Schlagwort: The High Lord

Fan zu sein bedeutet nicht, das Hirn abzustellen

Von überarbeiteten Rezensionen und warum es wichtig ist, reflektiert zu sein

Nachdem Blood Mirror, der vierte Band der Lightbringer-Reihe, mich auf Grund mäßig entwickelter Storylines und nicht nachvollziehbarer Charakterentwicklung (bis auf eine einzige Ausnahme) derart angefixt hat, dass ich nach langem Überlegen meine Rezension überarbeitet und das Rating drastisch heruntergestuft habe, wurde mir klar, dass ich viel zu lange über Schwachstellen meiner Lieblingsbücher hinweggesehen habe. So leidenschaftlich ich meine Lieblingsbücher verteidige, wenn sie zu unrecht zerrissen werden, so sehr habe ich die mir bewussten Schwächen mit einem Schulterzucken abgetan und dem Buch fünf Sterne gegeben, selbst wenn die Schwächen essentiell waren.

So auch mit The Black Magician Trilogy, meiner Lieblingsbuchreihe aller Zeiten und dem Stoff, aus dem meine Fanfictions sind. Längen? Logikfehler? Charaktere, deren Verhalten auf die Story hingebogen wird? Gibt es, aber Hauptsache, die Bücher erzeugen Fangirlgefühle und der Schreibstil ist schön. Das Ende ist so ziemlich jeder Hinsicht unterirdisch? Geben wir The High Lord doch trotzdem fünf Sterne, weil ich Akkarin so sehr liebe und er hier unglaublich ehrfurchtgebietend ist. Und natürlich wiegt das jede Kritik auf. Selbst das unsägliche Ende.

Ich kann und will das so nicht fortführen. Es fühlt sich falsch an, die Augen vor Schwächen und Fehlern zu verschließen und diese nach außen schönzureden, nur weil ich diese Bücher so abgöttisch liebe. Bei Menschen funktioniert es ja auch. Und bei Büchern, die ich nicht mag. In Reviewantworten diskutiere ich diverse Schwächen von Black Magician seit ich auf Fanfiktion.de veröffentliche, also seit mehr als vier Jahren. Weil diese Schwächen viel zu häufig in meine Fanfictions intervenieren und ich eine plausible Erklärung finden oder in ganz harten Fällen den Canon zugunsten der Logik missachten muss, komme ich gar nicht daran vorbei. Die alten Rezensionen auf meinem Blog reden all dies schön und übersehen außerdem noch einige wichtige Punkte. Als ich das neulich gesehen habe, habe ich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

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Auch der schönste Sommer geht einmal zu Ende – Monatsrückblick August

Auch der schönste Sommer geht einmal zu Ende – Monatsrückblick August

Nach dreieinhalb Monaten Urlaub von meinem Black Magician Universum und dem Einsetzen des Spätsommers bin ich nun soweit, mich von dem Projekt, das offiziell unter dem Titel „The Project which may not be named“ läuft, emotional zu lösen.

Obwohl schon Ende Juli mit Schreiben fertig geworden, habe ich mich im August einer intensiven Überarbeitung dieses Projekts gewidmet. Nicht nur, weil ich unfähig war loszulassen, sondern auch weil es sich angeboten hat, die erste Überarbeitung direkt zu erledigen. Beim Schreiben fallen mir in der Regel schon Todos auf, die ich dann entweder im Text vermerke oder in ein gesondertes Dokument schreibe. Manche Ideen verändern sich beim Schreiben und man sieht Teile des Plots mit dem Fortschreiten der Handlung noch einmal in einem anderen Licht, was eine Anpassung früherer Stellen erfordert. Und solange man von dem Projekt noch nicht genug und die Handlung dafür umso besser im Kopf hat, bietet sich eine unmittelbare Überarbeitung an.

Normalerweise brauche ich keinen kompletten Monat inklusive einer Urlaubswoche, um ein Projekt von ca. 200k zu überarbeiten. Allerdings war dies mein erstes Projekt auf Englisch, weswegen es sprachlich mehr zu korrigieren gab als sonst; mit ziemlich vielen Facepalms übrigens, weil es beim Lesen eigentlich so klar war. Andere Stellen wiederum haben mir echtes Kopfzerbrechen bereitet und Diskussionen mit Dritten erfordert, um meine Gedanken zu ordnen, neue Anregungen zu bekommen oder einfach Problempunkte bestätigt oder entkräftet zu bekommen.

Dreieinhalb Monate – ein ganzer Sommer – sind eine lange Zeit für einen Urlaub vom eigentlichen Schreibprojekt. Es war eine wundervolle, magische Zeit wie jeder Sommer, insbesondere des Juli-Camps, aber dieses Jahr war es noch einmal anders. Und das nicht nur wegen der neuen Erfahrungen in Bezug auf meine Schreibe. Zwischendurch war ich nicht einmal sicher, ob ich wirklich zurückfinden kann, hatte ich mir doch ein Akkarin-Gavin-Crossover geschrieben, das in etwas resultierte, für das ich kurz davor war alles über den Haufen zu werfen. Hätte ich gekonnt, ich wäre mit dem Kerl durchgebrannt. Mich so in dem Projekt zu vergraben war hingegen fast genauso gut.

Jetzt heißt es jedoch Abschied von meiner Sommeraffäre nehmen, schweren Herzens und mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn das Projekt ist abgeschlossen.

Die letzten Züge der Überarbeitung fanden hauptsächlich in meiner Urlaubswoche statt. Wie immer mit Kätzchen.

Ganz abgeschlossen? Nein. In einem abgelegenen Teil meines Hirns hält sich eine Horde hartnäckiger Plotbunnies, entschlossen bis zum nächsten Sommer zu überwintern und all meinen Vorsätzen zu trotzen. Da diese Erfahrung der vergangenen Monate so unglaublich gutgetan hat, werde ich es im nächsten Jahr erneut so handhaben und im Sommer mit meinem Akkarin-Gavin-Crossover ein weiteres Mal im Geiste durchbrennen. Davon abgesehen wird allerspätestens im April eine zweite Überarbeitungsphase folgen.

Ich weiß nicht, ob es an der ganz besonderen Magie des Spätsommers liegt oder daran, dass ich mit dem „Project which may not be named“ nun an einem Punkt angelangt bin, an dem ich die Hände in den Schoß legen und abwarten und Tee trinken muss – vielleicht ist es ein wenig von beidem, doch nun zieht es mich mit aller Macht zurück zu Akkarin, Sonea und den anderen Gildenmagiern und meinen sachakanischen OCs. Auf einmal habe ich wieder Lust, meinen Re-read von „The High Lord“ wiederaufzunehmen und im Anschluss mich der letzten Kapitel der Schwarze-Sonnen-Trilogie anzunehmen, die noch einer sehr gründlichen Überarbeitung bedürfen. Ich habe wieder Lust, mich wieder in meine laufenden Stories „Das Heiligtum von Yukai“ und „Schwärzer als die Nacht“ einzulesen und die bis zur Winterpause anstehenden Kapitel durchzukorrigieren, damit ich mich anschließend voll und ganz in die Arbeiten von „Das Erbe 2“ stürzen kann.

Das Einzige, auf das ich mich nicht freue, ist mich wieder an die deutsche Notation der wörtlichen Rede zu gewöhnen. Aber nach ein paar Wochen wird sich auch das wieder gelegt haben. Die Tatsache, dass es mir im Englischen leichter fällt, Dinge auf den Punkt zu bringen, wird allerdings dazu beitragen, die Wordiness meiner deutschen Projekte zu reduzieren.

CampNaNoWriMo 2017 – Das kürzeste Camp ever

CampNaNoWriMo 2017 – Das kürzeste Camp ever

Ja, damit habe ich mich dieses Mal selbst überrascht. Ich war mit dem Camp fertig, bevor man seinen Wordcount überhaupt validieren konnte. Das ist mir bis jetzt noch nicht passiert. Auch nicht bei einem Überarbeitungscamp. Ich wusste gar nicht, wie ich mit einem solchen Luxusproblem umgehen sollte. Ok, strenggenommen gibt es noch ein paar kleine Todos, die ich aber bewusst geschoben habe.

Aber der Reihe nach.

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Der Zorn der schwarzen Sonnen – Textauszug aus der Überarbeitung #CampNaNoWriMo

Der Zorn der schwarzen Sonnen – Textauszug aus der Überarbeitung #CampNaNoWriMo

Dieses Mal spare ich mir umständliche Zwischenupdates zum CampNaNoWriMo, wie sonst gerne schon einmal auf Facebook gepostet, und gebe euch einen kleinen überarbeiteten Textauszug aus „Der Zorn der schwarzen Sonnen“.

Die Szene ist noch nicht hundertprozentig perfekt, über die meisten Szenen werde ich diesen Monat noch mindestens einmal drübergehen, aber sie ist in einem Zustand, den ich bereit bin sie auf euch loszulassen, damit ihr einen ersten Eindruck erhaltet. Die Szene dreht sich um den berüchtigten Harrel, den Akkarin zu Soneas Unterricht in schwarzer Magie mitgebracht hat. Im Buch habe ich mich immer gefragt, was mit diesem passiert, und da ich finde, dass Soneas Unterricht eine gute Möglichkeit ist, die Wandlung Akkarins und ihrer Beziehung näher zu beleuchten, habe ich mich ein wenig näher damit beschäftigt.

Viel Spaß beim Lesen!

Der Harrel scharrte in seinem Käfig, kaum dass Akkarins Lichtkugel in den Raum schwebte. Stroh und Köttel lagen in der Ecke verstreut, in der er den Käfig deponiert hatte. Bis jetzt hatte er Sonea an Takan und an Wasser üben lassen. Auch die Pflanze hatte sie mittlerweile getötet. Den Harrel hatte Akkarin sich bis zuletzt aufgespart. Er wäre das einfachere Übungsobjekt gewesen, doch für seinen Geschmack kam er von allen nichtmenschlichen Versuchsobjekten dem Menschen am nächsten. Für das, was Akkarin damit beabsichtigte, zog er es vor, dass Sonea sich bis dahin an ihre neue Fertigkeit gewöhnt hatte.

Seinen Willen ausstreckend ließ er den Käfig auf den Tisch schweben. Takan hatte sich wiederholt beschwert, dass Akkarin den Harrel in einem Käfig in seinem Keller hausen ließ. Seiner Ansicht nach war das nicht artgerecht. „Entweder Ihr sorgt dafür, dass ich ihn kochen kann, oder Ihr lasst ihn frei“, hatte er erklärt. „Ich bin es leid, jeden Tag seinen Dreck wegzumachen, damit Ihr Lady Sonea in einem sauberen Raum unterrichten könnt.“

Auch an diesem Tag hatte Takan den Dreck entfernt. Mittlerweile hatte das Tier jedoch neuen verursacht.

Den Harrel betrachtend seufzte Akkarin innerlich. Er erinnerte sich noch zu gut an einen Takan, der es nicht übers Herz gebracht hatte, ein Tier zu töten. Ein totes Tier zuzubereiten, war für ihn eine Sache, es zu töten oder zu quälen eine andere.

Eine halbe Stunde später, die Akkarin einige der Bücher aus der Truhe konsultiert hatte, betrat Sonea den Keller.

Akkarin hob eine fragende Augenbraue. „Hast du alle Hausaufgaben gemacht?“

„Ja, Hoher Lord.“

„Auch die, die nicht für morgen sind?“

Sie hielt seinem Blick mit unterschwelliger Sturheit stand. „Ich habe heute in der Mittagspause angefangen.“

„Gut.“ Akkarin wies auf den Stuhl vor seinem Versuchstisch. „Setz dich. Wir fangen gleich an.“

Ihre Augen leuchteten, als sie sich setzte und zu ihm aufsah. „Was werdet Ihr mich heute lehren?“

Akkarin wies auf den Käfig. „Heute gehen wir in den Versuchen am lebenden Objekt eine Stufe weiter.“

Das Leuchten erstarb.

„Du solltest erfahren einmal geübt haben, wie es sich anfühlt, die komplette Magie aus einem anderen Wesen zu nehmen.“

Sie nickte ernst. „Dann lasst es uns hinter uns bringen“, sagte sie entschlossen.

„Nimm das Messer. Du weißt, was zu tun ist.“

Sonea öffnete die Schatulle, in der er seinen Dolch aufzubewahren pflegte. Es war seltsam, sie tun zu sehen, was für gewöhnlich er selbst – und hin und wieder Takan – tat. Behutsam schlug sie den schwarzen Samt zurück und hob die Klinge heraus.

„Der Käfig lässt sich von oben öffnen. So kannst du verhindern, dass er dir entwischt.“

Sie nickte nur und öffnete den Käfig. Der Harrel verstärkte seine Bemühungen, dem Käfig zu entkommen, doch Sonea reagierte instinktiv und drückte ihn mit einer magischen Barriere nach unten.

„Gut“, sagte Akkarin. „Jetzt schneide ihn. Du wirst tiefer schneiden müssen, als bei einem Menschen. Unter dem Fell ist seine Haut sehr dick.“

Der Harrel quiekte und fiepte panisch, als wisse er, was geschehen würde, als Sonea die Klinge herabsenkte. Soneas Zögern bemerkend sagte Akkarin: „Nimm nur ein wenig seiner Energie. Nutze die Erfahrung, um den Unterschied zwischen magisch begabten Personen und normalen Lebewesen zu spüren.“

Gespannt beobachtete er, wie Sonea den Kopf des Harrels herabdrückte. Ihre kleinen, schlanken Finger teilten das Fell des Tieres, dann machte sie einen kleinen Schnitt im Nacken. Der Harrel quiekte und bäumte sich unter der magischen Barriere auf. Sonea legte das Messer beiseite und legte ihre Hand auf den Nacken des Tieres.

Akkarin stieß sich von dem Regal ab, an dem er gelehnt hatte, und berührte ihre Schläfen. Sie zuckte kaum merklich zusammen.

– Entspann dich.

Sie gehorchte augenblicklich.

Bemerkenswert, dachte Akkarin. Wann hatte es angefangen, dass seine Worte nicht nur bewirkten, dass sie tat, was er von ihr verlangte, sondern auch einen Effekt auf ihr Befinden hatten?

– Ertaste die Energie in dem Tier.

Sonea dehnte sich in ihrer Quelle aus und driftete durch den Riss unter ihrer Hand in den Körper des Harrels. Akkarin beobachtete, wie sie sich der Lebensenergie des Tieres bewusst wurde. Sie war schwach und auf eine Weise diffus verteilt, die sich von jener der Menschen unterschied.

– Sehr gut, sandte er. Jetzt nimm ein wenig davon. Aber so, dass du ihn nicht umbringst.

Ihre Kontrolle war für diese Aufgabe inzwischen weit genug fortgeschritten. An Takan hatte Akkarin sie gelehrt, wie sie wenig Magie durch eine große Öffnung und viel Magie durch eine winzige Öffnung ziehen konnte.

Dieses Mal bestand die Herausforderung darin, die diffus verteilte Magie zu fassen. Behutsam nahm sie ein wenig der Energie und zog sie in ihre eigene Quelle. Es war mehr, als Akkarin beabsichtigt hatte, jedoch war noch genug übrig, um den Harrel am Leben zu lassen.

– Und jetzt noch einmal. Halbiere die Menge.

Sie gehorchte wortlos. Dieses Mal stellte sie sich geschickter an. Unter ihr entspannte sich der Harrel, nur um wieder nervös zu werden, sobald sie den Kraftfluss stoppte.

Akkarin ließ sie den Vorgang noch zweimal wiederholen, dann ließ er von ihr ab.

„Sehr gut, Sonea. Du hast ein Gefühl dafür bekommen, wie man sich an einer tierischen Quelle stärkt. So, wie das Stärken an unwilligen Quellen, solltest du diese Möglichkeit jedoch nur in Betracht ziehen, wenn dir keine andere Wahl bleibt.“

„Ich verstehe“, sagte sie ernst.

Akkarin wies zu dem Käfig, wo der Harrel sich vor Erschöpfung zusammengerollt hatte. „Und jetzt bring es zu Ende.“

Sie starrte ihn an. „Aber er ist ein unschuldiges Tier!“

„Das gerade zugunsten deines Unterrichts gelitten hat.“

„Es würde sich doch wieder erholen nicht wahr?“

„Das würde es. Doch ich will, dass du es tötest.“ Akkarin lächelte humorlos. „Zudem redet Takan seit Tagen davon, wieder einmal Harrelragout kochen zu wollen. Ich nehme an, weil er es leid ist, den Keller zu fegen.“

Sie schnaubte. Offenkundig missfiel ihr sein Humor noch immer häufig. „Nur, um das klarzustellen: Ich tue das nicht, um Takan einen Gefallen zu tun, sondern damit das arme Tier nicht noch öfter unter mir leiden muss.“

Akkarin spürte, wie ein unfreiwilliges Lächeln an seinen Mundwinkeln zerrte. Was ihn betraf, so hatte er ihren Humor zu schätzen gelernt.

„Aus welchen Motiven du es tust, ist mir egal. Ich will nur, dass du es tust.“

Ihre dunklen Augen wanderten zu seinen. Dann legte sie schweigend erneut die Hand auf das Fell des Harrels.

Monatsrückblick März: Frühlingserwachen

Monatsrückblick März: Frühlingserwachen

Ich kann kaum glauben, dass seit meinem letzten ernsthaften Blogartikel ein Monat vergangen ist. Ich dachte immer, der Februar sei kurz, aber der März ist nur so dahingeflogen.

Im vergangenen Monat ist so viel passiert, wie in sonst nicht einmal in einem Jahr. So kommt es mir zumindest vor. Mein Leben ist immer noch dasselbe, die Veränderungen fanden in mir statt. Ich weiß nicht, ob es der Frühling ist, oder die Tatsache, dass ich mit Mitte 30 an einem Punkt bin, an dem ich mein bisheriges Leben bewerte und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Zukunft in Frage stelle. (Ich glaube übrigens, dass eine solche Evaluierung alle paar Jahre sinnvoll und wichtig ist)

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Autorenwahnsinn Tag 15: Schreibratgeber? Geh mir weg!

Über Schreibrategeber und wie ich meine persönlichen Dos und Don’ts aus Bestsellern und Badfics ziehe

Mit Schreibratgebern konnte ich noch nie etwas anfangen. Ich habe mir mal einen gekauft, aber nachdem ich ihn durchgeblättert hatte, festgestellt, dass die dort enthaltenen Tipps nicht auf meine Arbeitsweise und meine Bedürfnisse zugeschnitten sind, während andere Themen ganz offenkundig für Anfänger galten. Seitdem habe ich der Sache keine zweite Chance gegeben.

Schreibratgeber sind oft so: „Beginnen Sie ein Kapitel niemals mit der Beschreibung des Wetters.“ – strenge Vorschriften, was man möglichst tun und lassen sollte und das so allgemein, dass dabei weder auf die Arbeitsweise und den Schreibstil des Autors als auch auf das Genre Rücksicht genommen wird. Zumindest ist das mein Eindruck von den Schreibtipps, die auf ich so oft stoße. In anderen Schreibratgebern steht vermutlich so etwas wie „Beginnen Sie ein Kapitel unbedingt mit der Beschreibung des Wetters, so schaffen Sie Atmosphäre.“*

Ganz ehrlich? Wenn ich es für eine gute Idee halte, eine Szene oder ein Kapitel mit dem Wetter zu beginnen, dann tue ich das. Manchmal schaffe ich damit bewusst die passende Atmosphäre, oder eine Metapher für die Stimmung des gegenwärtigen Erzählcharakters oder ich lasse das Wetter im krassen Gegensatz zu dieser stehen – ganz so, wie es mir gefällt und passt.

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Der ’schwache’ Akkarin – warum Liebe nicht zu einem romantischen Helden machen kann

Der ’schwache’ Akkarin – warum Liebe nicht zu einem romantischen Helden machen kann

Erinnert ihr euch an diesen bösen, bösen Artikel? Dort habe ich mich recht ausführlich der Beziehung von Akkarin und Sonea gewidmet und in diesem Zusammenhang Akkarins Darstellung, ab ihrer Verbannung nach Sachaka kritisiert.

Damals war ich der Meinung, dass Canavan an dieser Stelle zu einfach gedacht hat und Akkarins Verhalten einer anfänglichen Verliebtheit zuzuschreiben ist, weil die Tatsache, dass er sich verliebt, nicht mal eben fünf Jahre Sklaverei heilt. Und ich schrieb, dass diese Entwicklung und ihre „Liebe heilt alle Wunden“-Message vermutlich dafür sorgt, dass er in so vielen Fanfictions weichgespült wird.

Und dieser Meinung bin ich noch immer.

Allerdings sehe ich inzwischen einen weiteren Grund für sein Verhalten während der Verbannung. Und unabhängig davon, was Canavan sich bei dieser Entwicklung gedacht oder auch nicht gedacht hat, erklärt dies aus psychologischer Sicht mehr, als Verliebtheit könnte. Die Verliebtheit ist dabei zwar ein nicht unerheblicher Faktor, doch dass Akkarin während dieser Kapitel so überhaupt nicht akkarin wirkt, hat einen schwerwiegenden Grund.

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Akkarin, der introvertierte Hohe Lord

Akkarin, der introvertierte Hohe Lord


Warum es leichter ist, sich einem Fremden anzuvertrauen

Im heutigen Artikel geht es um ein Thema, über das ich vor wenigen Wochen mit einer meiner Testleserinnen diskutiert habe, während sie sich ’Schwärzer als die Nacht’ vorgeknöpft hat. Und weil ich dieses Thema nicht nur für diese Geschichte wichtig finde, sondern weil es sich lohnt darüber nachzudenken, will man Akkarin als Figur verstehen, habe ich diesem Thema einen Artikel gewidmet.

Es geht um die Frage, warum Akkarin sich in ’The High Lord’ ausgerechnet seiner Novizin anvertraut, wenn doch Lorlen sein bester Freund ist.

Motivation

Für Teil zwei und drei meiner ’Schwarze-Sonnen’ Trilogie habe ich mich verschiedene Fragen rund um Akkarins und Lorlens Verhalten auseinandergesetzt. Zahlreiche Passagen, die beim Lesen der Bücher auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar erscheinen, brauchen eine plausible Erklärung, will man sie canontreu aus Akkarins Perspektive schreiben und diese Lücken in den Büchern schließen.

Einige dieser Themen habe ich auch unabhängig von meiner Akkarin-Trilogie mit anderen Fans diskutiert, darunter Testleser, Autorenfreunde und Leser, mit denen ich inzwischen auch privat in Kontakt stehe. Und ich finde es immer wieder faszinierend, wie andere diese Stellen interpretieren, auch wenn sich im Laufe einer Diskussion häufig herausstellt, dass unsere Theorien sich ähneln.

Sobald es jedoch um Akkarin geht, sobald dieser etwas tut, was ihn auf den ersten Blick in ein schlechtes Licht rückt, werden auch seine Gegner wach und verurteilen ihn für sein Verhalten. Besonders in Forumsdiskussionen, aber auch in Rezensionen, stößt seine Entscheidung, sich seiner Novizin anzuvertrauen, häufig auf ein Unverständnis, das mich gelinde gesagt schockiert.

In ’The High Lord’ ist dies ein zentraler Punkt, der die Handlung maßgeblich beeinflusst, und daher eine  Erklärung wert.

Vielleicht ist es jedoch auch eine Frage von Veranlagung und persönlicher Erfahrung, ob man Akkarins Entscheidungen und Motive nachvollziehen kann. Hier sehe ich vor allem zwei Aspekte, die sich bei Akkarin gegenseitig bedingen und die viele seiner Handlungen in den Büchern beeinflussen:

Introvertiertheit und Kontrollzwang.

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Der CampNaNoWriMo Juli 2016 und der Zorn der schwarzen Sonnen

Der CampNaNoWriMo Juli 2016 und der Zorn der schwarzen Sonnen

Oder auch: das wohl bis jetzt therapeutischste Camp überhaupt

Mit etwas weniger Verspätung als beim letzten Mal kommt nun hier mein Abschlussbericht zum diesjährigen Sommer-Schreibcamp. Irgendwie hat es sich schon fast nach Tradition angefühlt, dabei über Akkarin zu schreiben. Doch mit diesem Juli ging diese Tradition leider auch zu Ende, weil seine Trilogie hiermit beendet ist.

Teil 3 meiner Akkarin-Trilogie, auf Twitter auch unter dem flapsigen Hashtag #50SoA3 (für ’50 Shades of Akkarin Pt. III’) bekannt, war eine sehr therapeutische Erfahrung. Die Geschichte beginnt einige Monate vor ’The High Lord’ und endet einige Wochen danach, hat ihren Schwerpunkt jedoch während dieses Buches. Abgesehen von der Herausforderung, genug Eigenanteil in und zwischen die Akkarin-Szenen im Buch zu bringen (FF.de verlangt mindestens 2/3 Eigenanteil und ich möchte für mich selbst nicht, dass es eine bloße Nacherzählung ist), wühlt die Lektüre dieses Buches jedes Mal sehr auf.

Dieses Mal war es jedoch eher ein Aufwühlen in Raten, besonders während der letzten 150 Seiten, die ich normalerweise in einem Rutsch durchlese und für dessen Erzählung aus Akkarins Sicht ich inklusive Zwischenszenen etwa eine Woche gebraucht habe.

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Vorbereitungen für den CampNaNoWriMo Juli 2016

Vorbereitungen für den CampNaNoWriMo Juli 2016

Oder auch: Wer mir in dieses Camp interveniert, dem bereite ich die Hölle auf Erden

Seit letzter Woche Sonntag stecke ich in der heißen Phase der Vorbereitungen auf den CampNaNoWriMo im Juli, wo ich Teil 3 meiner Akkarin-Trilogie schreiben werde. Auf Twitter habe ich darüber auch unter den Hashtags #50SoA3 für das Projekt und #NaNoPrep gespammt. Dabei steht #50SoA3 für ’50 Shades Of Akkarin Pt. III’, dem Arbeitstitel, passend zum flaspigen Arbeitstitel der gesamten Trilogie, der nichts, aber auch rein gar nichts mit der unsäglichen Twilight-Fanfiction zu tun hat, sondern mit meinem Humor.

Zur Vorbereitung und für das Camp habe ich mir ’The High Lord’ als eBook gekauft und angefangen, die Szenen, in denen Akkarin auftritt, oder die er in irgendeiner Weise per Blutjuwel mitbekommt, aufzulisten und in Kapitel zu gliedern. Dazu habe ich einen Nachmittag und eine Frühschicht am darauffolgenden Morgen gebracht. Dafür, dass ich beim Überfliegen der Szenen gefangirlt und gelitten habe, als würde ich das Buch richtig lesen, war das erstaunlich schnell.

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