Schlagwort: Takan

„Aber dadurch wird er doch erst zu dem Charakter, den du liebst“ – eine Mutmach-Geschichte #wirsindtraumfaenger

Diesen Monat nehme ich an der Wir sind Traumfänger-Challenge von der wundervollen Annika Bühnemann teil. In dieser Challenge geht es um die Liebe zu Büchern und Geschichten oder dem geschriebenen Wort an sich. Denn mit Büchern fängt man Träume ein. Es ist egal, ob man als Autor oder Leser daran teilnimmt. Den ganzen März über gibt es jeden Tag eine Aufgabe, die es auf möglichst kreative Weise zu erfüllen gilt.

Obwohl ich ’nur’ Fanfiction schreibe, habe ich mich entschlossen, mitzumachen. Denn auch ich fange mit meinen Geschichten sowohl meine Träume ein als auch, so scheint es zumindest, die Träume meiner Leser. Und als Leser kenne ich wiederum Bücher, die mich zum Träumen verleiten.

In der heutigen Aufgabe geht es darum, anderen Autoren Mut zu machen. Ich weiß nicht, ob die Geschichte, die ich für euch habe, am Thema vorbei ist, oder ob sie eher zu Tag 6 passt (und außerdem habe ich es nicht so mit hübschen Bildern mit Sprüchen drauf), aber so wie mir damals Mut gemacht wurde, kann ich vielleicht anderen Mut machen, die vor einem ähnlichen Problem stehen.

Also höret nun eine aufregende und spannende Geschichte:

„Aber dadurch wird er doch erst zu dem Charakter, den du liebst“

Vor ziemlich genau drei Jahren, im Frühjahr 2014, nahm ich zum ersten Mal an einem Schreibwettbewerb teil. Das Thema lautete „Für dich gehe ich bis ans Ende der Welt“ und man durfte sowohl mit Fanfiction als auch mit einer freien Arbeit daran teilnehmen. Ziemlich schnell hatte ich mich für eine Geschichte darüber entschieden, wie Takan Akkarin aus Sachaka folgt und zu seinem Diener wird. Dieses Thema hatte mich in den Büchern schon immer fasziniert, weil seine Motivation nicht einzig daraus zu resultieren scheint, dass er kein anderes Leben als die Sklaverei kennt.

Also schrieb ich diese Kurzgeschichte und dann kamen weitere Dinge hinzu, die dazu führten, dass mich das Thema fortan nicht mehr loslassen sollte.

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Neues Sachakanisch Dictionary, NaNo-Statusbericht und unbedeutender Kleinkram

Das neue Dictionary

In den letzten Wochen war es etwas ruhiger um mich, weil ich intensiv mit meiner Überarbeitung von ’Darker Than Black’ beschäftigt war. Aber bevor ihr denkt, meine Katzen hätten mich gefressen, wollte ich ein kleines Update geben. Tatsächlich steckte ich noch immer in der Überarbeitung von ’Darker Than Black’, doch weil ich zwischendurch auf ein paar Stellen gestoßen bin, die ein wenig Sachakanisch erfordert haben, habe ich die Gelegenheit ergriffen und das für Mai geplante Redesign meines Sachakanisch-Dictionaries vorgezogen.

Im Menu findet ihr das Dictionary als Sachakanisch für Anfänger jetzt direkt unter Die Welt aus folgendem Grund mit den folgenden Unterseiten:

  • Sachakanisch – Kyralisch
  • Kyralisch – Sachakanisch
  • Sprachregeln & Allgemeines
  • Survival-Crashkurs

Hätte ich das Dictionary an seinem alten Platz belassen, wäre die Verschachtelung im Menu zu hoch geworden, um eine Benutzerfreundlichkeit zu gewährleisten. Fachlich gesehen ist das Dictionary zudem so groß, dass es nicht mehr zwingend unter Kleines Lexikon stehen muss und sich damit seinen eigenen Untermenupunkt verdient hat.

Eventuell werde ich das Menu erweitern und den Punkt Sprachregeln & Allgemeines noch einmal aufteilen, wenn ich die Sprache das nächste Mal weiter bastele. Und so wie ich mich kenne, wird das sicher passieren. Momentan fehlen noch die Links, die es in der alten Version zu den Beispielen aus ’Die zwei Könige’ und ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ gab. Diese Fleißarbeit verschiebe ich jedoch auf nach dem Camp-NaNoWriMo.

Für alle, die schon immer wissen wollten, wie genau das Cravas aussieht, habe ich übrigens auf meiner Seite zu Sachaka die Skizze für meine Tätowiervorlage hochgeladen.

Tätowiervorlage des Cravas (ca. 6x6 cm) by Skinworks
Tätowiervorlage des Cravas (ca. 6×6 cm) by Skinworks

Statusbericht vom Camp-NaNoWriMo

Die erste Überarbeitungsrunde von ’Darker Than Black’ habe ich letztes Wochenende abgeschlossen. Nach so vielen Monaten ist es immer wieder spannend, die eigene Geschichte mitsamt ihren bewegenden und ihren lustigen Szenen erneut zu lesen. Inzwischen bin ich bei der zweiten Überarbeitungsrunde, die wahrscheinlich noch bis Anfang Mai dauert.

Jetzt, in Phase zwei arbeite ich die ToDos ab, auf die ich in Phase eins gestoßen bin, und versehe die Kapitel mit Titeln, wo diese noch fehlen und mit Songzitaten. Denn wie ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ suche ich wieder zu jedem Kapitel ein passendes Zitat von Kamelot, wobei hier die Alben Ghost Opera, Silverthorn und Haven im Fokus stehen. Das ist bei weitem der kniffligste Teil, weil meine Assoziation nicht immer etwas mit dem wahren Inhalt des Kapitels zu tun hat.

Hier noch ein kleiner Textauszug. Zeitlich einzuordnen ist er einen Tag, nachdem Sonea Akkarin durch das Kellerfenster beobachtet hat. Es ist eine der wenigen Stellen, an der Akkarin und Takan sich noch wie früher geben:

Auf dem Weg in die Stadt hatte Akkarin einen erneuten Ausbruch von Magie gespürt. Weil Takan sein altes Hemd entsorgt und noch kein neues besorgt hatte, hatte er sich eines von ihm ausgeliehen. Der Stoff war neu, weil Takan seine Uniform nur zum Schlafen auszog und so hatte Akkarin ihn in den Garten hinter seiner Residenz geschickt, um das Hemd über die Beete zu ziehen, bis es aussah, als wäre es über Wochen nicht mehr gewaschen worden. Anschließend hatte Takan unter Protest Flecken von Fett und Bratensaft und dem teuren Bol seines Kochbestandes darauf verteilt, bevor Akkarin den Saum aufgetrennt und ein etwa fingerlanges Stück im Brustbereich mit seinem Messer zerschnitten und mit unbeholfenen Stichen wieder zusammengenäht hatte.
„Jetzt brauche ich ein neues Hemd!“, hatte sein Diener protestiert. „Und die Naht hätte ich besser hinbekommen. Das sieht aus, als hätte ein Gorin es genäht.“
Selbst ein Gorin kann besser nähen.
Die Erinnerung war schmerzhaft gewesen und so hatte Akkarin sie verdrängt. „Ich werde dir Geld geben, von dem du dir ein neues Hemd schneidern lassen kannst“, hatte er Takan versprochen. „Du brauchst keine Kosten zu scheuen. Nimm meinetwegen Seide aus Elyne.“
„Was soll ich mit einem Hemd aus Seide?“
„Nun, vielleicht möchtest du dir irgendwann einen Abend freinehmen, um eine Dienerin zum Essen auszuführen“, hatte Akkarin vorgeschlagen.
„Wieso sollte ich das wollen?“
„Vielleicht, weil du dich verliebst? Aber so sehr, wie du deine Arbeit verheiratet bist, wird es dazu wohl niemals kommen“, hatte er dann trocken gesagt. „Ebenso wie dazu, dass du jedes Hemd, das du dir als Ersatz kaufen würdest, niemals tragen würdest. Tatsächlich wundere ich mich, wieso du deswegen überhaupt einen solchen Aufstand machst.“
„Weil es mein Hemd war!“
„Nach deiner Philosophie müsste es strenggenommen das Hemd deines Meisters sein“, hatte Akkarin daraufhin erheitert erwidert.
„Vielleicht wollte ich es eines Tages anziehen?“
„Um eine Dienerin auszuführen?“
Mit einem Schnauben hatte Takan sich wieder der Zubereitung des Abendessens gewidmet und Akkarin aus ’seiner’ Küche geworfen.

Sonstiger Kleinkram

Wenn Phase zwei der Überarbeitung abgeschlossen ist, werde ich noch ein paar kleinere Überarbeitungen an ’Der Spion’ vornehmen. Es ist nichts Gravierendes, doch eine liebe Leserin, die die Geschichte gerade liest, hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass Takan sich eigentlich bei Sonea bedanken müsste, weil sie seinem Meister das Leben gerettet hat. Ich weiß auch nicht, warum, irgendwie habe ich nie darüber nachgedacht, obwohl es eigentlich vollkommen logisch ist. Vielleicht, weil ich damals, als ich die Geschichte geschrieben habe, Takan noch nicht so viel Beachtung geschenkt habe. Angesichts meiner Neigung zum Perfektionsmus und weil ich für solche Hinweise immer dankbar bin, muss ich mich der Sache jedoch annehmen.

Im Mai werde ich außerdem die Fortsetzung meines Black Magician/Voyager-Crossovers ’Der Planet der schwarzen Magier’ für die zweite Runde des Crossover-Wettbwerbs schreiben.

Und wenn das erledigt ist, werde ich mich endlich wieder an Band 1 meiner zweiten Trilogie ’Das Erbe der schwarzen Magier I – Die Königsmörderin’ setzen.

Der Camp-NaNoWriMo Juli 2015 – Was mich nicht umbringt, macht mich härter

Der Camp-NaNoWriMo Juli 2015 – Was mich nicht umbringt, macht mich härter

Im Juli habe ich wieder am NaNoWriMo teilgenommen. Dieses Mal endlich mit der Geschichte, die mir seit letztem Herbst im Kopf herumspukt und die ich eigentlich schon im April-Camp schreiben wollte, wobei mir Überarbeitung des „Heiligtum von Yukai“ dazwischen kam. Ende Juni war Yukai endlich so weit gediehen, dass jetzt nur noch einige wenige Kapitel zu Ende zu schreiben sind, in die ich leicht wieder einsteigen kann, weil die große Arbeit getan ist.

Lady Soneas NaNoWriMo-Projekt

In diesem Camp habe ich die Fortsetzung von „Unter tausend schwarzen Sonnen“ geschrieben, die nach Akkarins Rückkehr aus Sachaka spielt. Sie handelt von seinem Doppelleben zwischen langweiligen Gildenversammlungen, Parties im Palast, Heiratsanträgen und schmachtenden Liebesbriefen lüsterner Frauen aus dem kyralischen Adel – und seiner Jagd nach Sachakanern und dem Kampf gegen seine dunklen Seiten und seiner Vergangenheit. Und natürlich beschäftigt sie sich mit seiner Freundschaft zu Lorlen und Takan und den damit verbundenen Schwierigkeiten.

Anfangs lief die Geschichte unter dem flapsigen Arbeitstitel „Die Abenteuer des Hohen Lords“. Nach den ersten drei Tagen war ich von diesem Titel jedoch vollkommen entnervt, weil er der Story eine unerwünschte Slapstick-Komponente verlieh. Seitdem trägt sie den klangvollen Titel „Darker Than Black“*, was dem Akkarin in dieser Geschichte sehr viel gerechter wird.

Wie „Unter tausend schwarzen Sonnen“ hat „Darker Than Black“ diese Momente, die beim Schreiben unter die Haut gehen. Besonders die Szene, als Akkarin das Blutjuwel für Takan gemacht hat, hat mir eine emotional sehr aufwühlende Mittagspause eingehandelt. Über die Stelle, an der Akkarin herausfindet, dass sein bester Freund ihm nicht aus dem Weg geht, weil er überarbeitet ist, sondern weil er sein Geheimnis herausgefunden hat, bin ich sogar ein komplettes Wochenende versackt.

NaNoJuli2015Winner

Ursprünglich sollte „Darker Than Black“ auch „The High Lord“ und einen Epilog, der während des „Spions“ spielt und den ich während des Camps geschrieben habe, beinhalten. In der letzten Camp-Woche wurde mir jedoch klar, dass ich den Cut besser am Ende von „The Novice“ setzte und aus dem Rest eine weitere Geschichte mache. Ab hier verlagert sich der Schwerpunkt der Handlung sehr stark und allein mit den Ereignissen und Akkarins Wandlung in „The High Lord“ könnte ich eine komplette Story füllen. Nicht zuletzt wird für den letzten Teil der Trilogie sehr viel Fingerspitzengefühl erforderlich sein, damit es keine Nacherzählung aus Akkarins Perspektive wird.

Das Problem mit der Nacherzählung begegnete mir allerdings schon in „Darker Than Black“. Nach 25 Kapiteln, in denen Akkarin lüsternen Frauen aus dem Weg ging, durch finstere Gassen oder die Tunnel unter der Universität streifte, Anurischen Dunkelwein trank, sich in Bolhäusern herumtrieb, Sachakaner tötete oder mit Blutjuwelen experimentierte, gerät sein Leben plötzlich durcheinander, als ein magisch begabtes Mädchen in den Hüttenvierteln auftaucht und er bei seiner Jagd nach einem neuen Spion sich mit den anderen Magiern in die Quere zu geraten droht. Für jemanden, der dank Sachaka und seines finsteren Geheimnisses einen latenten Kontrollzwang entwickelt hat, eine absolute Katastrophe, wenn auch die Ereignisse in der Mitte von „The Novice“ diese gewaltig übertreffen. Mir war es sehr wichtig, Akkarins Auftritte in „The Magicians’ Guild“ und „The Novice“ in meine Story einzubetten, weil diese Schlüsselszenen eine Brücke zwischen den Büchern und seiner eigenen Story schlagen.

Indem ich jene Szenen aus dem Englischen übersetzt und die Dialoge an die Sprechweise der Charaktere in meinen Geschichten angepasst habe (bei mir drücken sich die Magier allesamt ein wenig gewählter als in den Büchern aus) und Akkarins Gedankengänge eingefügt habe, war schon ein erster Schritt getan, die Nacherzählung zu vermeiden. Der Trick bei dieser Sache besteht allerdings darin, die Szenen anders einzuleiten und an einer Stelle enden zu lassen, die für Akkarin und nicht für den Erzählcharakter aus dem Original relevant ist, und diese dann in den Kontext von Akkarins Storyline zu bringen. Nachdem ich das ein paarmal gemacht und das Ergebnis gelesen hatte, war ich überrascht, dass dabei eine völlig neue Szene herauskam.

Für den Teil, der parallel zu „The High Lord“ läuft, wird dem jedoch einiges an Planung und Überlegungen vorausgehen. Zudem werde ich darauf achten müssen, dass die Story nicht in eine Romanze abdriftet, zumal Akkarin zu diesem Zeitpunkt schon so lange alleine ist, dass er nicht nur Schwierigkeiten haben wird, seine Gefühle zu akzeptieren, sondern diese auch noch sehr heftig ausfallen dürften.

Das Schreiben aus Akkarins Perspektive war für mich eine überaus faszinierende und spannende Erfahrung. In diesen 31 Tagen habe ich meinen Lieblingscharakter noch besser kennengelernt und verstanden, wie als ich im Jahr zuvor „Unter tausend schwarzen Sonnen“ geschrieben habe. Akkarin ist kein Fangirl-Objekt. Er ist düster, ein ziemlicher Misanthrop, hadert mit seinen dunklen Seiten und leidet unter Schuldgefühlen, weil er die Menschen verletzen muss, die er liebt. Er hadert damit, Takan zu seiner Quelle zu machen und ihm das zu geben, was dieser sich für ihr Miteinander wünscht. Er hat Schwierigkeiten, seine Freundschaft zu Lorlen wiederaufleben zu lassen, nachdem fünf Jahre Sachaka eine riesige Kluft zwischen ihnen aufgerissen haben. Irgendwie gelingt es ihm dennoch, und Lorlen bildet fortan für ihn eine Verbindung zur Gilde und zur Normalität, während Akkarin den Rest der Zeit mit seinem geheimen Doppelleben beschäftigt ist. Diese Verbindung bröckelt, als Lorlen sich von ihm zurückzieht und der Blutring offenbart schließlich Dinge, die Akkarin über seinen besten Freund niemals wissen wollte.

Auch sein Verhältnis zu Sonea hat mich überrascht. Zuerst war sie nur das Mädchen, das seine Jagd gestört hat, dann stellt sich sein Leben völlig auf dem Kopf, als er herausfindet, dass sie sein Geheimnis kennt. Dadurch, dass sie fortan bei ihm wohnen muss, fühlt er sich wie ein Eindringling in seinem eigenen Haus. Wo er sonst immer so redegewandt ist, scheitert er an ihrem Trotz, obwohl sie eine hervorragende Diskussionspartnerin sein könnte. Es fällt ihm schwer, sich mit ihrer Anwesenheit in seinen Räumlichkeiten zu arrangieren und zu akzeptieren, dass sie wirklich seine Novizin ist.

„Darker Than Black“ ist der zweite Teil einer Trilogie, für die ich noch keinen offiziellen Namen habe. Mein flapsiger Arbeitstitel „50 Shades of Akkarin“ hat weniger mit der Twilight-Fanfiction zu tun, als damit, dass angefangen mit „Unter tausend schwarzen Sonnen“ so unglaublich viele Facetten dieses wunderbaren Charakters hervorgeholt werden, von denen einige zum Niederknien sind, während andere die tiefen Abgründe seiner Seele offenbaren. In jedem Fall ist Akkarin in dieser Trilogie ein Charakter, der mich beim Schreiben immer wieder aufs Neue überraschen kann. Durch ihn erhalten meine Lieblingsszenen in den Büchern zudem eine völlig neue Bedeutung.

Was das Camp sonst für mich bereitgehalten hat

Irgendwie war dieser NaNoWriMo nicht für Akkarin ein Kampf gegen die eigenen Dämonen, sondern auch für mich. Es ging darum zu schreiben, auch wenn es einem dreckig geht und damit Abstand von den Dingen zu gewinnen, die man nicht ändern kann. Und es ging darum, mich wieder auf das Gefühl zu besinnen, etwas wirklich nur für mich zu schreiben. Nach zwei Jahren auf Fanfiction.de hatte ich dieses Gefühl ein Stück weit verloren.

Meine Hoffnung, die 31 Tage ohne persönliche Dramen zu überstehen, wurde gleich am zweiten Wochenende zunichtegemacht. Wie es mir trotzdem gelungen ist, die mehr als 160k Wörter zusammenzukriegen, weiß ich nicht. Das Hinarbeiten auf ein Wortziel, das tägliche Aktualisieren des Wordcounts und das Schreiben mit anderen in einer Gruppe hatten daran vermutlich ebenso viel Anteil wie meine Sturheit, das durchzuziehen, obwohl es Tage gab, an denen mich lieber in irgendeinem finsteren Loch verkrochen hätte.

Stats Darker Than Black

„Darker Than Black“ zu schreiben war in gewisser Weise auch eine Therapie, um mit den Dingen, die mir seit einer Weile vermehrt das Leben schwermachen, zurechtzukommen. Es war eine Flucht und eine Verarbeitung. Indem ich über den post-Sachaka Akkarin geschrieben habe, habe ich etwas kompensiert, was ich bei dem Menschen, der mir am meisten auf dieser Welt bedeutet, nicht heilen kann.

In meinem Schreibzimmer konnte ich in dieser Zeit überhaupt nicht schreiben. Ich habe es an einem oder zwei Abenden mit schlechtem Wetter versucht, doch irgendwie verbinde ich mit diesem Ort momentan zu viel emotionalem Stress. Stattdessen habe ich die Wochenenden und die langen warmen Abende auf meinem Balkon verbracht und mich bei schlechterem Wetter auf der Couch gelümmelt. Auch meine Kamelot-Playlist konnte ich nicht so exzessiv hören, wie ich mir das gewünscht hatte, weil sie mir „zu fröhlich“ war. Selbst das neue Album, das ich als Soundtrack für „Darker Than Black“ auserkoren hatte, war für meine Gemütsstimmung zu fröhlich. Die Alternativen, Dream Theater und Insomnium haben dagegen umso besser funktioniert.

Auch wenn ich in meiner Cabin oft durch Abwesenheit geglänzt habe, habe ich dort ein paar wundervolle, neue Bekanntschaften gemacht. Auf diese Weise habe ich einige andere HSP kennengelernt, was für mich eine unglaubliche Erleichterung war. Sich mit Leuten auszutauschen, die die gleiche Veranlagung haben und mit den gleichen Schwierigkeiten sowohl beim Schreiben als auch im realen Leben zu kämpfen haben, tut verdammt gut und hat gemacht, dass ich mich selbst ein Stück weniger neurotisch gefühlt habe.

Fazit

Dieses Camp hat mir nicht nur ein tieferes Verständnis meines Lieblings-Buchcharakters ermöglichst – es hat mich auch härter gemacht. Wie schon im November habe ich mir bewiesen, dass ich auch in Krisenzeiten schreiben kann – ja, sogar schreiben muss, um mit den Dingen, die ich nicht ändern kann, fertig zu werden. Vielleicht kann ich ein Stück davon in die restliche Zeit des Jahres retten. Zu Schreiben ist für mich unheimlich wichtig. Von allen Dingen, an denen mein Herz hängt und bei denen ich zu mir selbst finden kann, ist es aktuell die einzige Konstante in meinem Leben. Es ist wichtig, dass ich mir diese auch dann noch bewahre, wenn alles um mich herum zusammenbricht.

Ich weiß noch nicht, ob „Darker Than Black“ jemals online gehen wird. Das hängt davon ab, ob ich „Unter tausend schwarzen Sonnen“ irgendwann weiter hochlade und ob ich es schaffe, das auch bis zum bitteren Ende durchzuziehen. Und das hängt wiederum davon ab, ob es mir gelingt, mich emotional so weit von der Story und ihrem Protagonisten zu distanzieren, dass Desinteresse und schlechte Kritiken mich nicht mehr so treffen. Und das hängt davon ab, ob ich die nötige Stabilität finde, die meinem Leben momentan fehlt.

* Für eine Veröffentlichung würde der Titel wahrscheinlich „Schwärzer als die Nacht“ lauten, da ich es nicht so mit englischen Titeln habe.

Neue Kurzgeschichte „Die Erfüllung“

Vor ein paar Monaten habe ich mich auf FF.de bei einem Schreibwettbewerb mit dem Motto Bis ans Ende der Welt der Welt angemeldet. Man soll möglichst kreativ eine Kurzgeschichte schreiben, die zum Thema hat, dass jemand für eine andere Person bis ans Ende der Welt gehen würde, was durchaus auch im metaphorischen Sinne aufgefasst werden darf. Ich hatte sofort mehrere Ideen im Kopf, wie sich das im Kontext zu The Black Magician umsetzen ließ. Die meisten davon erschienen mir jedoch zu profan, wie zum Beispiel Soneas berühmtes Zitat aus The High Lord: „I told you, I won’t leave you. If we die, we die together.“, dem ich mich in meiner Fortsetzung bereits ausgiebig annehme.

Und dann fiel ein wundervolles Plotbunny vom Himmel: Ich schreibe eine Kurzgeschichte über Akkarin und Takan.

Wir alle wissen, dass Takan nach seiner Befreiung Akkarin nach Kyralia folgt und darauf besteht, von diesem wie ein Sklave behandelt zu werden. Aber wie genau kam es dazu? Akkarin wird ganz sicher nicht freudig zugestimmt haben, weil er Sklaverei als barbarisch empfindet und strikt ablehnt. Tja, und dann fing ich noch im Januar an zu schreiben. Der Beitrag war sehr schnell fertig, aber ich habe ihn zwischendurch immer wochenlang ruhen lassen und korrigiert, weil ich diese Pausen brauche, um einigermaßen objektiv an einen Text heranzugehen.

Heute ist der letzte Tag vor Ende der Deadline und ich habe den Beitrag auf FF.de hochgeladen. Der Titel lautet „Die Erfüllung“ und ist von The Magicians’s Apprentice inspiriert, wo es heißt, dass ein Sklave danach bestrebt ist, seinem Meister möglichst gut zu dienen, und darin seine Erfüllung finden soll. Das ist natürlich ganz klar eine Verklärung der Realtität, weil es einen Idealfall beschreibt, der wohl in den seltensten Fällen erreicht wird, wenn man bedenkt, wie die Sachakaner ihre Sklaven behandeln. Ich denke jedoch, dass es in Takans Fall tatsächlich zutrifft.

Ob ich bei dem Wettbewerb gut abschneide, sei mal dahingestellt. Ich habe mich angemeldet, um mich zwischen anderen Schreibern einzuschätzen und habe überhaupt keine Ahnung, wie meine Interpretation des Wettbewerbs-Mottos ankommt. Mir hat es Freude gemacht, diese Kurzgeschichte zu schreiben, weil ich selbst gerne mehr über die beiden erfahren hätte. Bei Schreiben habe ich mich streng an Akkarins Geschichte in Kapitel 7, The High Lord gehalten und nur einige kleine Details eingefügt. So hat der Ichani in der Mine einen Namen und wer meine Fanfiction kennt, weiß dass die Sklavin, die Akkarin geliebt hat, auch dort Isara heißt. Und weil Takan kein sachakanischer Name ist, heißt er fast die gesamte Geschichte über Takana, bis Akkarin seinen Namen kyralisiert.

Nachlesen könnt ihr den Beitrag übrigens wie immer auf Fanfiktion.de und zwar hier .