Schlagwort: Humor

Jahrestags-Edition: Jahrestag trotz Fremdfangirlen – geht das? #Humor #Fangirlprobleme

Der 11. August ist der Tag, an dem ich, für nicht-fangirlende Menschen vermutlich nicht nachvollziehbar, den Jahrestag mit meinem Lieblingscharakter aus Black Magician feiere, dem mein Fangirlherz seit jenem Tag im Sommer 2009 gehört. Für gewöhnlich kleide ich mich ihm zu Ehren an diesem Tag komplett schwarz (etwas, was ich als hitzeempfindlicher Mensch in dieser Jahreszeit eigentlich vermeide), höre Musik aus jenem Sommer und lese abends Szenen aus „The High Lord“ und trinke dabei ein Glas Anurischen Dunkelwein – pardon, den Wein, den ich als Äquivalent dazu betrachte.

Es mag seltsam klingen, doch für mich ist dieser Tag sehr wichtig. Die Black Magician Trilogy und ganz besonders Akkarin haben damals vor acht Jahren etwas in mir verändert. Ich nenne es immer gerne und ein wenig flapsig meine post-pubertäre Fangirlphase, hatte ich diese Eigenheit mit fünfzehn Jahren doch abgelegt, weil ich ja „erwachsen“ war. Die Wahrheit ist, dass mir in den zwölf Jahren, die verstreichen sollten, bis es mich wieder erwischt, etwas gefehlt hat. Und seit jenem Tag fangirle ich dauerhaft und fühle mich dadurch sehr viel lebendiger.

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Ein Geständnis an meine Leser …

Imardin, 1. April 2017

Ihr lieben Leser meiner Geschichten,

Nach mehr als drei Monaten emotionalem Chaos in meinem Fangirlherzen und den sieben Stadien der Verleugnung* muss ich mich den Tatsachen stellen und euch ein Geständnis machen. Denn das absolut Undenkbare, der für mich persönliche Super-GAU, ist passiert: Ich habe mich in einen anderen Romanhelden verliebt. Sein Name ist Gavin, er ist ein Arschloch** und wir sind eigentlich überhaupt nicht kompatibel. Aber wie heißt es doch so schön? Wo die Liebe hinfällt.

Ich weiß, ihr alle kennt mich als das schlimmste Akkarin-Fangirl unter dem Antlitz Orholams Gottes. Seit mehr als sieben Jahren schreibe ich nur seinetwegen Fanfiction, aber auch die schönste Zeit geht einmal zu Ende. Gavin ist einfach so viel toller. Sein Geheimnisse sind sehr viel dunkler, als Akkarins Geheimnisse es jemals sein könnten. Wo Gavin hinkommt, wirkt er wie eine Naturgewalt. Wo Akkarin hager ist, ist Gavin gut ausgestattet. In einem magischen Duell würde er Akkarin selbst im Dunkeln besiegen. Wo Akkarin dem König untersteht, ist Gavin der mächtigste Mann der Seven Satrapies und nichts und niemand kann ihn aufhalten. Wo Akkarin nur ein Sterblicher ist, ist Gavin auf dem besten Weg ein Gott zu werden. Und sorry, aber da kann auch der ehrfurchtgebietende Hohe Lord der Magiergilde nicht mehr mithalten. Ich weiß, dass mich das zu einem ziemlich üblen Fangirl-Flittchen macht, aber Light cannot be chained. Ein Fangirl sollte seinem Herzen folgen.

Aber was bedeutet das für euch?

Das bedeutet, so leid es mir tut, dass ich ab sofort nur noch Lightbringer-Fanfiction schreiben werde. Ich weiß, dass eigentlich noch zwei Teile von „Das Erbe der schwarzen Magier“ zu schreiben wären, aber dazu wird mir in Zukunft die Zeit fehlen, weil ich mich meinem geliebten Mr. Badass mit meinem ganzen Herzen widmen will <3 Und um meine Sache gut zu machen und meinem Helden gerecht zu werden, muss ich mich zunächst gründlich in das Fandom einarbeiten.

Nichtsdestotrotz werde ich die Schwarze-Sonnen-Trilogie um Akkarin wie geplant zu Ende hochladen. Und auch „Die Königsmorderin“ wird noch fertig überarbeitet und im Anschluss an Yukai veröffentlicht. Für ca. 3 Jahre werdet ihr also noch Lesestoff haben 😉

Es tut mir wirklich wahnsinnig leid für alle, die auf zwei weitere Bände gehofft haben. Aber seht es einmal so: Ich werde weiterhin das schreiben, wofür ich brenne.

* Die Sieben Stadien der Verleugnung, damit ihr wisst, was ich seit Weihnachten durchlitten habe:

  1. Infizierung/Versuchung: Beim Lesen des Namens führt das innere Fangirl einen wilden Tanz auf.
  2. Intervention: Gründe finden, warum man diesen Charakter nicht lieben soll.
  3. Kapitulation: Quietschen.
  4. Hilfe suchen: Sich bei einer Freundin ausheulen.
  5. Regression: Verzweifelt fangirlen, was man davor gefangirlt hat (und feststellen, dass es einen nicht mehr anfixt).
  6. Erkenntnis: Merken, dass das neue Fangirl-Objekt so viel toller ist.
  7. Akzeptanz: Im siebten Fangirlhimmel schweben <3 <3 <3

Punkt 4 hat übrigens bewirkt, dass jene Freundin Gavin jetzt auch fangirlt und wir darüber unseren eigenen, wahrhaft epischen Prisms War gestartet haben.

** sagt jeder über ihn, sogar er selbst.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen tollen 1. April. Ich werde jetzt den CampNaNoWriMo begehen und zwischendurch in einer Pause meinen Mr. Badass fangirlen <3

Eure Lady Sonea

PS: Der richtige Artikel, sprich der Monatsrückblick März, kommt dann morgen 😉

Soneas Sumikränzchen (Jahrestags-Special): Die Freuden und Leiden eines Akkarin-Fangirls

Soneas Sumikränzchen (Jahrestags-Special): Die Freuden und Leiden eines Akkarin-Fangirls

Weil auch Fangirls Jahrestage haben können und weil diese wichtig sind

Warnung: Dieser Artikel erhält nicht unerhebliche Spuren von Fangirlismus und Selbstironie.

Eigentlich wollte ich euch bei diesem Sumikränzchen erzählen, warum ich so von Akkarin besessen bin, warum er für mich das Ideal von einem Mann ist, warum er meine längste fiktive Beziehung ist und warum Kirk, Spock, Han Solo, Horst Schimanski und wie all die Verflossenen aus meiner pubertären Fangirlphase heißen, ihm nicht das Wasser reichen können.

Aber seien wir ehrlich: Muss ich dazu überhaupt etwas sagen?

Er ist Akkarin.

Punkt.

Also erzähle ich euch lieber von den Freuden und Leiden, die es mit sich bringt, das gefühlt schlimmste Akkarin-Fangirl unter dem Antlitz Gottes zu sein. Und warum ich es deswegen manchmal nicht mehr mir selbst aushalte.

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Soneas Sumikränzchen: Die absurdesten Search Terms

Soneas Sumikränzchen: Die absurdesten Search Terms

Heute gibt es mit etwas Verspätung, weil Fußball und so, mal ein etwas anderes Sumikränzchen. Denn dieses Mal es geht nicht um mich und meine Geschichten, sondern um die Absurditäten, über die ich als Betreiberin dieses Blogs so stolpere.

In den mehr als zwei Jahren, die es meinen Blog nun gibt, ist es mir gelungen, mir mit diesem meine Autorenmarke zu etablieren. Wo ich am Anfang noch unsicher war, ob das Konzept etwas taugt, erfreuen meine Artikel inzwischen gleichsam Leser und andere Autoren. Und das ist ziemlich toll, weil es zeigt, dass mein Konzept aufgegangen ist.

In dieser Zeit sind mir allerdings auch einige überaus absurde Dinge untergekommen.

Für alle, die es nicht kennen: WordPress bietet (wie vermutlich andere Bloganbieter auch, aber so genau habe ich das nie in Erfahrung gebracht) eine Statistik an, in der man sieht, welche Artikel angeklickt wurden, woher die Besucher kommen, von welchen Seiten, auf denen der Blog verlinkt ist, sie hergefunden haben und welche externen Links sie angeklickt haben (also z.B. die Links zu meinen Geschichten auf FF.de) – ihr merkt schon: Ich sehe alles.

Diese wunderbare Statistik zeigt allerdings noch etwas anderes:

Was man bei Google eingibt, um zu meinem Blog zu gelangen.

Und da sind Sachen dabei, wo mir echt die Augen aus dem Kopf gefallen sind und ich nur noch sprachlos vor dem Bildschirm saß.

Neugierig, wie ich bin, klicke ich nicht nur unbekannte Links an, über die Besucher auf meinen Blog gelangen, sondern gebe die Search Terms selbst bei Google ein und schaue, was dabei so rauskommt. Manchmal muss ich mich bis zu den letzten Seiten der Suchergebnisse durchklicken, bevor ich meinen Blog finde. Also haben einige Menschen ziemlich Ausdauer.

Heute habe ich mir die Zeit genommen und bin meine Statistik der letzten zwei Jahre durchgegangen und habe geschaut, was da an Absurditäten zusammenkommt. Einiges, was ich zutage gefördert hatte, hatte ich inzwischen wieder vergessen (oder auch verdrängt).

An den absurdesten Resultaten möchte ich euch heute teilhaben lassen. Und ich sage gleich vorweg: Ganz ohne Sarkasmus ging es an manchen Stellen nicht.

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Das Halloween-Badfic-Special „Von bösen Königen und altersschwachen Limeks“

Für alle Fans meiner neusten online zu lesenden Schandttat Die zwei Könige.

Da ich jedes Jahr sehnsüchtig auf das Halloween-Special der Simpsons warte, dachte ich, ich mache dieses Jahr mein eigenes Treehouse of Horror oder vielmehr meine eigene Guildhouse of Horror, indem ich euch mit einer kleinen, aber feinen Badfic namens Von bösen Königen und altersschwachen Limeks unterhalte, in der ich ein riesengroßes Loch in das Niveau des guten Geschmacks reiße und konsequent IC-ness, Logik, Stilmittel und sämtliche anderen Qualitätsmerkmale einer guten Geschichte in die bodenlose Schwärze darunter werfe.

Oder anders gesagt:

Manchmal ist es richtig befreiend, den größten Trash zu schreiben, der einem in den Sinn kommt, und das Auge* unter den damit verbundenen stilistischen Grausamkeiten für immer erblinden zu lassen.

GuildhouseOfHorror

Tatsächlich ist die ursprüngliche Idee zu dieser Badfic nicht auf meinen Mist gewachsen. Alles begann kurz nach dem Release von Die zwei Könige mit einigen Leserreviews. Eines Tages schrieb eine andere Leserin mir in einer Mail, dass gerade inspiriert von diesen Reviews eine richtig schlechte Badfic in ihrem Kopf ablaufen würde, und erläuterte mir die Details. Und dann war es um mich geschehen und ich konnte nicht mehr anders, als diese absolut durchgeknallte Idee unterbrochen von Lachkrämpfen aufzuschreiben.

Wenn meine Phantasie erst einmal entfesselt ist, ist sie nicht mehr zu bremsen. Also baute ich weitere absurde Ideen ein und zog mein ganzes Register von seelischen Grausamkeiten, die mich beim Stolpern in einige wirklich miese Geschichten zutiefst verstört haben oder mich einfach nur in großes Gelächter ausbrechen ließen. Kylars Ratgeber Wie schreibe ich eine schlechte Fanfiction spielte dabei ebenfalls eine nicht unwesentliche Rolle. Denn wenn ich schon eine Badfic schreibe und meine eigene Story parodiere, dann will ich es auch richtig machen. Und dazu gehören jede Menge Anti-Stilmittel.

Im Zuge dieser Idee habe ich mir dann gestern noch auf den letzten Drücker einen Account bei Polyvore angelegt, weil Sonea schließlich noch ein schickes Outfit brauchte. Ja, ihr habt richtig gelesen. Ein Outfit. Von Polyvore. Polyvore erfreut sich auf Fanfiktion.de momentan großer Beliebtheit, irgendwie ist es wohl der letzte Schrei, sich dort Outfits für die Charaktere zusammenzustellen und dann stolz den Link zu posten („Und dieses Kleid trägt meine Prota bei ihrem Date. Ich finde das sieht ja sooo cool aus!!!!“ xD <3<3<3) anstatt das Kleid einfach zu beschreiben.

Also saß ich gestern Morgen um 4:30 Uhr, obwohl ich eigentlich schreiben wollte, an meinem Laptop und verschwendete meine Zeit mit etwas, für das ich definitiv zu nerd bin. Irgendwie gelang es mir schließlich, etwas Grauenhaftes zusammenzustellen, das garantiert keiner Mode innerhalb der Verbündeten Länder noch in Sachaka entspricht (und wehe, ihr schreibt mir keine Quietsche-Reviews, wie toll Sonea doch in diesem Outfit aussehen würde! :P). Fünf Minuten später hatte ich schon einen Like und eine Stunde später den ersten Follower. Yay! Genau das habe ich immer gewollt. Und jetzt werde ich für all meine Charaktere Polyvore-Outfits zusammenstellen, damit ihr eine bessere Vorstellung davon bekommt, wie sie so rumlaufen.

Die Alternative zu Polyvore wäre übrigens gewesen, dass Sonea bei ihrer Hochzeit nackt ist. Aber angesichts der Dothraki-Anspielung wäre das ja viel zu konsistent gewesen.

Ich habe die Story übrigens nur ein einziges Mal Korrektur gelesen. Denn andernfalls wäre sie am Ende noch logisch geworden. Oder gut. Und das darf bei einer Badfic natürlich nicht sein. Dummerweise war das während meiner Mittagspause im Büro und meine Kollegen dachten wieder einmal, ich hätte eine Schraube locker (womit sie vermutlich recht haben).

Für alle, die sich fragen, was die Pairings-Angaben in der Kurzbeschreibung sollen. Ich wollte es nicht so offensichtlich machen. Anderfalls hätte ich nämlich Sarika, Reya, Trassyara und Ivakkarin geschrieben. Also liebt mich, hasst mich, gruselt euch ob den Abgründen, die sich vor euch beim Lesen auftun, schreibt mir Quietsche-Reviews oder Flames, quengelt, dass ich schnell weiterschreiben soll, obwohl die Story zu Ende ist, erklärt mir eure unsterbliche Liebe – es ist mir egal. Solange ihr so viel Spaß beim Lesen habt, wie ich ihn hatte, als ich die Geschichte geschrieben habe.

An dieser Stelle meinen unsterblichen Dank an Vin Venture und Jigarim für eure tollen Ideen und an Kylar für ihre Anleitung zum Schreiben einer schlechten Fanfiction. Denn es ist wirklich schwer, eine schlechte Geschichte zu schreiben.

In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen und Happy Halloween!

* Wir erinnern uns an die Einleitung des ersten Kapitels von The High Lord.

Klischees im Black Magician Universum (6)

Nr. 6 Der Intrigant, der sich selbst zum Narren macht

Er ist schön, er ist attraktiv, er ist gebildet, er hat güldenes Haar, über das er sich mit Vorliebe streicht, er kommt aus einem reichen und einflussreichen Hause – er ist …

Nein, er ist nicht der Kingslayer, denn dieser hat Klasse. Und lebt in Westeros.

Er ist Fergun.

In der Gilde ist nur unter Seinesgleichen beliebt. Kleine Schleimer und Intriganten, die wie er zu verhindern suchen, dass sich die überall in den Verbündeten Ländern und jenseits davon anerkannte Gilde dem Pöbel öffnet. Jeder Magier, der ein wenig Hirn besitzt, hält nicht viel von Fergun. Und das zu recht.

Der Hohe Lord hat keine allzu hohe Meinung von ihm:

„So what did you tell him?“

„That uncle Fergun had done a bad, bad thing, but not to worry, as the nice men at the Fort would make sure, he was well looked after for all the years he stayed there.“

„I mean what did you tell Nefin?“

„Precisely the same. Well, not in exactly the same words, of course. Not only do they give me the satisfaction of refusing, but I’ve had no marriage proposals from House Maron since Fergun departed. That is an even better reason to keep the man tucked away in the Fort.“

Konversation zwischen Akkarin und Lorlen, Kapitel 4, The Novice

Bei Jerrik ist er unten durch, nachdem er diesem offenbart hat, dass er mit Vorliebe elynische Trivialliteratur liest.

Sogar die Ichani halten nicht besonders viel von seinen magischen Fähigkeiten:

„But he’s weak. I can’t believe they bothered to teach him. He probably can’t even boil water.“

Avala, Kapitel 28, The High Lord

Offengestanden: Ein wenig bedauere ich, dass Avala ihn getötet hat. Auch wenn ich jedes Mal, wenn ein ungeliebter Charakter stirbt, dabei insgeheim eine tiefe Befriedigung verspüre. Als ich diesen Artikel geschrieben habe, kam mir die glorreiche Idee, eine Badfic zu schreiben: Avala setzt sich über Kariko hinweg und behält Fergun und macht ihn zu ihrem Lustsklaven. Tatsächlich wollte ich schon immer eine Geschichte aus der Perspektive einer dominanten Frau schreiben. Die bloße Vorstellung, wie Fergun vor der heißen und begehrenswerten Ichani-Magierin im Staub kriecht und sich wie ein unwürdiger Wurm zu ihren Füßen windet, beinhaltet ein unglaubliches Amüsement, auf das ich nur schwerlich verzichten kann, jetzt wo es sich in meinem sadistischen Fangirl-Hirn erst manifestiert hat.*

Fergun gibt wirklich sein Bestes, um als intriganter Bösewicht anerkannt zu werden, doch es will ihm einfach nicht gelingen. Er schwingt große Reden im Abendsaal, mit denen er seinen Standpunkt zum Thema Abschaum und Hüttenviertel nur allzu deutlich macht. Wirklich begeistern kann er damit jedoch nur seine Anhänger. Er hält sich für überaus gerissen, weil er Cery unter der Universität einsperrt und Sonea, die von all den Magiern völlig eingeschüchtert ist, mit ihm erpresst, um seine kleine schmutzige Intrige durchzusetzen. Doch er hat die Rechnung ohne den Hohen Lord gemacht, welcher mit Vorliebe durch die finsteren Geheimgänge streift, weil er dort seine Ruhe vor den anderen Magiern hat. Und ohne seinen früheren Widersacher Dannyl natürlich. Das hat man davon, wenn man andere mobbt.

Feige ist Fergun nämlich auch. Und homophob, wobei man das vermutlich über den Großteil des kyralischen Adels sagen könnte, der sich im Gegensatz zu seinem Nachbarn im Norden aufklärungstechnisch noch im tiefsten Mittelalter befindet. Ferguns Feigheit ist seine herausragendste Charaktereigenschaft. Nur feige Menschen mobben und piesacken andere, vergreifen sich an schwächeren und verstecken sich vor den bösen Feinden, anstatt heldenhaft unterzugehen. Dass Fergun eigentlich Schwertkämpfer werden wollte und frustriert ist, weil seine Eltern ihn stattdessen zur Gilde geschickt haben – und das, obwohl sein magisches Potential so gering ist, dass er mit Mühe und Not Wasser kochen kann – ist für mich keine Entschuldigung für sein Verhalten. Andere Magier wurden weitaus mehr vom Schicksal gebeutelt und wurden dennoch nicht zum Charakterschwein. Selbst jene, die von Fergun persönlich gebeutelt wurden.

Auch hier habe ich wieder einmal nicht die geringste Ahnung, ob Canavan versucht hat, einen Bösewicht zu parodieren oder ob sie einen echten Bösewicht schaffen wollte und ihr das einfach nur misslungen ist. Für mich ist Fergun vor allem Ersteres. Ein Bösewicht, der unfreiwillig komisch ist.

* Ich streite noch mit mir selbst bezüglich des Ratings und wie viel Handlung ich der Story zugestehen soll, da eine Badfic meiner Meinung nach keine nennenswerte Handlung haben sollte. Aber wie soll ich ohne bloß leben?

Klischees im Black Magician Universum (5)

Hach, der hier lag schon etwas länger bei mir rum. Vor gestern Abend konnte ich ihn aber nicht bringen.

Viel Spaß damit!

Nr. 5 Der Anführer, der nichts zu sagen hat (FF)

Sonea unterdrückte ein Kichern. „Nein. Und wir wollen doch ganz bestimmt auch nicht, dass Balkans Roben schmutzig werden.“ „Was Luzille wohl dazu sagen würde?“, murmelte Akkarin mehr zu sich selbst. Sonea kicherte erneut. „Sie wäre sicher alles andere als erfreut.“ Kapitel 32, Der Spion

Balkan war der Letzte, der sich seine schwarze Robe überzog und Blutring und Speicherstein erhielt. „So fühlt man sich also als Hoher Lord“, bemerkte er, nachdem er die Robe über seine eigene gezogen hatte. Kapitel 55, Der Spion

Dieses Klischee ist eher ein satirisches. Meine Parodierung von Balkan entstand aus meiner Frustration über das Ende von The High Lord und der Nichtexistenz eines plausiblen Weges, Akkarin so kurz nach seiner Verbannung wieder zum Oberhaupt der Gilde zu machen. Balkan ist ein brillanter Krieger, aber in meinen Augen mangelt es ihm an diplomatischem und politischem Geschick. Für mich ist er eher ein Vertreter der Basta-Politik.

Davon abgesehen ist er alles andere als ehrfurchtgebietend.

Und dann die weißen Roben! Damit hat Canavan mir ohne es zu wissen die perfekte Vorlage für einen Anführer, der von seinen Gefolgsleuten nicht ernstgenommen wird, geliefert. Beim Schreiben dieses Artikels kam mir kurz der Gedanke, dass sie das vielleicht getan hat, weil sie Akkarin insgeheim auch für den einzig wahren Hohen Lord hält. Aber nachdem ich wieder an ihre Einstellung zum Ende der Trilogie und dem, was sie Akkarin in der Fortsetzung posthum antut, erinnert habe (ich verdränge das ja gerne erfolgreich), bezweifle ich das jedoch.

Nichtsdestotrotz habe ich unglaublichen Spaß daran, Balkan in seinen nicht vorhandenen Bart grummeln zu lassen, wenn seine Autorität wieder einmal untergraben wird. Sei es, weil die anderen Magier sich insgeheim über seine weißen Roben lustig machen, weil es Dannyl irritiert, diesen Mann nicht zu fürchten, oder weil Akkarin sich allenthalben über den Willen der höheren Magier hinwegsetzt und seine eigenen Entscheidungen zum Wohl der Gilde trifft.

Um es auf die Spitze zu treiben, hat der arme Balkan nicht nur in der Gilde nichts zu sagen, sondern auch nicht bei seiner Frau (sonst wäre es schließlich nur der halbe Spaß). Obwohl sie keine Magierin ist, hat Luzille in dieser Beziehung im wahrsten Sinne des Wortes die Roben an. Ursprünglich habe ich ihm Luzille nur deswegen zur Seite gestellt, weil ich der Meinung war, dass es noch einen privaten Grund geben muss, warum der „kleine brummige Bovar“ immer so brummig und grimmig ist. Doch daraus wurde schnell ein Gegenpol zur Beziehung von Sonea und Akkarin, die so ziemlich das komplette Gegenteil ist. Unter diesen Gesichtspunkt ist es umso widersinniger, dass Sonea und Luzille Freundinnen werden konnten. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

Der arme Balkan!, werden manche von euch jetzt vielleicht denken. Und ja, wahrscheinlich kann er einem leidtun. Mir tut er jedoch eher wenig leid. Solange er Hoher Lord ist, werde ich ihn piesacken. Und er sollte mir dankbar sein, weil ich ihn nicht lieb genug habe, um ihn ernsthaft zu quälen.

Wäre Canavan nicht auf die Idee gekommen, Balkan zum Hohen Lord zu machen und ihn in weiße (!) Roben zu hüllen, wäre ich wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, ihn derart subtil durch den Kakao zu ziehen. Aber so gehört es wie unter anderem die übertriebene Furcht der Gilde vor allem, was mit schwarzer Magie zu tun hat, zu meinen persönlichen Lieblingsklischees, die meiner nicht immer offensichtlichen Parodierung standhalten müssen.

Und ich denke, wir sind uns alle einig: Es gibt nur einen einzig wahren Hohen Lord.