Schlagwort: Missbrauchsbeziehung

Von D/s-Beziehungen, BDSM und den schwarzen Magiern (Teil 3)

Von D/s-Beziehungen, BDSM und den schwarzen Magiern (Teil 3)

Teil 3 – Wie Akkarin sich über Sachaka emanzipiert und was das Abstrahieren von Sexpraktiken von Missbrauch mit Traumabewältigung zu tun hat

Vor einer Weile hatte ich eine etwas längere eMail-Diskussion, ausgelöst durch Horrorvorstellungen zu meinen Geschichten durch Lesen meines Blogartikels 50 Shades of Akkarin – Warum Akkarin kein romantischer Held ist. Diese führten, als ich Teil 2 des unsäglichen Blogartikels veröffentlichte, zu einigen Missverständnissen in Bezug auf den Inhalt.* Da ich nicht weiß, ob es meinen Lesern auch so ergeht und hier evtl. Erklärungen fehlen, wo Dinge für mich intrinsisch klar sind, habe ich beschlossen, diese unsägliche Reihe noch ein wenig weiterzuführen und den meinen Lieblingscharakter betreffenden Teil noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

In diesem Artikel geht es daher um zwei Themen, die jedoch miteinander verknüpft sind, weil sie in Bezug auf Akkarins Entwicklung eine Rolle spielen. Zuerst werde ich auf den Unterschied zwischen Missbrauch und BDSM-artigen Sexpraktiken eingehen, zumal ich dazu auch Fragen von einigen den Lesern von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ hatte. Dann erläutere ich, wieso jemand nach fünf Jahren als Sklave eines Ichani seinen Erlebnissen zum Trotz nicht wie ein Mönch lebt. Oder besser gesagt, warum das bei Akkarin funktioniert. Und warum das sogar durch die Bücher zu begründen ist.

Betrachtet diesen Artikel daher als Ergänzung zu den Abschnitten ’Wie die Realität in den ’Büchern (und in meinen Fanfictions) aussieht’ in Teil 1 und ’Akkarin und seine dunkle Seite’ in Teil 2.

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Die stillen Freuden des Autorendaseins

In diesem Artikel geht es um lange verschollene Leser und die Bestätigung, dass die Aufklärung über die Missbrauchsbeziehung in ’Die zwei Könige’ zwischen meiner Heldin und meinem bösen, heißen König tatsächlich Früchte getragen hat. Denn beides war heute an dem Tag, der für mich als Glückstag gilt, ein Anlass zu hehrer Freunde, weswegen ich der Sache einen Blogartikel in der Mittagspause spendieren muss.

Als ich heute Morgen um 4 Uhr aufstand, um weiter am Bonuskapitel zu ’Die zwei Könige’ zu arbeiten, nachdem mir gestern Abend schon um halb zehn beim Schreiben die Augen zufielen, erwartete mich eine freudige Überraschung.

Eine Leserin, von der ich seit anderthalb Jahren nichts mehr gehört hatte, hatte sich zurückgemeldet. Mein erster Gedanke war „OMG, sie lebt noch!!!“. Irgendwie hatte ich nie angenommen, dass sie die Geschichte aufgegeben hätte, weil sie ihr plötzlich nicht mehr gefiel, oder zu den Geschichten mit dem weichgespülten Vanilla-Akkarin und der pubertären Sonea abgewandert wäre, wie es einige andere Leser in der Vergangenheit getan haben. Da ihre Reviews immer sehr begeistert, ausführlich und konstruktiv waren und wir auch in Mailkontakt standen und uns über vieles austauschen und diskutieren konnten, gingen meine Gedanken eher in die Richtung diverser Horrorszenarien.

Zum Glück war es nichts dergleichen und ich war einfach nur froh, dass sie wieder da war. Und dass sie den Mut hatte, zu schreiben, wo andere sich das vielleicht nicht trauen würden. Ich wüsste nicht einmal, ob ich in einer solchen Situation den Mut hätte.

Ich freue mich immer, wenn sich Leser nach längerer Zeit zurückmelden. Bei einigen weiß ich inzwischen, dass ihnen häufig ihr RL dazwischen kommt. Aber nachdem ich mehr als ein Jahr nichts mehr von ihr gehört hatte und sie auch nicht mehr auf FF.de aktiv gewesen war, galt sie für mich als verschollen und ich habe das dementsprechend bedauert. Anderthalb Jahre sind einfach eine verdammt lange Zeit.

Bei Geschichten, die kapitelweise veröffentlicht werden, kann es passieren, dass Leser verschwinden, ohne dass man je erfährt, wohin und warum. Eigentlich passiert das sogar recht häufig.

Vor einer Weile hatte ich in dem Zusammenhang jedoch auch ein anderes schönes Erlebnis. Mehr als ein Jahr zuvor hatte mir jemand ein Review zu einer meiner Kurzgeschichten geschrieben. Es war eine, die vor den Büchern spielte, weil die Leserin mit der Originaltrilogie noch nicht so weit war, dass sie irgendetwas anderes aus diesem Fandom lesen wollte. Ich dachte, ich lese nie wieder von ihr, weil ihr die Bücher am Ende vielleicht doch nicht gut genug gefallen oder sie lieber andere Fanfictions als meine dazu liest. Doch dann erhielt ich von ihr plötzlich ein Review zum ’Spion’. Ob sie noch immer dabei ist, weiß ich nicht, doch das war eine schöne Überraschung.

Heute am frühen Morgen hatte ich jedoch gleich zwei Anlässe zur Freude.

Diese Leserin war vom Anfang von ’Die zwei Könige’ an ein Marika-Fangirl. Ich habe nichts dagegen, wenn Leser meinen Antagonisten fangirlen, schließlich habe ich ihn so geschrieben, dass er polarisiert. Und deswegen darf mein böser heißer König gerne und ausgiebig gefangirlt werden.

Schwierig wird es nur, wenn man über das Fangirlen den Missbrauch übersieht, der meiner Prota in diesem Teil der Geschichte widerfährt und anfängt, die beiden zu shippen. Und gerade während Teil 1 von ’Die zwei Könige’ hatte ich einige Leser, die sich zwischen den beiden eine Romanze gewünscht haben, was mich daran zweifeln ließ, ob ich die Beziehung in meiner Geschichte verharmlost oder romantisiert habe. Eine Weile war ich sogar unfähig jenen zu glauben, die mir sagten, dass ich das Thema mit der nötigen Sensibilität anfasse.

Das hatte damals zu dem Artikel über Missbrauchsbeziehungen geführt. Mit diesem habe ich gehofft, ein Bewusstsein für die Situation, in der sich meine Heldin befindet, zu schaffen. Ich hatte gehoffte, den Sonea/Marika-Shippern die Augen zu öffnen. Hinterher hatte ich jedoch vielmehr das Gefühl, diese Shipper vergrault zu haben, da ich von ihnen nie wieder etwas gehört habe.

Bei meiner Leserin hatte ich nie den Eindruck, dass sie Sonea und Marika derart shippt, wobei ich das nie so genau in Erfahrung gebracht habe. Und es spielt auch keine Rolle. Denn es ist einfach nur großartig, mehr als ein Jahr, nachdem ich diesen Artikel veröffentlicht habe, von einem bekennenden Marika-Fangirl zu erfahren, dass sie durch mein Statement und beim erneuten Lesen der Geschichte, die Entwicklung zwischen ihm und Sonea nun in einem ganz anderen Licht sieht.

Das zeigt mir, dass dieser Artikel etwas bewirkt hat. Und vielleicht hat er das auch bei dem einen oder anderen der harten Shippern.

In jedem Fall ist es ein verdammt gutes Gefühl. Denn so heiß mein böser heißer König sein mag, ist er vor allem auch eines: ein Schwein.

Es ist jedes Mal aufs Neue toll, wenn ich morgens aufstehe und ein tolles Review bekommen oder vielleicht sogar einen neuen Leser gewonnen habe. Ich freue mich, wenn sich Leser nach längerer Zeit wieder melden. Deswegen hoffe ich, dass sich niemand meiner Leser durch diesen Blopost herabgewürdigt fühlt. Dieses Review war auf seine Weise einfach besonders, weil es eine verdammt lange Zeit warm, sich ein unglaublich lieber Mensch nach so langer Zeit wieder bei mir gemeldet hat und ich obendrein die Bestätigung bekommen habe, dass es gut war, jenen Missbrauchsartikel zu schreiben, weil ich mich als Autorin in der Verantwortung sehe, über gewisse Themen Aufklärung zu betreiben, anstatt Dinge zu verherrlichen, die es nicht wert sind, verherrlicht zu werden.

Rückblick auf mein 2015 als Fanfiction-Autorin und Ausblick auf 2016

2015 war nun wirklich alles andere als ’mein’ Jahr. Sowohl in Bezug auf mein Doppelleben als Fanfiction-Autorin als auch in Bezug auf mein Privatleben, auf das in an dieser Stelle nicht eingehen werde. Also beschränke ich mich auf meine schriftstellerischen Highlights und Tiefpunkte.

Eigentlich fing es ganz gut an. Ende Januar ging das letzte Kapitel von Soneas Erzählstrang in ’Die zwei Könige’ zu Ende. Die Begeisterung der Leser war riesig, ich hätte nie gedacht, dass dieser Teil, der nur von Sonea und zwei sachakanischen OCs bestritten wird und ziemlich harter Tobak ist, die Leser derart fesseln würde. Zu meinem Entsetzen stellte ich jedoch fest, dass einige Leser angefangen hatten, sich zwischen Sonea und Marika eine Romanze auszumalen, was in meinen ersten kritischen Blogartikel, der Missbrauchsbeziehungen als Thema hatte, endete.

Im April nahm ich am Camp-NaNoWriMo teil, indem ich mit der Überarbeitung von Band 3 meiner Trilogie, ’Das Heiligtum von Yukai’, fortgefahren bin. Dort bin ich ein gutes Stück weitergekommen. Ich habe ca. 300k der Story überarbeitet und dabei auch diverse neue Szenen geschrieben (mehr dazu auch hier).

Mit dem Beginn des zweiten Teils der zwei Könige stieg ich von wöchentlichen Updates auf zweiwöchentlich um und lud in den dazwischenliegenden Wochen die Geschichte über Akkarins Zeit in Sachaka ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ hoch. Leider erwies sich das sehr schnell als Fehler. Die Zeit, die Teil 2 braucht, um ein komplett neues Setting aufzubauen und die Grundsteine für den Rest der Trilogie zu legen, sorgte für reichlich Unmut. Zugleich ging das Interesse an Akkarins Geschichte nach wenigen Kapiteln zurück, bis ich diese nur noch unter Bauchschmerzen hochladen konnte. Dazu kamen einige Kommentare, die für mich wie ein Schlag ins Gesicht waren, was dazu geführt hat, dass ich das Projekt schließlich eingestellt habe (Traurige Entscheidung).

Das Ganze hat mich in eine ausgewachsene Krise gestürzt, die durch meinen gescheiterten Versuch, Anschluss an andere Autoren zu finden, noch schlimmer wurde. Mir war schon länger klar, dass ich mit meiner Schreibe und meinen Ansichten in das Forum von Fanfiktion.de nicht wirklich reinpasse. Also habe ich es in einer anderen Autoren-Community versucht. Das schien zunächst vielversprechend, nach kurzer Zeit hatte ich jedoch das Gefühl, als jemand, der ausschließlich Fanfiction schreibt, dort nicht akzeptiert zu werden. Meine Vorgehensweise beim Schreiben hat dazu geführt, mich noch mehr als Außenseiter zu fühlen.

Denn ich bin nicht nur Fanfiction-Autorin, sondern auch Chaos-Discovery-Writer, wie ich es selbst nenne. Ich schreibe nicht nach Plan, ich kann mit Schreibratgebern nichts anfangen, ich mache keine Rollenspiele oder Interviews mit meinen Charakteren oder schreibe Steckbriefe – ich lerne sie beim Schreiben kennen. Bereisen meine Charaktere ein neues Land, das im Original nur erwähnt, aber nicht ausgearbeitet ist, so entdecke ich dieses und seine Kultur mit ihnen. Ich schreibe nicht chronologisch, sondern das, was mich gerade anfixt. Und ob man es glaubt, oder nicht: Es funktioniert! Auf diese Weise habe ich eine komplette Trilogie geschrieben. Mir kam es jedoch so vor, als würde ich mir damit keine Freunde machen, denn ich fand ums Verrecken keinen Anschluss, was zu der ernüchternden Erkenntnis geführt hat, nirgendwo reinzupassen. Auf meine Bewerbung für das Schreibmagazin erhielt ich nicht einmal eine Absage.*

Damit waren die Selbstzweifel maximal, mein Selbstbewusstsein  am Ende. Ich habe mich wie ein Versager gefühlt, wie ein Nichts. Ich wusste nicht mehr, warum ich überhaupt schreibe – das alles erschien mir mit einem Mal so unendlich sinnlos, weil es ja doch nur scheiße ist. Und ich musste einen Weg finden, damit irgendwie fertigzuwerden, nachdem mein Fels in der Brandung wenige Monate zuvor weggebrochen war.

Ab dem Sommer kam dann allmählich die Wende zum Besseren. Im Juli nahm ich erneut am Camp-NaNoWriMo teil. Dieses Mal mit der Fortsetzung von ’Unter tausend schwarzen Sonnen’, die unter dem Arbeitstitel ’Darker Than Black’ läuft. Nach dem Desaster mit Ersterem, wollte ich zuerst ein anderes Projekt schreiben, obwohl ich mich seit fast einem Jahr darauf gefreut hatte, Akkarins Geschichten fortzuführen. Am Ende schrieb ich diese Geschichte für mich, auch weil mein Gemütszustand aus privaten Gründen einen erneuten Tiefpunkt erreichte. Ich blendete alles um mich herum aus und schrieb, um mich von dem abzulenken, was ich nicht ändern kann, und an meinem Lieblingscharakter zu heilen, was ich bei dem wichtigsten Menschen in meinem Leben nicht heilen kann. Es war ein überaus therapeutisches Schreibcamp, während dem ich innerlich gewachsen bin und mich von allem gelöst habe, was mir nicht guttut und allmählich wieder die Liebe zum Schreiben und zu meinen Charakteren wiederfand (mehr dazu auch hier).

Zum Ende des Schreibcamps veröffentlichte ich meine erste Satire zu Black Magician Die Meisterin und ihr Wurm – Ein Drama in drei Akten. Es war meine erste Satire überhaupt und deswegen und angesichts ihres sehr BDSM-lastigen Inhalts war ich ein wenig nervös, wie sie bei den Lesern wohl ankommen würde. Mir war klar, dass eine solche Geschichte nicht viele Leser haben würde. Aber so wie ich beim Schreiben und Korrigieren gekichert und damit meine Nachbarn und in der Mittagspause meine Kollegen unterhalten habe (die zum Glück nicht wussten, warum ich kichere – bis auf den, der die Story unter mindestens genauso großem Gekicher testgelesen hat), musste ich sie einfach hochladen. Und das war eine gute Entscheidung, denn das Ding hat immerhin fünf Empfehlungen bekommen. Also anscheinend ist es gut, hin und wieder ein wenig mutig zu sein.

Ende Juli kam ein weiteres Highlight. Ben Lesser hat mich gefragt, ob ich Artikel für sein und Tinka Beeres Schreibmeer-Magazin schreiben möchte, weil eine liebe Freundin mich empfohlen hatte. Ich hatte mächtig Respekt davor, weil das Magazin einen hohen Anspruch hat und ich fürchtete, dem nicht gewachsen zu sein. Zugleich konnte ich nicht glauben, dass ich, die Fanfiction-Autorin, nach meinem gescheiterten ersten Versuch bei einem richtigen Schreibmagazin mitmachen darf. Inzwischen habe ich unter dem Namen Sonea (mein RL-Vorname hätte zu Verwechslung geführt) vier Artikel herausgebracht und habe an einer Weihnachts-Anthologie mitgewirkt. Seit vielen, vielen Jahren wieder eine Geschichte zu schreiben, die keine Fanfiction ist, war eine ziemliche Herausforderung, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht.

Das Schreibmeer ist eines der besten Dinge, die mir in diesem Jahr passiert sind. Ich merke, dass ich, mein Humor und meine Art, Artikel zu schreiben und die Dinge zu sehen, dort bestens aufgehoben sind. Besonders Ben und Tinka gelingt es immer wieder, mir einen miesen Tag zu verschönern, spätestens wenn man in den Chat kommt, steigt die Laune exponentiell.

Von da an ging es bergauf. Ich gewann ein zweites Mal beim Fanfiktion Award, dieses Mal als Autorin und mit meiner Kurzgeschichte über Dannyl und Rothen Die Hoffnung stirbt in Moll. Auch meine Hauptstory lief wieder besser und ich war dankbar, weil so viele Leser noch immer Geduld mit mir und Vertrauen in mich hatten, und sich dieses allmählich auszuzahlen begann. Und dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Ich weiß, das ist nicht immer leicht, wenn man nicht die ganze Story am Stück lesen kann.

Anfang September beendete ich ’Das Heiligtum von Yukai’ so weit, dass ich es nur noch auszudrucken und zu korrigieren brauchte. Direkt im Anschluss begann ich mit Band 1 meiner zweiten Fanfiction-Trilogie ’Das Erbe der schwarzen Magier’ und als ich Mitte September für ein paar Tage in Paris war, wo ich zum x-tem Mal Black Magician las, begann ich ein exzessives Brainstorming sowohl für die gesamte Trilogie als auch für Band 1 im Konkreten.

Nach Paris war ich so motiviert, dass ich beschloss, ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ noch eine Chance zu geben und habe eine Leserumfrage gestartet, mit dem Ergebnis, dsas es ab Oktober mit einem neuen Kapitel jeden Samstag weiterging. Bis jetzt läuft das auch recht gut, obwohl ich zwischendurch wieder Sorge hatte, dass die Tendenz ähnlich wie zum Jahresbeginn ist. Zugleich beschäftigte ich mich intensiver mit meiner zweiten Trilogie und nachdem ich Black Magician ausgelesen hatte, führte ich eine sprachliche Überarbeitung der ersten 21 Kapitel von ’Der Spion’ durch. Und ich versuchte mich erstmals an Drabbles für einen Adventskalender.

In diese Zeit fiel leider auch die Sache mit diesem Hater, die mich dazu veranlasst hat, über meine Verpflichtungen als Autor nachzudenken. Ich bin jetzt noch hingerissen, wie viel Rückhalt ich von Lesern und anderen Autoren bekommen habe.

Das Gefühl, ein Außenseiter zu sein, hat sich inzwischen verflüchtigt. Viel hat dazu auch der offizielle NaNoWriMo im November beigetragen, bei dem sich die Twitter-Followerzahl traditionsgemäß explosionsartig erhöht. Auch fand ich einige liebe Menschen, deren Herangehensweise an Projekte der meinen ähnelt und mit denen ich mich austauschen konnte, was unglaublich gutgetan hat. Überhaupt verging der November in einem einzigen Rausch, in nur 30 Tagen habe ich ganze 240k von Band 1 der zweiten Trilogie geschrieben, womit ich insgesamt 340k habe. Inzwischen hat das Kind auch einen Namen und schimpft sich ’Die Königsmörderin’. Mein aktueller Twittername ist übrigens keine Werbekampagne für diese Fanfiction, die in frühestens zweieinhalb Jahren zu lesen ist, sondern Ausdruck meiner Trauer darüber, dass mein böser heißer König mit dem Mitte Dezember hochgeladenen Kapitel von ’Die zwei Könige’ offiziell sterben musste.

Irgendwo zwischendurch habe ich auch mit meiner Kurzgeschichte über Akkarin und Lorlen Von Strippenziehern und besten Freunden den Bromance-Wettbewerb auf Fanfiktion.de gewonnen und erweiterte Karten für mein Black Magician-Universum gezeichnet, Worldbuilding in Sachaka, Duna und Lonmar durchgeführt und Ansätze einer fiktiven Sprache ’modern Lonmars’ entwickelt.

Den Dezember habe ich damit verbracht, die verbleibenden 14 Kapitel von ’Die zwei Könige’ für meine Testleserin fertigzumachen und habe die sprachliche Überarbeitung von ’Der Spion’ bis Kapitel 37 weitergeführt. Den Rest der Zeit habe ich die zahlreichen Reviews beantwortet, die durch den Adventskalender kamen, der wie eine Bombe bei den Lesern eingeschlagen ist. Ich hätte nie gedacht, dass ich, die zum Schwafeln neigt, Drabbles schreiben könnte und dass die Idee dahinter von den Lesern so gut angenommen wird, nachdem ein ähnlicher Versuch mit meiner Kurzgeschichtensammlung gescheitert ist. Damit haben meine Leser mir 24 Tage am Stück jeden Tag ein kleines Weihnachten beschert.

Kurz nach Weihnachten habe ich schließlich mit den Korrekturen zu ’Das Heiligtum von Yukai’ angefangen. Bis jetzt bin ich überrascht, wie wenig ich in den ersten Kapiteln korrigieren musste, nachdem mich das Schreiben an dieser Geschichte während der vergangenen zweieinhalb Jahre oft in den Wahnsinn getrieben hat. Es macht Freude, die Kapitel zu lesen, mein Schreibstil hat sich anscheinend gefestigt und ich fangirle die Charaktere wie nie.

Wie geht es nun 2016 weiter?

Die ersten Monate werden der Korrektur von ’Das Heiligtum von Yukai’ gewidmet sein. Währenddessen werde ich wahrscheinlich kleinere Zitate daraus auf meiner Facebook-Seite posten. Zwischendurch werde ich an der Königsmörderin weiterschreiben, wenn spontane Ideen kommen. Der Fokus wird jedoch auf der Korrektur von Yukai liegen. Außerdem kommt im Januar noch das ausstehende Märchen von Tavara und Hariko.

Im April werde ich wieder am Camp NaNoWriMo teilnehmen. Entweder mit der Überarbeitung von ’Darker Than Black’ oder falls die Korrektur von ’Yukai’ sehr schnell läuft und ich beides vor April abschließen kann, würde ich an der Königsmörderin weiterschreiben. Andernfalls tue ich dies im Mai und Juni.

Im Juli werde ich Teil 3 meiner Akkarin-Trilogie im Camp schreiben. Allerdings werde ich dafür einiges an Planung vornehmen müssen, weil diese Story parallel zu The High Lord spielt und ich die zahlreichen Akkarin-Szenen im Buch aus seiner Perspektive und in den Kontext seiner eigenen Geschichte bringen muss. Das heißt, ich werde sehr viele Szenen aus dem Buch übersetzen, abtippen und umformulieren und die Lücken mit seiner kompletten Storyline füllen, bis es sich wie ein eigenes Buch über ihn liest. So ähnlich bin ich bei ’Darker Than Black’ vorgegangen, nur dass die ersten beiden Bücher weniger Szenen mit Akkarin haben, was die Arbeit erleichtert hat.

Im September geht ’Unter tausend schwarzen Sonnen’ und im Anschluss werde ich den zweiten Teil meiner Akkarin-Trilogie ’Darker Than Black’ hochladen. Außerdem endet im Juni ’Die zwei Könige’, das heißt Ende Juni / Anfang Juli geht es mit Band 3 ’Das Heiligtum von Yukai’ weiter.

Den Rest der Zeit, auch den offiziellen NaNoWriMo werde ich mit dem Schreiben an ’Die Königsmörderin’ verbringen. Auch das wird noch viel Arbeit. Nachdem sich das Gerüst so runtergeschrieben hat, brauche ich nun konkrete Ideen für die Nebenhandlungen, ohne die komplette Geschichte nicht existieren kann. Und darin liegt die eigentliche Herausforderung.

Zwischendurch werde ich voraussichtlich weitere Karten zeichnen, mein Sachakanisch-Dictionary erweitern und die ausstehenden Kapitel vom Spion sprachlich überarbeiten. Außerdem werde ich im Herbst an einem neuen Drabble-Adventskalender arbeiten – zu welchem Thema weiß ich jedoch noch nicht. Ganz vielleicht auch, werde ich meine Kurzgeschichtensammlung Die Gilde der ungelüfteten Geheimnisse wieder aufnehmen.

Fazit

Ein in weiten Teilen sehr mieses Jahr liegt hinter mir. Ich habe euch nur an meinen schrifstellerischen Tiefpunkten teilhaben lassen, weil der Rest zu privater Natur ist. Dadurch, dass mein Fels in der Brandung zerbrochen ist, musste ich mich allem anderen allein stellen, was besonders um den Sommer herum dazu geführt hat, dass ich selbst fast zerbrochen wäre. Im Nachhinein könnte ich nicht einmal sagen, wie ich dort wieder herausgekommen bin – nur, dass Juli-Camp und meine sture Entschlossenheit, diese eine Geschichte schreiben zu müssen und ihr ganz spezieller Inhalt dazu beigetragen haben. So auch wie Tatsache, dass ich mich von allem befreit habe, was mir nicht guttut und mir Kraft raubt, sofern es in meiner Macht liegt.

Wenn ich etwas Positives über 2015 sagen kann, dann dass ich an den Schwierigkeiten gewachsen bin und sowohl im RL als auch im Netz schließlich einige sehr liebe Menschen getroffen habe, die (wenn auch oft indirekt) dazu beigetragen haben. Trotzdem bin ich froh, dass dieses Jahr nun ein Ende hat und gehe mit dem Gefühl, dass es nur besser werden kann, ins nächste Jahr.

Vorsätze für 2016 mache ich mir keine, weil ich lieber dann etwas ändere, wenn es notwendig ist. Alles andere kommt mir nur wie eine bequeme Ausrede vor, um etwas Unbequemes hinauszuzögern.

Ich danke von Herzen allen, die mich 2015 unterstützt haben – sei es durch Gespräche, Trost, moralische Unterstützung, Herumalbern, Kommentare zu meinen Geschichten oder Blogartikeln, ihrer Geduld mit mir und meinen Autorenneurosen oder einfach dafür, dass ihr mir und/oder meinen Geschichten eine Chance gegeben habt <3

Ich wünsche euch allen einen guten Start in 2016 und wünsche euch viel Erfolg, Motivation und Kreativität! Mögen eure Träume in Erfüllung gehen!

Eure Lady Sonea


*Inzwischen habe ich damit abgeschlossen, weil ich gemerkt habe, dass es einfach nicht meine Welt ist und ich mich mit der dort herrschenden Philosophie nicht identifizieren kann.

Warum man Rückschlüsse auf den Autor nur mit Bedacht ziehen sollte

… und was wirklich hinter den in Geschichten bearbeiteten Themen steckt

Eigentlich wollte ich mich ab diesem Artikel den Schwächen von Black Magician widmen, habe jedoch entschieden, dies nach hinten zu schieben, da ich die Bücher jetzt bald wieder einmal lesen wollte. Jeder Lesedurchgang findet bei mir unter einem anderen Aspekt statt und ich denke, dass die Artikel über die Schwachstellen davon nur profitieren können.

Deswegen muss ich heute leider noch einmal auf jenen Forumspost zurückgreifen, durch den diese Blogreihe überhaupt erst zustande gekommen ist. Dort fiel ein Satz, der mir ganz besonders sauer aufgestoßen ist, auch wenn ich davon ausgehe, dass jener User* nur angewendet hat, was er im Deutschunterricht gelernt hat. Für einen Autor ist das dennoch nicht immer witzig:

„3 Bände lang muss man sich kapitelweise durch immer gleiche Mobbingattacken durch diesen Deppen quälen. Gähn…… Offenbar musste die Autorin damit irgendwelche eigenen Mobbingerfahrungen aus ihrer eigenen Schulzeit psychologisch aufarbeiten…..“

Ich bin wahrlich nicht mit allem einverstanden, was Canavan schreibt. Aber eine solche Unterstellung ist einfach nur anmaßend, unsensibel und verletzend (abgesehen davon, dass der Verfasser dieser Zeilen anscheinend nicht weiß, wovon er spricht). Vielleicht ist das eine meiner Hochsensiblen-Macken, dass ich auf solche Unterstellungen anspringe. Allerdings teilten die Personen, mit denen ich über diesen Post diskutiert habe, meine Meinung und hatten wie ich selbst schon negative Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht. Aber dazu später mehr.

Warum solche Rückschlüsse unangenehm sein können

Nach dieser Logik müsste J.K. Rowling von ihren Zieheltern in einen Schrank unter einer Treppe eingesperrt worden sein, wo sie anfing, sich in Phantasiewelten zu träumen. Autoren wie Chris Carter, Sebastian Fitzek oder Simon Beckett wären in ihrem Herzen psychopathische Serienkiller und Stephen King würde vielleicht unter irgendwelchen seltsamen Wahnvorstellungen leiden. Und ich hätte Die zwei Könige nur geschrieben, weil ich irgendwann einmal entführt und zur Sexsklavin ausgebildet worden wäre. Und das bezieht sich nur auf eine meiner multiplen Persönlichkeiten, da ich noch über andere Figuren schreibe (bisexuelle Amazonen, menschenscheue angehende Wissenschaftler, Diebe mit jeder Menge krimineller Energie, skrupellose Kontrollfreaks, widerwärtige Intriganten und liebeskranke Vanillas, bei denen nicht nur meine Leser das Bedürfnis verspüren, ihren Kopf in die Tastatur ihres Laptops zu hauen – um nur einige zu nennen). Und natürlich sind meine Geschichten voll mit meinen perversen sexuellen Phantasien. Denn schließlich bin ich ja Fanfiction-Autorin.

Aussagen wie in dem obigen Zitat erinnern mich ein wenig an den Deutschunterricht in der Schule, wo wir unsere Lektüren unter anderem danach interpretieren mussten, was uns der Autor damit sagen will. Wenn wir dabei den persönlichen Hintergrund des Autors in unsere Interpretation mit einbezogen haben, gab es dafür auch ein Sternchen. Das ist in etwa so, wie in Vincent van Goghs Sternennacht nach Anzeichen für seine fortschreitende Erkrankung zu suchen.

Mir stoßen derartige Rückschlüsse auf den Autor auch noch aus einem anderen Grund sauer auf. Denn ich bin nicht allzu angetan, wenn man dies bei mir tut. Was meine Leser im Stillen über mich denken, kümmert mich nicht. Doch manchmal artet so etwas auch aus. Erst vor kurzem hatte ich diesbezüglich selbst ein weniger schönes Erlebnis: Ich habe über Twitter jemanden kennengelernt, der mir nach nur wenigen gemeinsamen Vielfachen von 140 Zeichen sagte, er fühle sich mit mir ‚verbunden‘. Deswegen wolle er nun erst Black Magician und dann meine Fanfictions lesen, um mich ‚zu verstehen‘. Mir ist unbegreiflich, wie man mich auf Grund meiner Fanfictions verstehen soll – besonders, wenn man mich kaum kennt (einige gemeinsame Vielfache von 140 Zeichen sind für mich gleichbedeutend mit ‚kaum kennen‘). Jedenfalls war mir die ganze Sache so unheimlich, dass ich die Flucht ergriff und den Kerl geblockt habe, zumal ich mich anfing gestalkt zu fühlen, weil er alles von mir geliket, retweetet und kommentiert hat. Leider kann ich ihn nicht auf Fanfiktion.de blocken und mir graut schon vor dem Tag, an dem er mich in Reviews psychoanalysiert.

Ein weiteres unschönes Erlebnis dieser Art liegt schon etwas länger zurück. Als ich 2010 anfing Die zwei Könige zu schreiben, erzählte ich bei einem Pärchenabend der Freundin des besten Kumpels meines Freundes davon. Dummerweise hatte ich dabei nicht bedacht, dass sie Psychologie studiert und meine Aussage, dass mein Antagonist (der böse heiße König von Sachaka) in einigen Charakterzügen von meinem Freund inspiriert war, wurde für den Rest des Abends bis ins kleinste Detail meine dahintersteckende Motivation analysiert so wie meine Person und unsere Beziehung. Ich bin kläglich daran gescheitert zu erklären, dass es dabei nur um einige kleine Eigenheiten meines Freundes ging, die rein zufällig auch in meine Vorstellung von einem perfekten Antagonisten passen.

Wer mein Vorwort zu Die zwei Könige gelesen hat, weiß übrigens, dass die Story nur deswegen so hart wurde, weil alles andere im Zusammenhang mit einer Entführung durch die Sachakaner Augenwischerei gewesen wäre.

Was beim Schreiben tatsächlich passiert

Aus diesem Grund gebe ich meine Geschichten auch ungern Freunden und Bekannten zu lesen, sofern ich ihnen in dieser Hinsicht nicht absolut vertraue. Meine Leser könnten diese kleinen Details niemals erraten und ich würde sie ihnen auch nicht verraten. Aber genau diese kleinen Details sind es, die Figuren lebendig werden lassen. Indem wir ihnen etwas mitgeben, was wir kennen, fügen wir ihnen eine weitere Facette hinzu und lassen sie dadurch realistischer werden. Und das hat nicht im entferntesten etwas mit Verarbeitung zu tun. Verarbeitung geschieht indirekt. Lasse ich einen Charakter Liebeskummer erleiden, so erinnere ich mich an meine Gedanken von Sinnlosigkeit und das Gefühl schmerzender Leere während meines letzten Liebeskummers. Indem ich die Erinnerungen wieder aufleben lasse, wird die Situation des Charakters für den Leser lebendig. Das zu schreiben macht mir große Freude, auch wenn ich dabei selbst Tränen in den Augen habe, weil ich an dem Tag etwas emotional bin oder mir der Charakter so sehr am Herzen liegt, dass ich mit ihm leide.

In den meisten Fällen stehen die Erlebnisse des Charakters, steht nur in sehr weitgefasster Assoziation mit etwas aus meinem Leben – einer Situation oder einem Gefühl, dass ich auf die Szene anwende. Ich kann nur erahnen, wie es ist, einen Menschen zu töten oder vergewaltigt zu werden. Aber ich weiß, wie es sich anfühlt, etwas sehr Falsches zu tun, was sich nicht mehr gutmachen lässt und kenne das Gefühl absoluter Ohnmacht. Für mich genügt das, um mich in einen Charakter hineinzuversetzen, auch wenn diese Gefühle aus einem völlig anderen Zusammenhang stammen.

Natürlich verarbeitet man beim Schreiben auch Dinge aus dem eigenen Leben und ich würde lügen, würde ich das nicht auch tun. Doch tatsächlich ist dieser Prozess oft sehr komplex und die Verarbeitung geschieht eher indirekt. Meist sind es nur Kleinigkeiten, manchmal wird mir erst im Nachhinein bewusst, dass ich durch das Beschreiben eines gewissen Ereignisses oder Leidensprozess einer Figur etwas verarbeite oder kompensiere. Doch das ist selten das Offensichtliche und man muss mich persönlich schon sehr gut kennen, um diese Stellen herauszufinden.

Nicht nur ich, sondern auch andere Autoren, mit denen ich mich austausche, schreiben einen Konflikt oder eine dramatische Storyline um des Schreibens willen oder weil es an dieser Stelle schlicht und ergreifend passt. Und nicht etwa, weil sie vergewaltigt wurden, Depressionen haben oder kriminell sind. Dass Sonea in The Novice von den anderen Novizen gemobbt wird, ist eine logische Schlussfolgerung aus ihrer durch ihre niedere Geburt bedingte Außenseiterrolle in der Gilde und einem Haufen schwerpubertierender arroganter Sprösslinge aus dem Adel. Ich behaupte sogar, dass wenn Canavan damit etwas kompensieren wollte, hätte sie Sonea und Regin in ihrer Fortsetzungstrilogie sensibler gehandhabt. Denn wenn man einmal selbst in dieser Opferrolle gesteckt hat, dann reagiert man auf ein solches Thema sehr empfindlich anstatt es zu verherrlichen (siehe dazu auch Meine unzensierte Meinung zum Unpairing Sonea & Regin).

In allen Geschichten steckt auch immer ein wenig von einem selbst. Doch umgekehrt findet man sich auch beim Lesen immer ein Stück weit in der einen oder anderen Figur wieder. Derselbe Prozess findet sogar statt, wenn man einen Menschen näher kennenlernt. Nur, dass dies ein wenig Aufwand erfordert, während man bei Romanfiguren schnell einen Einblick in deren Innenleben erhält.

Autoren sind keine Psychopathen. Wir schreiben um des Schreibens willen und über nicht nur über Dinge, die uns selbst bewegen, sondern oft auch einfach nur über das, was die Geschichte erfordert. Als Leser darf man gerne Vermutungen anstellen, warum ein Autor eine Geschichte so schreibt, wie er sie schreibt. Aber dabei sollte man einen gewissen Respekt gegenüber dem Autor wahren. Denn auch wenn er eine öffentliche Person ist, so ist auch er ein Mensch mit Persönlichkeitsrechten und Gefühlen.

Mir ist übrigens herzlich egal, ob meine Leser mich für pervers halten. Für einen Großteil der Bevölkerung bin ich das vermutlich. Aber für mich ist Schluss mit lustig, wenn man anfängt, mich anhand meiner Geschichten zu psychoanalysieren und mir vielleicht sogar psychische Probleme unterstellt. Und ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin.

* Allmählich tut mir der arme Kerl ja ein wenig leid, weil er andauernd für meine Blogartikel hinhalten muss …

Meine unzensierte Meinung zum Unpairing Sonea & Regin

Oder auch: Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, gesunder Menschenverstand ist ein anderes Thema

Warnung: Der folgende Artikel ist nicht nett. Ich nehme mit seiner Veröffentlichung in Kauf, dass ich mir Feinde mache und beleidigte Leser meine Geschichten aus ihren Favoriten nehmen oder sich weigern, mir weiterhin Reviews zu schreiben. Aber dieses Thema macht mich unglaublich wütend und ich kann meine Meinung dazu nicht länger zurückhalten. Mein Verstand weigert sich zu begreifen, wie man das Pairing Sonea & Regin gutheißen kann und es kotzt mich an, wenn ich irgendwo jemanden deswegen rumquietschen sehe oder entsprechende Geschichten finde.

Als ich in meiner Anfangszeit auf Fanfiktion.de erstmals erfuhr, dass Sonea und Regin in Canavans Fortsetzung von ’The Black Magician’ ein Paar werden, war mein erster Gedanke „Das klingt nach einer schlechten Fanfiction.“

Dieser Gedanke ist bis heute geblieben. Er hat mir das Lesevergnügen von ’The Novice’ verdorben, weil mir auf Grund dieses Wissens jedes Mal schlecht wird, wenn Regin und Sonea sich begegnen. Ich verspüre einen inneren Ekel, wenn ich für meine eigene Fortsetzung Szenen schreibe, in denen die beiden aufeinandertreffen. Ich will hier nicht darüber spekulieren, warum Canavan das getan hat* – Fakt ist, dass sie es getan hat. In jedem Fall ist es ein unsensibler Umgang mit dem Thema Mobbing. Aber dazu gleich mehr.

Regin und Sonea als Paar – das ist die schlimmstmögliche Charakterkonstellation, die ’The Black Magician’ zu bieten hat. Und im Folgenden erläutere ich, warum.

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Behind the Scenes: Die zwei Könige

In diesem kleinen Artikel möchte ich euch ein paar Dinge, die mich in jüngster Zeit beim Lesen eurer Kommentare umtreiben, einmal gesammelt näherbringen. Eure zahlreichen Rückmeldungen zu ’Die zwei Könige’ sind für mich stets sehr hilfreich. Neben Lob zeigen sie mir auch, was ich besser machen kann oder wo beim Lesen einfach Verständnisprobleme auftreten. Diese Verständnisprobleme enstehen immer dort, wo die Geschichte nicht ausreichend erklärt, was für mich intrinsisch klar ist. Denn als ihre Schöpferin kenne ich den weiteren Verlauf der Story und die Hintergründe kenne und kann deswegen nicht immer abschätzen, wo ich für euch zu wenig erkläre. Aber dafür sind Reviews schließlich da und ich kann euch gar nicht genug dafür danken, wenn ihr mich darauf aufmerksam macht. In solchen Fällen schaue ich mir die betreffenden Textpassagen noch einmal an und füge hier und da etwas hinzu, damit ihr als Leser auch alle nötigen Informationen zur Hand habt, um der Story folgen zu können.

Doch es gibt auch noch einen anderen Fall: Wenn die Geschichte etwas nicht erklären soll, sondern der Leser sich dies aus dem Kontext herleiten muss. Ich bin ein kleiner Fan dessen und deswegen kommt das in meinen Geschichten vermutlich recht häufig vor. Dieser Tick von mir umfasst bezogen auf ’Die zwei Könige’ alles angefangen bei der Logik hinter den Aktionen der Charaktere, über die sachakanische Kultur, bis zu der Art und Weise, wie ich diese Geschichte erzähle. Einerseits finde ich es immer wieder schade, wenn ein bestimmtes Thema oder die hinter meiner Erzählweise steckenden Intentionen nicht verstanden werden, andererseits ist mir auch bewusst, dass niemals alle Leser einer Geschichte sämtliche ihrer Aspekte verstehen. Das verbietet allein die Statistik. Außerdem weiß ich, dass sich unter euch einige noch sehr junge Leser befinden und es mir vor 15 oder 20 Jahren mit vielen der Dinge, die ihr anführt, nicht anders ergangen wäre. Und deswegen will ich euch heute einen kleinen Einblick geben, was ich mir bei diesem ’Buch’ gedacht habe und warum ich die Dinge so handhabe, wie ich es tue.

Zunächst einmal: Sowohl für ’Die zwei Könige’ als für all meine anderen Geschichten gilt, dass nicht immer alles erklärt wird, weil sie den Leser zum Nachdenken oder auch zum Rätseln anregen sollen. Auch sind die Charaktere nicht immer perfekt. Mitunter sind sie auch hochmütig, leichtsinnig und begehen Dummheiten, ganz besonders wenn Liebe im Spiel ist. Ihr könnt das mögen oder nicht, von mir ist es so gewollt. Und Hand aufs Herz: Unfehlbare Charaktere wären doch langweilig, oder?

Die Aufteilung der Handlung

Tolkien hat es getan, Martin sogar über zwei ganze Bücher, und auch wenn ich mich mit keinem der beiden messen kann, habe ich es auch diese Methode verwendet. Zugegeben, für die meisten von euch ist es sicher ärgerlich, dass ich das erste und zweite Drittel des Buches parallel laufenlasse. Vorab habe ich lange überlegt, ob ich das tun soll, weil ich aus leidiger Eigenerfahrung weiß, wie qualvoll es für den Leser ist, nur die Hälfte der Geschichte zu lesen zu bekommen. Und doch hat diese Entscheidung andere Gründe, als Sadismus oder Bequemlichkeit:

  1. Es ist ein Stilmittel: Ich habe die Absicht, den Leser mit den ersten 21 Kapiteln in eine Welt zu entführen, die sowohl märchenhaft als auch grausam ist. Das Leben im Palast von Arvice findet in einer Seifenblase statt, die gegen Ende zu platzen beginnt, wie eine Leserin es einst so schön ausgedrückt hat. Alles, was jenseits davon geschieht, würde diese Blase platzenlassen und verhindern, dass man sich ganz auf diesen Teil der Handlung einlässt.

  2. Den Leser mit Sonea leiden lassen: Gleich im ersten Kapitel erfährt Sonea, dass ihr Geliebter tot ist und als ihr dann auch noch ihre Magie genommen wird, verliert sie jegliche Hoffnung, jemals wieder aus dieser Situation herauszukommen. Sie leidet sowohl unter ihrem Verlust als auch unter Marikas Willkür und Grausamkeit. Im späteren Verlauf beginnt sie ihr Schicksal schließlich zu akzeptieren und fängt an sich anzupassen – und das Drama nimmt seinen Lauf. Soneas damit verbundene Unterwerfung führt dazu, dass sie sich verliert und in eine Abhängigkeit zu ihrem Meister gerät, die ihr nicht guttut. Würde man als Leser nun von Anfang an wissen, dass Akkarin noch lebt und was er und die Gilde planen, so könnte man sich weniger in ihre Situation hineinfühlen. Und damit würde ich euch um einen nicht geringen Teil der Spannung nehmen.

  3. Beide Teile mixen? Ganz schlechte Idee: Die Kapitel von Teil 1 und Teil 2 sind nur bedingt synchron. So beginnt das erste Kapitel von Teil 1 zwei Wochen nach der Schlacht, als Sonea in Arvice aufwacht, während das erste Kapitel von Teil 2 nur einen Tag nach dem Kampf gegen die Sachakaner stattfindet. Würde ich nun komplett chronologisch vorgehen, so wüsste der Leser von Anfang an, dass Akkarin nicht tot ist und warum er Sonea nicht durch den Ring antwortet. Ein Blick auf den Zeitplan zeigt, dass bei diesem Konzept das erste Kapitel, das in Arvice spielt, erst bei Kapitel 4 der Gilde an die Reihe kommen würde. Und jetzt stellt euch einmal vor, ihr würdet Soneas ersten Auftritt lesen, nachdem Akkarin sich vier Kapitel lang bester Gesundheit erfreut hat. Ich bin mir ziemlich sicher, die wenigsten von euch würden sich dann noch so von ihrem Leid berührt fühlen, wie sie es getan haben, als sie dieses Kapitel unvoreingenommen gelesen haben. Doch auch sonst würde die Story bei dieser Methode nicht gleichförmig erzählt. In beiden Teilen der Handlung gibt es Stellen, an denen mehrere Kapitel einen kurzen Zeitraum beschreiben, während andere Kapitel größere Zeiträume umfassen. Die damit verbundene Aufteilung der Charaktere würde sehr viel Unruhe in die Story bringen. Und es wäre auch schlichtweg unrealistisch, wenn in beiden Teilen zur gleichen Zeit etwas Erzählenswertes passiert.

Natürlich ist das immer eine Geschmackssache, aber ich würde bei diesem ganz speziellen Teil meiner Trilogie niemals beide Handlungsstränge gemixt lesen wollen. Das würde mir einen gewaltigen Teil des Lesevergnügens nehmen. Denn ich mag es als Leser mich zu quälen und in die Charaktere einzutauchen.

Der König von Sachaka und seine Politik

Obwohl Marika seinem Land ein guter König ist und politisch und strategisch kluge Entscheidungen trifft, die zuweilen auch etwas unkonventionell sind, ist auch er nicht perfekt. Kein Anführer ist das, egal ob vom Volk gewählt oder ob er per Geburtsrecht König wurde. Und man muss sich nur einmal die Weltgeschichte, in der es hinreichend Beispiele gibt, anschauen. Ist man alleine für ein ganzes Land verantwortlich, so kann man nicht alles auf einmal leisten. Kein Mensch kann das. Und deswegen hat jeder König seine Berater und jeder Präsident seine Minister.

Marikas größte Schwäche sind indes die Frauen – oder besser gesagt: eine Frau. Sein Frauengeschmack war schon immer außergewöhnlich und hat neben den Wirren des Bürgerkriegs und seinem Unwillen, einem Ashaki durch die Heirat mit dessen Tochter einen politischen Vorteil zu verschaffen, mit dafür gesorgt, dass er mit vierzig immer noch nicht verheiratet ist.

Wenn Marika der Meinung ist, er müsste seine Lieblingssklavin heiraten und ihr als Beweis seiner Liebe verspricht, die Gildenmagier zu verschonen, dann grenzt das zweifelsohne an den Wahnsinn, den einen zuweilen befällt, wenn man sich heftig verliebt. Allerdings kommen Marika hier wieder sein politisches Geschick und der Krieg zugute, so dass der erwartete Skandal ausbleibt. Denn dass die magischen Blutlinien der Sachakaner schwächer werden, weil die Ashaki nur untereinander heiraten und Sklaven nur als Quellen genutzt werden, ist eine Tatsache, die ihre Begründung in der Kultur und Lebensweise der Sachakaner findet. Die Kyralier bieten da die perfekte Abhilfe, auch wenn es bedeutet, Kinder mit ihnen zu zeugen. Diese würden jedoch nach sachakanischen Werten erzogen, und auch wenn eine Vermischung beider Völker stattfindet, bietet es für die Sachakaner mehr Vorteile als Nachteile. Denn andernfalls würden die Kyralia immer nur eine Klasse von Sklaven darstellen, die ihre eigene, dem System widersprechende Denkweise behält. Und aus ’The Magicians’s Apprentice’ wissen wir ja bereits, dass Kyralia schon einmal seine Unabhängigkeit erlangt hat.

Dass die Gildenmagier sich nicht kampflos ergeben werden, ist zudem ein offenes Geheimnis, es geht hier vielmehr um die Geste an sich und Marikas Bereitschaft, ’nett’ zu sein.

Sklaverei

Ich gehe speziell auf das Thema Bettsklavinnen bzw. die Cachira ein, alles andere würde den Rahmen an dieser Stelle sprengen und ist Bestandteil anderer Geschichten.

Die Beziehung zwischen einem Meister und seiner Bettsklavin basiert in den meisten Fällen trotz entsprechender Ausbildung und Erziehung auf Unfreiwilligkeit. Dennoch ist es möglich, dass sich in Einzelfällen eine von starker Hierarchie geprägte Liebesbeziehung entwickelt, was eine entsprechend gute Behandlung der Sklavin voraussetzt (sonst sind wir nämlich schnell wieder beim Thema Missbrauch). Die Sklavinnen in Marikas Cachira stellen da in vielerlei Hinsicht eine Ausnahme dar, weil sie sozusagen den Jackpot gewonnen haben. Dazu kommt, dass Marika seine Sklavinnen nicht grundsätzlich schlecht behandelt – er bestraft sie, wo es nötig ist, was bis auf eine wohlbekannte Ausnahme jedoch nicht der Fall ist.

Nichtsdestotrotz sind Bettsklavinnen niemals Geliebte, Ehefrauen, Freundinnen oder dergleichen, sondern Sklavinnen. Sie wurden dazu erzogen, sich zurückzunehmen und die Bedürfnisse ihres Meisters über ihre eigenen zu stellen. Und sie wurden ausgebildet, ihrem Meister zu gefallen und ihn zu unterhalten. Kein Ashaki würde seine Sklavin jemals zur Frau nehmen, ohne einen großen Skandal auszulösen und ins gesellschaftliche Abseits zu geraten. Nicht einmal Marika hätte sich das erlauben können, hätte er in diesem speziellen Fall nicht gute Gründe. Wenn der Meister eine andere Sklavin bevorzugt oder genug von ihr hat, so ist das natürlich enttäuschend, doch eine gute Sklavin akzeptiert das. Falls ihr euch noch an das Kapitel nach dem Duell erinnert, hat Ienara dies auch einst getan. Sie ist ein Paradebeispiel für eine Sklavin, die nicht nur ihre Erfüllung gefunden hat, sondern auch die Entscheidungen ihres Meisters akzeptiert und frei von Gefühlen wie Eifersucht ist. Natürlich gibt es auch Ausnahmen wie Keya und ein gewisses Maß an Konkurrenz ist innerhalb einer Cachira normal, doch bitte verwechselt den Wechsel einer Lieblingssklavin nicht mit dem Partnerwechsel in einer Liebesbeziehung. Das ist es nicht und wird es in einem Land wie Sachaka auch niemals sein.

Sonea und der König

Zu diesem Thema habe ich bereits zu Beginn von Teil 2 und hier (Über Missbrauchsbeziehungen in Geschichten und die Konsequenzen) einiges gesagt und werde an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.

Ein Autor – auch wenn er nur Fanfiction schreibt – hat immer das Bedürfnis, dass seine Geschichten auch so verstanden und aufgenommen werden, wie sie beabsichtigt sind. Besonders dann, wenn man viel Liebe und Mühe in die Details steckt. Aus diesem Grund hoffe ich, ich konnte euch heute einen guten Einblick in zumindest einige Aspekte meiner aktuellen Story geben und ein Grundverständnis dafür schaffen, warum die Dinge so und nicht anders sind. Gerne gehe ich auch noch ausführlicher darauf ein, falls von eurer Seite weiterer Erklärungsbedarf besteht und schreibe über andere Themen, auf die ich durch eure Kommentare gestoßen bin.

Falls ihr Fragen oder sonstige Anmerkungen habt, so könnt ihr gerne jederzeit mit mir darüber diskutieren. Doch bedenkt bitte, dass ich meine Geschichte nicht auf Grund von persönlichem Geschmack ändere, kleinere und größere Fehler jedoch immer gerne behebe. 🙂

Über Missbrauchsbeziehungen in Geschichten und die Konsequenzen

Eigentlich gibt es eine Vielzahl anderer Blogartikel auf meiner Liste. Dieser brennt mir jedoch anlässlich des Endes von Teil 1 der zwei Könige wirklich auf der Seele. Also verzeiht mir bitte eventuell harsche Wortwahl. Dieses Thema liegt mir wirklich sehr am Herzen.

Spoiler-Warnung: Falls ihr vorhabt, meine Fortsetzung von ‚The Black Magician‘ zu lesen oder irgendwo mitten im ‚Spion‘ steckt, solltet ihr diesen Blogartikel nicht weiter lesen, da er sich auf Teil 2 ‚Die zwei Könige‘ bezieht.

Seit der zweite Teil meiner Trilogie online ist, ist das Feedback einfach überwältigend. So viel Resonanz hätte ich mir stellenweise auch für den ’Spion’ gewünscht. Ich weiß jedoch auch, dass der große Zuspruch der Leserschaft bei ’Die zwei Könige’ vor allem daher kommt, dass die Charaktere und ihr Zusammenspiel starke Emotionen bei den Lesern auslösen. Wo ich anfangs glaubte, dass kaum jemand lesen will, wie meine Heldin gequält wird, weil die Häufigkeit derart schonungsloser Geschichten im Black Magician Fandom regelrecht gegen Null geht, ist mir die Beliebtheit, die dieser zweite Teil sich inzwischen erfreut, inzwischen nahezu unheimlich.

Jedoch nicht auf Grund der beiden neuen Charaktere Ivasako und Danyara oder des Entwurfs einer Kultur, die sowohl grausam ist als auch einem orientalischen Märchen entsprungen sein könnte, und auch nicht wegen meines bösen heißen Königs, der für mich den perfekten Antagonisten verkörpert, an sich – nein, es geht um das Pairing Sonea und Marika.

Oder besser gesagt: das Unpairing.

Denn seien wir ehrlich: So sehr ich selbst Marika vergöttere und es genieße, wenn er meine Leser polarisiert oder sie ihn gegen ihren Willen fangirlen, so stößt mir nichts saurer auf, als wenn ich ein Review bekomme, in dem ein begeisterter Leser die Hoffnung äußert, Sonea und Marika könnten sich ineinander verlieben. Das löst jedes Mal in mir das unbändige Verlangen aus, die Moralkeule zu schwingen.

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