind, die es mit ihren kleinen und großen Dramen hier natürlich auch wieder gibt. Allerdings eher als Schmuck an Nachthemd.

Einen derart komplexen Plot wie für ’Yukai’ habe ich noch nie zuvor geschrieben, doch er ist nötig, um die Handlung von ’Die Bürde der schwarzen Magier’ zu einem guten Abschluss zu bringen und die Brücke zur zweiten Trilogie ’Das Erbe der schwarzen Magier’ zu schlagen. Da das für mich Neuland ist, benötige ich dringend eine zweite Meinung zu diesem Band.

Außerdem startet im Oktober die Fortsetzung von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’, die momentan noch unter dem Titel Darker Than Black läuft, aber bis dahin wahrscheinlich in ’Schwärzer als die Nacht’ umbenannt wird. Auch zu dieser wäre mir eine zweite Meinung vorab wichtig.

An einen Testleser oder eine Testleserin stelle ich folgende Voraussetzungen:

  • Mindestalter 20 Jahre
  • Arbeitet zuverlässig und verantwortungsbewusst
  • Hat ’The Black Magician Trilogy’ (Die Gilde der schwarzen Magier) von Trudi Canavan gelesen und ist darin möglichst fit
  • Hat ausreichend Zeit
  • Besitzt Erfahrung mit Testlesen und/oder Fähigkeit zum analytischen Lesen und hat Freude daran
  • Ist diskussionsfreudig (nicht mit streitlustig zu verwechseln)
  • Ist idealerweise eine mir nicht völlig fremde Person, mit der bereits ein Vertrauensverhältnis besteht.

Testleser für ’Die Bürde der schwarzen Magier III – Das Heiligtum von Yukai sollten außerdem:

Die Geschichte startet am 2. August mit dem Epilog und ab dem 9. August mit einem neuen Kapitel mit Zwei-Wochen-Rhythmus. Weil es einige Kapitel dauert, den Plot aufzubauen, würde es mir genügen, wenn der oder diejenige die ersten 10 Kapitel bis dahin oder spätestens bis Ende August gelesen hat, damit ich dort auf der sicheren Seite bin. Trotzdem wäre es gut, wenn der Testleser die komplette Geschichte möglichst in einem nicht allzu langen, aber für ihn machbaren Zeitrahmen zu lesen, damit ich genug Gelegenheit habe, noch Änderungen vorzunehmen.

Testleser für ’Darker Than Black’ (’Schwärzer als die Nacht’) sollten außerdem:

  • Sehr gute Kenntnis von ’The Black Magician Trilogy’, insbesondere von Band 1 und Band 2 haben
  • Genug Zeit haben, um ca. 220k zu lesen

Es wäre schön, wenn ihr auch bei Unter tausend schwarzen Sonnen, das allmählich dem Ende entgegengeht, auf dem akutellen Stand wärt, weil man dann einiges besser versteht. Es ist jedoch kein Muss. U1000sS enthält naturgemäß hohe Anteile von physischer, psychischer und sexueller Gewalt und ich verstehe, wenn jemand das nicht lesen möchte. Bei Teil 2 mir vor allem wichtig, dass Akkarins Entwicklung nach Sachaka bis zu den Büchern konsequent ist und dass er in dem Teil, der während der Bücher spielt, als Akkarin wiedererkennbar ist.

Ihr könnt euch für eine oder beide Geschichten melden, wenn ihr euch das zutraut. Um mich selbst nicht zu überfordern, würde ich inklusive Ela nicht mehr als drei Testleser pro Geschichte wollen. Für den Augenblick wäre ich jedoch schon mit einer weiteren Person pro Geschichte zufrieden, da es mir in erster Linie um eine zweite Meinung geht.

Als Gegenleistung kann ich euch leider nur bieten:

  • Dass ihr die komplette Geschichte vor allen anderen Lesern lesen und in einem kleinen Rahmen darauf Einfluss nehmen könnt.
  • Betaarbeit bei euren eigenen Kurzgeschichten.
  • Widmung eines Oneshots, einer Kurzgeschichte oder einer Bonusszene.
  • Einen Wunsch-Oneshot zu ’The Black Magician’, gerne auch als Badfic.

Wenn ihr euch diesen Anforderungen gewachsen fühlt und ihr ernsthaftes Interesse und ausreichend Zeit habt, dann schreibt mir hier oder auf Facebook in die Kommentare oder schreibt mir eine Mail. Ein Like hier im Blog oder auf FB/Twitter könnt ihr mir gerne geben. Allerdings werde ich leider nicht als Interesse werten können.

Fünf Fragen, die einen Fanfiction-Autor ankotzen

… und was man darauf antworten kann

Die Idee für diesen Artikel kam mir schon vor einer ganzen Weile durch 5 Fragen, die Autoren zum Hals raushängen und was man auf sie antworten kann von Marcus Johanus (ein sehr empfehlenswerter Blog rund ums Thema Schreiben, ich hoffe es ist ok, wenn ich das hier verlinke). Ich schreibe zwar ’nur’ Fanfiction, aber auch ich bin nicht vor blöden Fragen gefeit. Oder besser gesagt: Weil ich Fanfiction-Autorin bin, bin ich mit dummen Sprüchen ganz besonders gebeutelt.

Daher möchte ich euch heute einmal vorstellen, was mich so richtig ankotzt.

Here we go …

1) Was bringt es überhaupt, über eine Welt zu schreiben, die nicht die eigene ist?

Auch wenn man in einer geliehenen Welt unterwegs ist, so tut man auch dort die Dinge, die jeder Autor tut, wenn er schreibt: Man verbessert seinen Schreibstil und lernt die essentiellen Dinge des Schreibhandwerks wie zum Beispiel den logischen Aufbau einer Story, das Erschaffen von Spannungsbögen, das Verweben von Handlungssträngen sowie die Entwicklung von Charakteren und ihre zwischenmenschlichen Konflikte. Außerdem man lernt mehr über die Konventionen und Besonderheiten des Genres, in dem man schreibt. Und man hat dabei auch noch jede Menge Spaß, weil man über das schreiben kann, was man liebt.

Legt man wie ich in seinen Fanfictions Wert auf Canontreue und Authentizität, lernt man außerdem sich an fixe Vorgaben zu halten. Das Original muss sehr genau recherchiert werden, wenn man die Fakten angemessen wiedergeben will. Die Charaktere wollen originalgetreu umgesetzt werden, was bedeutet, dass man sich sehr intensiv in sie hineinversetzen muss. Natürlich muss man bei eigenen Werken auch Recherche betreiben und sich in die eigenen Charaktere hineinversetzen. Doch es ist ein Unterschied, ob man den Charakter selbst erschafft und in ihn hineinwächst, als wenn er bereits existiert und man an gewisse Vorgaben gebunden ist. Dies erfordert eine ähnliche Empathie, als bei realen Personen.

Beide Aspekte können dem Fanfiction-Autor im Vergleich zu einem eigenen Werk Arbeit abnehmen. Geht man mit der entsprechenden Ernsthaftigkeit an die Sache heran, so ist dies außerdem eine ziemliche Herausforderung, weil man zahlreichen Einschränkungen unterworfen ist.

Doch auch Fanfiction erfordert hin und wieder das Erschaffen eigener Charaktere (OCs) und den Ausbau der Welt. Bei einem OC hat man mehr Freiheiten, als bei einem Canoncharakter. Mir persönlich ist es wichtig, meine OCs so zu schreiben, als hätten sie schon immer in dieser Welt existiert. Dasselbe gilt für das Worldbuilding. Besonders in Fantasywelten gibt es oft blinde Flecken auf der Landkarte oder Orte und Völker, die nur am Rande erwähnt werden. Beginnt man diese glaubhaft in seine Story zu integrieren, muss man sich Gedanken über Geographie, Klima, Kultur etc. machen. Aus diesen Gründen wird das Schreiben von Fanfictions von nicht wenigen Autoren gerne als Übung für den eigenen Roman betrachtet.

Nicht zuletzt entwickelt man sein schriftstellerisches Talent selbst dann, wenn man nur Schund schreibt. Aber um Schund zu schreiben, muss man keine Fanfiction schreiben.

2. Kann man damit überhaupt Geld verdienen?

Höchstens, wenn die Piraten eines schönen Tages an die Macht kommen und die Urheberrechte gelockert werden. Bis dahin werden Fanfictions in einer rechtlichen Grauzone bleiben. Oder man hat Glück und schreibt Star Wars Romane für George Lucas oder heißt G. Norman Lippert und die inoffizielle Fortsetzung von Harry Potter wurde bereits in mehrere Sprachen übersetzt.

Weil diese Antwort viele Leute irritiert, ganz so als müsste man mit seinem Hobby Geld verdienen, kommt an dieser Stelle oft folgende Bonusfrage:

2a. Stört dich das denn nicht?

Nein. Schreiben ist eine Leidenschaft, mit der ich kein Geld verdienen will, weil es dann zur Pflicht wird und mir die Freude daran verlorengeht. Ich habe einen Job, der mich erfüllt und durch den ich die nötige emotionale Distanz zum Schreiben bekomme, damit ich nicht irgendwann nur noch verbissen an meinen Stories arbeite und die Muse mich verlässt. So gerne ich auch einen ganzen Tag in fiktive Welten abtauche und in die Haut meiner Charaktere schlüpfe, so werde ich auch irgendwann etwas Banane im Kopf, wenn ich das über mehrere Tage am Stück praktiziere.

Seit ich vor zweieinhalb Jahren angefangen habe, meine Fortsetzung der Bücher Die Bürde der schwarzen Magier auf Fanfiktion.de zu veröffentlichen, habe ich unzählige Reviews erhalten, in denen die Leser mir schreiben, dass ich ihr Herz geheilt habe, das brach, als Akkarin in The High Lord starb. Andere schreiben mir, dass sie durch meine Geschichten ihre Liebe zu den Büchern wiederfanden, nachdem Canavan ihnen diese mit ihrer eigenen Fortsetzung nahm. Und wieder anderen helfe ich damit durch eine miese Zeit oder rette ihnen mit einem neuen Kapitel das Ende eines beschissenen Tages. Ich brauche kein Geld. Das Gefühl, andere glücklich zu machen, kann kein Geld der Welt aufwiegen.

Trotzdem würde ich, wenn ich Geld für meine Fanfictions bekäme, nicht nein sagen, denn in meinen Werken steckt die Arbeit von Jahren.

3. Woher willst du wissen, dass Trudi Canavan sich bei Akkarins Tod nicht etwas gedacht hat, und akzeptierst das?

Diese Frage kotzt mich neben dem letzten Punkt am meisten an. Ja, ich gestehe, ich habe nur mit diesem Fanfiction-Ding überhaupt erst angefangen, weil mein Lieblingscharakter am Ende von Trudi Canavans The Black Magician Trilogy stirbt. Nie zuvor und auch nicht in all den Jahren danach hat mich ein Charaktertod so dermaßen aufgeregt und mich mit dem Gefühl des Betrogenwordenseins zurückgelassen. Daher macht mich diese Frage regelrecht wütend. Sie führt mein Geschreibsel unter dem Aspekt, dass Akkarins Tod einen Sinn gehabt haben könnte, ad absurdum und unterstellt, es würde mir nur um ihn gehen (auch wenn das sicher zu einem nicht geringen Anteil der Wahrheit entspricht). Akkarin ist ein Teil der Bücher, ohne ihn wären sie nicht einmal annähernd so toll, aber ohne den gesamten Rest würde auch er nicht funktionieren. Beides bildet für mich eine perfekte Symbiose, über die zu schreiben, mich erfüllt. Und es gibt so viel, was Canavan nicht geschrieben hat oder hätte schreiben können – für mich ein unglaublich großes ungenutztes Potential, das ich ausschöpfen will.

Zufällig weiß ich, dass Canavan sich bei Akkarins Tod nicht viel gedacht hat. Auf ihrer Homepage gibt sie zu, dass sie Akkarin nur deswegen umgebracht hat, weil sie keinen Bock hatte, ein Happy End zu schreiben (guckst du auch hier). Die Diskussion, dass sein Überleben mit einem Happy End nicht gleichzusetzen ist und welche Alternativen es gäbe, um die Kitsch-Explosion am Ende der Trilogie zu vermeiden, erspare ich euch an dieser Stelle. Das allein ist einen Blogartikel für sich wert und ich werde mich dazu noch ausführlich äußern, wenn ich die vor einer Weile erwähnte Blogreihe über die Schwächen der Bücher starte. Mit dem Argument, sein Tod sei wichtig für die spätere Handlung oder die persönliche Entwicklung der betroffenen Charaktere, braucht man mir nicht kommen. Das würde ich einem George R.R. Martin oder einem Brandon Sanderson abkaufen, aber nicht der Canavan. Nur, dass diese Autoren das dann auch entsprechend umsetzen würden.

Dieser Punkt lässt sich übrigens auch auf andere Charaktertode oder andere Unzufriedenheiten mit einem Originalwerk übertragen, die Motiv für das Schreiben einer Fanfiction sein können.

4. Sind Fanfictions nicht etwas für Nerds, pubertierende Teenager und andere Gestörte, die darin ihre perversen Phantasien ausleben?

Also quasi Fanficktion? Ja! Und weiß du was? Ich bin auch ein gestörter Nerd, der auf dem geistigen Niveau eines Teenagers stehengeblieben ist, und hin und wieder lebe auch ich meine perversen Phantasien in meinen Geschichten aus. Nur, mit dem Unterschied, dass Letztere niemand außer mir zu lesen bekommt, weil das Ausmaß meiner Perversion meine Privatangelegenheit ist und allenfalls meinen Partner etwas angeht.

Einen solchen Spruch würde ich allerdings nur denjenigen reindrücken, die dementsprechend dreist daherkommen. Den anderen erkläre ich mit viel Geduld und Liebe, dass ich sehr viele Fanfiction-Autoren jenseits der zwanzig kenne, die ihrer Leidenschaft mit großer Ernsthaftigkeit nachgehen – egal, ob Nerd oder nicht (was übrigens im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass schlechte Fanfictions einzig aus den Federn pubertierender Teenager stammen). Und dann frage ich: „Hast du noch nie ein Buch gelesen oder einen Film gesehen und dir gewünscht, die Handlung hätte an einer bestimmten Stelle einen anderen Verlauf genommen, dass ein Charakter nicht gestorben wäre oder dass das Ende anders ausgegangen wäre? Hast du dir noch nie vorgestellt, wie es nach Ende deines Lieblingsbuches oder -Filmes weitergehen könnte?“ Die meisten, denen ich diese Fragen stelle, geben hinterher zu, dass sie das schon getan haben. Und dann kommt oft so etwas wie: „Aber ich hätte nie die Ausdauer, mich hinzusetzen und das aufzuschreiben!“ Aber genau das ist es, was wir Fanfiction-Autoren tun. Wir bringen diese Ausdauer auf, weil wir uns für die fiktive Welt, die Handlung und die Charaktere so sehr begeistern können, dass wir einfach nicht genug von ihnen bekommen. Wir haben Ideen, Vorstellungen und Wünsche, die im Original nicht ausgeführt wurden. Sei es, weil der Autor eine andere Absicht verfolgt oder weil er ein bestimmtes Thema schlichtweg nicht intensiv genug behandelt hat. Außerdem widmen wir uns Lücken und offenen Fragen, die vielleicht bewusst vom Autor geschaffen wurden, die uns aber keine Ruhe lassen und auf die wir eine Antwort suchen.

5. Warum schreibst du nicht etwas Eigenes?

Ich habe mir diese Frage bis zuletzt aufgespart, weil sie mich direkt nach Frage 3 von allen am meisten ankotzt. In dieser Frage schwingen verschiedene Unterstellungen mit: Dass man nicht in der Lage oder zu faul ist, etwas Eigenes zu schreiben. Dass man sein Talent vergeudet. Dass man Fanfiction als Witz oder als etwas für Nerds, gestörte und schwerpubertierende Teenager auffasst (siehe dazu auch Punkt 4).

Und dann antworte ich, dass ich schlichtweg keine Lust habe, etwas Eigenes zu schreiben. Ich könnte es, wenn ich wollte, aber ich will es nicht. Weil es mich nicht interessiert. Ebenso wie es mir nicht aufs Geld ankommt. Ich schreibe über das, was mich tief in meinem Herzen bewegt und was mir etwas bedeutet. Und das ist seit inzwischen mehr als sechs Jahren The Black Magician. Vielleicht erscheint das auf den ersten Blick einseitig, aber das ist es nicht. In den vergangenen sechs Jahren habe ich ein riesiges Fortsetzungswerk geschaffen und außerdem zahlreiche Geschichten, die vor oder während der Bücher spielen und sich mit gezielten Thematiken und Problemen der Figuren auseinandersetzen – und das alles als ein in sich konsistentes Universum, dem Headcanon. Es gibt sogar eine komplette Geschichte über Akkarins Vergangenheit, über die Canavan aus welchen Gründen auch immer nicht schreiben wollte. Ich habe die Welt ausgebaut, neue Charaktere erschaffen und die zwischenmenschlichen Beziehungen der existierenden Charaktere näher unter die Lupe genommen. Die Bücher mögen ihre Schwächen haben, aber all das zu schreiben, ist unheimlich spannend. Und es macht mich glücklich.

Es ist das, wofür ich brenne.

Ich sehe das nicht als Talentverschwendung. Ich schreibe schon mehr als mein halbes Leben, doch in den vergangenen sechs Jahren hat meine Schreibe eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht. Dabei habe ich zugleich viel über mich selbst und die Menschen im Allgemeinen gelernt. Das wäre nie passiert, würde ich nicht so sehr für diese Bücher und ihre Charaktere brennen und mein ganzes Herzblut in meine Stories stecken.

Und wie kann es eine Verschwendung sein, wenn ich damit inzwischen sogar andere glücklich mache?

Sollte ich eines Tages für etwas anderes brennen, so werde ich das schreiben. Doch bis dahin wird zum Glück noch viel Wasser den Tarali hinunterfließen, da ich noch immer unzählige Ideen habe, die aufgeschrieben werden wollen. Selbst wenn ihr euch schreiend und weinend auf den Boden werft. Ich erst dann etwas Eigenes schreiben, wenn ich das selbst will. Punkt.

Wenn der Sieg einen schalen Beigeschmack hat

Diese Woche kamen endlich die Ergebnisse zum Bromance-Wettbewerb, an dem ich vor einigen Monaten mit meiner Kurzgeschichte über Akkarin und Lorlen Von Strippenziehern und besten Freunden teilgenommen habe. Die Geschichte spielt während des noch unveröffentlichten Darker Than Black.

Die Bekanntgabe der Ergebnisse hatte sich auf Grund von Problemen in der Jury um mehrere Wochen verzögert, was bei einigen Teilnehmern für Unmut gesorgt hatte, weil man uns komplett im Dunkeln gelassen hatte.

Die Gute Nachricht vielleicht zuerst:

Mein Beitrag hat den 1. Platz belegt!!!

Das ist mir bis jetzt noch nie mit einer Kurzgeschichte zu The Black Magician, die ich für einen Wettbewerb geschrieben habe, passiert. Immer war ich knapp am Sieg vorbei, meistens, weil mir dusselige Tipp- und Editierfehler, die ich übersehen hatte, das Genick gebrochen hatten. Nur ein einziges Mal habe ich bis jetzt bei einem Schreibwettbewerb den 1. Platz belegt, doch das war in einem anderen Fandom und es gab auch nur fünf Teilnehmer (und vermutlich Vitamin B). Und jener Sieg bedeutet mir nicht einmal ansatzweise so viel, wie wenn in dem Fandom, in dem ich mich zuhause fühle, gewesen wäre.

Nachdem ich am Mittwochabend total geflasht Twitter mit meiner Euphorie vollgespammt habe – meine Follower erinnern sich vermutlich an den Tweet –

Sieger-Tweet

und ich allmählich wieder runterkam, kam leider auch die Ernüchterung. Anscheinend waren der Jury bei einigen Teilnehmern Fehler unterlaufen. Außerdem war zu den vier Bewertungskriterien, die in der Ausschreibung standen, das ominöse Kriterium ’Fandomtreue’ hinzugekommen, über das sich einige der Teilnehmer, darunter auch ich, gewundert bis geärgert hatten. Es gab also plötzlich Punkte für etwas, von dem wir vorher nicht gewusst hatten. Sinngemäß sollte mit diesem Kriterium die Canontreue der Beiträge bewertet werden. Problem war nur, dass nicht alle Jurymitglieder alle Fandoms kannten. Meines war beispielsweise nur einem Jurymitglied bekannt und das bei weitem nicht so gut, wie mir selbst.

Generell ist es eine schöne Idee, die Canontreue mit zu bewerten, aber dann müssen alle Jurymitglieder in den zu bewertenden Fandoms fit sein. Denn sonst ist eine Bewertung nicht nur aus statistischen Gründen Mist, sondern ist auch unfair. Es ist eben kein allgemeines Kriterium wie Stil, Rechtschreibung, Umsetzung der Vorgabe, für deren Beurteilung man das Fandom nicht kennen muss. Meiner Meinung macht es nur Sinn, wenn der Wettbewerb in einem einzigen Fandom stattfindet. Und da bei Wettbewerben, die nicht für ein bestimmtes Fandom ausgeschrieben sind, auch gerne mal Teilnehmer Beiträge in exotischen Fandoms schreiben, kann das nur schiefgehen.

Und ich muss ehrlich sagen, dass es mich nicht gerade begeistert, meine Geschichte unter diesem Aspekt von jemandem beurteilen zu lassen, der The Black Magician irgendwann einmal gelesen hat. Wäre ich Jurymitglied, wäre mir das zu vage, um mir ein Urteil darüber anzumaßen, ob die Geschichte canontreu ist.

Abgesehen davon, dass ein solches Kriterium nicht für alle Teilnehmer gleichsam bewertet werden kann, war es nicht in der Ausschreibung angekündigt. Sollte es zwischendurch beschlossen sein (was ich nicht mehr nachvollziehen kann), so wäre das den Teilnehmern gegenüber jedoch auch nicht fair. Nicht jeder schaut jeden Tag ins Forum und bei den vielen neuen Beiträgen überliest man auch schnell etwas. Dass gleich mehrere Teilnehmer sich darüber gewundert haben, zeigt, dass es nicht richtig kommuniziert wurde. Auch wenn diese Wettbewerbe von Usern für andere User ausgerichtet werden, sollte sich die Organisation von Beginn an über die Bedingungen einig sein oder zumindest spätestens ab dem Zeitpunkt, ab dem die Vorgaben an die Teilnehmer rausgegangen sind.

Eine andere Teilnehmerin hat in der Nacht auf Donnerstag noch für uns alle erkämpft, dass dieser Punkt wieder gestrichen wurde, und hat die Jury noch einmal tatkräftig bei der Auswertung unterstützt. Dadurch hat sich die Rangfolge noch einmal geringfügig verändert. Für einige Teilnehmer zum Positiven.

Es gab noch einige weitere Unschönheiten, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, die man jedoch im Forum nachlesen kann.

Letztendlich konnte alles zur Zufriedenheit von Jury und Teilnehmern geklärt werden, ohne dass Köpfe eingeschlagen wurden oder ein Moderator eingreifen musste. Mich hat das sehr erleichtert, denn ich hätte mich nicht gut dabei gefühlt, einen Wettbewerb gewonnen zu haben, bei dem in der Bewertung einige grobe Fehler passiert sind. Aber der schale Beigeschmack bleibt trotzdem. Und im Nachhinein finde ich mein Twitter-Gespamme in meiner ersten Euphorie mehr als unangemessen. Die Bekanntgabe der Ergebnisse und diverse organisatorische Probleme und Unklarheiten und Unsicherheiten bei den Teilnehmern, weil wichtige Informationen nicht ausreichend kommuniziert wurden, sorgen leider dafür, dass dieser Wettbewerb nicht nur mir in nicht wirklich positiver Erinnerung bleibt, auch wenn es der erste ist, bei dem eine meiner Black-Magician-Fanfictions den ersten Platz belegt hat.