Schlagwort: Character Death

Monatsrückblick März: Frühlingserwachen

Monatsrückblick März: Frühlingserwachen

Ich kann kaum glauben, dass seit meinem letzten ernsthaften Blogartikel ein Monat vergangen ist. Ich dachte immer, der Februar sei kurz, aber der März ist nur so dahingeflogen.

Im vergangenen Monat ist so viel passiert, wie in sonst nicht einmal in einem Jahr. So kommt es mir zumindest vor. Mein Leben ist immer noch dasselbe, die Veränderungen fanden in mir statt. Ich weiß nicht, ob es der Frühling ist, oder die Tatsache, dass ich mit Mitte 30 an einem Punkt bin, an dem ich mein bisheriges Leben bewerte und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Zukunft in Frage stelle. (Ich glaube übrigens, dass eine solche Evaluierung alle paar Jahre sinnvoll und wichtig ist)

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Autorenwahnsinn Tag 15: Schreibratgeber? Geh mir weg!

Über Schreibrategeber und wie ich meine persönlichen Dos und Don’ts aus Bestsellern und Badfics ziehe

Mit Schreibratgebern konnte ich noch nie etwas anfangen. Ich habe mir mal einen gekauft, aber nachdem ich ihn durchgeblättert hatte, festgestellt, dass die dort enthaltenen Tipps nicht auf meine Arbeitsweise und meine Bedürfnisse zugeschnitten sind, während andere Themen ganz offenkundig für Anfänger galten. Seitdem habe ich der Sache keine zweite Chance gegeben.

Schreibratgeber sind oft so: „Beginnen Sie ein Kapitel niemals mit der Beschreibung des Wetters.“ – strenge Vorschriften, was man möglichst tun und lassen sollte und das so allgemein, dass dabei weder auf die Arbeitsweise und den Schreibstil des Autors als auch auf das Genre Rücksicht genommen wird. Zumindest ist das mein Eindruck von den Schreibtipps, die auf ich so oft stoße. In anderen Schreibratgebern steht vermutlich so etwas wie „Beginnen Sie ein Kapitel unbedingt mit der Beschreibung des Wetters, so schaffen Sie Atmosphäre.“*

Ganz ehrlich? Wenn ich es für eine gute Idee halte, eine Szene oder ein Kapitel mit dem Wetter zu beginnen, dann tue ich das. Manchmal schaffe ich damit bewusst die passende Atmosphäre, oder eine Metapher für die Stimmung des gegenwärtigen Erzählcharakters oder ich lasse das Wetter im krassen Gegensatz zu dieser stehen – ganz so, wie es mir gefällt und passt.

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Soneas Sumikränzchen (Jahrestags-Special): Die Freuden und Leiden eines Akkarin-Fangirls

Soneas Sumikränzchen (Jahrestags-Special): Die Freuden und Leiden eines Akkarin-Fangirls

Weil auch Fangirls Jahrestage haben können und weil diese wichtig sind

Warnung: Dieser Artikel erhält nicht unerhebliche Spuren von Fangirlismus und Selbstironie.

Eigentlich wollte ich euch bei diesem Sumikränzchen erzählen, warum ich so von Akkarin besessen bin, warum er für mich das Ideal von einem Mann ist, warum er meine längste fiktive Beziehung ist und warum Kirk, Spock, Han Solo, Horst Schimanski und wie all die Verflossenen aus meiner pubertären Fangirlphase heißen, ihm nicht das Wasser reichen können.

Aber seien wir ehrlich: Muss ich dazu überhaupt etwas sagen?

Er ist Akkarin.

Punkt.

Also erzähle ich euch lieber von den Freuden und Leiden, die es mit sich bringt, das gefühlt schlimmste Akkarin-Fangirl unter dem Antlitz Gottes zu sein. Und warum ich es deswegen manchmal nicht mehr mir selbst aushalte.

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Schreibnews Oktober

Nach zwei Wochen Unterbrechung habe ich nun endlich wieder die Arbeit an „Das Erbe der schwarzen Magier I“ aufgenommen. Die Unterbrechung kam nicht ganz freiwillig zustande und leider bin ich dadurch aus der Story wieder raus, bevor ich überhaupt richtig eingestiegen war. Allerdings habe ich jetzt zwei Wochen Urlaub und danach ist NaNoWriMo – also genug Zeit, um wieder in die Geschichte reinzukommen.

Diese Unterbrechung war nicht geplant und ärgert mich ziemlich, aber ich war in dieser Zeit nicht untätig und habe einige andere Dinge erledigt. So habe ich sämtliche Kapitel von „Unter tausend schwarzen Sonnen“, die ich bis Anfang Dezember hochladen werde, noch einmal korrigiert und uploadfertig gemacht. Außerdem habe ich mehrere Artikel für diesen Blog und für das Schreibmeer-Magazin vorbereitet, um während des NaNoWriMos auch in dieser Hinsicht möglichst wenig Arbeit zu haben. Die versprochene Reihe über die Schwächen von The Black Magician kommt dann auch nach dem NaNoWriMo.

Der Großteil meiner freien Zeit in den letzten beiden Wochen ging für folgende Dinge drauf:

  1. Mein Geheimprojekt, zu dem ich auf Twitter und Facebook schon hin und wieder etwas unter dem Hashtag #blackmagicchristmas geschrieben hatte. Das Projekt ist nun abgeschlossen und bereit, euch die Weihnachtszeit ein wenig zu verschönern. Falls ihr euch jetzt fragt, wie ihr neben zwei Geschichten dafür Zeit finden sollt: Es ist wirklich nicht zeitaufwändig und ich hoffe sehr, dass ihr ein wenig Freude daran haben werdet. Dieses kleine Projekt hat mich mehr Zeit und Nerven gekostet, als ich gedacht hätte und als es vermutlich den Anschein hat. Allerdings ist diese Art von Projekt auch wieder einmal eine Premiere für mich. Worum es sich dabei handelt, werde ich am 1. Advent, also am 29. November enthüllen.
  2. Das andere, noch viel umfangreichere Thema, war eine Folge meines erneuten Lesens der Bücher. Vor knapp zwei Wochen habe ich The High Lord ausgelesen und bin ein weiteres Mal in das schwarze Loch gefüllt von Leere, Zorn und einem alles beherrschenden Gefühl von Sinnlosigkeit gefallen. Es mag verrückt klingen, doch das Ende des Buches sorgt jedes Mal dafür, dass ich mehrere Tage brauche, um meinen Weg zurück in die Realität zu finden und mich auf mein alternatives Ende zu besinnen. Für das Schreiben an der zweiten Trilogie war das vorübergehend der Todesstoß.
    Weil ich das schon länger geplant hatte, aber nie die Zeit hatte, fand meine Aufarbeitung dieses Mal in Form der ersten 21 Kapitel von „Der Spion“ statt. Das heißt, ich habe den kompletten ersten Teil dieses Bandes noch einmal gelesen und sprachlich und zum Teil auch inhaltlich überarbeitet. Nachdem ich jene Kapitel zuletzt bei ihrer Veröffentlichung vor zwei Jahren angerührt habe, war das bitter nötig. Ich habe eine Menge überflüssiger Wörter und redundanter Sätze gestrichen, Editierfehler behoben (und unter Umständen dabei neue produziert) und ungeschickte Formulierungen umgeschrieben. Teilweise haben die Charaktere gesprochen, wie sie es weder in den Büchern noch im späteren Verlauf meiner Fortsetzung tun.

Das meiste, was ich in den vergangenen anderthalb Wochen überarbeitet habe, ist Kleinkram und fällt wahrscheinlich nicht einmal auf. Einige Dinge möchte ich jedoch hervorheben:

  • In Kapitel 1 sind die Rückblenden strikter zusammengefasst. Wiederholungen habe ich rausgestrichen, wo sie mir aufgefallen sind.
  • Soneas emotionale Situation in den ersten Kapiteln wird nun besser erklärt. Ich halte eine Erklärung für erforderlich, weil sie normalerweise stärker als das ist, hier jedoch zu viele Dinge auf einmal zusammenkommen.
  • In dem Gespräch zwischen Akkarin und Merin in Kapitel 16 geht es nun auch um die Informationen, die die Gilde ein Kapitel zuvor von zwei Händlern erfahren hat. Im Nachhinein kommt es mir unrealistisch vor, dass Merin nichts davon weiß, wenn er zugleich über Garrels Intrige und andere Vorgänge in der Gilde bestens informiert ist.
  • Generell wird bei Merins Entscheidung, die Beziehung von Sonea und Akkarin zu billigen, jetzt deutlicher, dass er dies unter anderem auch tut, weil er unkontrollierbare schwarze Magier in seiner Gilde fürchtet und um die Bedrohung aus Sachaka weiß. Vor allem Ersteres sollte so kurz nach der Schlacht angesichts der Wiederaufnahme der beiden nicht unter den Teppich gekehrt werden.
  • Das Geheimnis um Dem Callene und Lord Sadakane ist nun frei von kleinen Inkonsistenzen, die mir beim Lesen aufgefallen sind. Bel Fiores Rolle in dieser Sache ist nun eindeutiger. Beim erneuten Lesen kam es mir vor, als hätte sie selbst etwas zu verbergen, was so definitiv nicht gedacht war.

Das alles klingt dramatischer als es tatsächlich ist. Es ändert nichts an der Geschichte an sich, sondern rundet sie in ihren Ecken und Kanten ab. Interessant ist das für euch vermutlich nur dann, solltet ihr den Spion noch einmal lesen wollen. Für mich persönlich ist es dagegen sehr wichtig, all diese Kleinigkeiten auszubügeln, weil ich mich unwohl dabei fühle, etwas, das in meinen Augen Mängel aufweist, der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die ersten Kapitel des Spions sind in meinen Augen ganz besonders fehleranfällig, weil sie vor 5 bis 6 Jahren – also ganz zu Beginn – entstanden. Seitdem hat sich mein Verständnis der Charaktere vertieft und mein Schreibstil weiterentwickelt. Ich bin froh, das getan zu haben, denn es ist wirklich bemerkenswert, was einem nach Jahren noch auffällt.

Die Überarbeitung von Teil 2 und 3 des Spions steht noch aus. Ich hätte gerne damit fortgefahren, aber dann hätte ich nicht mehr genug Zeit gehabt, meine 2. Trilogie für den NaNoWriMo entsprechend weiter vorzubereiten und mich so weit einzuschreiben, dass der November ohne Schreibblockaden verläuft. Daher werde ich frühestens im Dezember damit weitermachen, sobald Teil 3 von „Die zwei Könige“ ein letztes Mal durchkorrigiert ist. Ich hoffe, das gelingt mir ohne mich selbst zu sehr zu verwirren, weil ich dann auch mit der Überarbeitung von „Das Heiligtum von Yukai“ beginnen werde, was im Sommer 2016 online geht.

Momentan besteht das Einschreiben daraus, die Szenen aufzuschreiben, die mir seit Wochen im Kopf herumschwirren. Darunter sind eine erschreckend große Anzahl von Szenen, die ich vermutlich hinterher zensieren muss oder in ein Bonuskapitel stecke. Allerdings muss ich diese erst aus meinem Kopf in ein Textdokument bannen, um frei für den anständigen Teil zu sein. Ich würde euch gerne etwas anderes erzählen, doch es gibt da zwei Charaktere, die für diese Art von Szenen sehr anfällig sind und entschieden haben, es in diesem ‚Band‘ auf die Spitze zu treiben. Und allmählich gewinne ich den Eindruck, dass sie das brauchen.

Für drei der mindestens sechs Handlungsstränge fehlt mir noch so ziemlich alles. Meiner Erfahrung nach ergeben diese sich jedoch, wenn ich die übrigen weit genug vorwärtsgetrieben habe. Denn dann weiß ich für gewöhnlich, was mir bei den übrigen Erzählcharakteren fehlt. Außerdem habe ich beschlossen, dass ein bestimmter Nebencharakter das Zeitliche segnen muss. Damit werde ich vermutlich nicht auf viel Gegenliebe stoßen, aber es muss sein. Ich wusste es in dem Moment, in dem ich mich näher mit der Storyline des betreffenden Erzählcharakters befasst habe. Das, was ich mit jenem Charakter in dieser Trilogie vorhabe, wird mir nur dann überzeugend gelingen, wenn diese andere Figur stirbt. Ich würde ja gerne sagen, dass mir das leidtut. Aber das tut es nicht. Also same business as usual 😀

In jedem Fall freue ich mich auf die nächsten anderthalb Monate und auf all die vielen, großartigen Szenen, die ich schreiben werde. Ich freue mich auf das Drama, das der Tod des besagten Nebencharakters auslöst und die damit verbundene Entwicklung des betreffenden Erzählcharakters, das Wiedersehen mit alten Bekannten, epische Streit- und Kampfszenen (zumindest sind sie das in meinem Kopf) und darauf, endlich einmal für längere Zeit wieder ganz auf ein einziges Projekt konzentriert zu sein. Wenn alles wie geplant läuft, werde ich nach dem NaNoWriMo ca. 1/3 von „Das Erbe der schwarzen Magier I“ fertiggestellt haben.

The odds are never in your favour – möge das Charaktersterben beginnen!

… denn Mittagspausen sind nicht nur zum Essen da, sondern auch, um einen möglichst teuflischen Plan auszubrüten, wie man seine Charaktere am besten umbringt.

Seit Tagen juckt es mir schon in den Fingern, endlich das erste große Massensterben meines NaNo-Projekts zu initialisieren. Es brauchte jedoch noch einige Vorbereitungen, um die richtigen Bedingungen zu schaffen. Denn es soll schließlich möglichst brutal und dramatisch ablaufen. Heute war es dann endlich soweit. Den ganzen Vormittag hibbelte ich an meinem Schreibtisch herum, bis meine Mittagspause anfing und das frohe Sterben endlich beginnen konnte. Doch als ich vor dem leeren OOffice-Dokument saß, wurde mir klar, dass ich noch keine detaillierte Vorstellung des Kampfes, bei dem ich nicht nur den einen oder anderen während der letzten drei Wochen liebgewonnenen Charakter umbringen aus dem Plot radieren wollte, sondern zugleich eine Menge Statisten, hatte.

Also habe ich etwas getan, was ich seit meiner Schulzeit nur noch ganz selten tue, weil die Resultate in der Regel höchstpeinlich sind: Ich habe gemalt. Und das kam dabei heraus (ja, man kann sehen, dass irgendwann meine Phantasie ein wenig mit mir durchging):

All Characteres must Die Pt. I

Zugegebenermaßen waren meine Zeichenkünste noch nie sehr weit gediehen, sonst hätte ich mich wohl eher auf Fan-Art statt auf Fanfiction spezialisiert. Meine Kunstlehrerin hätte die Message wahrscheinlich entweder nicht verstanden oder geglaubt, ich hätte ernsthafte Probleme und meine Eltern informiert. Oder sie hätte mir einfach eine Sechs gegeben, weil sie die Einflüsse aus MMORPGS, Game of Thrones und Comics in diesem Meisterwerk nicht erkannt hätte.

Doch nun ist mein Plan ausgereift und das Spiel kann beginnen. Also meine lieben Charaktere, zieht euch warm an. Denn in diesem Spiel werden auch die Überlebenden verlieren.

Die Sinnlosigkeit des Sterbens

Vor einigen Tagen bekam ich eine Diskussion mit, in der es um das Wiederbeleben von toten Charakteren in Fanfictions ging. Ich hatte selbst etwas dazu geschrieben, wann dies meiner Meinung nach Sinn machte und wann man es besser lassen sollte, doch dann nahm die Diskussion einen Verlauf, der mich nachdenklich stimmte, zumal ich mich gerade mit großen Schritten zum x-ten Mal dem Ende von The High Lord näherte.

Ich habe mich an dieser Diskussion nicht weiter beteiligt, weil ich mich dafür als nicht objektiv genug erachte und Internetforen zuweilen einem Haifischbecken gleichen. Dennoch möchte ich Statement dazu abgeben, weil mich dieses Thema selbst betrifft und beschäftigt.

Eine andere Autorin schrieb sinngemäß, dass der Tod eines Charakters durch seine Wiederbelebung nichtig würde. Es war nicht genau ihre Aussage, aber es war das, was sich davon in mir festsetzte und mich zum Nachdenken brachte.

Ich kann dieser Aussage nur bedingt zustimmen. Wenn ein Autor einen Charakter sterben lässt, dann tut er dies für gewöhnlich aus einem guten Grund. Dieser Grund bringt die Story in irgendeiner Form weiter oder lässt die zurückgelassenen Charaktere über sich hinauswachsen. So muss Snape sterben, weil er sich für Harry opfert und weil nach allem, was er durchlitten hat, der Tod eine Erlösung ist. Im Tod findet er zudem Vergebung durch Harry. Dieser Charakter ist so kaputt, dass es für ihn nichts mehr danach gibt, da die Menschen, die ihm etwas bedeutet haben, Lily und Dumbledore, ebenfalls tot sind. Khal Drogo stirbt (wenn auch ein wenig sinnlos), damit Daenerys sich aus seinem Schatten erhebt und über sich hinauswächst, denn nur so wird sie eines Tages über Westeros herrschen können. Zumal die Sieben Königreiche von einer Horde Dothraki beherrschen zu lassen, keine allzu gute Idee wäre. Trotzdem ging mir dieser Tod sehr nahe, weil die beiden so unglaublich gut zueinander gepasst haben.

Würde man diese beiden wiederbeleben, würde damit nicht nur ihr Tod nichtig, sondern auch, was er in der weiteren Storyline bewirken soll. Der Tod dieser beiden Charaktere geschah auf Grund eines höheren Ziels.

Es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele, auf die ich hier jedoch nicht eingehen will. Worauf ich hinaus will – und das ist einzig meine bescheidene und verquere Meinung – ist Folgendes:

Der Tod eines Charakters kann durch seine Wiederbelebung nur nichtig gemacht werden, wenn er einen höheren Sinn hatte.

Aber es gibt auch Fälle, wo Autoren ihre Charaktere sterben lassen, weil sie von ihnen überfordert sind oder keine Lust mehr auf sie haben. Oder weil sie kein Happy End schreiben wollen, obwohl sie das auf einer Million anderen Wegen auch hätten erreichen können.

Und damit wären wir bei Akkarin. An dieser Stelle kommt mir meine Objektivität wahrscheinlich abhanden, weil der Tod dieses Charakters mich jedes Mal in einen tagelangen Zustand von Sinnlosigkeit und Weltschmerz wirft. Inzwischen denke ich seit fast 5 Jahren über dieses Thema nach und alle Argumente, die mir in den Sinn kommen, untermauern meine Meinung weiter.

Ich finde seinen Tod sinnlos. Überaus sinnlos. Und darüber hinaus eines solch großartigen Charakters unwürdig. Akkarins Tod bringt weder die Story weiter, noch ist er den Charakteren von irgendeinem Nutzen. Akkarins Tod killt die Story.

Schauen wir uns das doch einmal im Detail an.

  • Sein Tod hat nichts, aber auch nichts Gutes für Soneas weitere Entwicklung. Sie ist eine Ausgestoßene unter den anderen Magiern, die verachtet und gefürchtet wird, weil sie schwarze Magie praktiziert. Ohne Akkarin ist sie dem so gut wie schutzlos ausgeliefert, denn Rothen wird nicht viel für sie tun können, so wie er es schon nicht konnte, als er noch ihr Mentor war. Außerdem trägt sie Akkarins Bastard aus – im konservativen Kyralia und der Gilde ein Skandal (über die hanebüchene Erklärung, wie es dazu gekommen ist, will ich hier nicht diskutieren). Für Sonea ist diese Situation der absolute Supergau. Und da braucht mir keiner kommen mit „ein Teil von ihm lebt ihn ihr weiter“. Wenn dieses Kind mit Akkarin Ähnlichkeit hat, wird sein Anblick sie immer schmerzen und an ihn erinnern. Das ist überaus grausam.

  • Obwohl die Gilde Akkarin ausgestoßen hatte, hat er gerade begonnen, wieder lebendig zu sein. Ob er seine kühle Distanziertheit jemals ganz ablegt, sei dahingestellt. Doch durch Sonea wurde in ihm ein Prozess in Gang gesetzt, der Potential für eine weitere Charakterentwicklung bietet. Durch Sonea hat er begonnen, über seine Erlebnisse in Sachaka hinwegzukommen und hat gelernt, wieder zu lieben. Aber er musste sterben, bevor er überhaupt eine ernsthafte Chance hatte, sein Leben zu verbessern.

  • Es hätte für ihn keinen Platz mehr in der Gilde gegeben.“ Diese Aussage habe ich in Diskussionen über die Trilogie mehrfach gelesen. Ich bezweifle das. Es ist richtig, die Gilde hatte ihn und Sonea verstoßen, doch während der Invasion der Ichani kommen die Magier wieder zu Verstand und erkennen, dass er die Wahrheit gesprochen hat. Sogar der König dürfte seine Meinung geändert haben, nachdem Akkarin und Sonea ihn und seine Berater vor diesem Ichani gerettet haben. Die beiden wieder fortzuschicken wäre strategisch äußerst unklug. Wie Sonea müsste auch Akkarin sich strengen Auflagen beugen – und ganz sicher würde die Gilde ihm keine Position von Macht geben.

  • Akkarins Tod ist überaus unwürdig eines solch großartigen Charakters, der immer vorausschauend und berechnend ist und jede Situation unter Kontrolle hat. Und dann soll er durch so eine Unachtsamkeit wie ein Messer in der Brust sterben? Wenn Helden sterben, erwarte ich irgendwie eine dramatische Sterbeszene und nicht, dass er in dem einen Moment noch lebt und man überzeugt ist, dass er es schafft, und im anderen bereits tot ist. Ich fühle mich nicht nur das Ende der Geschichte betrogen, sondern auch um einen anständigen Charaktertod. Ich bin übrigens ziemlich sicher, dass er Sonea nur deswegen seine gesamte Magie gegeben hat, weil er wusste, die Verletzung würde ihn umbringen, wodurch er sie mit in den Tod gerissen hätte.

Akkarins Tod ist nicht der einzige sinnlose Charaktertod in der großen, weiten Welt der Fiktion. Aber er ist der, der mich am meisten beschäftigt. In den Augen anderer mag seine Wiederbelebung seinen Tod vielleicht nichtig machen, doch für mich stirbt die Story mit ihm, während sein Überleben unglaublich viel Potential bietet, die Geschichte spannend fortzuführen, sowohl in Bezug auf die große Rahmenhandlung als auch die zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere untereinander. Denn Akkarin ist durchaus eine Person, welche die anderen Figuren polarisiert und weil während The High Lord einige Prozesse in Gang kommen, für deren Entwicklung ich seine Präsenz in der Geschichte für wichtig erachte. Wie beispielsweise die Tatsache, dass die Sachakaner nun wissen, dass die Gilde höhere Magie verbietet und mehr als einmal erwähnt, dass sie die Gilde für den letzten Krieg hassen und der König von Sachaka der Gilde daher nicht mit den Ichani helfen würde.

Aber wie belebt man einen toten Charakter anständig wieder? Über diese Frage habe ich mir lange und ausgiebig den Kopf zerbrochen, seit ich vor fast 5 Jahren anfing, Fanfiction zu schreiben. Die Szene, in der Sonea Akkarin rettet, ist eine derjenigen, die ich wohl am häufigsten überarbeitet habe. Ich bin der Meinung, dass eine Wiederbelebung realistisch im Rahmen des Originals sein muss und sich möglichst nur der Elemente bedienen sollte, welche die Welt bietet. In meinem Fall waren das schwarze Magie und Heilkunst. Eine kleine spirituelle Komponente ist noch hinzugekommen, die ich für legitim halte, da der Präsenz eines Magiers in den Büchern eine besondere Bedeutung beigemessen wird.

Das zu schreiben, war schwer. Sehr schwer. Ganz besonders, weil ich emotional involviert bin. Ich weiß nicht, ob es mir jenseits meiner verqueren Denke gelungen ist. Ich kann nur sagen, dass ich Fanfictions mit anderen Wiederbelebungsszenarien gelesen habe, in denen ich verzweifelt die Logik gesucht habe und mich fragte, was dieses oder jenes Element bitteschön in dem jeweiligen Universum verloren hatte. Daher weiß ich zumindest, wie ich es nicht machen würde.

Ist Wiederbelebung sueig? Ich würde sagen, das kommt darauf an, wie einfach man es sich macht. Ist der Charakter schon länger tot oder ist er gerade erst gestorben? Erweckt man ihn mit einem Fingerschnipsen zum Leben oder muss man viel Arbeit investieren? Steht er danach sofort quicklebendig auf oder hinterlässt diese Erfahrung Spuren?

Wenn man es richtig machen will, gibt es viel zu beachten, damit es realistisch wird und die Leser nicht nur den Kopf schütteln. Alternativ kann man den Tod des Charakters auch einfach umgehen und die Sterbeszene komplett umschreiben oder es gar nicht erst dazu kommen lassen. Ich hätte Sonea und Akkarin zur Arena gehenlassen können, diese zu zerstören wäre wirklich nicht weiter schlimm gewesen, da sie weder von architektonischem noch historischem Wert ist. Ich hätte dafür sorgen können, dass Akkarin am Ende noch Magie übrig hat, damit Sonea ihn heilen kann. Oder sie beide hätten sich erschöpft und Dorrien würde nach Ende des Kampfes zu ihnen eilen und die Heilung für sie übernehmen. Oder ich hätte den Kampf gegen die letzten drei Ichani komplett umgeschrieben.

Aber ich habe mich für die Wiederbelebung entschieden. Weil ich jedes Mal, wenn ich im Buch an diese Stelle komme, sich eine Flut von Emotionen in mir aufgestaut hat, die sich beim Lesen dieser beiden Sätze entlädt:

He had given her too much power.

He had given her everything.

 

Ohne diese Sätze und ohne das daraus resultierende Drama würde sich die Rettung meines Lieblingscharakters nur halb so gut anfühlen. Ich brauche diese Sätze und das finstere Tal, das ich jedes Mal durchwandere, wenn ich Soneas Versprechen lese. Denn nur dann kann ich über sein Überleben in meinem alternativen Ende diese unglaubliche Erleichterung verspüren.

Man kann über den Sinn und Unsinn in der Wiederbelebung eines fiktiven Charakters streiten. Aber eines ist sicher: Charaktertode sind oft der Motivator, Fanfiction zu schreiben. Und ich finde, es ist das gute Recht eines jeden Fans, seinen Liebling wiederzubeleben und sich noch lange an ihm zu erfreuen. Und mir ist es ehrlich gesagt schnurzpiepegal, ob die Art und Weise, wie ich Akkarin rette, auf andere sueig wirkt oder irgendetwas nichtig macht, weil jede Fortsetzung ohne ihn für mich nichtig ist.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Sonntag!

PS: Trudi Canavan gibt auf ihrer Homepage übrigens selbst zu, dass sie Akkarin nur getötet hat, weil sie kein Happy End schreiben wollte (und macht dazu den etwas sadistisch anmutenden Kommentar: „Akkarin was a casualty of war. War is a cruel and random killer. It doesn’t kill based on who deserves it more or less. And, hey, you’re never going to forget that ending!“ – die volle Wahrheit könnt Ihr auch hier nachlesen). Dazu, wie sie das auf andere Weise hätte verhindern können, habe ich mich bereits in meiner Kritik zu The High Lord ausgiebig geäußert.