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Rückblick auf mein 2015 als Fanfiction-Autorin und Ausblick auf 2016

2015 war nun wirklich alles andere als ’mein’ Jahr. Sowohl in Bezug auf mein Doppelleben als Fanfiction-Autorin als auch in Bezug auf mein Privatleben, auf das in an dieser Stelle nicht eingehen werde. Also beschränke ich mich auf meine schriftstellerischen Highlights und Tiefpunkte.

Eigentlich fing es ganz gut an. Ende Januar ging das letzte Kapitel von Soneas Erzählstrang in ’Die zwei Könige’ zu Ende. Die Begeisterung der Leser war riesig, ich hätte nie gedacht, dass dieser Teil, der nur von Sonea und zwei sachakanischen OCs bestritten wird und ziemlich harter Tobak ist, die Leser derart fesseln würde. Zu meinem Entsetzen stellte ich jedoch fest, dass einige Leser angefangen hatten, sich zwischen Sonea und Marika eine Romanze auszumalen, was in meinen ersten kritischen Blogartikel, der Missbrauchsbeziehungen als Thema hatte, endete.

Im April nahm ich am Camp-NaNoWriMo teil, indem ich mit der Überarbeitung von Band 3 meiner Trilogie, ’Das Heiligtum von Yukai’, fortgefahren bin. Dort bin ich ein gutes Stück weitergekommen. Ich habe ca. 300k der Story überarbeitet und dabei auch diverse neue Szenen geschrieben (mehr dazu auch hier).

Mit dem Beginn des zweiten Teils der zwei Könige stieg ich von wöchentlichen Updates auf zweiwöchentlich um und lud in den dazwischenliegenden Wochen die Geschichte über Akkarins Zeit in Sachaka ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ hoch. Leider erwies sich das sehr schnell als Fehler. Die Zeit, die Teil 2 braucht, um ein komplett neues Setting aufzubauen und die Grundsteine für den Rest der Trilogie zu legen, sorgte für reichlich Unmut. Zugleich ging das Interesse an Akkarins Geschichte nach wenigen Kapiteln zurück, bis ich diese nur noch unter Bauchschmerzen hochladen konnte. Dazu kamen einige Kommentare, die für mich wie ein Schlag ins Gesicht waren, was dazu geführt hat, dass ich das Projekt schließlich eingestellt habe (Traurige Entscheidung).

Das Ganze hat mich in eine ausgewachsene Krise gestürzt, die durch meinen gescheiterten Versuch, Anschluss an andere Autoren zu finden, noch schlimmer wurde. Mir war schon länger klar, dass ich mit meiner Schreibe und meinen Ansichten in das Forum von Fanfiktion.de nicht wirklich reinpasse. Also habe ich es in einer anderen Autoren-Community versucht. Das schien zunächst vielversprechend, nach kurzer Zeit hatte ich jedoch das Gefühl, als jemand, der ausschließlich Fanfiction schreibt, dort nicht akzeptiert zu werden. Meine Vorgehensweise beim Schreiben hat dazu geführt, mich noch mehr als Außenseiter zu fühlen.

Denn ich bin nicht nur Fanfiction-Autorin, sondern auch Chaos-Discovery-Writer, wie ich es selbst nenne. Ich schreibe nicht nach Plan, ich kann mit Schreibratgebern nichts anfangen, ich mache keine Rollenspiele oder Interviews mit meinen Charakteren oder schreibe Steckbriefe – ich lerne sie beim Schreiben kennen. Bereisen meine Charaktere ein neues Land, das im Original nur erwähnt, aber nicht ausgearbeitet ist, so entdecke ich dieses und seine Kultur mit ihnen. Ich schreibe nicht chronologisch, sondern das, was mich gerade anfixt. Und ob man es glaubt, oder nicht: Es funktioniert! Auf diese Weise habe ich eine komplette Trilogie geschrieben. Mir kam es jedoch so vor, als würde ich mir damit keine Freunde machen, denn ich fand ums Verrecken keinen Anschluss, was zu der ernüchternden Erkenntnis geführt hat, nirgendwo reinzupassen. Auf meine Bewerbung für das Schreibmagazin erhielt ich nicht einmal eine Absage.*

Damit waren die Selbstzweifel maximal, mein Selbstbewusstsein  am Ende. Ich habe mich wie ein Versager gefühlt, wie ein Nichts. Ich wusste nicht mehr, warum ich überhaupt schreibe – das alles erschien mir mit einem Mal so unendlich sinnlos, weil es ja doch nur scheiße ist. Und ich musste einen Weg finden, damit irgendwie fertigzuwerden, nachdem mein Fels in der Brandung wenige Monate zuvor weggebrochen war.

Ab dem Sommer kam dann allmählich die Wende zum Besseren. Im Juli nahm ich erneut am Camp-NaNoWriMo teil. Dieses Mal mit der Fortsetzung von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’, die unter dem Arbeitstitel ’Darker Than Black’ läuft. Nach dem Desaster mit Ersterem, wollte ich zuerst ein anderes Projekt schreiben, obwohl ich mich seit fast einem Jahr darauf gefreut hatte, Akkarins Geschichten fortzuführen. Am Ende schrieb ich diese Geschichte für mich, auch weil mein Gemütszustand aus privaten Gründen einen erneuten Tiefpunkt erreichte. Ich blendete alles um mich herum aus und schrieb, um mich von dem abzulenken, was ich nicht ändern kann, und an meinem Lieblingscharakter zu heilen, was ich bei dem wichtigsten Menschen in meinem Leben nicht heilen kann. Es war ein überaus therapeutisches Schreibcamp, während dem ich innerlich gewachsen bin und mich von allem gelöst habe, was mir nicht guttut und allmählich wieder die Liebe zum Schreiben und zu meinen Charakteren wiederfand (mehr dazu auch hier).

Zum Ende des Schreibcamps veröffentlichte ich meine erste Satire zu Black Magician Die Meisterin und ihr Wurm – Ein Drama in drei Akten. Es war meine erste Satire überhaupt und deswegen und angesichts ihres sehr BDSM-lastigen Inhalts war ich ein wenig nervös, wie sie bei den Lesern wohl ankommen würde. Mir war klar, dass eine solche Geschichte nicht viele Leser haben würde. Aber so wie ich beim Schreiben und Korrigieren gekichert und damit meine Nachbarn und in der Mittagspause meine Kollegen unterhalten habe (die zum Glück nicht wussten, warum ich kichere – bis auf den, der die Story unter mindestens genauso großem Gekicher testgelesen hat), musste ich sie einfach hochladen. Und das war eine gute Entscheidung, denn das Ding hat immerhin fünf Empfehlungen bekommen. Also anscheinend ist es gut, hin und wieder ein wenig mutig zu sein.

Ende Juli kam ein weiteres Highlight. Ben Lesser hat mich gefragt, ob ich Artikel für sein und Tinka Beeres Schreibmeer-Magazin schreiben möchte, weil eine liebe Freundin mich empfohlen hatte. Ich hatte mächtig Respekt davor, weil das Magazin einen hohen Anspruch hat und ich fürchtete, dem nicht gewachsen zu sein. Zugleich konnte ich nicht glauben, dass ich, die Fanfiction-Autorin, nach meinem gescheiterten ersten Versuch bei einem richtigen Schreibmagazin mitmachen darf. Inzwischen habe ich unter dem Namen Sonea (mein RL-Vorname hätte zu Verwechslung geführt) vier Artikel herausgebracht und habe an einer Weihnachts-Anthologie mitgewirkt. Seit vielen, vielen Jahren wieder eine Geschichte zu schreiben, die keine Fanfiction ist, war eine ziemliche Herausforderung, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht.

Das Schreibmeer ist eines der besten Dinge, die mir in diesem Jahr passiert sind. Ich merke, dass ich, mein Humor und meine Art, Artikel zu schreiben und die Dinge zu sehen, dort bestens aufgehoben sind. Besonders Ben und Tinka gelingt es immer wieder, mir einen miesen Tag zu verschönern, spätestens wenn man in den Chat kommt, steigt die Laune exponentiell.

Von da an ging es bergauf. Ich gewann ein zweites Mal beim Fanfiktion Award, dieses Mal als Autorin und mit meiner Kurzgeschichte über Dannyl und Rothen Die Hoffnung stirbt in Moll. Auch meine Hauptstory lief wieder besser und ich war dankbar, weil so viele Leser noch immer Geduld mit mir und Vertrauen in mich hatten, und sich dieses allmählich auszuzahlen begann. Und dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Ich weiß, das ist nicht immer leicht, wenn man nicht die ganze Story am Stück lesen kann.

Anfang September beendete ich ’Das Heiligtum von Yukai’ so weit, dass ich es nur noch auszudrucken und zu korrigieren brauchte. Direkt im Anschluss begann ich mit Band 1 meiner zweiten Fanfiction-Trilogie ’Das Erbe der schwarzen Magier’ und als ich Mitte September für ein paar Tage in Paris war, wo ich zum x-tem Mal Black Magician las, begann ich ein exzessives Brainstorming sowohl für die gesamte Trilogie als auch für Band 1 im Konkreten.

Nach Paris war ich so motiviert, dass ich beschloss, ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ noch eine Chance zu geben und habe eine Leserumfrage gestartet, mit dem Ergebnis, dsas es ab Oktober mit einem neuen Kapitel jeden Samstag weiterging. Bis jetzt läuft das auch recht gut, obwohl ich zwischendurch wieder Sorge hatte, dass die Tendenz ähnlich wie zum Jahresbeginn ist. Zugleich beschäftigte ich mich intensiver mit meiner zweiten Trilogie und nachdem ich Black Magician ausgelesen hatte, führte ich eine sprachliche Überarbeitung der ersten 21 Kapitel von ’Der Spion’ durch. Und ich versuchte mich erstmals an Drabbles für einen Adventskalender.

In diese Zeit fiel leider auch die Sache mit diesem Hater, die mich dazu veranlasst hat, über meine Verpflichtungen als Autor nachzudenken. Ich bin jetzt noch hingerissen, wie viel Rückhalt ich von Lesern und anderen Autoren bekommen habe.

Das Gefühl, ein Außenseiter zu sein, hat sich inzwischen verflüchtigt. Viel hat dazu auch der offizielle NaNoWriMo im November beigetragen, bei dem sich die Twitter-Followerzahl traditionsgemäß explosionsartig erhöht. Auch fand ich einige liebe Menschen, deren Herangehensweise an Projekte der meinen ähnelt und mit denen ich mich austauschen konnte, was unglaublich gutgetan hat. Überhaupt verging der November in einem einzigen Rausch, in nur 30 Tagen habe ich ganze 240k von Band 1 der zweiten Trilogie geschrieben, womit ich insgesamt 340k habe. Inzwischen hat das Kind auch einen Namen und schimpft sich ’Die Königsmörderin’. Mein aktueller Twittername ist übrigens keine Werbekampagne für diese Fanfiction, die in frühestens zweieinhalb Jahren zu lesen ist, sondern Ausdruck meiner Trauer darüber, dass mein böser heißer König mit dem Mitte Dezember hochgeladenen Kapitel von ’Die zwei Könige’ offiziell sterben musste.

Irgendwo zwischendurch habe ich auch mit meiner Kurzgeschichte über Akkarin und Lorlen Von Strippenziehern und besten Freunden den Bromance-Wettbewerb auf Fanfiktion.de gewonnen und erweiterte Karten für mein Black Magician-Universum gezeichnet, Worldbuilding in Sachaka, Duna und Lonmar durchgeführt und Ansätze einer fiktiven Sprache ’modern Lonmars’ entwickelt.

Den Dezember habe ich damit verbracht, die verbleibenden 14 Kapitel von ’Die zwei Könige’ für meine Testleserin fertigzumachen und habe die sprachliche Überarbeitung von ’Der Spion’ bis Kapitel 37 weitergeführt. Den Rest der Zeit habe ich die zahlreichen Reviews beantwortet, die durch den Adventskalender kamen, der wie eine Bombe bei den Lesern eingeschlagen ist. Ich hätte nie gedacht, dass ich, die zum Schwafeln neigt, Drabbles schreiben könnte und dass die Idee dahinter von den Lesern so gut angenommen wird, nachdem ein ähnlicher Versuch mit meiner Kurzgeschichtensammlung gescheitert ist. Damit haben meine Leser mir 24 Tage am Stück jeden Tag ein kleines Weihnachten beschert.

Kurz nach Weihnachten habe ich schließlich mit den Korrekturen zu ’Das Heiligtum von Yukai’ angefangen. Bis jetzt bin ich überrascht, wie wenig ich in den ersten Kapiteln korrigieren musste, nachdem mich das Schreiben an dieser Geschichte während der vergangenen zweieinhalb Jahre oft in den Wahnsinn getrieben hat. Es macht Freude, die Kapitel zu lesen, mein Schreibstil hat sich anscheinend gefestigt und ich fangirle die Charaktere wie nie.

Wie geht es nun 2016 weiter?

Die ersten Monate werden der Korrektur von ’Das Heiligtum von Yukai’ gewidmet sein. Währenddessen werde ich wahrscheinlich kleinere Zitate daraus auf meiner Facebook-Seite posten. Zwischendurch werde ich an der Königsmörderin weiterschreiben, wenn spontane Ideen kommen. Der Fokus wird jedoch auf der Korrektur von Yukai liegen. Außerdem kommt im Januar noch das ausstehende Märchen von Tavara und Hariko.

Im April werde ich wieder am Camp NaNoWriMo teilnehmen. Entweder mit der Überarbeitung von ’Darker Than Black’ oder falls die Korrektur von ’Yukai’ sehr schnell läuft und ich beides vor April abschließen kann, würde ich an der Königsmörderin weiterschreiben. Andernfalls tue ich dies im Mai und Juni.

Im Juli werde ich Teil 3 meiner Akkarin-Trilogie im Camp schreiben. Allerdings werde ich dafür einiges an Planung vornehmen müssen, weil diese Story parallel zu The High Lord spielt und ich die zahlreichen Akkarin-Szenen im Buch aus seiner Perspektive und in den Kontext seiner eigenen Geschichte bringen muss. Das heißt, ich werde sehr viele Szenen aus dem Buch übersetzen, abtippen und umformulieren und die Lücken mit seiner kompletten Storyline füllen, bis es sich wie ein eigenes Buch über ihn liest. So ähnlich bin ich bei ’Darker Than Black’ vorgegangen, nur dass die ersten beiden Bücher weniger Szenen mit Akkarin haben, was die Arbeit erleichtert hat.

Im September geht ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ und im Anschluss werde ich den zweiten Teil meiner Akkarin-Trilogie ’Darker Than Black’ hochladen. Außerdem endet im Juni ’Die zwei Könige’, das heißt Ende Juni / Anfang Juli geht es mit Band 3 ’Das Heiligtum von Yukai’ weiter.

Den Rest der Zeit, auch den offiziellen NaNoWriMo werde ich mit dem Schreiben an ’Die Königsmörderin’ verbringen. Auch das wird noch viel Arbeit. Nachdem sich das Gerüst so runtergeschrieben hat, brauche ich nun konkrete Ideen für die Nebenhandlungen, ohne die komplette Geschichte nicht existieren kann. Und darin liegt die eigentliche Herausforderung.

Zwischendurch werde ich voraussichtlich weitere Karten zeichnen, mein Sachakanisch-Dictionary erweitern und die ausstehenden Kapitel vom Spion sprachlich überarbeiten. Außerdem werde ich im Herbst an einem neuen Drabble-Adventskalender arbeiten – zu welchem Thema weiß ich jedoch noch nicht. Ganz vielleicht auch, werde ich meine Kurzgeschichtensammlung Die Gilde der ungelüfteten Geheimnisse wieder aufnehmen.

Fazit

Ein in weiten Teilen sehr mieses Jahr liegt hinter mir. Ich habe euch nur an meinen schrifstellerischen Tiefpunkten teilhaben lassen, weil der Rest zu privater Natur ist. Dadurch, dass mein Fels in der Brandung zerbrochen ist, musste ich mich allem anderen allein stellen, was besonders um den Sommer herum dazu geführt hat, dass ich selbst fast zerbrochen wäre. Im Nachhinein könnte ich nicht einmal sagen, wie ich dort wieder herausgekommen bin – nur, dass Juli-Camp und meine sture Entschlossenheit, diese eine Geschichte schreiben zu müssen und ihr ganz spezieller Inhalt dazu beigetragen haben. So auch wie Tatsache, dass ich mich von allem befreit habe, was mir nicht guttut und mir Kraft raubt, sofern es in meiner Macht liegt.

Wenn ich etwas Positives über 2015 sagen kann, dann dass ich an den Schwierigkeiten gewachsen bin und sowohl im RL als auch im Netz schließlich einige sehr liebe Menschen getroffen habe, die (wenn auch oft indirekt) dazu beigetragen haben. Trotzdem bin ich froh, dass dieses Jahr nun ein Ende hat und gehe mit dem Gefühl, dass es nur besser werden kann, ins nächste Jahr.

Vorsätze für 2016 mache ich mir keine, weil ich lieber dann etwas ändere, wenn es notwendig ist. Alles andere kommt mir nur wie eine bequeme Ausrede vor, um etwas Unbequemes hinauszuzögern.

Ich danke von Herzen allen, die mich 2015 unterstützt haben – sei es durch Gespräche, Trost, moralische Unterstützung, Herumalbern, Kommentare zu meinen Geschichten oder Blogartikeln, ihrer Geduld mit mir und meinen Autorenneurosen oder einfach dafür, dass ihr mir und/oder meinen Geschichten eine Chance gegeben habt <3

Ich wünsche euch allen einen guten Start in 2016 und wünsche euch viel Erfolg, Motivation und Kreativität! Mögen eure Träume in Erfüllung gehen!

Eure Lady Sonea


*Inzwischen habe ich damit abgeschlossen, weil ich gemerkt habe, dass es einfach nicht meine Welt ist und ich mich mit der dort herrschenden Philosophie nicht identifizieren kann.

Inspiration in der schönsten Stadt der Welt

In der vergangenen Woche habe ich einen Kurztrip nach Paris gemacht. Es waren nur dreieinhalb Tage, aber diese waren in jeder Hinsicht sehr intensiv. Ursprünglich wollte ich dorthin, um meine Lieblingsband Kamelot live zu sehen – ungeachtet der Tatsache, dass sie einen Abend später in Köln gespielt haben. Ich verbinde ihre Musik mit The Black Magician, sie hat mich sehr beim Schreiben von „Unter tausend schwarzen Sonnen“ und „Darker Than Black“ inspiriert, so wie ich Paris mit The Black Magician verbinde. Für mich war das der perfekte Anlass, alle drei miteinander zu kombinieren – mit faszinierenden Resultaten.

Als ich vor sechs Jahren erstmals nach Paris kam, hatte ich The Black Magician gerade ausgelesen. Auf der Fahrt und während meines zweiwöchigen Aufenthalts in der Stadt (ich hatte dort eine Fortbildung von der Uni), las ich die Bücher ein zweites Mal und meine Liebe zu der Trilogie und ihren Figuren verband sich mit meiner Liebe zu dieser für mich schönsten Stadt der Welt. Vor drei Jahren war ich erneut dort, damals schrieb ich gerade am zweiten Teil der „zwei Könige“, und so wurde es nach dem Abschluss meiner ersten Trilogie wieder einmal Zeit.

Auf Reisen bin ich immer unglaublich kreativ. Das Verlassen meiner Wohlfühlzone und das damit verbundene Zurücklassen all meiner Ängste, Sorgen und Verpflichtungen, löst bei mir immer einen wahren Kreativitätsschub aus. In diesem Fall war es das Sammeln von Ideen für meine zweite Fanfiction-Trilogie „Das Erbe der schwarzen Magier“. Schon auf der Fahrt im Thalys musste ich nach einer Stunde mein Buch zur Seite legen und Storylines für die verschiedenen Erzählcharaktere in mein winziges Netbook kloppen. Ich hoffe sehr, dass der Franzose neben mir nicht genug Deutsch konnte, um zu verstehen, was ich da tat. Ganz besonders, als ich meine Gedanken dazu niederschrieb, wie zwei Charaktere von ihren Kindern bei nicht gerade Vanilla-mäßigen Sex erwischt werden und diesen in der nächsten Szene im Sendung-mit-der-Maus-Format erklären müssen, dass sie nur ein ’Erwachsenenspiel’ gespielt haben.

Aber das sind nur die erheiternden Szenen am Rande. Ich weiß nicht einmal, ob das vielleicht nur Bonusmaterial wird. Ich schreibe oft Szenen, die ich hinterher nicht verwende, weil sie nicht in den Kontext passen, aber für sich genommen amüsant sind und mir neue Perspektiven und Einblicke in die Persönlichkeit der Charaktere eröffnen. Für mich gehört das zum Entstehungsprozess einer Geschichte dazu. Hauptsache, die Autorin hat ihren Spaß. Und davon hatte ich jede Menge (und wer weiß, vielleicht auch der Franzose neben mir im Zug).

Es war meine dritte Reise nach Paris, aber jedes Mal entdecke ich Neues und bin so überwältigt, als würde ich zum ersten Mal dorthin kommen. Während ich durch die Straßen, die selbst bei Nacht nicht still sind, wanderte und meine Lieblingsorte, wie Sacre Coeur und den Friedhof Père Lachaise aufsuchte, oder lange Spaziergänge entlang der Seine unternahm (einen davon bei herbstlich-kaltem Regenwetter, Paris ist auch dann wunderschön), habe ich über Lücken in der bisherigen Storyline philosophiert und Dialoge im Kopf durchgespielt. Abends im Hotel habe ich eine Liste mit Szenen erstellt, zu denen ich bereits Ideen habe, und dabei ist einiges zusammengekommen.

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Souvenirs, die allemal besser sind als französische Pralinen oder ein Miniatur-Eifelturm

Zwischendurch habe ich das französische Großstadtflair genossen, in Cafés und Brasserien gesessen, Café au lait und heiße Schokolade getrunken, Crêpes gegessen oder bei einem Glas Bordeaux etwas zu Abend gegessen. Und auch dieses Mal habe ich dabei The Black Magician gelesen. An dem herbstlich-verregneten Mittwoch habe ich mir außerdem in einer Buchhandlung den ersten Band auf Französisch geholt (zusammen mit dem ersten Band von Harry Potter). Obwohl mein Französisch mies ist und ich mich gerade so verständigen konnte, habe ich beim Reinlesen doch recht viel verstanden. Allerdings finde ich die Übersetzungen der Titel ziemlich gewöhnungsbedürftig. So sind Lord und Lady im Französischen seigneur und dame und der Hohe Lord ist le haute seigneur, was in meinen Ohren so überhaupt nicht ehrfurchtgebietend klingt. Aber darum ging es mir beim Kauf der Bücher auch gar nicht. Ich erhoffe mir davon, die Sprache nicht nur für spätere Frankreich-Reisen besser zu lernen, sondern auch generell etwas über den Aufbau einer Sprache anzueignen, da ich das Sachakanisch demnächst weiterzuentwickeln plane und die etwas größenwahnsinnige Idee verfolge, für „Das Heiligtum von Yukai“ ein wenig Duna zu kreieren.

Der krönende Abschluss meines Kurzurlaubs war das Kamelot-Konzert am nächsten Abend. Doch dazu habe ich in meinem Zweitblog einen eigenen Artikel geschrieben.

Hier eine kleine Auflistung von Ideen zu meiner zweiten Trilogie, die euch hoffentlich nicht zu sehr spoilert:

  • Dorrien wird voraussichtlich kein Erzählcharakter
  • Danyara, Cery und Ivasako werden größere Rollen innehaben
  • Sonea gerät in einen Konflikt mit Rothen und hat einen Streit mit Akkarin, der die halbe Gilde spaltet
  • Vianas kleine Schwester Lina (ihr kennt sie vielleicht noch aus dem Spion) bekommt eine größere Rolle
  • Dannyl macht eine harte Zeit durch und stellt so einiges in Frage
  • Rothen begeht in seiner Gutmütigkeit einen folgenschweren Fehler

Wer genau was erlebt und wer wann stirbt, wird an dieser Stelle jedoch nicht verraten. Abgesehen von Kämpfen in den einzelnen Teilen müsst ihr jedoch mit einer Endschlacht rechnen, bei der ich nicht gerade wenige Charaktere (darunter auch Hauptcharaktere) um die Ecke bringe.

Das alles klingt, als hätte ich in der vergangenen Woche viel geschafft, und das stimmt in gewisser Weise auch. Doch bezogen auf den erwarteten Umfang der zweiten Trilogie ist das verschwindend wenig. Ich neige dazu, mir die großen Plotwendungen und spannende und amüsante Szenen zuerst auszudenken. Diese werde ich in den nächsten Wochen und Monaten aufschreiben – und das über alle drei Teile hinweg, bevor die Ideen wieder in Vergessenheit verschwinden. Danach werde ich jedoch versuchen, mich auf den ersten Teil zu konzentrieren und genauer in die Details der Handlung einzusteigen. Allerdings funktioniert meine Arbeitsweise selten so geradlinig. Wenn mir Ideen für eine andere Stelle innerhalb der Trilogie kommen, schreibe ich diese immer sofort auf. Beim Schreiben der „Die Bürde der schwarzen Magier“ bin ich ähnlich vorgegangen. Oft ist jedoch ein Teil schon für sich umfangreich genug, so dass dieses unchronologische Hin und Herspringen sich auf diesen beschränkt.

In jedem Fall hat sich dieser Urlaub für mich gelohnt. Für die eigene Kreativität ist es unheimlich wichtig, hin und wieder die gewohnte Umgebung zu verlassen und neue Eindrücke und Denkanstöße zu sammeln. Die Kombination Paris, Kamelot und Black Magician hat mich dabei zuweilen in eine Art Fangirl-Himmel versetzt. Man könnte jetzt meinen, dass dabei nichts Gutes zustande kommen kann, aber genau dieses Gefühl, was in der letzten Woche zu neuem Leben erweckt wurde, ist die Essenz, die mich beim Schreiben antreibt, und die zwischen beruflichem und privatem Stress oft untergeht. Sie ist das, was mich für diese Bücher und ihre Fanfictions brennen lässt.

Insofern,

Eure ‚dame‘ Sonea.

Der leere Raum zwischen den Trilogien

Vor zwei Wochen habe ich die letzte Szene von „Das Heiligtum von Yukai“ geschrieben, am vergangenen Wochenende habe ich eine Liste mit kleineren ToDos abgearbeitet und gestern Abend habe ich noch zwei Szenen zusammengeführt. Damit ist die Rohfassung des dritten Bandes meiner Trilogie „Die Bürde der schwarzen Magier“ komplett.

Das Ende kam langsam und schleichend. Nicht in einem tagelangen Rausch, als ich den „Spion“ zu Ende schrieb und sofort mit dem zweiten Teil fortfuhr. Und auch nicht so gemächlich wie bei den „zwei Königen“. Dieses Mal zog es sich über Monate. Dies lag einerseits daran, dass ich viele Szenen der letzten Kapitel im NaNoWriMo letzten November und danach geschrieben hatte, aber auch daran, dass diese Kapitel nötig sind, um nach der großen Endschlacht all die vielen offenen Handlungsfäden zu beenden und die Saat für die zweite Trilogie zu legen. Nach drei Bänden mit jeweils ca. 700000 Wörtern braucht es ein angemessenes Ende, wobei ich davon ausgehe, in der Korrektur einiges davon kürzen zu können. Und ich persönlich finde, in den meisten Geschichten von epischer Länge kommt das Ende viel zu abrupt. Spontan fällt mir nur Der Herr der Ringe ein, wo Tolkien seinen Lesern mehrere Kapitel vergönnt, in denen er über die Zeit nach Saurons Sturz berichtet.

Die Ära der Bürde der schwarzen Magier

Als ich vor knapp sechs Jahren im Oktober 2009 mit den ersten Szenen des „Spions“ anfing, hätte ich mir nicht träumen lassen, ein solches Epos zu schreiben. Damals ging es mir nur um ein alternatives Ende und eine Zukunft für Sonea und Akkarin. Die Idee für ihre Entführung durch Marika kam mir in jener Zeit, doch sonst existierte nichts außer Kitsch, Schmalz und Fluff. Zum Glück habe ich das nicht lange ausgehalten und daher nutzte ich das erste Jahr, um eine Hintergrundgeschichte für Band 1 zu entwickeln. Die Ideen für die beiden Fortsetzungsteile kamen mit der Zeit hinzu. Auch hätte ich mir damals nie träumen lassen, eigene Charaktere zu entwerfen. Danyara war mein erster OC, weil sie etwas Besonderes ist. Alle anderen OCs kamen später hinzu und sind mir ebenso ans Herz gewachsen.

In dieser ganzen Zeit habe ich im schriftstellerischen Sinne eine gewaltige Entwicklung durchlebt. Wenn ich mir heute die ersten Szenen des „Spions“ durchlese (ihr könnt einige ausgewählte Szenen in den beiden Bonuskapiteln dieses Bandes auf FF.de lesen) oder noch ältere Geschichten, dann überrasche ich mich selbst. Meine Ausdrucksweise, die Figuren, das Geflecht der Handlungsstränge, die logischen Zusammenhänge und das Worldbuilding auf den blinden Flecken der Welt – dagegen lesen sich meine älteren Geschichten wie die schriftstellerischen Ergüsse eines Grundschülers.

Und das alles, weil ich so sehr für diese Bücher, ihre Charaktere und ihre Welt brenne. Ohne das hätte ich nie diesen Ehrgeiz entwickelt.

Vor zwei Jahren, als ich gerade angefangen hatte, „Yukai“ zu schreiben, fing ich an, den „Spion“ auf Fanfiktion.de zu veröffentlichen. Ich hatte große Angst runtergemacht zu werden und meine Furcht und meine Selbstzweifel haben erst mit Veröffentlichung des zweiten Bandes allmählich nachgelassen. Weil ich dort gemerkt habe, dass ich auch in der Lage bin, etwas „Eigenes“ zu schreiben. Denn die komplette Kultur der Sachakaner und all die sachakanischen OCs kommen dem Worldbuilding für eine eigene Welt schon ziemlich nahe. Mit „Yukai“ habe ich dieses Worldbuilding weitergeführt, indem ich das Land und die Kultur der Lan und der Duna ausgearbeitet habe. Besonders die Duna spielen in jenem dritten Band eine große Rolle und ihr könnt euch auf eine interessante Begegnung mit ihnen freuen.

Alles in allem hätte ich nicht damit gerechnet, dass meine alternative Fortsetzung gemocht wird. Und auch wenn meine Leserschaft klein ist, ist es zugleich auch überwältigend, dass es Menschen gibt, die eine solche Begeisterung für mein Geschreibsel aufbringen können.

Damals vor sechs Jahren hätte ich mir auch niemals erträumt, mit meinen Geschichten einen Award zu gewinnen (oder besser gesagt gleich drei). Natürlich weiß ich, dass es dabei auch um Beliebtheit geht und Qualität nicht immer zählt, aber wenn meine Geschichten bei einem Award mit Fandoms mithalten können, die Geschichten im fünfstelligen Bereich (und dementsprechend mehr Leser) haben, während „Die Gilde der schwarzen Magier“ auf knapp 300 kommt, muss das etwas bedeuten.

Ich kann kaum glauben, dass ich all das nur durch meine Leidenschaft vollbracht habe*

Nach sechs Jahren ein solches Werk zu beenden hinterlässt nichtsdestotrotz ein Gefühl von Leere. So, als wäre ich irgendwo im weiten und leeren Raum zwischen zwei Galaxien gestrandet. Ich vermisse die Charaktere, die in dieser Zeit zu ’meinen’ Charakteren geworden sind, und ich vermisse es, über sie zu schreiben. In all der Zeit sind sie zu so etwas wie treuen Begleitern geworden und haben mit mir selbst die schwersten Zeiten überdauert. Manchmal haben sie gelitten, manchmal ich und manchmal haben wir gemeinsam gelitten. Einige habe ich zwischenzeitlich getötet – auch in „Yukai“ wird wieder einmal gestorben und dieses Mal sogar mehr als in den beiden Vorgängerbänden.

Wie geht es jetzt weiter?

Am liebsten würde ich sofort mit der zweiten Trilogie „Das Erbe der schwarzen Magier“ anfangen, aber momentan ist einiges liegengeblieben, was ich erst erledigen will, um das Projekt mit freiem Kopf anzugehen. Außerdem tut es gut, einmal nicht zu schreiben, auch wenn es schwerfällt und zugleich irgendwie schmerzhaft ist. Ich brauche diese Zeit, um meine Gedanken zu sortieren und um neue Ideen reifen zu lassen und um zur Ruhe zu kommen.

Zunächst einmal kümmere ich mich um einige Artikel für diesen Blog und für meine neue Tätigkeit im Schreibmeer-Magazin. Außerdem habe ich einige kleinere Nebenprojekte, die erledigt oder weitergeführt werden wollen. Meine Märchensammlung soll fortgesetzt werden und für Halloween schwebt mir wieder schaurig-schlechte Badfic vor – und mit Badfic meine ich eine Geschichte, die absichtlich schlecht geschrieben ist, und nicht eine Satire, wie die über Fergun (obwohl Badfics bei mir durchaus auch satirischen Charakter annehmen können). Außerdem plane ich für die Adventszeit eine kleine Überraschung. Allerdings kann ich nicht sagen, wie viel ich davon wirklich umsetzen werde, da ich meine Gesundheit in den letzten Monaten zu sehr vernachlässigt habe und Prioritäten setzen muss.

Ab Oktober beginne ich mit der Planung für „Das Erbe der schwarzen Magier“. Einige kurze Szenen und Ideen existieren schon fast so lange, wie die erste Trilogie alt ist. Jetzt, wo die erste beendet ist, füllt sich mein Kopf nach und nach mit Szenen, Dialogen und Ideen für die verschiedenen Handlungsstränge. Auch denke ich darüber nach, welche Charaktere es wohl wann treffen wird, wobei der Tod eines Canon-Charakters schon seit langem fest eingeplant ist.

Mit der Planung beginnen bedeutet zugleich auch, mit dem Schreiben zu beginnen. Spätestens zum NaNoWriMo im November werde ich richtig in das neue Projekt einsteigen. Ab Dezember werde ich zudem die letzten 13 Kapitel von „Die zwei Könige“ ein vorletztes Mal Korrektur lesen (das letzte Mal findet statt, kurz bevor ein Kapitel hochgeladen wird), anschließend beginnt das große Korrekturlesen von „Yukai“. Und natürlich werde ich in dieser Zeit weiter am „Erbe der schwarzen Magier“ arbeiten.

Der Release des dritten Bandes ist für Sommer 2016 vorgesehen. Einige Wochen vorher werde ich euch eine kleine Leseprobe geben. Ein paar Informationen, worauf ihr euch freuen könnt (oder auch nicht), habe ich hier zusammengestellt.

Mit dem Ende von „Yukai“ geht für mich eine Ära zu Ende. Eine Ära, die im Sommer 2009 mit einem neuen Lebensabschnitt begann, und mit diesem endete. Momentan stehe ich irgendwo zwischen etwas Altem und etwas Neuem, von dem ich noch nicht weiß was es ist, so wie ich zwischen den beiden Trilogien vor mich hindrifte. Meine Ideen zu The Black Magician sind noch lange nicht am Ende, sie werden mich noch viele Jahre begleiten, auch dann noch, wenn ich mit dieser zweiten Trilogie fertig bin. Denn ich habe noch viele Ideen für die Zeit vor den Büchern und für ein ganz spezielles Was-wäre-wenn-Szenario.

Ich weiß, vor mir wartet etwas Neues auf mich, auch wenn ich es noch nicht greifen kann. Ich hoffe, es wird so wunderbar, wie das, was ich mir für meine zweite Trilogie ausmale.

* An dieser Stelle sollte ich Canavan wohl dankbar sein, weil sie Akkarin getötet hat, aber das kann ich nicht. Auch wenn ich ohne seinen Tod das alles niemals geschrieben hätte, so hat sie damit etwas auf immer zerstört.

Worldbuildung & Recherche für Sachaka und Duna

Momentan bin ich wieder einmal sehr im Worldbuilding-Fieber. In Bezug auf meine Fanfiction-Trilogie tobe ich mich bei Sachaka und Duna aus, da nicht unwesentliche Teile der Handlung dort spielen. Sachaka lernt man in The Black Magician nur durch die Ödländer kennen, erfährt jedoch nicht viel über die Kultur. Aus diesem Grund habe ich vor einigen Jahren die Vorgeschichte The Magician’s Apprentice gelesen, die zu einer Zeit spielt, als Sachaka noch nicht in weiten Teilen einer Wüste glich. Immerhin erhält man einen kleinen Einblick in die Kultur. In diesem Buch wird auch das Land im Norden, jenseits der Aschenwüste erwähnt: Duna.

Das, was man in den Büchern über Sachaka erfährt, nehme ich als ziemlich orientalisch angehaucht wahr. Da ich außerdem eine kleine Schwäche für den Orient und insbesondere das orientalische Mittelalter habe, bereitet es mir sehr viel Freude, in diesem Bereich zu recherchieren und die eher blinden Flecken in meinem ’Black Magician’-Universum entsprechend zu gestalten. So habe ich in den vergangenen Jahren diverse Dokumentationen über den Orient wie z.B. über das Osmanische Reich gesehen. Oder auch Spielfilme, die sich vielleicht nicht immer an bekannten Fakten orientieren, aber doch gut eine passende Atmosphäre vermitteln und die Phantasie anregen. Schließlich will ich keinen historischen Roman schreiben.

Auf diese Weise habe ich in den letzten Jahren einiges für ’mein’ Sachaka zusammengetragen. Dies fängt an bei Kleinigkeiten, wie exotischen Tier- und Pflanzenarten, die man in Flora & Fauna finden kann, geht über architektonische Besonderheiten, wie mit Ornamenten verzierte Spitzbogenfenster (man gebe einfach mal „orientalische Fenster“ in der Bildersuche von Google ein) bis zu einer Ausarbeitung der patriarchalischen Denkweise der Sachakaner. Letztere wird zudem – wie die sachakanische Definition von Liebe – in den Märchen aus dem Land des sichelförmigen Mondes romantisch verklärt. Diese Märchen fanden ihre Inspiration übrigens in den Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Der sichelförmige Mond, auch in orientalischen Ländern ein beliebtes Symbol, steht in ’meinem’ Sachaka für höhere Magie und ist eigentlich ein stilisiertes Messer mit gekrümmter Klinge. Allerdings fand dies seine Inspiration in Dannyls und Tayends Besuch in den Gräbern der Weißen Tränen (Band 2, The Novice).

Auch der Palast von Arvice sieht in meiner Phantasie wie ein orientalischer Märchenpalast aus und ist damit der Höhepunkt der romantischen Verklärung. Leser der zwei Könige wissen, warum 😉

Die Duna, von denen man aus der Vorgeschichte nicht viel mehr erfährt, als dass sie existieren, sind in meiner Phantasie ein in der Wüste lebendes Reitervolk. Ihre Lebensweise ist zum Teil von Reitervölkern wie den Mongolen oder aus A Song Of Ice And Fire den Dothraki inspiriert, zum Teil von Wüstenvölkern wie den Beduinen. Einst haben sie die Sonne verehrt, welche in einer so lebensfeindlichen Umgebung wie einer Wüste für sie als große Macht gilt. Dadurch, dass sie sich bis in die Aschenwüste ausgebreitet haben, hat ihre Religion sich jedoch auf eine andere Naturgewalt, die sowohl Leben bringend als auch zerstörerisch sein kann, verlagert: Das Blut der Erde.

Während Sachaka schon lange eine Rolle in meinen Geschichten spielt und ich dementsprechend viel Zeit hatte, dieses Land und seine Kultur auszuarbeiten, ist Duna relativ neu. Als Discovery Writerin begeben ich mich dabei auf gemeinsame Entdeckungsreise mit den Charakteren und während ich schreibe, entsteht dabei eine ganze Welt vor meinen Augen. Am vergangenen Wochenende habe ich mir die BBC-Doku „Wildes Arabien“ besorgt, die ich durch Zufall im Laden gesehen hatte und einfach haben musste. Neben Begeisterung für das Thema und dem Wunsch, über die Völker in jener Region zu lernen, habe ich mir davon natürlich auch Inspiration für ’mein’ Duna erhofft. Statt Effekthascherei (was ich bei Dokus überhaupt nicht mag) gab es viele großartige Bilder und informative Kommentare. Die arabische Halbinsel besteht zu einem großen Teil aus Wüste, doch in dieser existiert mehr Leben, als ich erwartet hätte. Die Tiere haben sich mit der Zeit ihre Umgebung angepasst, so auch wie die dort lebenden Nomaden. Es war interessant, die Lebensweise dieser Menschen kennenzulernen, wie sie sich in der Wüste zurechtfinden – und die phantastischen Geschichten, die sie einander erzählen. Ich war überrascht zu erfahren, dass die Arabische Wüste in der letzten Eiszeit ein blühendes Paradies war und dort frühe Hochkulturen lebten, die durch Erderwärmung und die damit verbundene Desertifikation jener Region ausgestorben sind. In Wandmalereien und den Geschichten der Beduinen leben die Erinnerungen an jene Zeit jedoch weiter. Überreste jener Kultur findet man in den Bergen im Norden, wo die Fassaden mächtiger Gebäude noch immer aus dem Fels ragen – etwas, das mich schon bei Indiana Jones und der letzte Kreuzzug zu dem Tempel von Yukai inspiriert hat.

All das werde ich auf die eine oder andere Weise im dritten Teil meiner Trilogie unterbringen. Über das Wie muss ich mir noch Gedanken machen, da es kein Abklatsch sein soll. In jedem Fall habe ich schon einige Ideen, wie ich die Reise meiner Charaktere durch die Wüste mit Leben füllen werde. Und das eine oder andere gelernte Detail lässt sich auch hervorragend verwenden, um die Geschichte der Duna auszuarbeiten.

Für mich ist diese Recherche wichtig, um realistische Völker zu erschaffen und ich habe Spaß daran, ihre Wesensarten auszuarbeiten. Lustigerweise fällt das mit einem Artikel zusammen, den ich gestern noch im Schreibnacht-Magazin gelesen habe: Recherche? Wieso, ich schreibe Fantasy!

Recherche ist für mich eine Selbstverständlichkeit, was für mich in Bezug auf Fanfictions über die detaillierte Kenntnis des Originals weit hinausreicht, weil ich Worldbuilding betreibe, wenn ich die Charaktere neue Abenteuer erleben lasse und dazu zu Orten schicke, die im Original zwar existieren, aber nur wenig, bis gar nicht ausgearbeitet wurden. Die zentrale Aussage, die ich aus diesem Artikel herausziehe, ist folgende: Auch in fiktiven Welten existieren Dinge, die wir aus unserer Welt kennen. Über diese sollte man sich informieren, um sie logisch und nachvollziehbar umzusetzen. Denn auch Fantasywelten folgen gewissen Naturgesetzen.

NaNo-Camp 2015 Rückblick

NaNo-Camp 2015 Rückblick

Obwohl ich Frühling in Duna noch etwas anderes gesagt habe, war ich in diesem April dann doch beim Camp NaNoWriMo dabei. Da ich die Überarbeitung des ’Heiligtums von Yukai’ nicht unterbrechen wollte, war ich kurz davor, das Camp sausen zu lassen. Dann erfuhr ich jedoch über Twitter, dass man dort auch überarbeiten kann. Nach einer Woche gedanklichen Hin und Hers meldete ich mich schließlich an.

Und dann stand ich vor der unerfreulichen Frage: In welche Cabin gehe ich? Ich hatte mehrere Angebote, darunter meine Cabin vom Juli-Camp und einige Leute, die ich beim offiziellen NaNoWriMo im November kennengelernt habe. Irgendjemandem würde ich zwangsläufig auf die Füße treten, aber am Ende war die Entscheidung ganz einfach: Ich tat, was für mich am angenehmsten war und tat mich mit zwei Leuten vom November zusammen, die auch überarbeiten wollten. Nach einer halben Woche stieß dann noch eine aus meiner alten Cabin dazu.

Eine reine Überarbeitungs-Cabin stellte sich als genau das Richtige heraus. Nur zu viert – oder besser gesagt die meiste Zeit zu dritt, weil eine von uns zu viel Unistress hatte, um dauerhaft dabeizubleiben – war es supergemütlich, wir waren frei von dem Druck durch Word Wars oder dem übrigen Um-die-Wette-schreiben – Überarbeiten verläuft viel ungleichmäßiger als das bloße Runterschreiben von Ideen. Manchmal liest man nur, manchmal beendet man Szenen, schreibt neue oder muss ganze Sequenzen der Handlung umstellen und angleichen. Wir diskutierten Plotprobleme und erzählten uns gegenseitig, an welcher Stelle wir gerade arbeiteten.

Aber wir waren mehr als nur eine Überarbeitungs-Cabin. Wir waren eine sehr sensible Gruppe und an vielen Abenden war es eher eine Therapie-Cabin, während wir nebenbei unsere Kapitel gelesen und an Formulierungen getippt haben. Mir hat das unglaublich gutgetan und das habe ich auch von den anderen Cabin-Mitgliedern so zurückbekommen. Wenn das Reallife einem immer wieder Steine in den Weg legt und sich das negativ auf die Arbeit an den eigenen Geschichten auswirkt, ist die Unterstützung anderer Autoren Gold wert. An dieser Stelle daher noch einmal ein Herzliches Dankeschön an euch drei! Ihr habt euch mein Gejammer angehört und mich getröstet und unterstützt und ich hoffe, ich konnte euch etwas davon zurückgeben, sofern ich nicht gerade mal wieder vor meinem Laptop eingeschlafen bin.

NaNo-Stats

Und daher war der NaNo auch dieses Mal eine großartige Erfahrung. Jedoch war es ruhiger als die letzten beiden Male. Und auch das hat unglaublich gutgetan. Der April war für mich privat und beruflich eine echte Herausforderung. Selbst nur mit einem davon wäre es schwer gewesen, meine Muse zum Schreiben zu bewegen. Insofern war dieser Monat eine gute Zeit fürs Überarbeiten. Durch meine Teilnahme am NaNo fühlte ich mich gezwungen, mich jeden Tag mit meiner Story auseinanderzusetzen, auch wenn ich an manchen Tagen absolut keine Lust darauf hatte. Ein Wortziel zu erreichen und dieses zweimal raufzusetzen, nur damit man eine dumme Urkunde bekommt und sich als Gewinner bezeichnen kann, wirkt jedoch Wunder.

Zwischendurch gab es auch immer wieder schöne Momente: gelungene Szenen, an die ich mich nicht mehr erinnern konnte, subtiler Situationshumor bei bestimmten Charakterkonstellationen und eine Menge Spaß daran, meinen lieben und unschuldigen Palastmeister allmählich zu verderben. Die meisten neuen Szenen waren tatsächlich aus Ivasakos Perspektive, weil ich letzten Herbst gemerkt hatte, dass die Story nicht ohne ihn auskommt. Allerdings hatte ich diese aufgeschoben, bis ich mit der Story als Ganzem weiter war, um die neuen Szenen auf den Rest anzupassen.

Ich habe mich übrigens nicht an diese unsinnige Regelung 1 Stunde Überarbeiten = 1000 Wörter gehalten, weil ich darin keinen Sinn sehe. Manchmal liest man nur, manchmal schreibt man um und manchmal schreibt man neue Szenen. Das kann man nicht mit einer Formel pauschalisieren, so wie jeder beim Schreiben ein anderes Tempo hat. Man sagt ja auch nicht 1 Stunde Schreiben = 1500 Wörter oder so. Für mich zählt, was ich tatsächlich geschafft habe. Die fertig überarbeiteten Szenen habe ich daher in ein Worddokument kopiert und jeden Abend meinen Wordcount validiert.

LadySonea_WinnerCertificate

Insgesamt habe ich im April 21 Kapitel des ’Heiligtums von Yukai’ überarbeitet, was in 327424 Wörtern, mehreren neuen Szenen, anderen Szenen, die beendet oder gemergt wurden und einem Herumschieben von Szenen resultiert. Damit bin ich jetzt bei Kapitel 31 angelangt und habe noch 17 Kapitel vor mir. Da ich jetzt erst einmal zwei Wochen Urlaub habe, gehe ich davon aus, trotz einiger lästiger Pflichtaktivitäten und freiwilliger Freundesdienste 10 weitere Kapitel zu überarbeiten. Damit steht der Teilnahme am Juli-Camp mit meiner Fortsetzung von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’, die bei mir unter dem Arbeitstitel ’Die Abenteuer des Hohen Lords’ läuft, hoffentlich nichts mehr im Wege.

Erweiterte Karten und Bastelfieber

Seit mehr als fünf Jahren schreibe ich nun schon an meinem Black Magician-Universum. Mindestens ebenso lange hatte ich den Wunsch, die neuen Schauplätze der Handlung auf Karten darzustellen. Insbesondere die Dörfer in den Bergen nahe dem Südpass sind ein Fall, wo eine Karte nützlich wäre.

Außerdem liebe ich Karten in Fantasy-Büchern. Ich bin immer enttäuscht, wenn die Karten winzig klein oder dürftig in ihrer Bestückung mit Orten ausfallen. Die besten Karten, die ich in Büchern je gesehen habe, sind die von Mittelerde und Westeros. Da kann die von Canavan erschaffene Welt nicht mithalten, allerdings ist die Welt der Gilde auch sehr viel kleiner. Allerdings (und das muss man leider auch sagen) spart Canavan bei den Karten der Verbündeten Länder, obwohl insbesondere in Elyne ein großer Teil der Handlung spielt.

In den letzten Wochen hat mich wie aus heiterem Himmel das Bastel- & Designfieber gepackt und ich habe Canavans Karten um die von mir erdachten Orte erweitert. Schuld ist wohl der einsetzende Frühling und die Tatsache, dass ich mir Zeit freigeschaufelt habe, um mich der Überarbeitung des ’Heiligtums von Yukai’ zu widmen. Der daraus resultierende Motivationsschub hat sich auch auf diverse Arbeiten an meinem Blog ausgewirkt und in diesem Zuge kam dann auch die Erweiterung der Karten des Black Magician-Universums zustande. Zuerst hatte ich mit einem Tool versucht, mit dem man Karten am PC zeichnen kann, habe jedoch nach einer Weile frustriert aufgegeben. Und letztendlich bin ich ein altmodischer Mensch und mache solche Dinge lieber per Hand.

Eine bestehende Karte zu ergänzen ist eigentlich gar nicht schwer, hat man sich einmal überlegt, wie man es anstellen will. Und da jeder das kann, sofern man kein hoffnungsloser Grobmotoriker ist, hier eine kleine Anleitung:

  1. Die Karte auf die gewünschte Größe (bei mir war das DIN A4) vergrößern und ausdrucken. Bei mir artet das immer in einen längeren Kampf mit meinem äußerst störrischen Drucker aus, weil dieser vorzieht, das Papier zu behalten und man mehrere Anläufe braucht, bis er es hergibt.

  2. Über den Druck ein weißes Blatt legen und festheften. Dann mit einem Bleistift die Konturen nachzeichnen. Wenn man die Konturen schlecht sieht, hilft z.B. eine Schreibtischlampe.

  3. Die Konturen nach Belieben in anderen Farben nachzeichnen. Bei mir sind das Blau für Flüsse, Schwarz für Straßen und Städte und Rot für Landesgrenzen.

  4. Berge einzeichnen. Ich habe das mit Bleistift gemacht und die Striche später noch einmal etwas fester nachgezogen, weil ich meinen Zeichenkünsten nicht so ganz traue. Aber es ist egal, ob ihr mit Bleistift oder mit dünnen Flizschreibern oder anderen Werkzeugen zeichnet, wichtig ist, dass die Konturen auf dem eingescannten Bild gut sichtbar sind. Falls ihr Spaß daran habt, könnt ihr die Karte auch bunt machen, eurer Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

  5. Die Karte um eure eigenen Erfindungen und alles, was eurer Meinung sonst noch darin fehlt, ergänzen.
  6. Bild einscannen. Das hat bei mir etwas gedauert, weil mein Freund das im Büro machen musste und beim Transport trotz aller Vorkehrungen etwas schiefgegangen ist, so dass ich die Sachaka-Karte ein zweites Mal zeichnen musste. Mein Freund hat jede der Karten mehrfach ausgedruckt, weil ich noch die Gewässer einzeichnen wollte und dazu mehrere Varianten ausprobiert habe, das Wasser darzustellen.

  7. Gewässer einzeichnen. Wenn man weiß, wie diese aussehen sollen, kann man das auch vor dem Scannen machen. Da das bei mir nicht der Fall war, war ich froh, die ausgedruckten Scans zu haben, um verschiedene Darstellungsformen zu testen. Die endgültige Idee stammt übrigens von meinem Freund.

  8. Noch einmal einscannen.

  9. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm in einer Schriftart der Wahl die Karte beschriften. Ich habe Gimp verwendet, das ist ein kostenloses Bildbearbeitungsprogramm mit zahlreichen Features, das ich noch von meinen Unizeiten kenne.

  10. Fertige Karten ausdrucken oder ins Internet stellen.

Das Ergebnis sieht dann so aus:

Karte von Kyralia um meinen Headcanon erweitert.
Karte von Kyralia um meinen Headcanon erweitert.

Die Karte von Kyralia ist um die Dörfer am Südpass erweitert, wo sich ein Großteil der Handlung um Dorrien abspielt. Vor der Mündung des Tarali findet ihr außerdem ein paar vorgelagerte Inseln, in denen Cery Schmuggelware versteckt. Die Orte sind von der Karte des alten Kyralias aus ’The Magician’s Apprentice’ übernommen, weil man davon ausgehen kann, dass sie auch 700 Jahre später noch existieren. Die wenigsten werden in meinen Geschichten namentlich erwähnt, sind jedoch der Vollständigkeit halber abgebildet (bis auf einige wenige, die bei Bedarf immer noch ergänzen kann und hier weggelassen habe, damit die Karte nicht so überladen aussieht). Die Provinzen habe ich mir ebenfalls gespart, weil sie in meiner Geschichte nicht relevant sind. Wahrscheinlich werdet ihr beim genaueren Hinsehen noch den einen oder anderen Unterschied zum Original entdecken.

Karte von Sachaka und angrenzenden Ländern um meinen Headcanon erweitert.
Karte von Sachaka und angrenzenden Ländern um meinen Headcanon erweitert.

Die Karte von Sachaka und Elyne ist um die Orte erweitert, die in meiner Fortsetzung eine Rolle spielen. Außerdem habe ich den Krikara markiert. Dieser fließt in den Haraki – den Fluss genannt, der bei Arvice ins Meer mündet. Auch diese Karte ist aus ’The Magician’s Apprentice’, stammt also aus einer Zeit, in der Sachaka noch weitgehend grün war. Die meisten der abgebildeten Flüsse sind daher heute ausgetrocknet bzw. führen nur im Winter Wasser, wenn der Wind häufiger von Osten kommt und Regenwolken vom Meer mitbringt. Im Norden in Duna ist außerdem der alte Tempel von Yukai, der im dritten Teil meiner Trilogie noch eine Rolle spielen wird, eingezeichnet.

Auf dieser Karte habe ich auch die kleine Hafenstadt Arvina, sowie die Ruinenstadt Armje in Elyne eingezeichnet. Da ich es schade finde, dass Canavan keine detaillierte Karte von Elyne gezeichnet hat, werde ich das voraussichtlich irgendwann nachholen. Ebenso gedenke ich, eine Weltkarte zu ’The Black Magician’ zu zeichnen. Das wird jedoch ein Projekt für sich, weil es genauere Informationen über Länder wie Lonmar und Lan erfordert, über die mich mir noch Gedanken machen muss. Spätestens, wenn diese Länder in meinen Geschichten auftauchen, werde ich das angehen. Und das werden sie. Ich liebe es viel zu sehr, diese Welt zu erschließen und die noch weißen Flecken in ihr in meine Fortsetzung einzubinden.

Und weil ich so viel Spaß an Karten habe, habe ich mir alt aussehendes Briefpapier besorgt und die Karten noch einmal darauf ausgedruckt:

Karte Kyralia im Retro-Look
Karte Kyralia im Retro-Look
Karte Sachaka im Retro-Look
Karte Sachaka im Retro-Look

Ich weiß nicht, wie es euch geht – bei mir hat das Resultat, obwohl man ihm die Handarbeit ansieht, epische Begeisterung ausgelöst. Es ist zwar nicht eine von mir geschaffene Welt, aber es ist die Welt, in der meine Geschichten spielen und somit steckt auch sehr viel von mir selbst dort drin. Die fertigen Karten haben sogar meinem Freund gefallen, der mit The Black Magician so wirklich gar nichts am Hut hat.

Ich werde sie über meinen Schreibtisch hängen, auf dass sie mich beim Schreiben inspirieren mögen.

Die Karten sind nur der erste Schritt verschiedener Arbeiten an meinem Blog, die hauptsächlich das Design und die Texte betreffen, doch dazu ein anders Mal mehr.

Bis dahin wünsche ich euch ein schönes Wochenende!

Lady Sonea

Frühling in Duna

Jetzt, wo die Arbeiten an ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ abgeschlossen sind, werde ich die nächsten Monate in Duna verbringen. Zumindest geistig. Denn ich habe nun endlich alle übrigen Baustellen geschlossen, um mich ganz in die lange vor mir hergeschobene Überarbeitung des dritten Teils meiner Trilogie ’Die Bürde der schwarzen Magier III – Das Heiligtum von Yukai’ zu stürzen.

Nachdem ich um Weihnachten herum feststellen musste, dass ich die wenigen, noch fehlenden Kapitel vor einer gründlichen Überarbeitung von Anfang bis Ende nicht schreiben kann, hatte ich die Arbeiten daran vorübergehend auf Eis gelegt. Der Start der Überarbeitung war für Anfang Februar geplant, das Korrigieren des zweiten Teils der ’zwei Könige’ und meiner Akkarin-Story haben jedoch fast die kompletten ersten beiden Monate von 2015 in Anspruch genommen. Das ist einerseits ärgerlich, hat jedoch auch den Vorteil, dass ich bis zum Jahresende nicht mehr als den gelegentlichen Kleinkram daran machen muss.

Mit all seinen Intrigen und den komplizierten politischen Verhältnissen zwischen den Verbündeten Ländern, Sachaka und weiteren Völkern stellt ’Das Heiligtum von Yukai’ eine Herausforderung dar, die meine gesamte geistige Energie einfordert. Notizen und Memos helfen dabei nicht viel – ich muss die Atmosphäre der Story und die Charaktere fühlen und sie leben, um der von mir selbst geforderten Umsetzung gerecht zu werden. Inzwischen schreibe ich seit Mai 2013 an diesem ’Buch’, jedoch immer wieder von mehrmonatigen Phasen unterbrochen, in denen ich mich anderen Projekten rund um mein Black Magician Universum gewidmet habe. Allein das Korrekturlesen der ’zwei Könige’ hat fast ein halbes Jahr gedauert und ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ hat inklusive Überarbeitung ungefähr vier Monate in Anspruch genommen.

Beim ’Heiligtum von Yukai’ rechne ich mit drei bis vier Monaten bloßer Überarbeitungszeit und dann noch einmal ein knappes halbes Jahr fürs Korrekturlesen, nachdem ich die Story eine Weile habe ruhenlassen. Deswegen habe ich mich schweren Herzens entschieden, nicht am NaNo-Camp im April teilzunehmen und nicht wie geplant die Fortsetzung meiner Akkarin-Story, die bei mir unter dem Arbeitstitel ’Die Abenteuer des Hohen Lords’ läuft, zu schreiben, obwohl ich nach der Korrektur von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ und einem Dark Knight DVD-Abend nicht übel Lust darauf hätte. In den verbleibenden vier Wochen bis zum April-Camp würde ich allenfalls ein Drittel der Überarbeitung schaffen und müsste mich anschließend wieder in die Story einlesen und die geistige Nähe zu den Charakteren aufbauen, die ich so dringend brauche, damit sie lebendig und authentisch sind und ich die Sicherheit habe, dass ihre Handlungen ihrer Persönlichkeit entsprechen. Damit meine ich übrigens weniger die bekannten Canoncharaktere, als zahlreiche Nebencharaktere und selbstgeschriebene Erzählcharaktere, die in diesem Buch auf ihre Weise für Ärger sorgen.

Aber es gibt noch einen anderen Grund, der gegen das Camp spricht. Der April ist in meiner Firma der stressigste Monat im gesamten Jahr und ich weiß aus den letzten beiden Jahren, dass solche Phasen mir nicht genug kreative Energie lassen, um abends noch zu schreiben oder um während der Mittagspause weit genug dafür runterzukommen. Korrekturlesen und das gelegentliche Ergänzen einzelner Szenen ist dagegen weitaus angenehmer. Es wäre wahrscheinlich möglich, wenn ich das wirklich wollte, aber ich würde gerne vermeiden, dass ich anschließend über Wochen ausgebrannt bin. Eine Wiederaufnahme der Überarbeitung würde das erschweren. Ich habe schon nach dem Juli-Camp im letzten Sommer gemerkt, dass dies mit Unlust und mangelnder Begeisterung verbunden ist, wodurch ich die Story zwangsläufig als schlecht und minderwertig empfinde. Ich habe den gesamten NaNoWriMo im November gebraucht, um mich davon zu befreien.

Mein Plan ist, die Überarbeitung des ’Heiligtums von Yukai’ bis zum diesjährigen Juli-Camp weitgehend abzuschließen. Es würde sich anbieten, dann die ’Abenteuer des Hohen Lords’ zu schreiben und anschließend mit meiner zweiten Trilogie zu starten, die ihrerseits noch einiges an Planung braucht, bevor ich mit dem Schreiben beginnen kann. An dieser werde ich voraussichtlich auch beim offiziellen NaNoWriMo im November schreiben, bevor ich das ’Heiligtum von Yukai’ ausdrucke und in den folgenden Monaten Korrekturlese.

So sehr ich mich auf das Camp im April gefreut hatte, so viel nimmt mir die Entscheidung gegen die Teilnahme auch von meinem inneren Druck. Zu viele offene Baustellen zu haben, tötet meine Kreativität und sämtliche Ideen für weitere Geschichten zur Gilde sind in Stichpunkten in einem Ordner namens ’Lady Soneas Häschenzucht’ festgehalten und können jederzeit geschrieben werden. Diese Entschleunigung tut mir überaus gut. Ich neige dazu, mir zu viel auf einmal aufzuhalsen, obwohl ich genau weiß, dass ich damit schnell überfordert bin und es für die Art von Geschichten, die ich schreibe, nicht gerade förderlich ist. Aus demselben Grund habe ich auch die Upload-Intervalle angepasst und auch das nimmt mir viel von dem Stress, den ich mir selbst mache.

Und ich muss zugeben, jetzt, wo das große Aufräumen vorbei ist und ich schon die ersten beiden Kapitel überarbeitet habe, kann ich wieder die nötige und langersehnte Begeisterung für diese Story aufbringen.

Die Muse ist eine Bitch

… und das ist auch gut so

Nach dem NaNoWriMo im November war ich so im dritten Teil meiner Trilogie drin, dass ich sicher war, die Rohfassung in den nächsten zwei Monaten fertigzustellen. Doch während ich nach dem Juli-Camp an akuter kreativer Erschöpfung litt und einer ungeahnten Form von Abschiedsschmerz, weil ich fünf grauenhafte Jahre aus der Vergangenheit meines Lieblingscharakters in einen Monat voll intensiver Erfahrungen zusammengepresst hatte, machte mir dieses Mal die Weihnachtszeit einen Strich durch die Rechnung. Nicht, dass ich diesen magischen Monat voll Weihnachtsfeiern, Weihnachtsmärkten, Adventstees sowie dem abendlichen Gammeln auf dem Sofa unseres dekorierten Wohnzimmers und das Plätzchen backen nicht genossen hätte – zum Schreiben blieb dabei nicht viel Zeit, auch wenn es immerhin 40k geworden sind. Und als es endlich Weihnachten wurde und ich mich auf zwei lange Wochenenden zum Schreiben (die Endschlacht!) freute, war ich einfach nur noch müde und meine Muse der Meinung, sie müsse Winterschlaf halten.

Kurz: Ich bin wieder aus dem Heiligtum von Yukai raus.

Der eine oder andere mag sich jetzt fragen: „Wie kann das sein, dass man so schnell wieder aus einer Story raus ist?“

Die Antwort darauf ist so lächerlich einfach, wie das Problem komplex. Die Story ist voll mit Intrigen, Machtwechseln, neuen Bündnissen und anderen großen Veränderungen, denen meine Charaktere unterworfen sind. In dem einen oder anderen Blogartikel hatte ich bereits erwähnt, dass die politische Lage zwischen den Verbündeten Ländern und Sachaka und Duna im dritten Buch der in Westeros gleichkommt. So sehr ich Martin auch bewundere, so wollte ich ihm in dieser Hinsicht nicht nacheifern. Denn seine komplexen Plots sind einer drei Gründe, warum ich keine Fanfictions zu A Song of Ice and Fire schreibe. Vielmehr ist das Chaos in meinem dritten Buch die Folge der Ereignisse der beiden Vorgängerbände und des Krieges, den König Marika so unbedingt wollte. Ja, ich bekenne mich schuldig, die Büchse der Pandora geöffnet zu haben und ich weiß zum Glück, wie ich sie wieder schließen kann. Doch selbst mit einem riesigen Word-Dokument voll mit Notizen ist es schwierig, geistig voll und ganz in der Story zu bleiben, wenn ich mich ihr nicht jeden Tag intensiv widmen kann.

Dazu kommt noch ein weiterer Punkt: Während meiner Planung für den NaNo wurde mir klar, dass ich einen siebten Erzählcharakter brauchte, der ausgerechnet eine sehr wichtige Rolle spielt und damit hilft, die Büchse wieder zu schließen. Für ihn sind eine Reihe von Szenen in bereits geschriebenen Kapiteln geplant. Allerdings existieren diese Szenen nur in grober Skizze, weil ich einige spätere Ereignisse zuerst geschrieben habe, um ein genaueres Bild davon zu bekommen, wie ich dorthin gelange. Diese Vorgehensweise verwende ich nicht nur bei diesem Charakter, sondern bei allen längeren Stories mit mehr als einem Erzählcharakter. Was ich da tue, ist eine Form des Discovery Writings und die Resultate sind immer wieder spannend und ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich mit ihnen irgendwann alles auf eine wunderbare Weise zusammenfügt.

Leider hat diese Methode mich an den Punkt geführt, an dem ich ohne Überarbeitung nicht mit dem Buch weiterkomme. Aber dazu brauche ich viel Zeit und die Möglichkeit, mich ganz darauf zu konzentrieren. Selbst, wenn meine Muse gerade da wäre, würde mir das nicht viel nützen. Dazu gibt es zu viele Lücken zu füllen und mögliche Unstimmigkeiten zu bereinigen. Doch ich sehe darin keinen Nachteil. Kreativität lässt sich nicht erzwingen und ähnlich wie die Entwicklung eines Programms gründliche Tests erfordert, erfordert das Schreiben eines Buches eine gründliche Überarbeitung. Also nutze ich die unkreativen Phasen für den weniger erfreulichen Teil im Leben eines (Fanfiction-)Autors. Die Zeit ist schließlich nicht verschwendet und ich weiß, dass der Abschluss dieser Trilogie ein guter wird.

Bis dahin muss ich jedoch noch an anderer Stelle etwas Vorarbeit leisten. Die Überarbeitung wird mehrere Monate in Anspruch nehmen und das April-Camp wird diese Phase schon unterbrechen. Damit ich mich ganz auf Das Heiligtum von Yukai einlassen kann, schiebe ich die letzten Korrekturen des zweiten Teils der zwei Könige dazwischen. Der Release beginnt im Februar und wird im 2-Wochen-Rhythmus einige Zeit in Anspruch nehmen. Deswegen will ich alle Kapitel vorab noch einmal am Stück durchgehen (was auch meine Beta freuen wird). Zugleich ist dies auf Grund der Entwicklungen der Charaktere und ihrer Beziehungen untereinander sowie der politischen Lage eine gute Auffrischung für das, was folgt.

Sollte mich die Muse zwischendurch wieder packen (lange halte ich es ohne zu schreiben gar nicht aus), so darf sie sich an meinen sachakanischen Märchen oder meiner Fergun-Badfic austoben, die ich noch immer zu Ende schreiben muss. Oder einer anderen meiner zahlreichen durchgeknallten Badfic-Ideen. Oder, wer weiß, vielleicht führt sie mich auch zum Beginn meiner nächsten Trilogie …

Übrigens: Es ist mir trotz allem gelungen, die Endschlacht über Weihnachten frei nach dem Motto Stirb langsam – jetzt erst recht zu planen. Wenn das mal kein Grund ist, mit der Überarbeitung loszulegen!

Der NaNoWriMo 2014 – Ein Rückblick und Erfahrungsbericht

Während der letzten Wochen war es um mich und meinen Blog relativ still. Aber ich war in dieser Zeit nicht untätig. Ich habe wieder einmal – oder besser gesagt – erstmals am offiziellen NaNoWriMo November 2014 teilgenommen. Und auch wenn das ’Rebellieren’, sprich das Fortführen angefangener Geschichten, nun von den Organisatoren ’legalisiert’ wurde, so ziehe ich es dennoch vor, mich als Rebell zu bezeichnen, denn ich habe keine neue Story angefangen, sondern am dritten Teil meiner ersten Trilogie weitergeschrieben. Denn als Rebell gehört man beim NaNo zu den coolen Kids. (Dass ich keinen eigenen Roman, sondern eine Fanfiction geschrieben habe, war vermutlich schon uncool genug.)

Auch dieses Mal war der NaNoWriMo wieder eine großartige Erfahrung. Bei dem offiziellen NaNo im November gibt es keine Cabins. Der Austausch erfolgt hauptsächlich über das Forum, vieles lief jedoch auch über Twitter ab und ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dieser Account wäre zu irgendetwas nütze. Meine Follower haben sich in dieser Zeit verfünffacht – nicht wegen meiner Geschichten, sondern wegen des Austauschs mit anderen Autoren, woraus sich oft sehr amüsante Diskussionen ergaben. Und das war wirklich wundervoll.

NaNoNovember2014
Tadaa! – Das Winner Certificate für Lady Sonea

Dieses Mal fand ich auf der offiziellen NaNo-Seite auch endlich meinen Weg in das deutsche Unterforum. Obwohl es mir nichts ausmacht, auf Englisch zu kommunizieren, habe ich mich die meiste Zeit über dort getummelt. Es ist überschaubar, alle sind in derselben Zeitzone und ich habe einige nette Bekanntschaften gemacht. Die deutsche NaNo-Community ist ein wirklich toller Haufen. Schon das Reinschreiben und die allerersten Wordwars in der ersten Stunde des Novembers auf Twitter waren ein toller Einstieg in diesen einzigartigen Monat. Da die ersten beiden Tage auf ein Wochenende fielen, ging es mit einem Zwei-Tage-Marathon los, für den jeder sich einen bestimmten Wordcount als Ziel setzen konnte. Ich dachte, dass nach drei Monaten relativer Schreibflaute 12k schon ein hehres Ziel wären, und startete am Ende mit 16k in die erste Woche. So viel in zwei Tagen habe ich nicht mehr geschrieben seit dem Rausch, in dem ich das Ende des Spions in seiner Rohfassung runtergeschrieben habe.

Dankbar bin ich vor allem den Frühaufstehern, auch wenn ich dort oft nur wenig geschrieben habe, weil ich diese ersten Stunden des neuen Tages effektiv nutzen wollte, allen, die mich bei Word Wars gepusht haben und die ich zurückgepusht habe, und SitaraS mit ihrer Irrenanstalt, für die man sich jede Woche mit einem neuen wahnsinnigen Ziel bewerben konnte, und in der ich inzwischen einen Daueraufenthalt beantragt habe, weil ich im Hinblick auf das Schreiben und vor allem meine Fanfictions ganz sicher unheilbar wahnsinnig bin. Vielen Dank auch an Solveig und Asuma Sarutobi, die Wordcount-Listen in ihren Blogs zur Verfügung gestellt haben. Mein besonderer Dank gilt jedoch Kiamara, mit der ich mich wieder und wieder auf Twitter duelliert hatte. Ich hoffe, sie nimmt mir diverse Frechheiten nicht allzu übel.

Sehr tief berührt hat mich, dass eine Leserin des Spions durch mich zum Schreiben zurückgefunden hat, und trotz eines etwas verspäteten Einstiegs eine komplette 100k umfassende Story geschrieben hat. Liebe LittleSnowfall, falls du das hier liest, möchte ich dich noch einmal wissen lassen, wie sehr es mich freut, dass du dabei warst!

Besonders entspannend war für mich die Erfahrung, unter den NaNoisten weitgehend unbekannt zu sein. Einige NaNoisten kennen zwar The Black Magician, aber es hat sich wirklich absolut niemand dafür interessiert, dass ich dazu eine Fortsetzung schreibe, was meinem sensiblen Autorengemüt unglaublich gutgetan hat. Ich konnte nach Lust und Laune Textauszüge in entsprechenden Threads posten oder mich darüber auslassen, dass meine Charaktere mal wieder einmal nicht tun, von dem ich will, dass sie es tun, oder was ich mir alles ausdenke, um sie zu quälen – ohne meinem eigenen Erwartungsdruck  unterworfen zu sein.

Unter all den anderen Autoren mit ihren freien Arbeiten habe ich mich mit meiner Fanfiction klein und unbedeutend gefühlt – und damit frei. Noch schöner war, keine Sprüche darüber zu hören, wie krank es doch sei, so viel zu schreiben. Wer gerne schreibt und darin aufgeht, der kann gar nicht genug schreiben. In der NaNo-Community war es vielmehr ein freundschaftliches Konkurrieren und sich Überbieten, und ein liebevolles sich als verrückt bezeichnen. Ein wenig bewundere ich sogar unsere als ’unheilbar wahnsinnig’ eingestuften Schreiber, die 250k oder sogar über 300k erreicht haben. Um dahin zu gelangen, müsste ich jeden Tag nichts anderes außer Schreiben machen – und wäre vermutlich schon nach einer Woche völlig Banane im Kopf. Aber ich arbeite Vollzeit, habe einen Haushalt und – zwar kein Haustier, aber einen Freund.

Im Gegensatz zu dem Camp im Juli, nachdem ich nur noch ein Bündel aus Nerven war, lief das Schreiben dieses Mal sehr viel entspannter, obwohl ich am Ende doch wieder auf meine 140k von damals gekommen bin. Und darauf bin ich wahnsinnig stolz. Anfangs dachte ich, nach den letzten eher miesen Monaten würde ich froh sein, am Ende die vorgegebenen 50k zu schaffen, zumal die Story sehr viel komplexer ist als das permanente Foltern meines Lieblingscharakters. Aber schon bald war ich wieder voll in die Handlung eingetaucht und der Ehrgeiz packte mich. Und ab da schrieb es sich wie von selbst.

NaNoNovember2014 Stats
Die Stats eines unheilbar verrückten Fangirls

Doch vor allem hat mir dieser Monat gezeigt, was ich schaffen kann, selbst wenn mir mein RL wieder und wieder dicke Knüppel zwischen die Beine wirft und es Tage gibt, an denen ich keine Kraft zum Schreiben aufbringe. Das Schreiben hat mich jedes Mal wieder aufgerichtet und gefestigt, wodurch ich auch den Schwierigkeiten in meinem RL wieder besser begegnen konnte. Denn Schreiben ist für mich auch eine Therapie, die ich nicht mehr missen will.

Am letzten Wochenende wollte ich es noch einmal wissen, und nachdem ich so viel weiter gekommen war, als ich anfangs erwartet habe. Trotz Vorweihnachtsputz, Weihnachtsdeko und dringend nötigem Ausschlafen ist es mir irgendwie gelungen, an diesen beiden Tagen noch einmal 20k rauszuhauen. Ohne die zwischenzeitlichen Rückschläge wären sogar 10-20k mehr drin gewesen. Zahlreiche Word Wars in der NaNo-Community haben dazu ebenso beigetragen, wie ein sturmfreier Samstagabend und ein Partner, der mir einen Teil der Hausarbeit abgenommen hat und sich auch mit Tiefkühlpizza zufriedengab. Daher gilt mein Dank auch meinem Freund, der meine Besessenheiten seit nun über 10 Jahren mit unerschütterlicher Geduld erträgt und sie mich ausleben lässt.

Rückblickend bin ich in diesem Monat ein beträchtliches Stück mit meiner Story weitergekommen. So richtig bewusst wurde mir das jedoch erst in den letzten Tagen. Würde ich den NaNo auf den Dezember ausdehnen, würde die Rohfassung des Heiligtums von Yukai bis Sylvester stehen. Aber ich will die heimeligen Abende im Advent nicht im ungemütlichen Arbeitszimmer, sondern mit meinem Freund auf dem Sofa verbringen. Auch dort werde ich schreiben, aber es wird nun wieder gemächlicher vorwärtsgehen. Und ich habe da noch so ein paar Sachen zu korrigieren und mindestens ein neues Märchen zu schreiben. Daher peile ich Februar für das Beenden der Rohfassung an.

Vor der anschließenden Überarbeitung graut mir jetzt schon, da ich an vielen Stellen trotz eines ausgearbeiteten Plots regelrecht Hardcore Discovery Writing betrieben habe. Aber so entstehen die besten Stories. Details und Ideen, wie ich am besten mit der Story von A nach B komme, ergeben sich oft erst auf natürliche Weise während des Schreibens. Ich lasse der Handlung und ihren Charakteren diesen Freiraum, denn genau das hält die Story realistisch und lebendig. Das Resultat sind 12 weitere Kapitel, sehr viele Lieblingsstellen und eine Menge toter Charaktere, was in einigen Fällen dringend überfällig war, sowie zahlreiche Plotbunnies für die Folgetrilogie Das Erbe der schwarzen Magier, deren Schreibstart für 2015 schon fest eingeplant ist.

Doch nun ist dieser großartige, nervenaufreibende und ereignisreiche Monat vorbei. Ich bin dankbar, glücklich und hochmotviert, doch vermisse ich bereits den Flair dieser einzigartigen – ja magischen Zeit, die mich erneut dazu gebracht hat, über mich hinauszuwachsen. Aber das ist nicht das Ende. Im April werde ich beim ersten Camp 2015 wieder dabei sein. Und ich weiß auch schon, woran ich dann schreibe.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern dieses Blogs eine schöne und besinnliche Adventszeit!