Kategorie: Gedanken

Von missglückten Aprilscherzen, nackten Tatsachen und echten Zukunftsplänen

Die besten Lügen sind bekanntlich jene, die mit einem Hauch Wahrheit gespickt sind. Ich bin kein Mensch, der lügt, aber am 1. April erlaube ich mir hier gerne mal eine Ausnahme und lasse meinen inneren Schalk raus. Weil es immer wieder Spaß macht. Letztes Jahr habe ich ja anscheinend einigen mit meiner Ankündigung, von nun an nur noch Lightbringer-Fanfiction zu schreiben, einen Schrecken eingejagt – etwas womit ich so überhaupt nicht gerechnet hatte.

Der böse Aprilscherz: Was bisher geschah

Auch dieses Jahr versuchte ich es mit einer Halbwahrheit. Die Idee kam mir spontan, nachdem ich am Abend zuvor per Post Rückmeldung von einer Testleserin meines englischen Projekts erhalten hatte. Jene Testleserin (zweisprachig aufgewachsen) hat sich so sehr für mein gutes Englisch begeistert, dass der Ostersamstag zu einer kleinen Feier ausartete. Und diese freudige Begebenheit veranlasste mich Ostersonntagmorgen spontan zu folgendem Aprilscherz:

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Änderung an den noch verbleibenden Kapiteln von Yukai

Letzte Woche habe ich mich, schweren Herzens, von einem Handlungsstrang in Das Heiligtum von Yukai getrennt. Nicht komplett, aber in den kommenden Kapiteln wird Dorrien bis auf einen Auftritt am Ende nicht mehr auftauchen.

Die meisten von euch wird diese Neuigkeit vermutlich freuen. Für mich bedeutet dieser Schritt vor allem, dass ich bei diesem Charakter auf ganzer Linie versagt habe.

Für diese Entscheidung gab es keinen bestimmten Auslöser, es war vielmehr so, dass dieser Stein von einem steten Tropfen schließlich gehöhlt wurde. Seit etwa drei Jahren, seit Die zwei Könige, ist Dorrien neben Regin der unbeliebteste Charakter in meiner Fanfiction-Trilogie. Wo Regin als Ekelpaket und auf Grund seines vielseitigen Potentials für mich als Erzählcharakter seine Existenzberechtigung hat, verschwindet Dorrien in „Das Erbe der schwarzen Magier“ bis auf den einen oder anderen Gastauftritt in der Versenkung. Seine Geschichte ist für mich mit der ersten Trilogie zu Ende erzählt. Regin hingegen wird in der zweiten Trilogie noch eine tragende Rolle spielen. Continue reading „Änderung an den noch verbleibenden Kapiteln von Yukai“

Fan zu sein bedeutet nicht, das Hirn abzustellen

Von überarbeiteten Rezensionen und warum es wichtig ist, reflektiert zu sein

Nachdem Blood Mirror, der vierte Band der Lightbringer-Reihe, mich auf Grund mäßig entwickelter Storylines und nicht nachvollziehbarer Charakterentwicklung (bis auf eine einzige Ausnahme) derart angefixt hat, dass ich nach langem Überlegen meine Rezension überarbeitet und das Rating drastisch heruntergestuft habe, wurde mir klar, dass ich viel zu lange über Schwachstellen meiner Lieblingsbücher hinweggesehen habe. So leidenschaftlich ich meine Lieblingsbücher verteidige, wenn sie zu unrecht zerrissen werden, so sehr habe ich die mir bewussten Schwächen mit einem Schulterzucken abgetan und dem Buch fünf Sterne gegeben, selbst wenn die Schwächen essentiell waren.

So auch mit The Black Magician Trilogy, meiner Lieblingsbuchreihe aller Zeiten und dem Stoff, aus dem meine Fanfictions sind. Längen? Logikfehler? Charaktere, deren Verhalten auf die Story hingebogen wird? Gibt es, aber Hauptsache, die Bücher erzeugen Fangirlgefühle und der Schreibstil ist schön. Das Ende ist so ziemlich jeder Hinsicht unterirdisch? Geben wir The High Lord doch trotzdem fünf Sterne, weil ich Akkarin so sehr liebe und er hier unglaublich ehrfurchtgebietend ist. Und natürlich wiegt das jede Kritik auf. Selbst das unsägliche Ende.

Ich kann und will das so nicht fortführen. Es fühlt sich falsch an, die Augen vor Schwächen und Fehlern zu verschließen und diese nach außen schönzureden, nur weil ich diese Bücher so abgöttisch liebe. Bei Menschen funktioniert es ja auch. Und bei Büchern, die ich nicht mag. In Reviewantworten diskutiere ich diverse Schwächen von Black Magician seit ich auf Fanfiktion.de veröffentliche, also seit mehr als vier Jahren. Weil diese Schwächen viel zu häufig in meine Fanfictions intervenieren und ich eine plausible Erklärung finden oder in ganz harten Fällen den Canon zugunsten der Logik missachten muss, komme ich gar nicht daran vorbei. Die alten Rezensionen auf meinem Blog reden all dies schön und übersehen außerdem noch einige wichtige Punkte. Als ich das neulich gesehen habe, habe ich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

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Wir haben eine Verantwortung

Wir haben eine Verantwortung

Von Wahlen und warum aktuelle Themen in Geschichten so wichtig sind

Am vergangenen Sonntag waren Bundestagswahlen. Und bei dieser Wahl hat die Demokratie verloren. Wie die CDU, die trotz herber Verluste den Regierungsauftrag erhalten hat. Oder die FDP, die mit mehr als 10% Stimmen ihren Wiedereinzug in den Bundestag feiern konnte. Von der SPD einmal ganz zu schweigen. Und auch die 87% der Wähler, die nicht AfD gewählt haben, haben nicht gewonnen. Und ganz sicher nicht die 13%, die AfD gewählt haben. Tatsächlich sind Letztere sogar am meisten zu bedauern.

Die AfD – und das ist auf eine pessimistische Weise nüchterne Realität – ist der einzige Sieger bei dieser Wahl. Denn sie haben bekommen, was sie wollten: das Fortschreiten der Spaltung des Landes und Sitze im Bundestag.

Wer in Geschichte aufgepasst hat, wird sich gewiss an eine ähnliche Situation vor mehr als 80 Jahren erinnern, die ähnlich anfing und alles andere als gut ausging. Auch damals hatten die etablierten Parteien rekordverdächtig schlechte Ergebnisse eingefahren und der Rechtspopulismus war seit Jahren auf dem Vormarsch. Dass wir um diese Situation wissen, dass so viel mehr Menschen als damals Zugang zu Bildung und Aufklärung haben, dass wir dieses finstere Kapitel in unserer Geschichte aufarbeiten hätte ein solches Erstarken der AfD verhindern sollen. Aber das hat es nicht.

Wir können und jetzt lange und ausführlich darüber aufregen. Wir können weinen und den drohenden Untergang der Demokratie beklagen. Wir können uns darüber aufregen, wie 13% der Wähler (ca. 4 Millionen Deutsche) so dumm sein können, eine faschistische, autoritäre und rechtsradikale Partei in Kauf zu nehmen, um „es der Regierung mal so richtig zu zeigen“, wo es doch so viele andere kleine Parteien gibt, die man wählen kann, wenn man mit den großen unzufrieden ist. Wir können gegen Alexander Gauland wegen seiner im Stil von Joseph Goebbels gehaltenen Wahlrede wettern (Stichwort „Wir werden sie jagen“). Wir können gegen die AfD und ihre Wähler hetzen. Wir können Schwarzmalerei betreiben, was in vier Jahren sein könnte (oder auch schon früher, wenn die Spaltung des Landes vielleicht bald so sehr in die Politik übergreift, dass welche Koalition auch immer entsteht, diese es nicht bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode machen wird).

Aber es wird nichts helfen. Manchmal erreicht man einen Punkt, an dem man mit gesundem Menschenverstand nicht mehr weiterkommt.

Wir müssen aufpassen, dass wir dieses Land nicht noch weiter spalten, indem wir unsererseits Hass und Hetze gegen Rechts verbreiten. Indem wir gegen die AfD wettern (was hin und wieder durchaus legitim ist), geben wir ihnen genau die Aufmerksamkeit, die sie wollen und brauchen. Es ist ein bisschen wie mit den Trollen im Internet, nur dass diese harmlos sind.

Stattdessen sollten wir für genau das einstehen, was die AfD abschaffen will: Freiheitlichkeit, Gleichberechtigung, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe, Weltoffenheit. Wir haben eine Verantwortung uns und unserem Land gegenüber. Jeder kann dazu beitragen.

Als Autorin liegt mir dieses Thema ganz besonders am Herzen. Indem man Geschichten schreibt und sie der Welt zugänglich macht, verbreitet man seine eigene Ideologie und steckt andere damit an. Unsere Geschichten sind unsere selbstgemachte Propaganda. Mit ihnen können wir gebrochene Herzen heilen, neue Perspektiven aufzeigen und Hoffnung spenden. Mit ihnen können wir anderen Menschen helfen, ihren Horizont zu erweitern und sie dazu bringen, Thematiken zu hinterfragen und über die eigenen Werte und Moralvorstellungen zu reflektieren.

Als Autorin sehe ich mich daher in der Verantwortung, Werte zu vermitteln, die für unser Miteinander essentiell sind. Ich bin zwar ’’nur’’ Fanfiction-Autorin mit nur wenigen Lesern, von denen vermutlich nur ein Bruchteil diesen Blog liest*. Doch auch meine Ideen von Freiheitlichkeit, Gleichberechtigung, Toleranz, Nächstenliebe etc. fließen seit Jahren in meine Geschichten ein, auch wenn diese jetzt nicht super politisch sind. Aber allein, dass die Charaktere in meinen Geschichten diese Werte leben und in entsprechenden Strukturen denken und etwas zu bewegen suchen, hat das Potential etwas zu bewirken. Es ist eine Chance.

Canavans Bücher mögen viele Schwächen haben, aber in Bezug auf aktuelle Themen, bietet die Black Magician Trilogy eine gute Grundlage, um sich mit diesen auseinanderzusetzen – etwas, das ich an diesen Büchern sehr schätze. Zahlreiche andere Bücher tun dies natürlich auch, aber Black Magician ist nun einmal mein Fandom und das, wo ich mich am besten auskenne. So thematisieren sie unter anderem Homosexualität in einer konservativen Gesellschaft und die Kluft zwischen Arm und Reich und damit verbundene Ausgrenzung, soziale Ungerechtigkeit und Vorurteile etc. pp. Sonea, der weibliche Hauptcharakter, und Rothen, ein weiterer Hauptcharakter, sind beides sehr mitfühlende Menschen. Sonea kommt aus den Slums und wünscht sich ein besseres Leben für die Menschen dort und schließt sich der Gilde an, um ihnen zu helfen. Damit dies überhaupt geschehen kann, nimmt Rothen sich ihrer an und gibt ihr eine Perspektive. Er hilft ihr, ihre Vorurteile gegenüber der Gilde abzulegen, so wie die Magier auch nach und nach ihre Vorurteile gegenüber Sonea ablegen (zumindest in Teilen). Im späteren Verlauf der Trilogie verteidigt Sonea, was ihr lieb und teuer ist, während die übrigen Magier in ihren konservativen Denk- und Handlungsmustern gefangen bleiben und damit ihren eigenen Untergang heraufbeschwören. Hier zeigen die Bücher sehr deutlich, was passiert, wenn man sich von den eigenen Ängsten leiten lässt und erst dann wieder zu Verstand kommt, wenn es zu spät ist. Dannyl, ein weiterer Hauptcharakter, kämpft derweil mit seiner sexuellen Identität, die er jahrelang unterdrückt hat, um in seinem konservativem Umfeld zu überleben.

In meinen Geschichten (sowohl der alternativen Fortsetzung als auch Akkarins Trilogie) spinne ich diese Themen fort. Sonea tut, was seit Generationen keine Magierin mehr getan hat: Sie wählt die Kriegskunst als Disziplin – bislang eine Männerdomäne. Sie tut es aus der Überzeugung heraus, dass dies der beste Weg ist, um die ihr gegebene Macht zum Schutz ihres Landes einzusetzen. Sogar in Gefangenschaft und ihrem größten Feind ausgeliefert, tut sie alles, um die Gilde zu schützen. Emanzipation ist gerade bei ihr ein wiederkehrendes Thema. Akkarin stellt sich als Feminist und unkonventioneller Denker heraus, der auf subtile Weise gegen das System rebelliert. Der König beginnt endlich, die Slums zu einem lebenswerteren Ort zu machen und den dort lebenden Menschen eine Perspektive zu geben. Und selbst die Gilde fängt an, sich gegenüber der Unterschicht zu öffnen und fördert die Integration der Novizen, die sie nun auch von dort rekrutiert. Nicht wenige meiner OCs sind homo- oder bisexuell – nicht, um eine Quote zu bringen, sondern weil ich beim Schreiben plötzlich wusste, dass sie es sind. Weil es normal ist, und genau so behandele ich sie. Die Frauen – selbst jene, die in einem patriarchalischen Land wie Sachaka leben – wissen in den meisten Fällen ziemlich genau, was sie wollen, und bekommen ihren Willen auf die eine oder andere Weise. Im aktuellen Teil „Das Heiligtum von Yukai“ geht es zudem um das Beenden eines Krieges und Völkerverständigung – und darum, wohin Hass führen kann. Im zehn Jahre später spielenden Teil „Die Königsmörderin“, der in ca. einem Jahr online gehen wird, geht es unter anderem um Flüchtlingsproblematiken. In dem Teil, an dem ich seit ein paar Wochen arbeite, wird sich wiederholende Geschichte und der Umgang damit eines der Leitthemen sein.

Und natürlich geht es darum, Verallgemeinerungen zu vermeiden, die trotz aller Praktikabilität gefährlich sind: Nicht alle Bewohner der Slums sind Verbrecher. Nicht alle Adeligen sind arrogant und herablassend. Nicht alle Ashaki sind böse und behandeln ihre Sklaven schlecht. Nicht alle Magierinnen der Verräter sind militant. Die Duna sind kein Volk von Barbaren, nur weil sie Nomaden sind und andere Sitten haben etc. pp.

All diese Themen haben eine wichtige Gemeinsamkeit: Es sind aktuelle Themen, die auch in dieser Welt wieder und wieder diskutiert werden. Und weil sie so aktuell sind und so heiß diskutiert werden und die Probleme unserer Gesellschaft widerspiegeln, ist es nahezu unvermeidlich, dass sie nicht in Geschichten einfließen. Oft geschieht unbewusst, als Folge einer vorangegangenen Situation oder eines Konflikts innerhalb der Story. Mir macht es Spaß, mich damit auf schriftstellerischer Ebene auseinanderzusetzen, ganz besonders wenn ich den Bezug zur Realität herstelle, denn es gibt mir eine Möglichkeit, meine eigene Meinung auf abstrakter Ebene zu diskutieren und einzubringen. Eine Meinung, die von anderen gelesen wird und die im Idealfall eine Auseinandersetzung bei diesen Menschen bewirkt. Eine Meinung, die ich mir von nichts und niemandem verbieten lasse. Eine Meinung, die unter einer AfD-Regierung verboten würde – dazu braucht man nur einmal einen Blick in das Wahlprogramm der Partei zu werfen.

Ich kann in meinen Geschichten weder alle wichtigen Themen behandeln, noch kann ich Lösungen bieten (bei Dannyl ist das z.B. nahezu unmöglich gesellschaftlich als „Knabe“ akzeptiert zu werden, weil ich eine konservative Gesellschaft nicht mal eben innerhalb weniger Jahre tolerant und offen machen kann). Oft kann ich nur die Problematiken herausarbeiten und darstellen, wie die Charaktere damit kämpfen. Ich habe weder Politik noch Sozialwissenschaften oder Psychologie studiert. Ich verfüge nur über die Denkstrukturen eines Physikers und meinen gesunden Menschenverstand und meinen links-grün-versifften Idealismus. Doch ich hoffe, dass meine Geschichten dazu anregen, sich mit all diesen Themen auseinanderzusetzen, zu reflektieren und den eigenen Horizont zu erweitern. Es mag nicht viel sein, aber es ist ein kleiner Beitrag gegen Intoleranz und rechtes Gedankengut. Und vielleicht genügt das, um einige wenige Menschen zu erreichen. In Zeiten wie diesen ist es wichtiger denn je. Dabei sollte es eine Selbstverständlichkeit sein.

Für mich war es immer normal, diese Themen in meine Geschichten einzubringen. Weil sie zum Leben dazu gehören, weil sie normal sind. Aber vielleicht befinden wir uns momentan in einer Zeit, in der es umso wichtiger ist, uns das ins Gedächtnis zu rufen und ein Stück weit zu leben, was die Helden unserer Lieblingsgeschichten uns vorleben.

Mir brennt dieses Thema schon sehr lange auf der Seele, doch ich habe immer die Füße stillgehalten, weil ich meinen Blog nicht für politische Diskussionen missbrauchen will. Aber nach diesen Wahlen sehe mich in der Pflicht, als Autorin Stellung zu beziehen. Die AfD ist eine Partei, die wenn sie an die Macht käme, Einfluss auf die Meinungsfreiheit ausüben wird, und damit auch auf das Geschriebene Wort. Ich hoffe sehr, dass von nun an genug in diesem Land passieren wird, dass solche Artikel nicht zur Regelmäßigkeit werden müssen. Doch damit dies geschieht, dürfen wir uns auf den 87% nicht ausruhen.

Deutschland ist unser Land. Nicht das von Herrn Gauland und auch nicht von seiner Partei. Es ist das Land in dem Menschen anderen Menschen helfen, wenn sie vor unserer Tür stehen und Hilfe brauchen. Es ist das Land, in dem Menschen Herrn Boateng gerne als Nachbarn hätten. Es ist das Land, das mit der Ehe für Alle einen weiteren Schritt ins 21. Jahrundert getan hat. Es ist eines der wohlhabendsten und fortschrittlichsten Länder der Erde. Wir können uns glücklich schätzen, hier zu leben. Es liegt an uns, ob wir wahren, was wir und unsere Eltern und Großeltern sich in den vergangenen 60 Jahren erkämpft haben, oder ob unser Land zu einem Vierten Reich wird. Es liegt an uns, an unserem Verhalten und unseren Entscheidungen. Wir haben die Verantwortung.

[* Der aktuelle Teil meiner alternativen Fortsetzung hat 156 Favoriteneinträge auf Fanfiktion.de. Wie viele davon tatsächlich lesen, weiß ich nicht, noch kenne ich die Zahl jener, die lesen und keinen Account haben.]

Aus der Überarbeitungshölle: Lust und Frust der schriftstellerischen Weiterentwicklung

Als schreibendes Wesen entwickele ich mich kontinuierlich weiter. Das ist völlig normal und auch gut so, denn wir wachsen an unseren Erfahrungen. Frustrierend wird es jedoch, wenn ich auf ein Werk zurückblicke, das ich vor noch nicht allzu langer Zeit (im März 2016) inklusive Korrekturlesen abgeschlossen habe und mit dem aktuellsten von diesem Sommer vergleiche. Ganz besonders wenn Ersteres eine laufende Geschichte ist.

Schon in der Vergangenheit habe ich ältere Geschichten noch einmal sprachlich überarbeitet. Erst vor zwei Jahren habe ich „Der Spion“ (Teil 1 meiner alternativen Fortsetzung zu Black Magician) einer solchen Prozedur unterzogen. Ich ging davon aus, dass die Folgeteile besser wären, weil ich mich in der Zwischenzeit weiterentwickelt hatte. Zudem hatte ich Teil 3 „Das Heiligtum von Yukai“, die Geschichte, um die es geht, im Anschluss an die sprachliche Überarbeitung des „Spions“ ausgedruckt und Korrektur gelesen. So wie ich das mit jeder Geschichte mache, wenn sie fertig geschrieben und überarbeitet ist.

Am Wochenende habe ich jedoch festgestellt, dass ich mir etwas vorgemacht habe. Continue reading „Aus der Überarbeitungshölle: Lust und Frust der schriftstellerischen Weiterentwicklung“

Alles nur geklaut: Von Crossover-Charakteren, Interferenzen und der Wahrheit über meine OCs

Alles nur geklaut: Von Crossover-Charakteren, Interferenzen und der Wahrheit über meine OCs

Es ist unglaublich, wie eine Erkenntnis manchmal zu etwas völlig anderem führt. Wie sie dabei einen Zauber schafft und in letzter Konsequenz einen anderen Zauber aufhebt. Wie in diesem Fall die Wahrheit über die OCs (OC = Own Character) in meinen Geschichten.

Aber der Reihe nach.

Vor ein paar Tagen, nach ausgiebigem Schwelgen meinem NaNo-Projekt „The Project which may not be named“, wurde mir klar, dass ich dem Hauptcharakter hoffnungslos verfallen bin. Der Prozess war schleichend und ich hatte nicht einkalkuliert, dass es so eskaliert. Und der Zeitpunkt könnte nicht ungünstiger sein. Als wäre es nicht schon genug, dass ich neben Akkarin einen zweiten Buchcharakter zum Lieblingscharakter erhoben habe! Die Wahrheit ist jedoch: Es ist strenggenommen kein dritter Charakter. Ich habe etwas getan, das ich früher schon unbewusst getan habe, wenn auch nicht in diesem Extrem:

Ich habe zwei großartige Charaktere miteinander gekreuzt.

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Der CampNaNoWriMo 2017, das Projekt, dessen Name nicht genannt werden darf und warum man Kreativität nicht erzwingen sollte

Der CampNaNoWriMo 2017, das Projekt, dessen Name nicht genannt werden darf und warum man Kreativität nicht erzwingen sollte

In meinem letzten Blogartikel hatte ich angedeutet, entgegen meiner ursprünglichen Planung in diesem Camp-NaNoWriMo etwas für mich zu tun. Damals sagte ich zudem, dass ich kein abschließendes Wort darüber in diesem Blog verlieren werde, weil es euch, liebe Leser meiner Geschichten, nicht betrifft und damit hier fehl am Platze ist.

Aber irgendwie tut es das doch, und nach dem Facebook-Post eines meiner Lieblingsautoren, der gerade an der Vollendung des letzten Bandes seiner aktuellen Reihe laboriert und vor einem ähnlichen Dilemma steht, konnte ich meine Gedanken und (Schuld-)Gefühle zu diesem Thema endlich in Worte fassen.

In den vier Jahren, die ich meine Geschichten nun auf Fanfiktion.de veröffentliche, war ich mich meinen Zusagen immer zuverlässig. Noch im Winter habe ich euch versprochen, in diesem Camp meinen Headcanon um Akkarins und Lorlens Zeit als Novizen zu ergänzen, nachdem ich in meiner Schwarze-Sonnen-Trilogie schon zahlreiche Anspielungen und Rückblenden darauf gemacht hatte. Und ich hätte mich daran gehalten, weil ich stur genug bin, meine Pläne durchzuziehen und Versprechen einzuhalten und ich dies für das Vertrauen der Leser in mich wichtig halte.

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Alle Jahre wieder – Neid und Missgunst im NaNoWriMo

Alle Jahre wieder – Neid und Missgunst im NaNoWriMo

Für mehr Toleranz unter Autoren.

Der NaNoWriMo sollte ein Monat sein, in dem man das Schreiben feiert. Oder ein Monat der Toleranz, wie es der Thriller-Autor Marcus Johanus in seinem Blog schreibt. Aber jedes Jahr wird man mit Neid und Häme konfrontiert, ganz besonders dann, wenn man zu den Vielschreibern gehört.

Und das ist unsportlich, Leute.

Der NaNoWriMo ist ein Monat des Wettkampfes. Aber nicht des Wettkampfes gegen andere Autoren, sondern gegen sich selbst und den inneren Schweinehund. Die ursprüngliche Idee des NaNoWriMos ist es, eine Geschichte von 50k Wörtern in einem Monat zu schreiben. Viele Geschichten sind jedoch länger als das, Autoren schreiben unterschiedlich schnell und daher entstehen Geschichten unterschiedlichster Längen in völlig verschiedenen Zeitspannen.

Daher würde ich den Geist des NaNoWriMos eher so beschreiben:

Der NaNoWriMo ist ein Monat, in dem man sich intensiv mit seiner Geschichte auseinandersetzt, seiner Kreativität freien Lauf lässt und die Geschichte soweit vorwärtstreibt, wie es einem nur möglich ist.

Letztendlich hängt es auch von jedem Autor selbst ab, wie viel Zeit er bereit ist, in diesem Monat in sein Projekt zu stecken. Manche wollen nicht auf ihr Sozialleben verzichten, andere leben einen Monat lang nur für ihre Geschichte. Und nicht zuletzt spielt auch immer die persönliche Situation eine Rolle.

Und trotzdem wird man als Vielschreiber schnell blöd von der Seite angemacht, wenn man stolz seinen Wordcount auf Twitter postet, um ihn mit anderen Autoren zu feiern. Und weil man, verständlicherweise, stolz ist, dass es so super läuft. Da kommen dann Sprüche wie: „Wenn du nach einer Woche schon die 50k hast, dann kannst du ja jetzt aufhören.“ Oder man bekommt durch die Blume gesagt, dass wenn man so schnell schreibt, dabei ja nichts qualitativ Hochwertiges bei rumkommen kann.*

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Jenseits klassischer Fanfiction und doch keine ’richtigen’ Bücher – Wie finde ich meine Zielgruppe?

Jenseits klassischer Fanfiction und doch keine ’richtigen’ Bücher – Wie finde ich meine Zielgruppe?

Das Brüten über Ängsten, Selbstzweifeln, Gefühlen von Wertlosigkeit und Neid haben mich zu der Frage gebracht, ob ich eine falsche Vorstellung von meiner Zielgruppe habe und die ganze Sache völlig falsch angehe. Und wie ich überhaupt meine Zielgruppe finde.

Um seine Zielgruppe zu finden, so heißt es, soll man dahin gehen, wo sich Gleichgesinnte tummeln. In meinem Fall wären das Fanfiction-Seiten, Fan-Foren zu ’The Black Magician’ und Social Media ist natürlich immer gut, um sein mehr oder weniger infektiöses Gedankengut zu verbreiten. Denn es finden sich überall Fans der Bücher.

Aber ist das überhaupt der richtige Weg? Was bringt es tatsächlich? Und sind Fans der Bücher auch automatisch potentielle Leser?

Meine bisherige Bilanz ist eher ernüchternd.

Fans von The Black Magician findet manüberall. Aber entweder sie sind nicht verzweifelt genug, um eine alternative Fortsetzung lesen zu wollen, mit der offiziellen Fortsetzung zufrieden, oder haben generell kein Interesse an Fanfictions oder wenn dann nur an klassischen Fanfictions. Wieder andere lassen sich von meiner Begeisterung mitreißen und lesen die Bücher. Oder versprechen es zumindest.

Dass sich unter diesen jemand befindet, der meinen Geschichten eine Chance gibt, grenzt nahezu an ein Wunder. Aber hin und wieder habe ich damit tatsächlich Glück.

Erhoffte Zielgruppe vs. tatsächliche Zielgruppe

Meine Geschichten sind keine klassischen Fanfictions. Ich schreibe meine alternative Fortsetzung so, als würde ich ein Buch schreiben. Damit ich das Ende und die Fortsetzung erhalte, die ich mir gewünscht hätte. Mit Charakteren, die so sind, wie im Original und nicht nach dem persönlichen Geschmack des Autors verzerrt. Und ohne den Canon zu verdrehen*. Mit etwas anderem gebe ich mich nicht zufrieden und das ist auch der Grund, warum ich keine anderen Fanfictions mehr lesen kann. Selbiges gilt für die ’Schwarze-Sonnen’-Trilogie und sämtliche Kurzgeschichten (außer den Badfics), die allesamt zu meinem Headcanon gehören.

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Von Neid, Angst und Unsicherheit und dem Bedürfnis alles hinschmeißen zu wollen

Von Neid, Angst und Unsicherheit und dem Bedürfnis alles hinschmeißen zu wollen

Eigentlich sollte es in diesem Artikel um einen Artikel des Autors Sven Hensel gehen, den ich heute Morgen gelesen habe und der mich sehr nachdenklich gestimmt hat. In jenem Artikel geht es um Neid unter Autoren, wo dessen Ursachen liegen und wie man damit umgehen kann.

Dieser Artikel löste eine ganze Kettenreaktion unerwünschte Emotionen aus, angefangen von der Erkenntnis, dass ich gegenüber anderen Autoren in meinem Fandom einen unausgesprochenen Neid empfinde, über das Begreifen, dass dieser aus Ängsten und Selbstzweifeln resultiert, was schließlich in dem unbändigen Bedürfnis endete, alles hinzuschmeißen, weil es ohnehin keinen Zweck hat.

Und dabei ging mir auf, dass es nicht mit der Zeit besser wird, weil ich abhärte und mit Niederlagen und Reviewflauten umzugehen lerne. Im Gegenteil. Es wird schlimmer. Weil ich mit jedem Mal sensibler werde, bis meine Ängste und Zweifel mich zu ersticken drohen.

Ich höre schon wieder diejenigen, die mir sagen, dass ich doch überhaupt keinen Grund habe, neidisch zu sein, weil meine Geschichten doch so viel besser wären, als die durchschnittliche Fanfiction. Aber zählt das in diesem Genre? Ist in einem Genre, in dem die meisten Leser Fanfictions lesen wollen, überhaupt Platz für Geschichten wie meine?

Oft habe ich das Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen. Ich habe das Gefühl, dass ich mir noch so den Arsch aufreißen kann, um gute in-canon Geschichten abzuliefern – Geschichten, die den Geist des Originals leben – und kann damit weder den typischen Fanfiction-Leser noch die nicht-Fanfiction-Leser erreichen. Weil meine Geschichten weder klassische Fanfictions noch echte Bücher sind. Von einhundert potentiellen Lesern (= Fans des Originals) kann ich gefühlt einen für meine Geschichten begeistern. Die anderen lesen vermutlich lieber klassische Fanfictions oder echte Bücher. 1/100 mag für andere nach Erfolg klingen. Für mich schmeckt es nach Versagen.

So fühlt es sich zumindest an.

Auch fühlt es sich an, als müsste ich darum kämpfen, die Leser zu halten. Ich bemühe mich, regelmäßige Updates über meinen Schreibprozess auf Twitter, FB und meinem Blog zu posten, veröffentliche Leseproben und kleine Textausschnitte. Ich antworte freudig auf Reviews und Mails, habe es ohne einleitendes Blabla vor einem neuen Kapitel versucht, sowie mit einleitendem Blabla und Danksagungen an die Reviewschreiber. Ich habe es ohne Fragen am Ende der Kapitel versucht, mit Fragen und sogar mit dem wiederholten Hinweis, dass diese optional sind, weil ich den Eindruck hatte, dass sie auf einige Leser eher verunsichernd wirken,

Vielleicht bin ich zu ungeduldig, aber seit dem Ende von ’Die zwei Könige’ ist das Interesse an meiner alternativen Fortsetzung bemerkenswert rückläufig. Bei ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ ist es ähnlich. In den vergangenen beiden Monaten war ich wiederholt kurz davor, die Geschichte ein drittes Mal abzubrechen und habe mich dann (obwohl es mich zu viel meiner Kraft kostet) dazu entschieden, die Geschichte noch zu Ende zu bringen und anschließend zu pausieren.

Im Augenblick fällt es mir schwer, diese Kraft weiterhin aufzubringen. Wenn ich bei einer der fraglichen Geschichten ein Review pro Kapitel bekomme, kann ich mich schon glücklich schätzen. Ich weiß, dass andere Autoren froh wären, überhaupt einmal ein Review zu bekommen, aber ich weiß, dass es bei mir einmal anders war.

Ich kann es nicht als vorübergehende Reviewflaute abhaken, auch wenn ich das gerne würde. Es wirft in mir die Frage auf, ob die Geschichten überhaupt noch etwas taugen. Es verursacht Angst.

Die Angst, hinter vorgehaltener Hand für meine Geschichten ausgelacht zu werden.

Die Angst, nicht zu genügen.

Und die Angst, versagt zu haben.

Im Hinblick auf ’Schwärzer als die Nacht’ bereitet mir das jetzt schon Bauchschmerzen. Und doch habe ich den Start auf nächsten Januar angesetzt, weil mir die Geschichte wichtig genug ist, um ihr diese Chance zu geben. Als wenn es mich der aktuelle Verlauf von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ nicht schon genug plagen würde, frage ich mich zugleich, ob die dreimonatige Pause bis zur Fortsetzung eine so gute Idee ist. Was, wenn sie mich auch den Rest der Leser kostet, die noch still mitlesen? Was, wenn in dieser Zeit eine andere Geschichte gepostet wird, die diese in den Schatten steht? Was, wenn eine lange vernachlässigte, aber einst beliebte Geschichte wieder aufgegriffen wird? Was, wenn meine Geschichten sich allmählich ausgelutscht haben?

Ihr seht es vermutlich schon: Neid, Zweifel und Ängste lassen wieder grüßen.

Mit ’Yukai’ ist es ähnlich. Hier frage ich mich, ob der 3. Teil die Erwartungen der Leser überhaupt noch halten kann, nachdem ’Die zwei Könige’ so voll mit Drama war. Meine Testleser, obwohl ich ihrem Urteil absolut vertraue, können dabei auch nur bedingt Abhilfe verschaffen. Sie können mich darin bestärken, dass ich mir keinen Schrott zusammengeschrieben habe. Aber sie können nicht verhindern, dass ich mich vor dem Rest entblößt fühle. Als würde ich nackt vor eine Menschenmenge stellen und alle würden mich nur anstarren oder hinter vorgehaltener Hand tuscheln.

Die Angst, Leser zu verlieren ist immer präsent. So wie die Angst vor Kritik, die Angst nicht wahrgenommen zu werden und die Angst zerrissen zu werden. Bei jeder neuen Geschichte. Bei jeder Reviewflaute

Meine Zielgruppe ist sehr klein, obwohl ich mich durch Social Media bemühe, sowohl die typischen Fanfiction-Leser, als auch nicht Nicht-Fanfiction-Leser zu erreichen. Aber das ist häufig eher mit Frust als mit Spaß verbunden. Und mit der Angst, den Leuten auf die Nerven zu gehen.

Und damit beißt sich die Katze in den Schwanz. Und damit kommt der Neid. Egal, ob die anderen wirklich beliebter und erfolgreicher sind oder bessere Geschichten schreiben, sie werden als potentielle Bedrohung angesehen, was bei genauerem Betrachten idiotisch ist. Sven hat das in seinem Artikel sehr schön beschrieben und ich kann es aus meiner Erfahrung nur unterschreiben.

Manchmal droht dieser Kampf mich aufzufressen. Ich versuche, Content zu posten, freudig und ausführlich auf Mails und Reviews zu antworten und die Leser auf dem Laufenden zu halten. Aber wenn ich mir ansehe, wie es gerade wieder einmal bei meinen aktuellen Geschichten läuft, möchte ich mich lieber tröstend unter der Dusche umarmen, als mich weiterhin fröhlich zu geben. Und dann möchte ich am liebsten alles hinschmeißen und nur noch für mich schreiben. Wissend, dass mich das auf Dauer auch nicht glücklich machen würde, weil das Bedürfnis zu teilen, was mich bewegt und erfüllt zu groß ist.

Wenn es mir so geht wie heute, dann glaube ich, dass es ein Fehler war, meine Geschichten zu veröffentlichen. Es wirft die Frage auf, ob ich für diesen ’Job’ überhaupt geeignet bin. So glücklich es mich macht, wenn ich andere glücklich machen kann, so häufig frisst es mich auf, macht mich verletzlich und stürzt mich in Selbstzweifel, die ich nicht hatte, als ich meine einzige Leserin war.

Vielleicht hätte ich es einfach lassen sollen. Ich wusste schon, als ich erstmals mit dem Gedanken spielte, meine Geschichten zu veröffentlichen, dass ich dem nicht gewachsen bin. Dass ich zu sensibel bin. Dass ich vielleicht daran kaputtgehe. Ich habe es trotzdem getan. Und jetzt stecke ich zu tief drin, als dass ich unbeschadet wieder aus der Sache rauskomme. Ich könnte mein Profil auf FF.de löschen, den Blog einstampfen und meine Social Media Profile löschen. Aber damit würde ich mir mindestens ebenso weh tun, als wenn ich es bis zum bitteren Ende durchziehe.

Diesen Schritt würde ich nur tun, wenn Weitermachen meiner Gesundheit zu massiv schaden würde. Ich hoffe zu sehr darauf, dass es eines Tages besser wird oder dass ich irgendwann endlich daran wachse. Für den Augenblick geht es mir damit jedoch schlecht und ich versuche nach dem Motto „The Show Must Go On“ weiterzumachen.

Was bleibt also?

Ich weiß, woher mein Neid kommt. Ich weiß, woher die Selbstzweifel kommen. Aber das löst das Problem für mich nicht. Ich kann mir noch so sehr vor Augen führen, was ich mit meinen Geschichten alles schon erreicht habe, mir ins Gedächtnis rufen, dass ich auf die Meinung und Kompetenz meiner Testleser vertrauen kann – es wird nicht gegen die Angst helfen, nicht wahrgenommen zu werden, nicht zu genügen und dass meine Geschichten nicht taugen, um die vielen Fans der Bücher zu erreichen. Es wird das Gefühl bleiben, mich auf unangenehme Weise zu entblößen, weil ich mit meinem Geschichten sehr Persönliches von mir preisgebe und mein Innerstes nach außen kehre.

Vielen Dank fürs Lesen.

PS: Falls jemand den ultimativen Tipp hat, wie man als hochsensibler Autor mit solchen Dingen umgehen kann, nur her damit. Was das betrifft, bin ich mit meinem Latein allmählich am Ende.