Schlagwort: The Black Magician Trilogy

Der Wahnsinns-CampNaNoWriMo Juli 2019 – Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Im Juli habe ich zum 6. Mal am Sommerschreibcamp vom CampNaNoWriMo teilgenommen. Insgesamt war es mein 16. Schreibcamp und auch dieses Mal gab es die ganze Palette von erschwerten Bedingungen, noch nie Dagewesenem, Schlafmangel und jeder Menge NaNo-Wahnsinn.

Wordsprints statt Cabin

Wie schon in meinem letzten Blogartikel erwähnt, habe ich dieses Mal ohne Cabin teilgenommen. Der Grund war, dass ich nach einer Weile auch in Cabins mit den liebsten und nettesten Menschen mit Abwesenheit glänze. Die Wordcounts meiner Cabinmates haben mich in der Vergangenheit immer wieder mal unter Druck gesetzt und der Gruppenchat ist zuweilen ziemlich ablenkend. Letztendlich verlangt es jedoch dem Einsiedler in mir nach Rückzug.

Ohne Cabin fehlte mir allerdings der Druck und diesen habe ich mir daher über die Wordsprints auf dem Twitter-Account @NaNoWordSprints geholt. Leider war der im Juli fast ausschließlich zu zwei Tageszeiten besetzt: 5 bis 11 Uhr und 17 bis 21 Uhr. Nachdem mir dieser Rhythmus auffiel, habe ich meinen Tagesablauf an diese Zeiten angepasst – etwas, das ich normalerweise nur sehr ungern tue, aber für meine Obsession mache ich gerne Ausnahmen Abendschicht immer möglichst komplett mitschreiben konnte. Außer an den Wochenenden konnte ich von der Morgenschicht jedoch nicht viel mitnehmen. Ich habe zwar keine festen Arbeitszeiten, aber da ist das Problem mit dem Fahrrad und dem Berufsverkehr in der Großstadt. Die Abendschichten habe ich dagegen ausgenutzt, so gut ich konnte und sobald ich zuhause war und die Katzen bespielt und gefüttert waren. Leider hatte das zur Folge, dass ich für meine Verhältnisse viel zu spät zu Abend gegessen habe. Am Wochenende war das wiederum von Vorteil, weil ich so am späten Nachmittag eine Pause zum Kochen machen konnte.

Sofern ich im nächsten April nicht überarbeite, hätte ich nicht übel Lust, das wieder so zu machen. Ich fand diese Lösung wirklich optimal.

Schreiben unter erschwerten Bedingungen

Störfaktoren gab es im Juli zu viele. Die einen haben meinen Tagesablauf durcheinandergebracht, die anderen mein inneres Gleichgewicht. Gleich die ersten beiden Tage eine anstrengende Schulung im Büro, nach der ich abends zu nicht mehr viel in der Lage war. Handwerker, weil wir ein paar Monate zuvor einen Wasserschaden im Haus gehabt hatten. Arztbesuche, weil ich auf den Schimmel, den ich zwischendurch deswegen im Bad hatte, allergisch reagiert habe. Eine unerträgliche Hitzewelle, die mein Gehirn hat zu Matsch werden lassen, und die mir einen Vorgeschmack gegeben hat, wie zukünftige Juli-Camps werden könnten. Und jede Menge schlechter Nachrichten, die ich nicht ausblenden konnte und die mich konstant daran erinnert haben, dass wir dabei sind, unseren Planeten unbewohnbar zu machen. Es ist schwer, über so etwas nicht depressiv zu werden oder einen Zustand von konstanter Panik zu verfallen.

Sich dennoch immer wieder aufs Schreiben zu fokussieren und darüber nicht zu verzweifeln war hart, hat am Ende jedoch funktioniert, wo ich in jedem normalen Monat den Schreibmodus auf Standby hätte stellen müssen.

Mein erstes Write-In

Im Mai hatte ich ja die Kollegin aus meiner ehemaligen Arbeitsgruppe an der Uni wiedergetroffen. Sie schreibt mittlerweile auch, also habe ich sie zum CampNaNo überredet und sie schlug einen Write-In vor. Da sie auch nur vier Tage die Woche arbeitet, haben wir uns für freitags bei ihr verabredet. Ich war nicht sicher, ob das funktioniert und wir nicht mehr quatschen als arbeiten, allerdings konnte ich auch schlecht nein sagen. Wie oft trifft man schon jemanden, den man mag und der die eigene Obsession teilt?

Wir trafen uns ausgerechnet am heißesten Freitag, als es wieder fast 40°C hatte. Am Ende habe ich lächerliche 3k geschrieben, weil mein Gehirn völlig zermatscht war und der Umgebungswechsel mich abgelenkt hat. Insgesamt war es jedoch eine tolle Erfahrung, die ich wiederholen möchte. Dann nur an einem etwas weniger heißen Tag.

Dieses Treffen zeigte mir auch, welch obsessive Züge das Schreiben bei mir annimmt. Fast keiner der Autoren, die ich kenne, hat einen so hohen Output und räumt dem Schreiben einen derart hohen Stellenwert ein, wie ich das tue. Wie sehr das Schreiben für mich eher einer Obsession ähnelt, darüber habe ich mich hier ausführlich ausgelassen.

Wie war denn nun das Camp?

Großartig. Trotz aller Widrigkeiten. Und wie auch jedes Camp eine besondere Erfahrung. Das von mir geplante „Einschreiben“ am letzten Juni-Wochenende hat mir gerade einmal eine Szene eingebracht, also habe ich das Camp mit „Das Erbe 3“ als erste Geschichte relativ jungfräulich gestartet. Insgesamt sind 201k Wörter verteilt auf 14 Kapitel zusammengekommen. Für ein Juli-Camp ist das Rekord. Allerdings relativiert sich das, wenn ich mir vor Augen halte, das ca. 20k auf meine nun drei Tage dauernden Wochenenden zurückzuführen sind. Es gab schon ein paar spannende Szenen und sogar schon einen Charaktertod, den zu schreiben mich ziemlich mitgenommen hat. Durch die Ereignisse in den vorangegangenen Teilen sind einige Charakterkonstellationen nun anders und bringen frischen Wind. Und natürlich reiße ich wieder einmal Charaktere aus ihrer Wohlfühlzone.

Zum Inhalt kann ich leider nicht viel sagen, weil das die Handlung der ersten beiden Teile vorwegnehmen würde. Ich kann nur so viel sagen: Mein Antagonist ist so badass, dass ich einen ziemlichen Crush auf ihn habe. Das hatte sich zum Ende von „Das Erbe 2“ schon angedeutet, hat sich jedoch noch einmal gesteigert. Ich liebe Charakterentwicklungen über lange Zeiträume und mit sehr großen Veränderungen einfach. Aber auch einige der anderen Charaktere haben entweder eine großartige Entwicklung bis zu „Das Erbe 3“ hingelegt oder sind aus anderen Gründen toll. Mein inneres Fangirl war zum Beispiel auch von Naji ganz angetan (meiner Snake Plissken Hommage), nicht zu vergessen den Charakter, der seine Magierroben abgelegt hat und nun in Sachaka lebt (nein, ich sage nicht, wer). Und Akkarin hat so eine einmalige Art unmöglich zu sein, die ich auch in diesem Teil wieder gefeiert habe.

In meinem letzten Blogartikel hatte ich erwähnt, dass einer meiner Charaktere schon immer Asperger hatte, mir das jedoch erst beim Schreiben der letzten Kapitel von „Das Erbe 2“ allmählich bewusst wurde. Ich will hier nicht zu viel darüber schreiben, das Thema ist komplex und einen Artikel für sich wert. Doch es sei so viel gesagt: Diesen Charakter zum ersten Mal bewusst auf diese Weise zu schreiben, hat bei mir irgendwelche inneren Blockaden gelöst und der Charakter fühlt sich nun sehr viel vollständiger und harmonischer an. Noch mehr als am Ende von „Das Erbe 2“, weil ich mir darüber sämtlicher ihrer autistischen Eigenheiten bewusst geworden bin und ihre Denkweise noch besser nachvollziehen konnte. Es ist immer ein großartiges Gefühl, wenn ich zu einem Charakter neue Erkenntnisse habe und diese die bisherige Darstellung ergänzen. (Darüber ist mir übrigens auch aufgefallen, dass ich noch einen weiteren Aspie habe – ein Nebencharakter, der soweit ich das sagen kann, sehr gemocht wird.)

Der richtig spannende Teil von „Das Erbe 3“ kommt leider erst noch, was sehr dafür sprechen würde, im November weiterzuschreiben und dafür mein englisches Projekt zu unterbrechen.

Auf meiner Facebook-Autorenseite (Achtung, wenn ihr diesen Link klickt, bekommt Facebook eure Daten!), habe ich zahlreiche spoilerfreie Textauszüge. Also falls ihr kein Problem damit habt, dass Facebook eure Daten bekommt, könnt ihr euch gerne dort durch die Beiträge vom Juli durchklicken und die Szenen lesen. Einige Ausschnitte sind leider zu lang für lesbare Screenshots.

Der Wahnsinn – Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Wie in jedem Schreibcamp hat auch dieses Mal der Wahnsinn nach einer Weile um sich gegriffen. Die Kombination aus fokussiertem Schreiben, Schlafmangel und die Optimierung meines Tagesablaufs ans Schreiben, haben einen rauschartigen Effekt, den ich hin und wieder auch als NaNo-Magie bezeichne. Nach dem ersten Wochenende war ich richtig drin. Gleichzeitig hatte ich meinen Tagesrhythmus an die Wordsprints angepasst, was es mir erlaubt hat, über mehrere Stunden fokussiert und im Fluss zu schreiben und ich noch tiefer in die Geschichte und die Charaktere eintauchen konnte. Besonders meine nun längeren Wochenenden haben auch viel dazu beigetragen, das war jedes Mal wie ein kleiner Urlaub.

Irgendwann nach dem 20. Juli fielen mir diverse Veränderungen an mir auf: Meine Sprech- und Schreibweise hatte sich den Gildenmagiern angepasst. Sprich: Sie war noch gestelzter als sonst. Außerdem machte ich beim Schreiben allerhand Grimassen und Kopfbewegungen – in den meisten Fällen synchron mit den Charakteren.

Und als wenn das nicht schon genug wäre, habe ich den Hauptstim meines Aspie-Charakters übernommen. Ein Stim ist eine repetitive Bewegung, kann aber auch mental oder über andere Sinnesorgane geschehen. Er dient je nach Situation zur Konzentration/Fokussierung, Beruhigung oder dem Loswerden überschüssiger Energie. Ein „klassischer“ Stim ist z.B. sich vor und zurück zu wiegen. Mein Aspie-Charakter flattert mit den Fingern ihrer rechten Hand, wenn sie nachdenkt oder einen Gegenstand aus vielen anderen heraussucht, was so ein bisschen aussieht, als würde sie auf einem Instrument spielen oder auf einer unsichtbaren Tastatur tippen. Irgendwann im Büro habe ich mich dabei ertappt, wie ich das auch mache. Und ja, es hilft ungemein sich zu fokussieren und die Gedanken zu ordnen.

Mit all diesen Marotten, kam ich mir vor wie der Hauptcharakter aus dem Film Schtonk!, der die Hitler-Tagebücher fälscht und darüber anfängt, wie Hitler zu reden (falls ihr den Film nicht kennt, schaut ihn euch ein, es ist eine sehr gute Satire). Irgendwie war im Juli zu viel los, zu viel Input von zu vielen Charakteren und zu viel Stress, wenn auch überwiegend positiver Stress. Allerdings – und diese Erkenntnis fand ich sehr spannend – fiel mir darüber auf, wie oft ich Angewohnheiten, Sprechweisen und dergleichen von Charakteren oder anderen Menschen übernehme, mit denen ich viel Zeit verbringe. Manchmal lege ich das wieder ab, manchmal bleibt es für ein ganzes Leben. Es hat etwas chamäleonartiges, was mich zu der Frage bringt, wer ich eigentlich bin. Schreiben ist eine Reise zu sich selbst. Und gerade in den Schreibcamps merke ich immer wieder, wie sehr es das ist.

Wie es weitergeht

Nach dem Camp habe ich meine Todo-Liste für „Das Erbe 2“ bis auf die Punkte abgearbeitet, die ich in der Überarbeitung erledigen will. Außerdem habe ich sämtliche Kapitel der „Königsmörderin“, die bis zur Weihnachtspause online gehen, ein letztes Mal Korrektur gelesen. Jetzt arbeite ich wieder an meinem englischen Projekt, zu dem ich Feedback von einer muttersprachlichen Testleserin bekommen habe. Das Feedback war großartig, hat mir aber auch einige Schwachstellen gezeigt, die es zu überarbeiten gilt und die ich als Schöpferin dieser Geschichte gar nicht sehen konnte. Ich bin unglaublich aufgeregt und freue mich auf die Überarbeitung. Je nachdem, wie umfangreich das wird (ich warte noch auf das Feedback von zwei weiteren Testlesern), werde ich im November entweder „Das Erbe 3“ weiterschreiben oder noch in der Überarbeitung des englischen Projekts stecken. Vielleicht mache ich auch eine Pause von der Überarbeitung, mal sehen. Es gibt da diesen Meilenstein, den ich dieses Jahr unbedingt erreichen will, daher müssen die schwarzen Magier nun vorerst zurückstecken.

Über Weihnachten will ich die Szenen meines autistischen Charakters in „Die Bürde“ überarbeiten. Was danach geschieht, steht noch in den Sternen. Möglicherweise überarbeite ich im nächsten Frühjahr „Das Erbe 2“, damit ich dieser meiner Testleserin schicken kann.

Ich bin ein wenig traurig, weil das Camp vorbei ist, auch wenn ich froh bin, dass ich wieder mehr schlafen kann, mein Tagesablauf sich normalisiert hat und der Stresspegel wieder niedrig ist. Aber anders, als in früheren Camps, wo gegen Ende oft die Luft raus war, wurde es immer besser und es fiel mir mit jedem Tag schwerer, dieses Projekt nun erstmal wieder beiseitezulegen.

Aber man soll aufhören, wenn es am schönsten ist, nicht wahr?

Der Wahnsinn geht in die letzte Runde – Schreibcamp und „Das Erbe 3“

Morgen ist es endlich wieder soweit, der nächste CampNaNoWriMo geht los. Wie schon in meinen letzten Blogartikeln angekündigt, werde ich mit „Das Erbe 3“ teilnehmen. Ich freue mich unglaublich auf diese Geschichte und zugleich wird mein Herz schwer, weil es der letzte Teil meiner alternativen Fortsetzung der schwarzen Magier ist. Dabei tröstet es mich jedoch ein wenig, dass es weit mehr als ein Schreibcamp braucht, um die Rohfassung komplett zu schreiben. Wenn es gut läuft, werde ich die ersten 180-200k schaffen, also ca. 25-30% des kompletten Teils.

Was bisher geschah

Während der zweiten Hälfte meines Schreiburlaubs im Juni habe ich eine Storyline ausgearbeitet, die dann doch länger und detaillierter wurde, als ich dachte, weil eine Idee die nächste gejagt hat – ein Zustand, in den ich momentan leider nur komme, wenn ich ganz ungestört über einen längeren Zeitraum meiner Obsession nachgehen kann. Es gibt einfach zu viele andere Dinge, die mich seit Monaten beschäftigen. An meiner Todo-Liste von Teil 2 habe ich während meines Urlaubs anders als geplant daher fast gar nicht gearbeitet, weil ich mich nicht ablenken lassen wollte. Um wirklich komplett anzutauchen, habe ich ablenkende Webseiten geblockt oder meinen Router über Stunden ausgeschaltet.

Bis kurz vor dem großen Finale ist der Plot nun umfangreicher und vollständiger als ich erwartet habe, wobei das Ende selbst wieder weitgehend konkret ist. An diesem Punkt habe ich aufgehört und mich darum gekümmert, Kontinuitätsbrüche aufzuräumen, die durch das Hin und Herschieben meiner Szenen entstanden, als ich feststellte, dass ein ganz wichtiges Ereignis viel zu früh geschieht. Das liefert mir Stoff für 35 Kapitel (ich rechne mit 10 bis 15 weiteren Kapiteln für das Finale), wobei vor allem die Nebenhandlungen noch Lücken haben, was auch gut so ist. Zum Ende meines Urlaubs hin musste ich mich in meiner Begeisterung regelrecht bremsen, weil ich noch Spielraum für natürliche Entwicklung von Handlung und Charakteren haben wollte. Denn eigentlich bin ich ja kein Plotter, ich muss nur irgendwie Herr über meine ganzen Ideen werden, bevor sie wieder im Nirvana meiner geistigen Umnachtung oder der ersten Arbeitswoche verschwinden.

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Missetat vollbracht: Die Rohfassung von „Das Erbe 2“ ist fertig!

Am Samstagabend habe ich den Epilog von „Das Erbe der schwarzen Magier II“ aka „Das Erbe 2“ geschrieben. Was im Herbst 2017 begann und mehr als 15 Monate wegen meines englischen Projekts pausieren musste, hat nun eine komplette Rohfassung. Dafür, dass ich mich im März so schwergetan hatte, wieder in die Geschichte reinzukommen und dafür, dass es nach dem April-Camp eher schleppend weiterging, lag ich am Ende doch besser in meinem Zeitplan als erwartet, wobei mir auch mein neuer Teilzeitvertrag und der Schreiburlaub in diesem Monat sehr zugutegekommen sind.

„Das Erbe 2“ umfasst momentan 47 Kapitel mit insgesamt ca. 622k Wörtern (kann sich in der Überarbeitung noch ändern), was deutlich kürzer ist als die Bände der „Bürde“ oder die „Königsmörderin“. Insofern hat sich meine Hoffnung, dass ich durch meine Erfahrungen mit dem englischen Projekt kürzerfassen kann, erfüllt. Die Charaktere haben natürlich allesamt noch ihre eigene Story in der Story, doch ich habe insgesamt das Gefühl, dass ich weniger schwafele und mehr auf den Punkt komme. Wenn man bedenkt, dass ich für das englische Projekt fünf Erzählcharaktere in ca. 200k je Band unterbringe, müsste ich bei „Das Erbe 2“ eigentlich bei 400k rauskommen, hätte ich es genauso machen wollen. Damit hätte die Geschichte aber das eingebüßt, was meine alternative Fortsetzung unter anderem ausmacht: dass die Handlungsstränge der jeweiligen Charaktere auch außerhalb der Haupthandlung exisitieren.

Mittlerweile habe ich für Teil 2 auch einen Titel gefunden:

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Von missglückten Aprilscherzen, nackten Tatsachen und echten Zukunftsplänen

Die besten Lügen sind bekanntlich jene, die mit einem Hauch Wahrheit gespickt sind. Ich bin kein Mensch, der lügt, aber am 1. April erlaube ich mir hier gerne mal eine Ausnahme und lasse meinen inneren Schalk raus. Weil es immer wieder Spaß macht. Letztes Jahr habe ich ja anscheinend einigen mit meiner Ankündigung, von nun an nur noch Lightbringer-Fanfiction zu schreiben, einen Schrecken eingejagt – etwas womit ich so überhaupt nicht gerechnet hatte.

Der böse Aprilscherz: Was bisher geschah

Auch dieses Jahr versuchte ich es mit einer Halbwahrheit. Die Idee kam mir spontan, nachdem ich am Abend zuvor per Post Rückmeldung von einer Testleserin meines englischen Projekts erhalten hatte. Jene Testleserin (zweisprachig aufgewachsen) hat sich so sehr für mein gutes Englisch begeistert, dass der Ostersamstag zu einer kleinen Feier ausartete. Und diese freudige Begebenheit veranlasste mich Ostersonntagmorgen spontan zu folgendem Aprilscherz:

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Fan zu sein bedeutet nicht, das Hirn abzustellen

Von überarbeiteten Rezensionen und warum es wichtig ist, reflektiert zu sein

Nachdem Blood Mirror, der vierte Band der Lightbringer-Reihe, mich auf Grund mäßig entwickelter Storylines und nicht nachvollziehbarer Charakterentwicklung (bis auf eine einzige Ausnahme) derart angefixt hat, dass ich nach langem Überlegen meine Rezension überarbeitet und das Rating drastisch heruntergestuft habe, wurde mir klar, dass ich viel zu lange über Schwachstellen meiner Lieblingsbücher hinweggesehen habe. So leidenschaftlich ich meine Lieblingsbücher verteidige, wenn sie zu unrecht zerrissen werden, so sehr habe ich die mir bewussten Schwächen mit einem Schulterzucken abgetan und dem Buch fünf Sterne gegeben, selbst wenn die Schwächen essentiell waren.

So auch mit The Black Magician Trilogy, meiner Lieblingsbuchreihe aller Zeiten und dem Stoff, aus dem meine Fanfictions sind. Längen? Logikfehler? Charaktere, deren Verhalten auf die Story hingebogen wird? Gibt es, aber Hauptsache, die Bücher erzeugen Fangirlgefühle und der Schreibstil ist schön. Das Ende ist so ziemlich jeder Hinsicht unterirdisch? Geben wir The High Lord doch trotzdem fünf Sterne, weil ich Akkarin so sehr liebe und er hier unglaublich ehrfurchtgebietend ist. Und natürlich wiegt das jede Kritik auf. Selbst das unsägliche Ende.

Ich kann und will das so nicht fortführen. Es fühlt sich falsch an, die Augen vor Schwächen und Fehlern zu verschließen und diese nach außen schönzureden, nur weil ich diese Bücher so abgöttisch liebe. Bei Menschen funktioniert es ja auch. Und bei Büchern, die ich nicht mag. In Reviewantworten diskutiere ich diverse Schwächen von Black Magician seit ich auf Fanfiktion.de veröffentliche, also seit mehr als vier Jahren. Weil diese Schwächen viel zu häufig in meine Fanfictions intervenieren und ich eine plausible Erklärung finden oder in ganz harten Fällen den Canon zugunsten der Logik missachten muss, komme ich gar nicht daran vorbei. Die alten Rezensionen auf meinem Blog reden all dies schön und übersehen außerdem noch einige wichtige Punkte. Als ich das neulich gesehen habe, habe ich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

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Wir haben eine Verantwortung

Wir haben eine Verantwortung

Von Wahlen und warum aktuelle Themen in Geschichten so wichtig sind

Am vergangenen Sonntag waren Bundestagswahlen. Und bei dieser Wahl hat die Demokratie verloren. Wie die CDU, die trotz herber Verluste den Regierungsauftrag erhalten hat. Oder die FDP, die mit mehr als 10% Stimmen ihren Wiedereinzug in den Bundestag feiern konnte. Von der SPD einmal ganz zu schweigen. Und auch die 87% der Wähler, die nicht AfD gewählt haben, haben nicht gewonnen. Und ganz sicher nicht die 13%, die AfD gewählt haben. Tatsächlich sind Letztere sogar am meisten zu bedauern.

Die AfD – und das ist auf eine pessimistische Weise nüchterne Realität – ist der einzige Sieger bei dieser Wahl. Denn sie haben bekommen, was sie wollten: das Fortschreiten der Spaltung des Landes und Sitze im Bundestag.

Wer in Geschichte aufgepasst hat, wird sich gewiss an eine ähnliche Situation vor mehr als 80 Jahren erinnern, die ähnlich anfing und alles andere als gut ausging. Auch damals hatten die etablierten Parteien rekordverdächtig schlechte Ergebnisse eingefahren und der Rechtspopulismus war seit Jahren auf dem Vormarsch. Dass wir um diese Situation wissen, dass so viel mehr Menschen als damals Zugang zu Bildung und Aufklärung haben, dass wir dieses finstere Kapitel in unserer Geschichte aufarbeiten hätte ein solches Erstarken der AfD verhindern sollen. Aber das hat es nicht.

Wir können und jetzt lange und ausführlich darüber aufregen. Wir können weinen und den drohenden Untergang der Demokratie beklagen. Wir können uns darüber aufregen, wie 13% der Wähler (ca. 4 Millionen Deutsche) so dumm sein können, eine faschistische, autoritäre und rechtsradikale Partei in Kauf zu nehmen, um „es der Regierung mal so richtig zu zeigen“, wo es doch so viele andere kleine Parteien gibt, die man wählen kann, wenn man mit den großen unzufrieden ist. Wir können gegen Alexander Gauland wegen seiner im Stil von Joseph Goebbels gehaltenen Wahlrede wettern (Stichwort „Wir werden sie jagen“). Wir können gegen die AfD und ihre Wähler hetzen. Wir können Schwarzmalerei betreiben, was in vier Jahren sein könnte (oder auch schon früher, wenn die Spaltung des Landes vielleicht bald so sehr in die Politik übergreift, dass welche Koalition auch immer entsteht, diese es nicht bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode machen wird).

Aber es wird nichts helfen. Manchmal erreicht man einen Punkt, an dem man mit gesundem Menschenverstand nicht mehr weiterkommt.

Wir müssen aufpassen, dass wir dieses Land nicht noch weiter spalten, indem wir unsererseits Hass und Hetze gegen Rechts verbreiten. Indem wir gegen die AfD wettern (was hin und wieder durchaus legitim ist), geben wir ihnen genau die Aufmerksamkeit, die sie wollen und brauchen. Es ist ein bisschen wie mit den Trollen im Internet, nur dass diese harmlos sind.

Stattdessen sollten wir für genau das einstehen, was die AfD abschaffen will: Freiheitlichkeit, Gleichberechtigung, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe, Weltoffenheit. Wir haben eine Verantwortung uns und unserem Land gegenüber. Jeder kann dazu beitragen.

Als Autorin liegt mir dieses Thema ganz besonders am Herzen. Indem man Geschichten schreibt und sie der Welt zugänglich macht, verbreitet man seine eigene Ideologie und steckt andere damit an. Unsere Geschichten sind unsere selbstgemachte Propaganda. Mit ihnen können wir gebrochene Herzen heilen, neue Perspektiven aufzeigen und Hoffnung spenden. Mit ihnen können wir anderen Menschen helfen, ihren Horizont zu erweitern und sie dazu bringen, Thematiken zu hinterfragen und über die eigenen Werte und Moralvorstellungen zu reflektieren.

Als Autorin sehe ich mich daher in der Verantwortung, Werte zu vermitteln, die für unser Miteinander essentiell sind. Ich bin zwar ’’nur’’ Fanfiction-Autorin mit nur wenigen Lesern, von denen vermutlich nur ein Bruchteil diesen Blog liest*. Doch auch meine Ideen von Freiheitlichkeit, Gleichberechtigung, Toleranz, Nächstenliebe etc. fließen seit Jahren in meine Geschichten ein, auch wenn diese jetzt nicht super politisch sind. Aber allein, dass die Charaktere in meinen Geschichten diese Werte leben und in entsprechenden Strukturen denken und etwas zu bewegen suchen, hat das Potential etwas zu bewirken. Es ist eine Chance.

Canavans Bücher mögen viele Schwächen haben, aber in Bezug auf aktuelle Themen, bietet die Black Magician Trilogy eine gute Grundlage, um sich mit diesen auseinanderzusetzen – etwas, das ich an diesen Büchern sehr schätze. Zahlreiche andere Bücher tun dies natürlich auch, aber Black Magician ist nun einmal mein Fandom und das, wo ich mich am besten auskenne. So thematisieren sie unter anderem Homosexualität in einer konservativen Gesellschaft und die Kluft zwischen Arm und Reich und damit verbundene Ausgrenzung, soziale Ungerechtigkeit und Vorurteile etc. pp. Sonea, der weibliche Hauptcharakter, und Rothen, ein weiterer Hauptcharakter, sind beides sehr mitfühlende Menschen. Sonea kommt aus den Slums und wünscht sich ein besseres Leben für die Menschen dort und schließt sich der Gilde an, um ihnen zu helfen. Damit dies überhaupt geschehen kann, nimmt Rothen sich ihrer an und gibt ihr eine Perspektive. Er hilft ihr, ihre Vorurteile gegenüber der Gilde abzulegen, so wie die Magier auch nach und nach ihre Vorurteile gegenüber Sonea ablegen (zumindest in Teilen). Im späteren Verlauf der Trilogie verteidigt Sonea, was ihr lieb und teuer ist, während die übrigen Magier in ihren konservativen Denk- und Handlungsmustern gefangen bleiben und damit ihren eigenen Untergang heraufbeschwören. Hier zeigen die Bücher sehr deutlich, was passiert, wenn man sich von den eigenen Ängsten leiten lässt und erst dann wieder zu Verstand kommt, wenn es zu spät ist. Dannyl, ein weiterer Hauptcharakter, kämpft derweil mit seiner sexuellen Identität, die er jahrelang unterdrückt hat, um in seinem konservativem Umfeld zu überleben.

In meinen Geschichten (sowohl der alternativen Fortsetzung als auch Akkarins Trilogie) spinne ich diese Themen fort. Sonea tut, was seit Generationen keine Magierin mehr getan hat: Sie wählt die Kriegskunst als Disziplin – bislang eine Männerdomäne. Sie tut es aus der Überzeugung heraus, dass dies der beste Weg ist, um die ihr gegebene Macht zum Schutz ihres Landes einzusetzen. Sogar in Gefangenschaft und ihrem größten Feind ausgeliefert, tut sie alles, um die Gilde zu schützen. Emanzipation ist gerade bei ihr ein wiederkehrendes Thema. Akkarin stellt sich als Feminist und unkonventioneller Denker heraus, der auf subtile Weise gegen das System rebelliert. Der König beginnt endlich, die Slums zu einem lebenswerteren Ort zu machen und den dort lebenden Menschen eine Perspektive zu geben. Und selbst die Gilde fängt an, sich gegenüber der Unterschicht zu öffnen und fördert die Integration der Novizen, die sie nun auch von dort rekrutiert. Nicht wenige meiner OCs sind homo- oder bisexuell – nicht, um eine Quote zu bringen, sondern weil ich beim Schreiben plötzlich wusste, dass sie es sind. Weil es normal ist, und genau so behandele ich sie. Die Frauen – selbst jene, die in einem patriarchalischen Land wie Sachaka leben – wissen in den meisten Fällen ziemlich genau, was sie wollen, und bekommen ihren Willen auf die eine oder andere Weise. Im aktuellen Teil „Das Heiligtum von Yukai“ geht es zudem um das Beenden eines Krieges und Völkerverständigung – und darum, wohin Hass führen kann. Im zehn Jahre später spielenden Teil „Die Königsmörderin“, der in ca. einem Jahr online gehen wird, geht es unter anderem um Flüchtlingsproblematiken. In dem Teil, an dem ich seit ein paar Wochen arbeite, wird sich wiederholende Geschichte und der Umgang damit eines der Leitthemen sein.

Und natürlich geht es darum, Verallgemeinerungen zu vermeiden, die trotz aller Praktikabilität gefährlich sind: Nicht alle Bewohner der Slums sind Verbrecher. Nicht alle Adeligen sind arrogant und herablassend. Nicht alle Ashaki sind böse und behandeln ihre Sklaven schlecht. Nicht alle Magierinnen der Verräter sind militant. Die Duna sind kein Volk von Barbaren, nur weil sie Nomaden sind und andere Sitten haben etc. pp.

All diese Themen haben eine wichtige Gemeinsamkeit: Es sind aktuelle Themen, die auch in dieser Welt wieder und wieder diskutiert werden. Und weil sie so aktuell sind und so heiß diskutiert werden und die Probleme unserer Gesellschaft widerspiegeln, ist es nahezu unvermeidlich, dass sie nicht in Geschichten einfließen. Oft geschieht unbewusst, als Folge einer vorangegangenen Situation oder eines Konflikts innerhalb der Story. Mir macht es Spaß, mich damit auf schriftstellerischer Ebene auseinanderzusetzen, ganz besonders wenn ich den Bezug zur Realität herstelle, denn es gibt mir eine Möglichkeit, meine eigene Meinung auf abstrakter Ebene zu diskutieren und einzubringen. Eine Meinung, die von anderen gelesen wird und die im Idealfall eine Auseinandersetzung bei diesen Menschen bewirkt. Eine Meinung, die ich mir von nichts und niemandem verbieten lasse. Eine Meinung, die unter einer AfD-Regierung verboten würde – dazu braucht man nur einmal einen Blick in das Wahlprogramm der Partei zu werfen.

Ich kann in meinen Geschichten weder alle wichtigen Themen behandeln, noch kann ich Lösungen bieten (bei Dannyl ist das z.B. nahezu unmöglich gesellschaftlich als „Knabe“ akzeptiert zu werden, weil ich eine konservative Gesellschaft nicht mal eben innerhalb weniger Jahre tolerant und offen machen kann). Oft kann ich nur die Problematiken herausarbeiten und darstellen, wie die Charaktere damit kämpfen. Ich habe weder Politik noch Sozialwissenschaften oder Psychologie studiert. Ich verfüge nur über die Denkstrukturen eines Physikers und meinen gesunden Menschenverstand und meinen links-grün-versifften Idealismus. Doch ich hoffe, dass meine Geschichten dazu anregen, sich mit all diesen Themen auseinanderzusetzen, zu reflektieren und den eigenen Horizont zu erweitern. Es mag nicht viel sein, aber es ist ein kleiner Beitrag gegen Intoleranz und rechtes Gedankengut. Und vielleicht genügt das, um einige wenige Menschen zu erreichen. In Zeiten wie diesen ist es wichtiger denn je. Dabei sollte es eine Selbstverständlichkeit sein.

Für mich war es immer normal, diese Themen in meine Geschichten einzubringen. Weil sie zum Leben dazu gehören, weil sie normal sind. Aber vielleicht befinden wir uns momentan in einer Zeit, in der es umso wichtiger ist, uns das ins Gedächtnis zu rufen und ein Stück weit zu leben, was die Helden unserer Lieblingsgeschichten uns vorleben.

Mir brennt dieses Thema schon sehr lange auf der Seele, doch ich habe immer die Füße stillgehalten, weil ich meinen Blog nicht für politische Diskussionen missbrauchen will. Aber nach diesen Wahlen sehe mich in der Pflicht, als Autorin Stellung zu beziehen. Die AfD ist eine Partei, die wenn sie an die Macht käme, Einfluss auf die Meinungsfreiheit ausüben wird, und damit auch auf das Geschriebene Wort. Ich hoffe sehr, dass von nun an genug in diesem Land passieren wird, dass solche Artikel nicht zur Regelmäßigkeit werden müssen. Doch damit dies geschieht, dürfen wir uns auf den 87% nicht ausruhen.

Deutschland ist unser Land. Nicht das von Herrn Gauland und auch nicht von seiner Partei. Es ist das Land in dem Menschen anderen Menschen helfen, wenn sie vor unserer Tür stehen und Hilfe brauchen. Es ist das Land, in dem Menschen Herrn Boateng gerne als Nachbarn hätten. Es ist das Land, das mit der Ehe für Alle einen weiteren Schritt ins 21. Jahrundert getan hat. Es ist eines der wohlhabendsten und fortschrittlichsten Länder der Erde. Wir können uns glücklich schätzen, hier zu leben. Es liegt an uns, ob wir wahren, was wir und unsere Eltern und Großeltern sich in den vergangenen 60 Jahren erkämpft haben, oder ob unser Land zu einem Vierten Reich wird. Es liegt an uns, an unserem Verhalten und unseren Entscheidungen. Wir haben die Verantwortung.

[* Der aktuelle Teil meiner alternativen Fortsetzung hat 156 Favoriteneinträge auf Fanfiktion.de. Wie viele davon tatsächlich lesen, weiß ich nicht, noch kenne ich die Zahl jener, die lesen und keinen Account haben.]

Monatsrückblick März: Frühlingserwachen

Monatsrückblick März: Frühlingserwachen

Ich kann kaum glauben, dass seit meinem letzten ernsthaften Blogartikel ein Monat vergangen ist. Ich dachte immer, der Februar sei kurz, aber der März ist nur so dahingeflogen.

Im vergangenen Monat ist so viel passiert, wie in sonst nicht einmal in einem Jahr. So kommt es mir zumindest vor. Mein Leben ist immer noch dasselbe, die Veränderungen fanden in mir statt. Ich weiß nicht, ob es der Frühling ist, oder die Tatsache, dass ich mit Mitte 30 an einem Punkt bin, an dem ich mein bisheriges Leben bewerte und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Zukunft in Frage stelle. (Ich glaube übrigens, dass eine solche Evaluierung alle paar Jahre sinnvoll und wichtig ist)

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Monatsrückblick Februar – Karnevalseskapismus & Homecoming

Irgendwie ist der Februar einer dieser Monate, die viel zu schnell vergehen, und das nicht, weil er 2-3 Tage kürzer als die übrigen ist. Jetzt, wo ich den Monat Revue passieren lasse, fällt mir jedoch einiges ein, was sich in dieser Zeit in meinem Autorenleben getan hat. Insgesamt habe ich im Februar sogar recht viel geschafft, auch wenn ich insgesamt nicht so viele Kapitel überarbeitet habe, wie im Januar und Dezember. Aber Überarbeiten und eine Geschichte zu beenden ist eben mehr als nur Kapitel zu lesen und beim Lesen zu korrigieren.

Überarbeitungsstatus der ’Königsmörderin’

Auch diesen Monat konnte ich meinen Plan ein Kapitel pro Tag zu überarbeiten, nicht immer einhalten, was neben Arbeit und allgemeiner Müdigkeit auch davon abhängt, wie viel es bei einem Kapitel zu tun gibt. Da ich mich dem Ende nähere, gibt es in jedem Kapitel mehr zu tun, weil mehr Szenen angepasst oder aufgefüllt werden müssen. Die zweite Februar-Hälfte bestand weitgehend aus einer längeren ToDo-Liste für den Mittelteil, die vor dem Finale abgearbeitet werden wollte. Da ich nur die Mittagspausen und die zu kurzen Abende zur Verfügung hatte, zog sich das über eine Woche hin. Als ich anschließend mit den Folgekapiteln weitermachte, wurde mir schnell klar, dass für den weiteren Verlauf ein Brainstorming erforderlich war. Insbesondere für die Sachaka-Storyline, womit die letzte Februar-Woche dann auch gefüllt war.

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Liebster Award, die 3.

Liebster Award, die 3.

Mein Schreibmeer-Kollege Florian von Tintenfleck-Blog hat meinen Blog für den Liebster-Award nominiert, weil „die nicht nur grandiose Fan-Fiction schreibt, sondern auch sonst tolle Texte“. Das ist nun schon die dritte Nominierung, was mich wahnsinnig freut.

Folgendes wollte Florian von mir wissen:

1. Wenn ich schreibe, bekomme ich früher oder später immer Durst, weshalb das Wasserglas nie weit weg ist. Manchmal steht da neben mir aber auch Kaffee oder – in sehr seltenen Fällen – Tee. Wie ist das bei dir? Trinkst du etwas, wenn du schreibst? Was ist dein Schreibgetränk?

Beim Schreiben steht neben mir immer eine Kanne mit Kräuter- oder Schwarztee. Oft auch eine Flasche mit Wasser, aus der ich jedoch nur dann viel trinke, wenn mir zu warm ist und ich kein gefühltes „Loch“ im Magen habe. Hin und wieder trinke ich abends beim Schreiben auch ein oder zwei Gläser Wein, um meinen Autorenalkoholismus zu pflegen. Allerdings vertrage ich Wein momentan nicht mehr so gut und verzichte weitgehend darauf. Als Ersatz trinke ich nun häufig selbstgemachte, heiße Schokolade, was auch gut zur Jahreszeit passt.

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10 Dinge, die du nie zu einem Fanfiction-Autor sagen solltest

Nach 5 Fragen, die einen Fanfiction-Autor ankotzen und inspiriert von 10 Dinge, die du nie zu einem Autor sagen solltest auf www.schreibwahnsinn.de kommt nun meine Antwort.

Beim Lesen jenes Artikels habe ich wiederholt mit dem Kopf genickt. Auch kamen mir darüber Fragen und Sprüche in den Sinn, die mich meinerseits zuweilen in den Wahnsinn treiben. Daher beantworte ich im Folgenden einige der Fragen aus dem Artikel von Schreibwahnsinn, während ich andere Fragen ausgetauscht habe, wo ich fand, dass diese Themen mich mehr anfixen.

Der Inhalt dieses Artikels ist frei von der Leber weg. Denn anders wäre nicht authentisch.

1. Woher nimmst du deine Inspiration?

Gefühlt jeder Autor und jedes Interview, das ich für einen Blog gegeben habe, stellt mir diese Frage. Ich überlege Stunden um Stunden, nur um schließlich zu erkennen, dass ich auf diese Frage keine Antwort habe. Ich starre nicht stundenlang Bilder auf Pinterest an, ich höre nicht gezielt Musik, gehe nicht gezielt an einen bestimmten Ort oder was weiß ich. Die Ideen kommen. Manchmal in Verbindung mit Musik oder bestimmten Orten. Aber ich habe keine Kontrolle darüber, wann und wie sie kommen. Sie kommen einfach.

2. Wenn du deine Geschichte nicht (mehr) hochlädst, kannst du sie mir dann zumailen?

Aber sonst geht’s noch? Ich reiße mir doch nicht monatelang den Arsch auf, schreibe mir die Finger wund, überarbeite und korrigiere, um mich dann um die einzigen Reviews zu bringen, die die Geschichte vielleicht noch bekommen könnte, wenn ich sie eines Tages doch (weiter) hochlade. Ich verdiene kein Geld mit diesem Scheiß. Eure Anerkennung in Form von Reviews und Empfehlungen sind mein einziger Lohn für eure Unterhaltung.

Kleiner Randomfact: Wenn ich eine Geschichte pausieren lasse oder zögere, sie hochzuladen, jammern die am lautesten, die sonst mit Schweigen brillieren.

3. Mit welchem Programm/welcher Software schreibst du?

Unter Autoren eine sehr beliebte Frage. Die meisten benutzen irgendwelche fancy Programme wie Scrivener oder Papyrus mit gefühlten 1000 Features, die kein Mensch braucht, und die überdies ein Schweingeld kosten. So kommt es mir zumindest vor. Sie sind gewiss nützlich, aber ich bin da eher der pragmatische Typ. Vor ein paar Jahren hatte ich überlegt, mir Papyrus zu holen, doch mir war es bei der Demo schon zu viel Schnickschnack und die Benutzerführung war nicht sehr intuitiv. Mein Duden-Rechtschreib&Grammatik Plugin genügt mir völlig. Wenn ich Umgangssprache nutze oder zu lange Sätze schreibe, sagt mir das das Plugin. Und wisst ihr was? Manchmal sollen die Sätze lang sein. Und manchmal ist die Umgangssprache angebracht. Ich brauche auch keinen Zeitstrahl, dafür habe ich meine Pinnwand des Wahnsinns. Für nützliches Wissen rund um meine Geschichten und die Originaltrilogie habe ich ein Textdokument. Ich schreibe mit Open Office und bin damit seit Jahren verdammt glücklich. Es tut alles, was ich will, und es ist Open Source. Übrigens reagieren die meisten Autoren mit Unverständnis, wenn ich sage, dass ich für jedes Kapitel ein eigenes Dokument habe. Ich finde das übersichtlich. Und es erleichtert das Hochladen.

4. Ist es wie Twilight? Ist es wie Fifty Shades of Grey?

Gewiss gibt es noch andere Vergleiche. Aber gerade diese beiden fixen mich sehr an, weil ich von beiden nicht viel halte. Den Twilight-Vergleich hat mal ein Kollege gebracht, als ich ihn auf die Black Magician Trilogy anfixen wollte. Und die Fifty Shades des Grauens … dafür finde ich keine Worte. Wie oft wurden die Sexszenen meines Hauptpairs in der Vergangenheit damit verglichen! Ich kannte die Bücher zu jener Zeit nicht einmal und konnte mich nicht dazu äußern. Inzwischen kann ich es und ich kann über solche Aussagen nur den Kopf schütteln. Zum einen, weil die 50 Shades des Grauens aus mindestens 70% seichter Sexszenen bestehen, während mein Hauptpair alle paar Kapitel mal Sex hat und das ist in 90% der Fälle nicht einmal ausgeschrieben. Außerdem erweckte die Lektüre den Eindruck, dass E.L. James nicht wirklich weiß, was sie da tut.

PS: Es ist mir dennoch gelungen, den Kollegen auf die Bücher anzufixen und seine Vorurteile auszuräumen. Er fand hinterher sogar, dass Akkarin eine „ziemlich geile Sau“ ist. Mischief managed.

PPS: Und nur mal so am Rande: 50 Shades IST kein BDSM. Ein psychopathischer Sadist, der nur mit Frauen vögeln kann, die wie seine Mutter aussehen und sie stellvertretend für deren Verhalten bestraft, ist kein Dom. Und hier ein bisschen Fesseln und da ein bisschen Spanking machen noch lange keine Session. Und wenn wir schon beim Thema sind: Es braucht keine Fesseln und Spanking, um BDSM zu leben.

5. Kann man mit Fanfiction Geld verdienen?

Wenn eines Tages die Piraten an die Macht kommen, vielleicht. Bis dahin lebe ich von Ruhm und Ehre. Hallo? Es geht hier um Copyrights. Wenn du ein Buch schreibst und damit Geld machst, willst du auch nicht, dass andere es umschreiben oder ihre eigenen Fortsetzungen schreiben und dir deinen Anteil am Buchmarkt stehlen.

6. Wie gehst du mit negativen Reviews um?

Ich werfe eine Atombombe drauf.

Ok, ernsthaft. Ich rege mich auf und bin zwei Tage lang so richtig wütend. Ich schreibe direkt nach Erhalten des Reviews eine böse, böse Antwort. Aber ich schicke sie nicht ab. Ich schlafe darüber und formuliere die Antwort wieder und wieder um, bis ich es verantworten kann und sich mein Gemüt beruhigt hat. Und ich kotze mich bei befreundeten Autoren aus.

7. Wie gehst du mit Schreibblockaden um?

Ich lasse sie zu. Ganz ehrlich? Wenn ich nicht schreiben kann, macht es auch keinen Sinn es zu erzwingen. Scheiß drauf, was Schreibratgeber dazu sagen. Wenn die Worte nicht aus mir herausfließen, bringe ich nur tote und leblose Sätze zustande. Der Schreibprozess geht so langsam, dass es an Zeitverschwendung grenzt. Nicht schreiben zu können, hat eine Ursache, die man beheben muss. Bin ich gestresst, muss ich den Stress erst loswerden. Bin ich abgelenkt, muss ich die Ablenkfaktoren ausschalten. Ist mein Schreibort negativ behaftet, muss ich ihn wechseln. Habe ich keine Ideen oder weiß nicht, wie es in der Geschichte weitergehen soll, überarbeite ich ein anderes Projekt, gehe spazieren oder lese ein Buch. Es ist wichtig, etwas anderes zu machen, denn dann kommen Ideen und die Inspiration ganz von alleine zurück. In dem Artikel einer Schreibmeer-Kollegin hieß es, dass die Kreativität wie ein Garten ist. Manchmal muss man diesen verlassen, damit er wieder aufblühen kann.

8. Kannst du die Geschichte nicht komplett hochladen? Warum sind die Intervalle zwischen neuen Kapiteln so lang?

Nein und nochmals nein. Es gibt zwei Gründe für beides: Fertige Geschichten werden nicht mehr reviewt. Damit würde ich mich zugleich um die Chance bringen, Feedback zu den einzelnen Kapiteln zu erhalten, das jeder Fanfiction-Autor sich jedoch so dringend wünscht. Ohne detailliertes Feedback wissen wir nicht, was wir gut gemacht haben und wo wir uns noch verbessern können. Aber eine abgeschlossene Geschichte bekommt mit viel Glück alle paar Monate noch ein recht allgemein gehaltenes Review. Außerdem würde es dann Monate bis ein oder zwei Jahre dauern, bis der nächste Teil fertig ist. Denn an diesem schreibe ich gerade und ich werde einen Teufel tun, als eine unfertige Geschichte kapitelweise hochzuladen. Das kann nur schiefgehen. Denn während ich schreibe, bekomme ich oft Ideen für etwas, das ich in vorherigen Kapiteln noch ergänzen oder korrigieren muss. Da ist ein kompletter Band Vorlauf für ein vorzeigbares Endergebnis überlebenswichtig, zumal ich häufig unchronologisch schreibe. Außerdem habe ich keine Garantie, dass die Leser zwei Jahre auf den nächsten Teil warten. Die Abstände zwischen den Kapiteln sind so gewählt, dass sie diese Zeitspanne ausfüllen und ich selbst nicht in zeitliche Bedrängnis gerate. Denn neben dem Schreiben der Fortsetzung kostet das letzte Korrigieren der Kapitel und das Beantworten der Reviews Zeit. Irgendwann muss ich auch noch leben und Geld verdienen. Und weiterschreiben.

9. Welche Schreibratgeber verwendest du?

Dass man ohne Schreibratgeber kein ernstzunehmender Autor sein kann, ist auch so ein weitverbreiteter Irrglaube. Ich bin Chaos-Discovery-Writerin. Mit den meisten Schreibtipps kann ich nicht viel anfangen. Entweder sie entsprechen nicht meiner Arbeitsweise, die für mich funktioniert (Never change a running system), oder ich wende sie bereits intuitiv an. Manchmal muss ich dem Tipp sogar insgeheim widersprechen, was häufig daran liegt, dass sie viel zu allgemein sind oder nur auf bestimmte Fälle anwendbar sind, was der Tipp jedoch nicht besagt. Ja, haltet mich ruhig für arrogant. Ich schreibe das, was ich in einem Roman gerne lesen würde und orientiere mich daran, was ich in Büchern gut oder schlecht gelöst finde. Das läuft bei mir nach Gefühl und Intuition und damit bin ich bis jetzt verdammt gut gefahren.

10. „Wie schaffst du das, im NaNo so viel zu schreiben?“

Motivation durch die einzigartige Magie jenes Monats geschaffen durch Cabins während der Camps, tägliche Wordcounts (bringt viel mehr, als eigene Wortcounts) und das Forum im offiziellen NaNoWriMo. Der Rest ist Zeitmanagement. Einen Monat lang keine sozialen Verpflichtungen eingehen und Schlaf wird sowieso überbewertet. Morgens vor der Arbeit schreiben, in der Mittagspause, abends und am Wochenende. Und jede Menge Word Wars.

Bonusrunde: „Deine Geschichte ist ja auch wieder nur eine Fortsetzung, in der Akkarin überlebt.“

Das gängige Vorurteil gegen so ziemlich jede Geschichte in meinem Fandom, die sich an einem alternativen Ende versucht – da könnte ich echt im Kreis kotzen. Ich will nicht wissen, wie oft das dafür sorgt, dass meine Geschichte nicht einmal angeklickt wird.

Aber wisst ihr was? Meine Fortsetzung ist mehr als nur eine seichte Romanz mit einem weichgespülten Akkarin und einer pubertären Sonea. Meine Fortsetzung ist frei von sich ooc verhaltenden Charakteren und einseitigen Storylines. Und sie ist ganz sicher kein „Ich schreibe mal eben die Bücher um, weil ich dies und das scheiße finde, und mache alles besser als Canavan“.

Meine Fortsetzung ist sehr viel mehr als das. Sie führt den Stil der Bücher fort und entwickelt Charaktere und Handlung logisch weiter. Sie behandelt Themen, die Canavan nur angerissen hat oder mit Samthandschuhen anging, mit der Tiefe und Ausführlichkeit, die sie verdienen. Sie ist alles, was ich mir von einer offiziellen Fortsetzung gewünscht hätte.

Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Spaß beim Lesen. Vielleicht habt ihr euch ja in dem einen oder anderen Punkt wiedererkannt. Oder habt ihr ganz andere Sprüche, die euch als Autoren annerven?

PS: Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch darauf, repräsentativ für andere Fanfiction-Autoren zu sein.