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Der NaNoWriMo 2016-Schreibwahnsinn: Kitsch-Vanilla-Hauptpairs, BDSM-Dreier und ein Trump’scher Writus Interruptus

Der NaNoWriMo 2016-Schreibwahnsinn: Kitsch-Vanilla-Hauptpairs, BDSM-Dreier und ein Trump’scher Writus Interruptus

Wie Schlafmangel, der Shipper-Thread und schlechte Fanfictions mir das Hirn ruinierten

Dieser Bericht sollte gefühlt vor zwei Wochen kommen, doch der alljährliche Übergang von einem Monat Schreibwahnsinn in die Vorweihnachtszeit hat mich dieses Jahr ziemlich geschafft und ich weiß nicht, wo die letzten beiden Wochen geblieben sind. Mein Hirn, das ich mir in dieser Zeit nicht nur mit zu wenig Schlaf und zu viel Schreiben ruiniert habe, hat sich inzwischen wieder weitgehend erholt, während mein Körper nach all der Action gerade in Winterschlafmodus geht.

Da man die zu erreichende Wortzahl im November nicht anpassen kann, setzte ich vorab mein persönliches Ziel auf 200k. Damit wollte ich mich möglichst dem Showdown der Geschichte nähern oder diesen vielleicht sogar schon beginnen.

Trotz der einen oder anderen Schwierigkeit war es ein wahrhaft epischer NaNoWriMo und das nicht nur, weil die Geschichte sich mir nahezu selbst diktiert hat, sondern auch wegen der großartigen Stimmung im NaNo-Forum. So viel zu schreiben ist neben gutem Zeitmanagement auch mit einer gehörigen Portion Wahnsinn verbunden. Mir ist wichtig, dass ich im Schreibfluss bleibe und solange ich meine Arbeit erledige und die Katzen nicht vernachlässige, funktioniert dieses Prinzip für mich.

Eine andere, unerfreuliche Form des Wahnsinns kam auf unerwartete Weise hinzu. Im Oktober wagte ich aus Gründen der ’’Recherche’’ zum Thema Badfic einen Blick in die Abgründe meines Fandoms und blieb darüber an einer Fanfiction hängen, die (wie so viele andere und vermutlich unfreiwilligerweise) grauenhaft war. Aus jener ’’Recherche’’ wurde rasch ein guilty pleasure, auf das ich nicht sonderlich stolz bin. Es genügt an dieser Stelle, dass ich nur immer mal wieder weiterlas, weil ich unfähig war, mich von dem Grauen abzuwenden, so wie wenn man an einem Unfallort vorbeifährt, und dass ich mich darüber in Bezug auf meine Lieblinge sehr, sehr verstört habe.

Der Start begann grandios um Mitternacht am 1. November zusammen mit der Ankündigung an meine Katzen „Ihr müsst jetzt einen Monat lang ganz lieb sein, sonst koche ich Chinesisch“. Trotz Müdigkeit und dem Bedürfnis, mich in meinem Bett zusammenzurollen, habe ich mit jeder Menge Schwarztee noch in der Nacht die ersten 1000 Wörter geschrieben. Wie in den beiden Jahren zuvor mit einer Schweinkramszene, um der Tradition treuzubleiben. Dank zahlreicher Wordwars im NaNo-Forum wurden aus den für den Start-Marathon an Tag 1 gesetzten 12k rasch 14k. Zwischendurch hatte ich sogar noch Zeit für Sport und meine Katzen und konnte gegen 22 Uhr Feierabend machen.

So etwas macht man aber auch nur einen Tag, danach ist man durch.

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Soneas Sumikränzchen: Die absurdesten Search Terms

Soneas Sumikränzchen: Die absurdesten Search Terms

Heute gibt es mit etwas Verspätung, weil Fußball und so, mal ein etwas anderes Sumikränzchen. Denn dieses Mal es geht nicht um mich und meine Geschichten, sondern um die Absurditäten, über die ich als Betreiberin dieses Blogs so stolpere.

In den mehr als zwei Jahren, die es meinen Blog nun gibt, ist es mir gelungen, mir mit diesem meine Autorenmarke zu etablieren. Wo ich am Anfang noch unsicher war, ob das Konzept etwas taugt, erfreuen meine Artikel inzwischen gleichsam Leser und andere Autoren. Und das ist ziemlich toll, weil es zeigt, dass mein Konzept aufgegangen ist.

In dieser Zeit sind mir allerdings auch einige überaus absurde Dinge untergekommen.

Für alle, die es nicht kennen: WordPress bietet (wie vermutlich andere Bloganbieter auch, aber so genau habe ich das nie in Erfahrung gebracht) eine Statistik an, in der man sieht, welche Artikel angeklickt wurden, woher die Besucher kommen, von welchen Seiten, auf denen der Blog verlinkt ist, sie hergefunden haben und welche externen Links sie angeklickt haben (also z.B. die Links zu meinen Geschichten auf FF.de) – ihr merkt schon: Ich sehe alles.

Diese wunderbare Statistik zeigt allerdings noch etwas anderes:

Was man bei Google eingibt, um zu meinem Blog zu gelangen.

Und da sind Sachen dabei, wo mir echt die Augen aus dem Kopf gefallen sind und ich nur noch sprachlos vor dem Bildschirm saß.

Neugierig, wie ich bin, klicke ich nicht nur unbekannte Links an, über die Besucher auf meinen Blog gelangen, sondern gebe die Search Terms selbst bei Google ein und schaue, was dabei so rauskommt. Manchmal muss ich mich bis zu den letzten Seiten der Suchergebnisse durchklicken, bevor ich meinen Blog finde. Also haben einige Menschen ziemlich Ausdauer.

Heute habe ich mir die Zeit genommen und bin meine Statistik der letzten zwei Jahre durchgegangen und habe geschaut, was da an Absurditäten zusammenkommt. Einiges, was ich zutage gefördert hatte, hatte ich inzwischen wieder vergessen (oder auch verdrängt).

An den absurdesten Resultaten möchte ich euch heute teilhaben lassen. Und ich sage gleich vorweg: Ganz ohne Sarkasmus ging es an manchen Stellen nicht.

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Sachakanisches Wochenende – Erweiterung des Sachakanisch Dictionaries (Karnevalseskapismus)

Sachakanisches Wochenende – Erweiterung des Sachakanisch Dictionaries (Karnevalseskapismus)

Von Donnerstagmittag bis einschließlich heute hatte ich ein langes Wochenende. Leider wohne ich im Zentrum des Wahnsinns, was jedoch den Vorteil mit sich bringt, dass es mich nur einen Urlaubstag gekostet hat (die übrigen anderthalb Tage sind für viele Firmen hier so etwas wie Feiertage). Ich bin zwar Rheinländer, aber mit Karneval habe ich seit ein paar Jahren nichts mehr am Hut, freue mich aber umso mehr über das lange Wochenende. Auch dieses Jahr habe ich exzessiven Karnevalseskapismus betrieben und mich in meine Geschichten geflüchtet.

Im vergangenen Jahr hat mich dies nach Sachaka geführt und ist in fünf neuen Kapiteln von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ geendet. Auch dieses Jahr ging es nach Sachaka. Dieses Mal habe ich den vorhandenen sachakanischen Wortschatz erweitert.

Seit ich das Sachakanisch-Dictionary erhalten habe, haben sich beim Schreiben diverse Baustellen aufgetan, bei denen ich sachakanische Begriffe gut gebrauchen könnte. Insbesondere in ’Darker Than Black’ und in ’Die Königsmörderin’ (Band 1 der zweiten Trilogie). Aber auch ’Das Heiligtum von Yukai’ und Dannyls und Kitos Aufenthalt in Arvice könnten noch ein wenig Sachakanisch gebrauchen. Also habe ich den Donnerstag, nachdem ich mit den vier Stunden Home Office durch war (ich bin nicht ins Büro gefahren, weil ich nicht arbeiten kann, wenn mit allenthalben jemand fragt, warum ich nicht verkleidet bin), damit verbracht, jene Geschichten nach den entsprechenden Stellen zu durchforsten und diese rauszuschreiben.

Der ursprüngliche Plan sah vor, die benötigten Wörter am Freitagabend bei einem Glas Wein zu übersetzen, was dann jedoch nicht nur auf Grund meiner Müdigkeit in ein sachakanisches Wochenende ausartete. Es ist nämlich gar nicht so leicht, sich in eine angefangene fiktive Sprache einzuarbeiten, die man selbst nicht geschaffen hat. Ganz besonders, wenn man außer der Muttersprache nur Englisch und ein wenig Latein und rudimentäres Französisch spricht und ansonsten in Grammatik eine Niete ist. Programmiersprachen und gesunder Menschenverstand helfen einem auch nur bedingt weiter, weil Sprachen kulturelle und geschichtliche Eigenheiten haben, die schlichtweg keinem logisch durchstrukturierten Regelwerk entsprechen.

Auch das, was mir an Sachakanisch gebastelt wurde, die eine oder andere solche Eigenheit. Das eigentliche Dictionary besteht aus einigen Verben, Substantiven, Adjektiven und Adverbien, so wie einer Liste mit Regeln, die nur das abdeckt, was ich für meine Geschichten brauche. Die erste Vorarbeit hatte ich in meinem Urlaub im Oktober geleistet, wo ich alle vorhandenen Wörter auf Karteikarten schrieb und die Bedeutungen wiederkehrender Silben und Suffixe und Präfixe festhielt.

Nachdem ich meine Karteikarten sortiert hatte und sämtliche noch zu übersetzenden Begriffe und Sätze aus meinen Geschichten zusammengesucht hatte, begann ich am Freitagabend mit einer einfachen Übung: Ich bildete Substantive zu Verben und Verben zu Substantiven nach dem Schema der bereits existierenden. Dann fing ich an, nach demselben Schema Adverbien zu bilden. Das führte ich am nächsten Abend fort.

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Sprachenbasteln mit Katze: Marika liebt es, über meinen Schreibtisch zu tapsen. Irgendwann habe ich ihn einfach gepackt und gekrault und dann ist er eingeschlafen.
Sprachenbasteln mit Katze: Marika liebt es, über meinen Schreibtisch zu tapsen. Je höher die Entropie darauf ist, desto interessanter ist es dort. Irgendwann habe ich ihn einfach gepackt und gekrault und dann ist er eingeschlafen.

Danach geriet ich erst einmal ins Stocken. Zu fast sämtlichen Wörtern, die mir noch fehlten (auch diese schrieb ich auf Karteikarten), konnte ich in dem bereits Vorhandenen keine Anhaltspunkte wie Gemeinsamkeiten oder Ähnlichkeiten finden, die mir weiterhalfen. Außerdem war ich noch nicht genug in der Sprache drin, als dass mir die Wörter von selbst in den Sinn kamen. Stattdessen fing ich an, weitere Verknüpfungen im Wortschatz herzustellen und erweiterte die Farben, was mir verhältnismäßig einfach erschien. Von diesen leitete ich das eine oder andere Wort ab und fand durch Wortverwandtschaften Übersetzungen für wieder andere Wörter. Diese brauche ich zwar nicht für das, was ich ursprünglich übersetzen wollte, doch genau das hilft mir, mich in die Sprache einzufinden.

Weiter unten findet ihr eine Liste mit den Resultaten. Falls ihr diese verwenden wollt, so behaltet bitte im Hinterkopf, dass diese Übersetzungen noch nicht endgültig sind und sich noch ändern können. Dafür bin ich noch nicht tief genug in diese Sprache vorgedrungen. Ich muss erst weitere Wörter erschaffen und mir mehr über die Regeln klarwerden und ein besseres Gefühl für diese Sprache bekommen, bevor ich diese Wörter guten Gewissens freigeben kann.

Vielleicht werde ich schon am nächsten Wochenende mit dem Übersetzen fortfahren. Vielleicht aber auch erst, wenn ich mit dem Korrekturlesen von ’Das Heiligtum von Yukai’ durch bin und die Korrekturen eingegeben habe. Mir fehlen noch sieben Kapitel, die gelesen werden müssen. Da am Donnerstag mein neuer Toner kam, konnte ich die restlichen Kapitel auch endlich ausdrucken. Und das Eintippen der Korrekturen zusammen mit den größeren ToDos, die mir beim Lesen aufgefallen sind, werden erfahrungsgemäß ca. zwei bis drei Wochen brauchen.

Ansonsten habe ich an diesem Wochenende auch ein wenig geschrieben, um dem Korrektur- und Sprachenbastel-Brainfuck zu entkommen. Eine Femslash-Szene für ’Die Königsmörderin’, das letzte Kapitel von Teil drei meiner Akkarin-Trilgoie, weil es mir beim Joggen spontan in den Sinn kam. Und eine Schweinkram-Szene für ’Die zwei Könige’, die wenn überhaupt nur ins Bonuskapitel kommt. Tatsächlich habe ich diese Szene nur für mich geschrieben, weil ich mich beim Korrekturlesen gefragt habe, wie es dazu gekommen ist, was durchaus hilfreich sein kann.

Zum Abschluss gibt es hier noch meine geistigen Ergüsse auf Sachakanisch:

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Rückblick auf mein 2015 als Fanfiction-Autorin und Ausblick auf 2016

2015 war nun wirklich alles andere als ’mein’ Jahr. Sowohl in Bezug auf mein Doppelleben als Fanfiction-Autorin als auch in Bezug auf mein Privatleben, auf das in an dieser Stelle nicht eingehen werde. Also beschränke ich mich auf meine schriftstellerischen Highlights und Tiefpunkte.

Eigentlich fing es ganz gut an. Ende Januar ging das letzte Kapitel von Soneas Erzählstrang in ’Die zwei Könige’ zu Ende. Die Begeisterung der Leser war riesig, ich hätte nie gedacht, dass dieser Teil, der nur von Sonea und zwei sachakanischen OCs bestritten wird und ziemlich harter Tobak ist, die Leser derart fesseln würde. Zu meinem Entsetzen stellte ich jedoch fest, dass einige Leser angefangen hatten, sich zwischen Sonea und Marika eine Romanze auszumalen, was in meinen ersten kritischen Blogartikel, der Missbrauchsbeziehungen als Thema hatte, endete.

Im April nahm ich am Camp-NaNoWriMo teil, indem ich mit der Überarbeitung von Band 3 meiner Trilogie, ’Das Heiligtum von Yukai’, fortgefahren bin. Dort bin ich ein gutes Stück weitergekommen. Ich habe ca. 300k der Story überarbeitet und dabei auch diverse neue Szenen geschrieben (mehr dazu auch hier).

Mit dem Beginn des zweiten Teils der zwei Könige stieg ich von wöchentlichen Updates auf zweiwöchentlich um und lud in den dazwischenliegenden Wochen die Geschichte über Akkarins Zeit in Sachaka ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ hoch. Leider erwies sich das sehr schnell als Fehler. Die Zeit, die Teil 2 braucht, um ein komplett neues Setting aufzubauen und die Grundsteine für den Rest der Trilogie zu legen, sorgte für reichlich Unmut. Zugleich ging das Interesse an Akkarins Geschichte nach wenigen Kapiteln zurück, bis ich diese nur noch unter Bauchschmerzen hochladen konnte. Dazu kamen einige Kommentare, die für mich wie ein Schlag ins Gesicht waren, was dazu geführt hat, dass ich das Projekt schließlich eingestellt habe (Traurige Entscheidung).

Das Ganze hat mich in eine ausgewachsene Krise gestürzt, die durch meinen gescheiterten Versuch, Anschluss an andere Autoren zu finden, noch schlimmer wurde. Mir war schon länger klar, dass ich mit meiner Schreibe und meinen Ansichten in das Forum von Fanfiktion.de nicht wirklich reinpasse. Also habe ich es in einer anderen Autoren-Community versucht. Das schien zunächst vielversprechend, nach kurzer Zeit hatte ich jedoch das Gefühl, als jemand, der ausschließlich Fanfiction schreibt, dort nicht akzeptiert zu werden. Meine Vorgehensweise beim Schreiben hat dazu geführt, mich noch mehr als Außenseiter zu fühlen.

Denn ich bin nicht nur Fanfiction-Autorin, sondern auch Chaos-Discovery-Writer, wie ich es selbst nenne. Ich schreibe nicht nach Plan, ich kann mit Schreibratgebern nichts anfangen, ich mache keine Rollenspiele oder Interviews mit meinen Charakteren oder schreibe Steckbriefe – ich lerne sie beim Schreiben kennen. Bereisen meine Charaktere ein neues Land, das im Original nur erwähnt, aber nicht ausgearbeitet ist, so entdecke ich dieses und seine Kultur mit ihnen. Ich schreibe nicht chronologisch, sondern das, was mich gerade anfixt. Und ob man es glaubt, oder nicht: Es funktioniert! Auf diese Weise habe ich eine komplette Trilogie geschrieben. Mir kam es jedoch so vor, als würde ich mir damit keine Freunde machen, denn ich fand ums Verrecken keinen Anschluss, was zu der ernüchternden Erkenntnis geführt hat, nirgendwo reinzupassen. Auf meine Bewerbung für das Schreibmagazin erhielt ich nicht einmal eine Absage.*

Damit waren die Selbstzweifel maximal, mein Selbstbewusstsein  am Ende. Ich habe mich wie ein Versager gefühlt, wie ein Nichts. Ich wusste nicht mehr, warum ich überhaupt schreibe – das alles erschien mir mit einem Mal so unendlich sinnlos, weil es ja doch nur scheiße ist. Und ich musste einen Weg finden, damit irgendwie fertigzuwerden, nachdem mein Fels in der Brandung wenige Monate zuvor weggebrochen war.

Ab dem Sommer kam dann allmählich die Wende zum Besseren. Im Juli nahm ich erneut am Camp-NaNoWriMo teil. Dieses Mal mit der Fortsetzung von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’, die unter dem Arbeitstitel ’Darker Than Black’ läuft. Nach dem Desaster mit Ersterem, wollte ich zuerst ein anderes Projekt schreiben, obwohl ich mich seit fast einem Jahr darauf gefreut hatte, Akkarins Geschichten fortzuführen. Am Ende schrieb ich diese Geschichte für mich, auch weil mein Gemütszustand aus privaten Gründen einen erneuten Tiefpunkt erreichte. Ich blendete alles um mich herum aus und schrieb, um mich von dem abzulenken, was ich nicht ändern kann, und an meinem Lieblingscharakter zu heilen, was ich bei dem wichtigsten Menschen in meinem Leben nicht heilen kann. Es war ein überaus therapeutisches Schreibcamp, während dem ich innerlich gewachsen bin und mich von allem gelöst habe, was mir nicht guttut und allmählich wieder die Liebe zum Schreiben und zu meinen Charakteren wiederfand (mehr dazu auch hier).

Zum Ende des Schreibcamps veröffentlichte ich meine erste Satire zu Black Magician Die Meisterin und ihr Wurm – Ein Drama in drei Akten. Es war meine erste Satire überhaupt und deswegen und angesichts ihres sehr BDSM-lastigen Inhalts war ich ein wenig nervös, wie sie bei den Lesern wohl ankommen würde. Mir war klar, dass eine solche Geschichte nicht viele Leser haben würde. Aber so wie ich beim Schreiben und Korrigieren gekichert und damit meine Nachbarn und in der Mittagspause meine Kollegen unterhalten habe (die zum Glück nicht wussten, warum ich kichere – bis auf den, der die Story unter mindestens genauso großem Gekicher testgelesen hat), musste ich sie einfach hochladen. Und das war eine gute Entscheidung, denn das Ding hat immerhin fünf Empfehlungen bekommen. Also anscheinend ist es gut, hin und wieder ein wenig mutig zu sein.

Ende Juli kam ein weiteres Highlight. Ben Lesser hat mich gefragt, ob ich Artikel für sein und Tinka Beeres Schreibmeer-Magazin schreiben möchte, weil eine liebe Freundin mich empfohlen hatte. Ich hatte mächtig Respekt davor, weil das Magazin einen hohen Anspruch hat und ich fürchtete, dem nicht gewachsen zu sein. Zugleich konnte ich nicht glauben, dass ich, die Fanfiction-Autorin, nach meinem gescheiterten ersten Versuch bei einem richtigen Schreibmagazin mitmachen darf. Inzwischen habe ich unter dem Namen Sonea (mein RL-Vorname hätte zu Verwechslung geführt) vier Artikel herausgebracht und habe an einer Weihnachts-Anthologie mitgewirkt. Seit vielen, vielen Jahren wieder eine Geschichte zu schreiben, die keine Fanfiction ist, war eine ziemliche Herausforderung, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht.

Das Schreibmeer ist eines der besten Dinge, die mir in diesem Jahr passiert sind. Ich merke, dass ich, mein Humor und meine Art, Artikel zu schreiben und die Dinge zu sehen, dort bestens aufgehoben sind. Besonders Ben und Tinka gelingt es immer wieder, mir einen miesen Tag zu verschönern, spätestens wenn man in den Chat kommt, steigt die Laune exponentiell.

Von da an ging es bergauf. Ich gewann ein zweites Mal beim Fanfiktion Award, dieses Mal als Autorin und mit meiner Kurzgeschichte über Dannyl und Rothen Die Hoffnung stirbt in Moll. Auch meine Hauptstory lief wieder besser und ich war dankbar, weil so viele Leser noch immer Geduld mit mir und Vertrauen in mich hatten, und sich dieses allmählich auszuzahlen begann. Und dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Ich weiß, das ist nicht immer leicht, wenn man nicht die ganze Story am Stück lesen kann.

Anfang September beendete ich ’Das Heiligtum von Yukai’ so weit, dass ich es nur noch auszudrucken und zu korrigieren brauchte. Direkt im Anschluss begann ich mit Band 1 meiner zweiten Fanfiction-Trilogie ’Das Erbe der schwarzen Magier’ und als ich Mitte September für ein paar Tage in Paris war, wo ich zum x-tem Mal Black Magician las, begann ich ein exzessives Brainstorming sowohl für die gesamte Trilogie als auch für Band 1 im Konkreten.

Nach Paris war ich so motiviert, dass ich beschloss, ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ noch eine Chance zu geben und habe eine Leserumfrage gestartet, mit dem Ergebnis, dsas es ab Oktober mit einem neuen Kapitel jeden Samstag weiterging. Bis jetzt läuft das auch recht gut, obwohl ich zwischendurch wieder Sorge hatte, dass die Tendenz ähnlich wie zum Jahresbeginn ist. Zugleich beschäftigte ich mich intensiver mit meiner zweiten Trilogie und nachdem ich Black Magician ausgelesen hatte, führte ich eine sprachliche Überarbeitung der ersten 21 Kapitel von ’Der Spion’ durch. Und ich versuchte mich erstmals an Drabbles für einen Adventskalender.

In diese Zeit fiel leider auch die Sache mit diesem Hater, die mich dazu veranlasst hat, über meine Verpflichtungen als Autor nachzudenken. Ich bin jetzt noch hingerissen, wie viel Rückhalt ich von Lesern und anderen Autoren bekommen habe.

Das Gefühl, ein Außenseiter zu sein, hat sich inzwischen verflüchtigt. Viel hat dazu auch der offizielle NaNoWriMo im November beigetragen, bei dem sich die Twitter-Followerzahl traditionsgemäß explosionsartig erhöht. Auch fand ich einige liebe Menschen, deren Herangehensweise an Projekte der meinen ähnelt und mit denen ich mich austauschen konnte, was unglaublich gutgetan hat. Überhaupt verging der November in einem einzigen Rausch, in nur 30 Tagen habe ich ganze 240k von Band 1 der zweiten Trilogie geschrieben, womit ich insgesamt 340k habe. Inzwischen hat das Kind auch einen Namen und schimpft sich ’Die Königsmörderin’. Mein aktueller Twittername ist übrigens keine Werbekampagne für diese Fanfiction, die in frühestens zweieinhalb Jahren zu lesen ist, sondern Ausdruck meiner Trauer darüber, dass mein böser heißer König mit dem Mitte Dezember hochgeladenen Kapitel von ’Die zwei Könige’ offiziell sterben musste.

Irgendwo zwischendurch habe ich auch mit meiner Kurzgeschichte über Akkarin und Lorlen Von Strippenziehern und besten Freunden den Bromance-Wettbewerb auf Fanfiktion.de gewonnen und erweiterte Karten für mein Black Magician-Universum gezeichnet, Worldbuilding in Sachaka, Duna und Lonmar durchgeführt und Ansätze einer fiktiven Sprache ’modern Lonmars’ entwickelt.

Den Dezember habe ich damit verbracht, die verbleibenden 14 Kapitel von ’Die zwei Könige’ für meine Testleserin fertigzumachen und habe die sprachliche Überarbeitung von ’Der Spion’ bis Kapitel 37 weitergeführt. Den Rest der Zeit habe ich die zahlreichen Reviews beantwortet, die durch den Adventskalender kamen, der wie eine Bombe bei den Lesern eingeschlagen ist. Ich hätte nie gedacht, dass ich, die zum Schwafeln neigt, Drabbles schreiben könnte und dass die Idee dahinter von den Lesern so gut angenommen wird, nachdem ein ähnlicher Versuch mit meiner Kurzgeschichtensammlung gescheitert ist. Damit haben meine Leser mir 24 Tage am Stück jeden Tag ein kleines Weihnachten beschert.

Kurz nach Weihnachten habe ich schließlich mit den Korrekturen zu ’Das Heiligtum von Yukai’ angefangen. Bis jetzt bin ich überrascht, wie wenig ich in den ersten Kapiteln korrigieren musste, nachdem mich das Schreiben an dieser Geschichte während der vergangenen zweieinhalb Jahre oft in den Wahnsinn getrieben hat. Es macht Freude, die Kapitel zu lesen, mein Schreibstil hat sich anscheinend gefestigt und ich fangirle die Charaktere wie nie.

Wie geht es nun 2016 weiter?

Die ersten Monate werden der Korrektur von ’Das Heiligtum von Yukai’ gewidmet sein. Währenddessen werde ich wahrscheinlich kleinere Zitate daraus auf meiner Facebook-Seite posten. Zwischendurch werde ich an der Königsmörderin weiterschreiben, wenn spontane Ideen kommen. Der Fokus wird jedoch auf der Korrektur von Yukai liegen. Außerdem kommt im Januar noch das ausstehende Märchen von Tavara und Hariko.

Im April werde ich wieder am Camp NaNoWriMo teilnehmen. Entweder mit der Überarbeitung von ’Darker Than Black’ oder falls die Korrektur von ’Yukai’ sehr schnell läuft und ich beides vor April abschließen kann, würde ich an der Königsmörderin weiterschreiben. Andernfalls tue ich dies im Mai und Juni.

Im Juli werde ich Teil 3 meiner Akkarin-Trilogie im Camp schreiben. Allerdings werde ich dafür einiges an Planung vornehmen müssen, weil diese Story parallel zu The High Lord spielt und ich die zahlreichen Akkarin-Szenen im Buch aus seiner Perspektive und in den Kontext seiner eigenen Geschichte bringen muss. Das heißt, ich werde sehr viele Szenen aus dem Buch übersetzen, abtippen und umformulieren und die Lücken mit seiner kompletten Storyline füllen, bis es sich wie ein eigenes Buch über ihn liest. So ähnlich bin ich bei ’Darker Than Black’ vorgegangen, nur dass die ersten beiden Bücher weniger Szenen mit Akkarin haben, was die Arbeit erleichtert hat.

Im September geht ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ und im Anschluss werde ich den zweiten Teil meiner Akkarin-Trilogie ’Darker Than Black’ hochladen. Außerdem endet im Juni ’Die zwei Könige’, das heißt Ende Juni / Anfang Juli geht es mit Band 3 ’Das Heiligtum von Yukai’ weiter.

Den Rest der Zeit, auch den offiziellen NaNoWriMo werde ich mit dem Schreiben an ’Die Königsmörderin’ verbringen. Auch das wird noch viel Arbeit. Nachdem sich das Gerüst so runtergeschrieben hat, brauche ich nun konkrete Ideen für die Nebenhandlungen, ohne die komplette Geschichte nicht existieren kann. Und darin liegt die eigentliche Herausforderung.

Zwischendurch werde ich voraussichtlich weitere Karten zeichnen, mein Sachakanisch-Dictionary erweitern und die ausstehenden Kapitel vom Spion sprachlich überarbeiten. Außerdem werde ich im Herbst an einem neuen Drabble-Adventskalender arbeiten – zu welchem Thema weiß ich jedoch noch nicht. Ganz vielleicht auch, werde ich meine Kurzgeschichtensammlung Die Gilde der ungelüfteten Geheimnisse wieder aufnehmen.

Fazit

Ein in weiten Teilen sehr mieses Jahr liegt hinter mir. Ich habe euch nur an meinen schrifstellerischen Tiefpunkten teilhaben lassen, weil der Rest zu privater Natur ist. Dadurch, dass mein Fels in der Brandung zerbrochen ist, musste ich mich allem anderen allein stellen, was besonders um den Sommer herum dazu geführt hat, dass ich selbst fast zerbrochen wäre. Im Nachhinein könnte ich nicht einmal sagen, wie ich dort wieder herausgekommen bin – nur, dass Juli-Camp und meine sture Entschlossenheit, diese eine Geschichte schreiben zu müssen und ihr ganz spezieller Inhalt dazu beigetragen haben. So auch wie Tatsache, dass ich mich von allem befreit habe, was mir nicht guttut und mir Kraft raubt, sofern es in meiner Macht liegt.

Wenn ich etwas Positives über 2015 sagen kann, dann dass ich an den Schwierigkeiten gewachsen bin und sowohl im RL als auch im Netz schließlich einige sehr liebe Menschen getroffen habe, die (wenn auch oft indirekt) dazu beigetragen haben. Trotzdem bin ich froh, dass dieses Jahr nun ein Ende hat und gehe mit dem Gefühl, dass es nur besser werden kann, ins nächste Jahr.

Vorsätze für 2016 mache ich mir keine, weil ich lieber dann etwas ändere, wenn es notwendig ist. Alles andere kommt mir nur wie eine bequeme Ausrede vor, um etwas Unbequemes hinauszuzögern.

Ich danke von Herzen allen, die mich 2015 unterstützt haben – sei es durch Gespräche, Trost, moralische Unterstützung, Herumalbern, Kommentare zu meinen Geschichten oder Blogartikeln, ihrer Geduld mit mir und meinen Autorenneurosen oder einfach dafür, dass ihr mir und/oder meinen Geschichten eine Chance gegeben habt <3

Ich wünsche euch allen einen guten Start in 2016 und wünsche euch viel Erfolg, Motivation und Kreativität! Mögen eure Träume in Erfüllung gehen!

Eure Lady Sonea


*Inzwischen habe ich damit abgeschlossen, weil ich gemerkt habe, dass es einfach nicht meine Welt ist und ich mich mit der dort herrschenden Philosophie nicht identifizieren kann.

Rückblick: NaNoWriMo November 2015

Dieser Artikel hätte eigentlich schon Anfang Dezember rauskommen sollen, was jedoch wegen des da noch nicht hochgeladenen Kapitel 23 von ’Die zwei Könige’ nicht möglich war. Warum erfahrt ihr weiter unten.

Rückblickend kann ich nur sagen, dass der November wie ein einziger Rausch vorüberging. Ich habe so viel geschrieben, wie noch nie in meinem Leben in einem ganzen Monat und wahrscheinlich werde ich das auch nicht mehr. Dieses Mal war es einfach eine großartige Konstellation mehrerer Dinge, die das begünstigt haben:

  • Der Anfang einer neuen Trilogie, die zwar auf der Vorgängertrilogie ’Die Bürde der schwarzen Magier’ aufsetzt, aber ca. 10 Jahre später spielt und damit Platz für viele neue Ideen bietet.Ekelhaft große Motivation
  • Kein Stress im Büro
  • Private Veränderungen
  • gutes Zeitmanagement
  • Und zahlreiche Word Wars.

Eigentlich habe ich fast nur in Word Wars geschrieben. In der letzten Woche habe ich damit allein an einem Abend sogar 7k rausgehauen und damit insgesamt 11k an dem Tag geschafft, obwohl es ein Wochentag war.

Aber der Reihe nach:

Der NaNoWriMo für mich persönlich

Am ersten Tag habe ich an einem Marathon in NaNo-Forum teilgenommen, für den ich mir 12k vorgenommen hatte. Das an einem Tag zu schaffen, ist für mich eine Herausforderung. Am Ende waren es sogar 13k und wäre ich nicht gegen Abend zum Sport gegangen und hätte eine Serie zum Essen geschaut, hätten daraus durchaus noch 15k werden können.

Von da an war ich so im Fluss, dass ich nicht mehr aufhören konnte. Morgens 2k vor der Arbeit, mittags 2k im Word Wars und dann abends noch einmal 3-4k, ebenfalls in Word Wars. Gegen Ende wurden aus 6k pro Wochentag sogar 8k. Ich habe wie in einem Rausch geschrieben. Die Ideen flossen von selbst und die Finger flogen über die Tasten, als wäre etwas in mir dabei, sich zu lösen. Außer einer groben Idee für die zweite Trilogie und einer dürftigen Storyline für die Haupthandlung hatte ich nichts, außer den ersten 100k, die ich im September und Oktober bereits geschrieben hatte. Denn eine detaillierte Planung funktioniert für mich nicht. Bei mehreren Storylines, die miteinander verwoben sind, und komplexen Themen entwickelt sich die Geschichte beim Schreiben.

Normalerweise, wenn ich ein neues Projekt angehe, schreibe ich immer sehr viel ins Blaue. Dann jedoch über einen sehr viel längeren Zeitraum als hier. Dass es dennoch so gut funktioniert hat, hat mich ziemlich überrascht. Die Charaktere haben mir die Geschichte mehr oder weniger diktiert. Probleme, die dabei aufgetaucht sind, haben sich ein Kapitel später in Wohlgefallen aufgelöst und zu regelrechten Geistesblitzen in Bezug auf die Gesamthandlung gesorgt. Sprich: Indem ich ins Blaue geschrieben habe, habe ich Konflikte und Seltsamkeiten produziert, die ich im weiteren wieder durch ins Blaue zu schreiben lösen konnte – Discovery Writing in seinen besten Momenten.

Wahrscheinlich ist das die Stelle, an der andere Autoren jetzt den Kopf schütteln und denken, dass bei einer solchen Methode doch nichts Gutes rauskommen kann. Dass man eine Story, gerade wenn sie komplex ist, planen muss, und dass man bitte nach Schreibratgeber schreibt. Zumindest hatte ich diesen Eindruck dieses Jahr über vermehrt, als wenn das die einzige sinnvolle Methode zu schreiben wäre. Dabei ist meine gesamte erste Trilogie auf diese Weise entstanden.

Für mich hat diese Herangehensweise auch dieses Mal wieder wunderbar funktioniert. Es war ein von-der-Seele-schreiben und ein Befreiungsschlag. Bis auf einige wenige Gelegenheiten, wie an dem Wochenende mit den Terroranschlägen in Paris, wo ich irgendwann aus Trotz und Gründen von Schreibeskapismus geschrieben habe, war ich fast ununterbrochen im Fluss. Die vorgegebenen 50k hatte ich nach einer Woche, mein eigentliches Ziel von 150k nach etwas weniger als drei Wochen. Nach einer Woche hatte ich erste Ausfallerscheinungen in Form von Schusseligkeit gegenüber allem, was nicht mit Schreiben oder meinem Job zu tun hatte, ab etwa der Hälfte wollte ich nur noch schlafen und in der letzten Woche wollte ich noch einmal alles geben, obwohl ich allmählich mein Leben wieder zurückwollte. Den kompletten Abend nach Word Wars auszurichten und das Essen und die Serie irgendwie dazwischenzuquetschen fällt für mich normalerweise schon unter Besessenheit. Aber ich wollte unbedingt das Gerüst der Story fertigbekommen.

NaNo2015 Endstand
Die Stats des Wahnsinns. Ich habe übrigens auch im NaNo-Forum Fun-Stats veröffentlicht. Ich weiß jedoch nicht, ob ich euch DAS antun kann.

Auch dieser NaNoWriMo war wieder eine ganz besondere Erfahrung. Ich habe meine Grenzen aufs Neue ausgetestet und erweitert. Ich habe unglaublich viele und liebe Menschen kennengelernt und ich habe mich gewagt, Dinge zu schreiben, an die ich mich früher nicht getraut hätte. Leider wurde die letzte Woche auch zu einem Elefantenrennen mit jemand anderem, was mich zusehends aggressiver gemacht hat. Am letzten Wochenende habe ich die Notbremse gezogen und für mich weitergeschrieben, weil ich glaubte, die Freude an der Geschichte verloren zu haben und nur noch für Wordcounts zu schreiben. Ich ging nur noch online, um meinen Wordcount zu updaten und Sonntagnachmittag hatte ich dann plötzlich den Ehrgeiz, noch die nächste runde Zahl zu schaffen, was die 240k waren. Dazu fehlten mir noch ca. 13k, also habe ich mich an jenem Abend und am nächsten Tag noch einmal richtig ins Zeug gelegt. Ganz für mich, ohne Community und ohne Word Wars. Das war schade, weil ich die Community im NaNo-Forum so sehr mag. Von allen Schreibforen, die ich ausprobiert habe, fühle ich mich dort am wohlsten. Aber ich hatte zu viel Angst zu dem zu werden, unter dem ich seit meinem ersten Camp selbst leide: den Neidern und Hatern.

Denn dieses Thema hat mich auch bei diesem NaNoWriMo wieder verfolgt, allerdings gaben die Neider nach meinem Tweet, dass jeder, der sich daran stört, mich gerne muten oder blocken darf, ruhe. Das ist auch so ein Thema, das mir bei jedem NaNo sauer aufstößt. Wenn jemand ähnlich schnell ist, dann kann ich das nachvollziehen. Das ist wie, wenn dir beim Fahrradfahren jemand die ganze Zeit hinten draufhängt, oder gerade so fährt, dass Überholen in ein Elefantenrennen ausartet. Die meisten sind jedoch sehr viel langsamer oder schneller und damit auch sofort wieder aus meiner Wohlfühlzone heraus, interessieren mich also nicht.

Letztendlich muss doch jeder selbst wissen, wie er seine Zeit im NaNoWriMo einteilt. Möchte man nebenbei noch Bücher lesen oder an sozialen Aktivitäten teilnehmen, dann hat man natürlicherweise weniger Zeit zum Schreiben. Andere wollen diese ’Störfaktoren’ vielleicht nicht, weil sie sich einen Monat lang ganz auf ihr Projekt konzentrieren wollen. Dadurch bleibt man im Fluss, wobei selbst dann kreative Schreibpausen wichtig sind. Bei mir kam dazu, dass ich das Gerüst von Band 1 fertig haben wollte, bevor ich während der nächsten Monate nicht zum Schreiben kommen werde, da Band 3 der ersten Trilogie (’Das Heiligtum von Yukai’) noch überarbeitet werden muss.

Aber bevor ich euch weiter mit meinen persönlichen Erfahrungen langweile: Was genau habe ich da eigentlich geschrieben? Und worum geht es in der Geschichte?

Ein paar Worte zum neuen Projekt

Ich werde nun versuchen, etwas über dieses Projekt zu erzählen, ohne zu viel für die verbleibenden 1 1/3 Bände der ersten Trilogie zu Spoilern. Zunächst einmal sollt ihr den Grund erfahren, warum dieser Artikel erst jetzt kommt.

Tadaaa! Ich präsentiere die noch absolut unvollständige Rohfassung von ’Das Erbe der schwarzen Magier I – Die Königsmörderin’!

NaNo2015 Winnerzertifikat

Wie der Titel schon vermuten lässt, bezieht er sich auf Sonea. Und das konnte ich euch vor Kapitel 23 von ’Die zwei Könige’ natürlich nicht sagen. Eigentlich kam mir die Idee zu diesem Titel spontan, weil Sonea im Laufe der Story immer wieder an Sachakaner gerät, deren erstes Wort, wenn sie Sonea sehen, eben ’Königsmörderin’ lautet.

Ansonsten könnt ihr euch auf folgende Dinge freuen:

  • Einen sehr üblen Streit, der sich über fast 10 Kapitel zieht und die Gilde spaltet.
  • Ein Regin, der sich wie der Barney Stintson der Magiergilde aufführt und sogar einen ’Wingman’ hat.
  • Zwei Charaktere, die sexwütiger sind, als ihnen guttut, was in zwei verstörten Kindern und einem sehr peinlichen Aufklärungsgespräch endet.
  • Eine Art Krimi/Thriller in den Hüttenvierteln.
  • Die unsägliche Blümchensexszene (hat vielleicht der eine oder andere auf FB oder Twitter mitbekommen), die zu schreiben mir seelische Qualen bereitet hat.
  • Und da wir schon beim Thema sind: Der ebenfalls auf FB und Twitter erwähnte Dreier.
  • Das schon vor dem NaNoWriMo erwähnte Worldbuilding für Lonmar, wohin es Dannyl zu Beginn der Geschichte verschlägt.
  • Dannyl und Tayend erhalten eine Einladung zu einer sachakanischen Schwulenparty, die eher die Ausmaße einer Cachika hat.
  • Es gibt ein Wiedersehen mit Danyara, die in ’Das Heiligtum von Yukai’ bis auf einen kurzen Auftritt Sendepause hat.
  • Ein epischer Endkampf.
  • Ein neuer Antagonist, der eigentlich gar nicht neu ist.
  • Und jede Menge Anspielungen auf das Original.

Das hört sich jetzt nach viel an, aber ich habe kein einziges Wort über den tatsächlichen Inhalt der Geschichte gesagt.

Weniger erfreulich dagegen wird dagegen wahrscheinlich der Tod einiger Nebencharaktere, der leider nötig war. Und einiges wird wahrscheinlich später in der Überarbeitung noch zensiert, weil ich nicht weiß, ob ich euch das wirklich zu lesen geben will. Da warte ich erst einmal ’Yukai’ ab.

Als ich sagte, dass ich das Gerüst der Geschichte geschrieben habe, meinte ich damit die Haupthandlung bis wenige Kapitel vor dem Endkampf. Mir fehlen noch zahlreiche Szenen für die Nebenhandlungen, mit denen ich insgesamt vermutlich auf weitere 340k Wörter kommen werde. Darunter auch wieder Politik und Intrigen, wenn auch nicht so extrem wie es in ’Yukai’ werden wird, wo der Schwerpunkt eben auf diesem Thema liegt. In ’Die Königsmörderin’ ist der Schwerpunkt jedoch wieder ein anderer.

Weil noch so viele Szenen fehlen, macht es auch nicht viel Sinn, den Showdown zu schreiben, weil wichtige Informationen aus diesen mit einfließen werden und ich mir ein wenig Spannung bewahren möchte. Dafür habe ich das allerletzte Kapitel geschrieben.

Fazit

Es war wieder einmal ein überaus toller, ereignis- und erkenntnisreicher Monat, in dem ich auch wieder neue Dinge über mich selbst gelernt habe. Natürlich hatte ich in den ersten Tagen ein paar Nachwirkungen, weil mir das Forum und das Updaten des Wordcounts gefehlt haben. Das wurde jedoch schnell von der Adventszeit und meinem Kätzchen-Projekt (ich bekomme nämlich bald 2 kleine Katzen) abgelöst. Außerdem mussten die letzten 14 Kapitel von ’Die zwei Könige’ an meine Testleserin und vorher musste ich sie selbst noch einmal lesen und überarbeiten. Ihr kennt das ja. Nicht zuletzt hat mich mein Adventskalender ’Die Gilde der 24 Drabbles’, den einige von euch sicher schon kennen, ab dem 1. Dezember in Atem gehalten.

Vorgestern habe ich mir dann auch endlich meine NaNo-Belohnung geholt. Und zwar habe ich mir in einvernehmlicher Körperverletzung etwas machen lassen, was ich schon sehr, sehr lange wollte, und worauf ich im Gegensatz zu meiner Prota total abfahre.

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Dazu muss ich wohl nichts mehr sagen, ihr kennt es alle. Das Rote ist übrigens nur gereizte Haut, inzwischen sieht die wieder ganz normal aus.

Irgendwie ist es schade, dass der NaNoWriMo schon wieder vorbei ist. Zugleich bin ich jedoch auch froh, weil das untypisch viele Schreiben auch eine ziemlich Belastung ist, die einfach auch sehr an die Substanz geht. Länger als einen Monat könnte ich das weder körperlich durchhalten noch mit meinem Leben vereinbaren. Und ich muss erst einmal sackenlassen, was ich da geschrieben haben. Vorher brauche ich gar nicht an die fehlenden Nebenhandlungen herangehen.

Zuletzt noch ein kleiner Tipp für all jene, die nach dem NaNoWriMo in ein tiefes Loch der Sinnlosigkeit fallen: Überlegt euch vorher schon, was ihr danach machen wollt. Nehmt euch Dinge vor, wie z.B. etwas zu korrigieren oder zu überarbeiten, weil nach einem Monat exzessiven Schreibens und ohne die Community auch irgendwie die Luft raus ist. Verabredet euch schon vorher für diese Zeit mit euren Liebsten, gönnt euch eine Belohnung. Wenn ihr es euch mit eurem Wordcount erlauben könnt, schreibt in den letzten Tagen etwas weniger und lasst den NaNo langsam ausklingen.

Und wenn das alles nicht ausreicht, gibt es genug Dinge, die in einem Monat liegenbleiben 😉

Die Bösewichte der schwarzen Magier

Vor einer kleinen Weile hatte ich anlässlich meiner Fergun-Satire Die Meisterin und ihr Wurm – Ein Drama in drei Akten mit einer Leserin eine Diskussion darüber, wer von beiden der schlimmere Bösewicht ist: Regin oder Fergun, wobei wir ziemlich unterschiedlicher Meinung waren. Das und die Tatsache, dass ich die Bücher zu jener Zeit wieder einmal gelesen habe, hat mich dazu gebracht, mich etwas detaillierter mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Egal, wie oft ich die Trilogie schon gelesen habe – ich habe den Eindruck, als würden die Antagonisten mit jedem Buch böser und mächtiger. Im ersten Buch ist es der intrigante Lord Fergun, der Sonea erpresst, um der Gilde zu beweisen, dass es ein Fehler ist, Novizen aus den Hüttenvierteln aufzunehmen. Im zweiten Buch ist es Soneas Klassemkamerad Regin, der sie ein ganzes Jahr lang aufs Extremste mobbt und dabei keinerlei Skrupel kennt. Und im dritten Buch ist es Kariko, der erst gegen Ende auftritt, dafür jedoch mit seinen Verbündeten Tod und Zerstörung über die Gilde bringt.

An dieser Stelle möchte ich kurz erwähnen, dass ich Kariko von den Dreien am liebsten mag. Und das, obwohl er Akkarin am Ende tötet. Kariko hat Charakter. Er ist nicht nur auf eine dunkle Weise attraktiv und besitzt ein für mich unwiderstehliches Charisma, wo Regin und Fergun mich nur abstoßen – er hat auch die ehrbarsten Motive. Man kann jetzt natürlich darüber streiten, inwiefern die Motive eines Antagonisten überhaupt ehrbar sein können, doch Rache für den Mord an seinem Bruder und für die Verwüstung, die die frühe Gilde in Sachaka angerichtet hat und unter der das Land noch immer leidet, ebenso wie seine Hoffnug, wieder Teil der sachakanischen Gesellschaft zu werden, erscheinen mir als weniger niederträchtig als die Motive von Regin und Fergun, die von Hass und Herablassung gegenüber einer sozial benachteiligten Bevölkerungsschicht geprägt sind.

Neben Kariko wirken Regin und Fergun blass – und doch ist der Großteil dieses Artikels ihnen gewidmet. Insbesondere Regin wirkt auf mich flach und damit oft mehr nervtötend als alles andere. Der Leser erfährt nichts über den Hintergrund seiner Taten und nichts fügt Regins Charakter weitere Facetten hinzu, die ihm Komplexität verleihen. Er hasst Sonea von dem Augenblick an, in dem die beiden sich das erste Mal begegnen, und tut fortan alles, um ihr das Leben nach bestem Können zur Hölle zu machen.

Fergun gelingt es jedoch, dass man bis zu einem gewissen Grad Mitleid mit ihm empfindet. Sogar Sonea empfindet so, bevor sie erfährt, dass er ihren Freund gefangen hält. Denn wo Regin stolz ist, ein Magier zu sein, wollte Fergun das niemals sein. Trotz seines schwachen magischen Potentials haben seine Eltern ihn zur Gilde geschickt, da es seiner Familie des kyralischen Adels Ansehen einbringt, einen Magier in ihren Reihen zu haben. Damit wurde Ferguns Traum, Schwertkämpfer zu werden, ein jähes Ende bereitet. Da es ihm an magischer Stärke mangelt, musste Fergun sich in der Gilde auf andere Weise behaupten. In The Magicians’ Guild lernen wir Fergun als intriganten und arroganten Widerling kennen und das lässt darauf schließen, wie ihm das gelungen ist. Ich empfinde seine Figur daher als komplexer als die des Regin, eben weil man die Hintergründe seines Handelns kennenlernt und weil er damit (zumindest in mir) widersprüchliche Reaktionen und bis zu einem gewissen Grad Verständnis hervorruft, wo ich Regin einfach nur hasse.

Ich gehöre zu den Menschen, die ergründen wollen, warum jemand eine bestimmte Persönlichkeit entwickelt hat. Gerade die Antagonisten und Badass-Typen faszinieren mich in dieser Hinsicht. Und da hat Fergun auf Grund seiner Hintergrundgeschichte das Potential zu polarisieren, wenn man genau hinsieht. Regin fehlt dies, weil man sonst schlichtweg nichts über ihn erfährt.

Wo es Regin jedoch an Komplexität mangelt, ist er umso bösartiger und durchtriebener. Bei seinen fortwährenden Mobbing-Aktionen geht er unglaublich berechnend vor. Die Art und Weise, wie er Sonea mit den anderen Novizen auflauert, setzt eine intelligente Planung voraus. So auch seine Versuche, Sonea von anderen zu isolieren. So setzt er das Gerücht in die Welt, sie habe mit ihrem Mentor Rothen eine Affäre, und sorgt dafür, dass ihr einziger Freund unter den Novizen einen ’Unfall’ erleidet. Allein die Tatsache, dass er willentlich anderen schadet (egal ob physikalisch als durch die Zerstörung des Rufes), zeugt von einer nicht zu verachtenden Bösartigkeit und Skrupellosigkeit. Dazu kommt, dass Regin von Natur aus ein Anführer ist. Er schart seine Klassenkameraden um sich, womit er zugleich einen Mob zur Verfügung hat, den er auf Sonea hetzen kann und den er braucht, weil sie ihm an magischer Stärke überlegen ist. Er ist sogar bereit, die Konsequenzen auf sich zu nehmen, sollten sie erwischt werden oder Sonea ihrem Mentor von diesem Vorfall berichten.

„I told you“, Regin said between strikes. „She won’t tell him [her guardian]. […] If she does, I’ll take responsibility. I’m willing to do that, just to prove it to you. What have you got to lose?“ (Kapitel 26, The Novice)

Es kümmert Regin nicht, ob Sonea dabei ernsthaften Schaden erleidet, denn sie ist nur das Hüttenmädchen, dass in der Gilde nichts zu suchen hat. Er quält Sonea selbst dann noch, als sie kraftlos am Boden liegt und nicht mehr in der Lage ist, sich zu verteidigen.

The strikes ceased. In the silence, Regin looked at the others one by one and grinned. „See? Now let’s put her in her proper place.“ As he turned back to regard her, she saw the malicious glint in his eyes and realised that exhausting her hat just been the first part of his plan. […] „Well I’ve always wondered what stunstrike did“, she heard Regin say. „Like to try it?“ (Kapitel 26, The Novice)

Für mich zeigt dies, dass Regin nicht einfach nur ein dummer Novize ist, der nicht weiß, was er tut oder sich der Konsequenzen nicht bewusst ist. Hinter all seinen Taten steckt jede Menge Berechnung, Skrupellosigkeit und kriminelle Energie. Wenn ich solche Szenen lese, dann wird mir regelrecht schlecht – insbesondere wenn ich daran denke, was Canavan in ihrer Fortsetzung getan hat (siehe dazu auch Meine unzensierte Meinung zum Unpairing Regin und Sonea). Abgesehen von der Tatsache, dass aus so etwas niemals eine gesunde Beziehung entstehen kann, ist es eine Frechheit, Regins Aktionen dort als ’dumme Novizenstreiche’ zu verharmlosen.

Auch Fergun weiß, dass er mit seiner kleinen Intrige die Regeln der Gilde bricht, doch insgesamt fehlen ihm die kriminelle Energie und die Persönlichkeit, um einen glaubhaften Bösewicht abzugeben. Als er Cery unter der Universität gefangen hält, bringt er ihm Essen und Decken und heilt sogar seinen Arm, als Cery ihn angreift und Fergun sich aus Reflex verteidigt. Ich scheitere an der Vorstellung, dass Regin so etwas tun würde. Fergun ist sich der Konsequenzen seines Tuns bewusst, sein Plan wirkt auf mich jedoch ziemlich willkürlich und mangelhaft durchdacht. Eine intelligente Vorgehensweise wie bei Regins Aktionen fehlt mir dabei weitgehend.

„I don’t know [if he’ll let me go]. He hasn’t been nasty. Thieves would’ve been worse.“ He hesitated. „I don’t think, he knows what he’s doing.“ (Cery, Kapitel 27, The Magicians’ Guild)

Fergun ist nur gegenüber jenen stark, die schwächer sind als er. Er hat keine Probleme damit, ein ganzes Haus auseinanderzunehmen und seine Bewohner obdachlos zu machen, aber ich bezweifle, dass er in der Lage wäre, Cery zu töten, so wie er es immer wieder androht. Er würde ihn verhungern lassen, ja, aber er ich traue ihm nicht zu, einen Menschen aktiv zu töten. Dazu fehlt ihm schlichtweg die Charakterstärke. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das Regin zutrauen würde, doch in jedem Fall kennt er weitaus weniger Skrupel gegenüber seinen Opfern.

An einigen Stellen kann man Fergun die Unsicherheit sogar anmerken:

„Trust you?“ She snorted loudly and forced herself to stare into his eyes. „I want to see him. If I don’t, I might have to ask Administrator Lorlen if blackmail is a crime in the Guild.“

His lips curled into a sneer. „You’re in no position to make such threats.“

„Aren’t I? […] I know all about this kind of blackmail. I’ve lived with the Thieves, remember? You need to make it clear that you can carry out your threat. All I’ve seen is a dagger. Why should I believe you have its owner?“ She turned to meet his gaze and was gratified to see his stare falter. (Kapitel 27, The Magicians’ Guild)

Durch seine Vorgeschichte ist Fergun für mich eher unfreiwillig böse. Ich kann mir vorstellen, dass Regin sich mit dem Erwachsenwerden ein wenig mäßigt, aber diese Berechnung, die Skrupellosigkeit und seine Arroganz werden bestehenbleiben und ihn weiterhin zu solchen Aktionen befähigen. Fergun war nicht einmal in seiner Jugend nicht so schlimm, wie Regin es ist. Wir erfahren nicht viel über seine Zeit als Novize, doch seine Fehde mit Dannyl beruht auf Gegenseitigkeit. Beide spielen einander Streiche wie rivalisierende pubertierende Jungs es tun und Fergun rächt sich schließlich auf ziemlich widerwärtige Weise.

Fergun und Regin sind von ähnlichen Motiven getrieben. Beide sind aus reichem Haus, arrogant und der Meinung, dass Novizen aus den Hüttenvierteln in der Gilde nichts zu suchen haben, doch darüber hinaus sind sie zwei sehr unterschiedliche Personen.

Die Frage, welcher von beiden der Bösere ist, beantwortet sich für mich unter anderem durch ihre jeweilige Charakterstärke, ihre Skrupellosigkeit und das Maß ihrer kriminellen Energie. Und da liegt Regin für mich weit vorne. Fergun ist der komplexere Bösewicht von beiden, aber Regin ist eindeutig der skrupellosere. Angesichts dessen, was mir beim Schreiben dieses Artikels über Regin durch den Kopf ging (und das so zeitnah zum erneuten Lesen der Bücher), macht mich das Wissen um Canavans Fortsetzung noch einmal wütender.

Wie seht ihr das? Stimmt ihr mir mit dieser Analyse zu oder findet ihr Fergun sehr viel schlimmer? Oder seid ihr sogar der Meinung, Regin und Sonea würden das perfekte Paar geben?

Und die Gewinnerin des Fanfiktion Awards 2014 im Voting Block B ist …

… Lady Sonea!

Normalerweise gehe ich euch ja nicht mit zwei Blogartikeln an einem Tag auf die Nerven. Aber da ich gerade erfahren habe, dass ich auch im Voting Block B des Fanfiktion Awards 2014 etwas reißen konnte, müsst ihr das nun ertragen.

Zur Erinnerung: Bei diesem Leser-Award gab es zwei Nominierungszeiträume, nach denen man jeweils über die nominierten Geschichten und Autoren abstimmen konnte. Die Votingphase für den ersten Zeitraum ging Anfang Oktober zu Ende. Damals gewann der erste Teil meiner Trilogie Die Bürde der schwarzen Magier I – Der Spion in der Kategorie Bücher – beste Fanfiktion.

Im zweiten Voting-Block hatte ich gleich 3 Nominierungen:

Heute wurden dann endlich die langersehnten Ergebnisse im Forum bekanntgegeben – und Tadaa …

Meine Kurzgeschichte darüber, wie Dannyl zu Rothens Novize wurde, Die Hoffnung spielt in Moll, hat als beste Kurzgeschichte in der Kategorie Bücher gewonnen!

Außerdem habe ich als beste Autorin gewonnen!

Ich freue mich riesig über dieses Ergebnis, wenn auch mit einem kleinen Wermutstropfen, weil Die zwei Könige es nicht geschafft haben. Allerdings ist es auch ziemlich unrealistisch, gegen eine Twilight-Fanfiction mit 74 Empfehlungen und 2698 Reviews anzukommen. So viele Leser kriege ich in meinem kleinen Fandom nie im Leben zusammen. Dafür hat der Spion es im ersten Votingblock geschafft, was mir persönlich alles bedeutet, da in dieser Geschichte mein ganzes Herzblut steckt.

Deswegen möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bei all meinen Lesern bedanken. Danke, dass ihr das möglich gemacht und für mich und alle nominierten Geschichten so fleißig abgestimmt habt! Ihr seid großartig! 💕❤

 

 

Der FanfiktionAward 2014 geht in die zweite Votingrunde …

… und ich bin erneut dabei!

Am Samstag wurden mit einiger Verspätung auf Grund von personaler Schwierigkeiten bei den Ausrichtern die Nominierungen für die zweite Runde des FanfiktionAward 2014 bekanntgegeben. Zu meiner hehren Freude – ich war so geflasht, dass ich den Rest des Tages zu nicht mehr viel zu gebrauchen war – habe ich meinen Namen gleich drei Mal unter den Nominierungen entdeckt:

In der Kategorie Bücher:

  • Beste FF: Die Bürde der schwarzen Magier II – Die zwei Könige
  • Bester OS: Die Hoffnung spielt in Moll

und bei den Autoren.

An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an alle, die mich bzw. eine dieser beiden Geschichten nominiert haben! Das bedeutet mir unglaublich viel, da ich nach meinem Erfolg mit dem ’Spion’ nicht damit gerechnet habe, dass da noch einmal etwas kommt. Besonders meine Kurzgeschichte über Dannyls Novizenzeit ’Die Hoffnung spielt in Moll’ hatte ich im Geiste komplett abgeschrieben. Die Geschichte war ursprünglich als Wichtelgeschenk gedacht. Obwohl ich meine Stammleser mit der Geschichte begeistern konnte, habe ich von meinem Wichtelkind bis heute leider nicht einmal ein einfaches Danke erhalten, weswegen ich annehme, dass es ihm nicht gefallen hat. Mich hat das ziemlich getroffen und zu der Entscheidung gebracht, keine Geschichten mehr für andere zu schreiben, weil sich mein Will to Please anscheinend nicht mit meiner Kreativität vereinbaren lässt. Aber anscheinend hat sie irgendeinem meiner Leser gut genug gefallen, um sie für diesen Award zu nominieren. Dementsprechend war ich gestern sehr überrascht, ausgerechnet diese Geschichte bei den nominierten OS zu entdecken.

Dass ich mich über die Nominierung des zweiten Teils meiner Trilogie riesig freue, brauche ich hoffentlich nicht erwähnen. Ein gewisser böser, heißer König hat daran sicher keinen geringen Anteil, könnte ich mir vorstellen. Und als Autor nominiert zu werden lässt vermuten, dass nicht nur diese ausgewählten Geschichten meine Leser begeistern.

Von daher: Danke euch – oder besser gesagt Veltaze! <3

Danke auch an die Organisatoren des Awards, die trotz aller Schwierigkeiten der letzten Monate gewillt sind, den Award zu einem würdigen Abschluss zu bringen.

Abstimmen könnt ihr übrigens, sofern ihr das wollt, wie im ersten Link beschrieben bis zum 15. August 2015. Dort stehen auch die Regeln erklärt.

Klischees im Black Magician Universum (6)

Nr. 6 Der Intrigant, der sich selbst zum Narren macht

Er ist schön, er ist attraktiv, er ist gebildet, er hat güldenes Haar, über das er sich mit Vorliebe streicht, er kommt aus einem reichen und einflussreichen Hause – er ist …

Nein, er ist nicht der Kingslayer, denn dieser hat Klasse. Und lebt in Westeros.

Er ist Fergun.

In der Gilde ist nur unter Seinesgleichen beliebt. Kleine Schleimer und Intriganten, die wie er zu verhindern suchen, dass sich die überall in den Verbündeten Ländern und jenseits davon anerkannte Gilde dem Pöbel öffnet. Jeder Magier, der ein wenig Hirn besitzt, hält nicht viel von Fergun. Und das zu recht.

Der Hohe Lord hat keine allzu hohe Meinung von ihm:

„So what did you tell him?“

„That uncle Fergun had done a bad, bad thing, but not to worry, as the nice men at the Fort would make sure, he was well looked after for all the years he stayed there.“

„I mean what did you tell Nefin?“

„Precisely the same. Well, not in exactly the same words, of course. Not only do they give me the satisfaction of refusing, but I’ve had no marriage proposals from House Maron since Fergun departed. That is an even better reason to keep the man tucked away in the Fort.“

Konversation zwischen Akkarin und Lorlen, Kapitel 4, The Novice

Bei Jerrik ist er unten durch, nachdem er diesem offenbart hat, dass er mit Vorliebe elynische Trivialliteratur liest.

Sogar die Ichani halten nicht besonders viel von seinen magischen Fähigkeiten:

„But he’s weak. I can’t believe they bothered to teach him. He probably can’t even boil water.“

Avala, Kapitel 28, The High Lord

Offengestanden: Ein wenig bedauere ich, dass Avala ihn getötet hat. Auch wenn ich jedes Mal, wenn ein ungeliebter Charakter stirbt, dabei insgeheim eine tiefe Befriedigung verspüre. Als ich diesen Artikel geschrieben habe, kam mir die glorreiche Idee, eine Badfic zu schreiben: Avala setzt sich über Kariko hinweg und behält Fergun und macht ihn zu ihrem Lustsklaven. Tatsächlich wollte ich schon immer eine Geschichte aus der Perspektive einer dominanten Frau schreiben. Die bloße Vorstellung, wie Fergun vor der heißen und begehrenswerten Ichani-Magierin im Staub kriecht und sich wie ein unwürdiger Wurm zu ihren Füßen windet, beinhaltet ein unglaubliches Amüsement, auf das ich nur schwerlich verzichten kann, jetzt wo es sich in meinem sadistischen Fangirl-Hirn erst manifestiert hat.*

Fergun gibt wirklich sein Bestes, um als intriganter Bösewicht anerkannt zu werden, doch es will ihm einfach nicht gelingen. Er schwingt große Reden im Abendsaal, mit denen er seinen Standpunkt zum Thema Abschaum und Hüttenviertel nur allzu deutlich macht. Wirklich begeistern kann er damit jedoch nur seine Anhänger. Er hält sich für überaus gerissen, weil er Cery unter der Universität einsperrt und Sonea, die von all den Magiern völlig eingeschüchtert ist, mit ihm erpresst, um seine kleine schmutzige Intrige durchzusetzen. Doch er hat die Rechnung ohne den Hohen Lord gemacht, welcher mit Vorliebe durch die finsteren Geheimgänge streift, weil er dort seine Ruhe vor den anderen Magiern hat. Und ohne seinen früheren Widersacher Dannyl natürlich. Das hat man davon, wenn man andere mobbt.

Feige ist Fergun nämlich auch. Und homophob, wobei man das vermutlich über den Großteil des kyralischen Adels sagen könnte, der sich im Gegensatz zu seinem Nachbarn im Norden aufklärungstechnisch noch im tiefsten Mittelalter befindet. Ferguns Feigheit ist seine herausragendste Charaktereigenschaft. Nur feige Menschen mobben und piesacken andere, vergreifen sich an schwächeren und verstecken sich vor den bösen Feinden, anstatt heldenhaft unterzugehen. Dass Fergun eigentlich Schwertkämpfer werden wollte und frustriert ist, weil seine Eltern ihn stattdessen zur Gilde geschickt haben – und das, obwohl sein magisches Potential so gering ist, dass er mit Mühe und Not Wasser kochen kann – ist für mich keine Entschuldigung für sein Verhalten. Andere Magier wurden weitaus mehr vom Schicksal gebeutelt und wurden dennoch nicht zum Charakterschwein. Selbst jene, die von Fergun persönlich gebeutelt wurden.

Auch hier habe ich wieder einmal nicht die geringste Ahnung, ob Canavan versucht hat, einen Bösewicht zu parodieren oder ob sie einen echten Bösewicht schaffen wollte und ihr das einfach nur misslungen ist. Für mich ist Fergun vor allem Ersteres. Ein Bösewicht, der unfreiwillig komisch ist.

* Ich streite noch mit mir selbst bezüglich des Ratings und wie viel Handlung ich der Story zugestehen soll, da eine Badfic meiner Meinung nach keine nennenswerte Handlung haben sollte. Aber wie soll ich ohne bloß leben?

Klischees im Black Magician Universum (2)

Nr. 2 Die Drama Queen

„Look at them all“, Dannyl said to Tayend quietly. „It’s like a forest of gigantic trees.“ „Or a thousand swords.“ „Or masts of ships waiting to take souls away.“ „Or an enormous bed of nails.“ – Kapitel 12, The Novice

„And what was all that about selling me to slavers – and for only fifty gold! How insulting!“ „I’m sorry. Would a hundred gold have been more appropriate?“ „No! And you don’t sound particularly sorry.“ – Kapitel 15, The Novice.

The scholar stopped in the middle of the room and swayed, clearly a little drunk. „Looks like you’ve been having a good time,“ Dannyl observed. Tayend sighed dramatically. „Ah, yes. There was good wine. There was fine music. There were even a few rather good-looking acrobats to admire … But I dragged myself away, knowing that I could only escape for a few sweet hours from slaving in the library from my relentlessly demanding Guild Ambassador.“ – Kapitel 4, The High Lord

Ich könnte noch ewig weiterzitieren, denn ich finde diese Tayend-Zitate einfach herrlich. Das war jedoch nicht immer so. Als ich die Trilogie zum ersten Mal gelesen habe, hätte ich um ehrlich zu sein nichts dagegen gehabt, wenn Tayend am Ende gestorben wäre. Ich kann nicht sagen, warum – es war nicht so, dass ich ihn nicht mochte – vielmehr hat er mich einfach genervt.

Inzwischen kann ich das nicht mehr nachvollziehen. Tayend ist einer meiner liebsten Nebencharaktere in der Trilogie. Er ist unheimlich cool und seine Figur bringt Leben in die Dannyl-Storyline. Seine Reise durch die Verbündeten Länder, die sich teilweise ziemlich zäh liest, wäre nicht halb so interessant ohne den Gelehrten. Nicht auf Grund des Pairings, sondern weil Tayend ein so bunter und facettenreicher Nebencharakter ist. Tayend besitzt einen unglaublich großen Wissensschatz, verfügt über ein photographisches Gedächtnis und einen scharfen Verstand. Obwohl er außerhalb der Großen Bibliothek und des Hofes zu Capia schon fast verloren wirkt, liebt er Abenteuer und schreckt vor keiner Gefahr zurück (was jedoch zum großen Teil daran liegt, dass er sie überhaupt nicht einschätzen kann).

Darüber hinaus verkörpert Tayend jedoch auch den absoluten Klischeeschwulen. Es tut mir leid, das so freiheraus zu sagen und entschuldige mich für mögliche politische Inkorrektheit, doch genau das sehe ich in ihm. Er kleidet sich bevorzugt überaus modisch, bunt und figurbetont, wodurch er zuweilen wie ein Paradiesvogel wirkt. Er liebt Parties, Wein und attraktive Männer. Er macht keinen Hehl aus seinen sexuellen Neigungen, weil er sie als das ansieht, was sie sind: etwas Natürliches („There is a … a certainty in me about what is natural and right for me.“ Tayend, Kapitel 29, The Novice). Er ist unglaublich anhänglich, weil er keinen Tag ohne Dannyl sein will. Er hat einen unglaublichen Drang zu Dramatik und ist schnell beleidigt, was ihm zuweilen starke, weibliche Charakterzüge verleiht. Selbst die Tatsache, dass er unglaublich schnell seekrank wird, und dann leidet, als würde er jeden Moment abnippeln, passt in dieses Bild.

Aber darüber hinaus ist er auch ein guter Freund und Gefährte.

Ich habe keine Ahnung, ob Canavan all dies bewusst war, als sie Tayends Figur geschaffen hat. Vielleicht wollte sie auch nur einen typischen elynischen Höfling darstellen, der darüber hinaus zu Dannyls Love-Interest wird, und hat sich dieses Klischees unbewusst bedient. Hätte ich The Novice geschrieben, hätte ich es jedenfalls bewusst eingebaut. Nicht nur, weil ich ihn großartig finde, sondern weil durch ihn eine wunderbare Dynamik in seine und Dannyls Beziehung kommt, auf die ich in einem späteren Blog noch eingehen werde.