Schlagwort: Handlungsfäden

Änderung an den noch verbleibenden Kapiteln von Yukai

Letzte Woche habe ich mich, schweren Herzens, von einem Handlungsstrang in Das Heiligtum von Yukai getrennt. Nicht komplett, aber in den kommenden Kapiteln wird Dorrien bis auf einen Auftritt am Ende nicht mehr auftauchen.

Die meisten von euch wird diese Neuigkeit vermutlich freuen. Für mich bedeutet dieser Schritt vor allem, dass ich bei diesem Charakter auf ganzer Linie versagt habe.

Für diese Entscheidung gab es keinen bestimmten Auslöser, es war vielmehr so, dass dieser Stein von einem steten Tropfen schließlich gehöhlt wurde. Seit etwa drei Jahren, seit Die zwei Könige, ist Dorrien neben Regin der unbeliebteste Charakter in meiner Fanfiction-Trilogie. Wo Regin als Ekelpaket und auf Grund seines vielseitigen Potentials für mich als Erzählcharakter seine Existenzberechtigung hat, verschwindet Dorrien in „Das Erbe der schwarzen Magier“ bis auf den einen oder anderen Gastauftritt in der Versenkung. Seine Geschichte ist für mich mit der ersten Trilogie zu Ende erzählt. Regin hingegen wird in der zweiten Trilogie noch eine tragende Rolle spielen. Continue reading „Änderung an den noch verbleibenden Kapiteln von Yukai“

Monatsrückblick Februar – Karnevalseskapismus & Homecoming

Irgendwie ist der Februar einer dieser Monate, die viel zu schnell vergehen, und das nicht, weil er 2-3 Tage kürzer als die übrigen ist. Jetzt, wo ich den Monat Revue passieren lasse, fällt mir jedoch einiges ein, was sich in dieser Zeit in meinem Autorenleben getan hat. Insgesamt habe ich im Februar sogar recht viel geschafft, auch wenn ich insgesamt nicht so viele Kapitel überarbeitet habe, wie im Januar und Dezember. Aber Überarbeiten und eine Geschichte zu beenden ist eben mehr als nur Kapitel zu lesen und beim Lesen zu korrigieren.

Überarbeitungsstatus der ’Königsmörderin’

Auch diesen Monat konnte ich meinen Plan ein Kapitel pro Tag zu überarbeiten, nicht immer einhalten, was neben Arbeit und allgemeiner Müdigkeit auch davon abhängt, wie viel es bei einem Kapitel zu tun gibt. Da ich mich dem Ende nähere, gibt es in jedem Kapitel mehr zu tun, weil mehr Szenen angepasst oder aufgefüllt werden müssen. Die zweite Februar-Hälfte bestand weitgehend aus einer längeren ToDo-Liste für den Mittelteil, die vor dem Finale abgearbeitet werden wollte. Da ich nur die Mittagspausen und die zu kurzen Abende zur Verfügung hatte, zog sich das über eine Woche hin. Als ich anschließend mit den Folgekapiteln weitermachte, wurde mir schnell klar, dass für den weiteren Verlauf ein Brainstorming erforderlich war. Insbesondere für die Sachaka-Storyline, womit die letzte Februar-Woche dann auch gefüllt war.

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Wie ein Baby so stark polarisieren kann und mich damit so viele Nerven kostet

Wie ein Baby so stark polarisieren kann und mich damit so viele Nerven kostet

Seit dem letzten Kapitel von ’Die zwei Könige’ habe ich so viele polarisierende Meinungen zu einem gewissen Baby erhalten, dass ich die ganzen Diskussionen darüber gerade so ein bisschen leid bin. Ich habe im Laufe meiner Trilogie häufig mit Unverständnis und Kritik gerechnet und war überrascht, wenn keine kam, wie etwa bei den folgenden Themen:

  • Die Entscheidung des Königs, die Diebe als Stadtwache der Hüttenviertel einzusetzen
  • Die D/s-Beziehung von Sonea und Akkarin (jene Leser verschwinden jedoch meistens schnell, weil ihnen Akkarin nicht weichgespült genug ist)
  • Soneas Entführung durch Marika
  • Dass die Gilde Akkarin schließlich wieder zum Hohen Lord wählt

Dass es jedoch ausgerechnet bei einer Sache passiert, der ich in dieser Hinsicht nur wenig Bedeutung beimesse, hat mich ziemlich von den Socken gehauen. Es hat mich schockiert, dass ein Baby das auslösen kann und in mir die Frage aufgeworfen, ob ich mit dieser Entwicklung etwas Grundsätzliches falsch gemacht habe. Während ich Babies in Geschichten und Serien häufig als störend empfinde, wenn um sie viel übertriebenes Drama gemacht wird und sie den Hauptcharakteren die Show stehlen, ging ich davon aus, dass dieses eine Baby bei der überwiegend weiblichen Leserschaft auf Begeisterung stoßen würde. Denn ich dachte immer ganz naiv, dass jeder Babies liebt.

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Vorbereitungen für den NaNoWriMo

Vorbereitungen für den NaNoWriMo

Wenn man keinen roten Faden hat und die Charaktere nur an Sex denken. Oder so.

Ok, ganz so schlimm ist es nicht. Aber den NaNoWriMo mit einer 750k-Story, die noch in den Anfängen steckt, zu bestreiten ist … ein Experiment.

Die letzten beiden Wochen hatte ich Urlaub und dementsprechend viel habe ich mich in Band 1 meiner zweiten Fanfiction-Trilogie „Das Erbe der schwarzen Magier“ (Twitter-Hashtag #dEdsM1) eingeschrieben, noch fehlende Storylines ersonnen und meine armen Follower auf Twitter mit #NaNoPrep-Tweets tyrannisiert. Ich habe tatsächlich mein selbstgestecktes Ziel der ersten 100k von Band 1 bis Ende Oktober knapp geschafft – verteilt auf die ersten fünf Kapitel und zahlreiche über den gesamten Band verstreute Szenen. ’Knapp’ übrigens deswegen, weil ich mich heute am letzten Tag nicht noch stressen wollte und noch das eine oder andere ToDo jenseits der Story, wie zum Beispiel lästige Hausarbeit, zu erledigen habe.

Bei schlechtem Wetter habe ich mit Decke und Heizung in meinem Schreibzimmer geschrieben, an den schönen Tagen, von denen es überraschend viele gab, habe ich noch einmal ein Echo des Sommers aufleben lassen und in der Gesellschaft von unzähligen Marienkäfern, die von den letzten warmen Sonnenstrahlen an die Hauswand gelockt wurden, auf dem Balkon geschrieben. Allerdings mit meiner Blind Guardian Kuscheljacke und an windigen Tagen sogar mit Wolldecke. Auf magische Weise schreibt es sich draußen immer besser als drinnen und ich lasse mich weniger ablenken.

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Ein Echo von Sommer – mein Lieblingsschreibplatz

Eigentlich hatte ich gehofft, bis Ende Oktober so weit mit der Story zu sein, dass ich eine Struktur mit Kapiteln und Szenen aufbauen kann. Für den NaNo wäre das praktisch gewesen, weil ich mich so an einem roten Faden entlanghangeln kann, damit der Schreibfluss nicht ins Stocken gerät. Bei Geschichten mit einem Erzählcharakter wie „Unter tausend schwarzen Sonnen“ und die Fortsetzung „Darker Than Black“, die ich beide während eines Camp-NaNoWriMos geschrieben habe, ist es leicht, eine Kapitelstruktur zu erstellen. Auch bei dem 3. Band meiner ersten Trilogie („Das Heiligtum von Yukai“) konnte ich das für den NaNo im letzten November machen. Allerdings war die Story damals schon zu zwei Dritteln fertiggestellt.

Meine aktuelle Story steckt jedoch noch so sehr in den Anfängen, dass ich noch gar nicht genau sagen kann, wann und wie die verschiedenen Erzählstränge zusammenspielen. Bei den meisten Szenen weiß ich nur ungefähr, wann sie stattfinden, die großen Zusammenhänge, aber auch die kleinen Details werden sich mir wie schon bei der ersten Trilogie beim Schreiben offenbaren, während wiederum andere Szenen oder ganze Handlungsstränge mir bei einem Spaziergang einfallen. Szenen, die ich nicht sofort aufschreiben kann, werden in Stichpunkten festgehalten. So habe ich für jeden Erzählcharakter ein Word-Dokument mit Stichpunkten und ausgeschriebenen Szenen. Diese Ideen-Flashs führen dazu, dass ich oft mehrere aufeinanderfolgende Szenen mit ein und demselben Erzählcharakter schreibe und dann die Lücken für die anderen Charaktere sukzessive fülle, weil ich dann weiß, was diese in der Zwischenzeit erleben müssen. Gerade zu Beginn einer großen Story ist das ein ziemliches Springen kreuz und quer durch die Geschichte, weswegen ich meine Methode auch so gerne als Chaos-Discovery-Writing bezeichne.

Das zum Teil exzessive Eigenleben meiner Charaktere sorgt zudem immer wieder für Überraschungen. Wo mich das vor ein paar Jahren beim Schreiben der „Bürde der schwarzen Magier“ noch geärgert hat, lasse ich ihnen jetzt diese Freiheit, weil sie dann natürlicher handeln, wodurch die Story sich authentischer liest. Auch in Band 1 der aktuellen Trilogie schüttele ich abwechselnd stillschweigend den Kopf oder amüsiere mich, wenn zwei bestimmte Charaktere bei jedem Aufeinandertreffen ihre gegenseitige Hassliebe zum Ausdruck bringen, anstatt sich erwachsen zu verhalten. Obwohl es amüsant ist, frage ich mich, wie die Freundschaft der beiden überhaupt funktionieren kann. Anstrengend wird es dagegen, wenn einer dieser Charaktere und ein weiterer andauernd Sex irgendwo weit jenseits der P18 haben oder in Ermangelung von Möglichkeiten Anspielungen darauf machen, als hätten sie nichts Besseres zu tun. Da frage ich mich dann doch, warum sie meinen, das tun zu müssen und ich bin zu dem Schluss gekommen, ihnen ihren Willen zu lassen. Entweder die Szenen kommen irgendwann ins Bonuskapitel oder ich stelle fest, dass sie eine Relevanz für die Story haben. Ein Charakter hat sich außerdem als seit Jahren unglücklich verliebt herausgestellt und ich sehe ihn schon, jede Menge Dummheiten begehen (nein, es ist nicht Dorrien). Und ein anderer Charakter, den ich immer für lieb und nett gehalten habe, entwickelt sich allmählich zum Antagonisten dieser zweiten Trilogie. Allerdings hat er ein Motiv, das ich ihm nicht verübeln kann.

Und da wir schon bei den Charakteren sind: Es wird ein Wiedersehen mit zwei Erzählcharakteren geben, die beide in „Das Heiligtum von Yukai“ Sendepause hatten. Welche, kann ich euch leider nicht verraten, aber ihr werdet es erraten können, weil Band 3 im nächsten Sommer online geht.

Worldbuilding & fiktive Sprachen

Sich von einer Geschichte treiben zu lassen, bringt auch noch andere faszinierende Dinge hervor. Denn das bedeutet zugleich, dass ich die Welt gemeinsam mit den Charakteren entdecke, sofern diese Orte bereisen, von denen man bisher nur weiß, dass sie existieren. Ein kleiner Teil von Band 1 spielt in Lonmar, aber nicht in Jebem, sondern im Landesinnern. Das endete in einer noch nicht vollständigen Karte von Lonmar und den Anfängen einer fiktiven Sprache. Da ich auf Twitter gefragt wurde, wie ich das gemacht habe, will ich das ein wenig ausführlicher beschreiben.

In The Black Magician wird Lonmar von einem Ältestenrat regiert, der von den Oberhäuptern der Großen Clans gestellt wird. Für meine Zwecke habe ich mir ein paar Clan-Namen überlegt und wo diese leben. Damit und mit der Reise dorthin entstand die Karte. Im Original gibt es keine vollständige Karte von Lonmar, also habe ich mich an dem vorhandenen Material orientiert und das fortgeführt. Inzwischen ist die Karte fast vollständig und enthält Namen und Gebiete, die ich gar nicht brauche, die zu definieren mir jedoch Spaß gemacht hat. Außerdem will ich die Karte irgendwann auf der Seite über Lonmar hier in diesem Blog verlinken, dazu sollte sie vollständig sein.

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Die noch nicht ganz vollständige Karte von Lonmar

Während der Reise durch Lonmar habe ich außerdem die Kultur und Lebensweise weiterentwickelt, was zum Teil recht unerfreulich war, da Lonmar auf seine eigene Weise ähnlich hart wie Sachaka ist. Die Kultur der Lonmar ist stark von einer sehr konservativen orientalischen Kultur inspiriert, zusammen mit den klimatischen Bedingungen hat mir dabei das Wissen geholfen, das ich vor ein paar Monaten aus einer BBC-Doku über die Arabische Halbinsel für mein Duna-Worldbuilding für Yukai bezogen habe.

Das Ersinnen von Namen und ihrer Bedeutung für die Landkarte hat mich zu den ersten Begriffen in modern Lonmars gebracht. Da ich schon einmal so weit war, habe ich mir ein paar Sätze zusammengebastelt, die weitgehend aus Begrüßung und Höflichkeitsfloskeln bestehen, weil ich diese gerne in der Landessprache haben wollte. Passend zum Land und seiner Kultur wollte ich eine ans Arabische angelehnte Sprache. Den ersten Satz habe ich dabei völlig frei erfunden, Hauptsache, die Wörter sind wohlklingend. Dann habe ich daran gefeilt. Ich habe Endungen und Präfixe für Singular, Plural, förmliche und persönliche Anrede ersonnen. Verben haben außerdem Präfixe erhalten, die die Bedeutung konkretisieren (wie im Deutschen ’vor’, ’ent’, ’er’, ’ver’ etc.) und Suffixe für verschiedene Zeitformen. Die Prä- und Suffixe hänge ich mit Bindestrich an die Wörter, weil ich das als Eigenheit dieser Sprache definiert habe.

Der Anfang war leicht, sobald man neue Wörter braucht, wird es jedoch schwieriger, weil diese zum Rest passen müssen. Allerdings hat jede Sprache auch ihre Unregelmäßigkeiten, so dass man immer eine Möglichkeit hat, Ausreißer zu rechtfertigen. Je nachdem, wie weit man die Sprache entwickelt, kann man sich auch überlegen, ob diese Ausreißer historisch gewachsen sind oder man definiert umgangssprachliche Begriffe. Ich weiß jedoch nicht, ob ich mit meinem modern Lonmars so weit kommen werde. Es sind nur einige wenige Szenen von der gesamten Story, die dort spielen, und die neue Sprache dient – anders als das Sachakanisch – mehr meiner Detailverliebtheit. Interessanter wird es, wenn ich für die Überarbeitung von Yukai das Sachakanisch erweitere.

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Der noch sehr unordentliche und mit Vorsicht zu genießende erste Entwurf meines modern Lonmars

Bis jetzt sind die Sätze noch nicht vollständig ausgereift und wahrscheinlich würde sich jeder Linguist bei meinen Versuchen die Haare raufen. Für mich genügt es jedoch, die kleineren Unstimmigkeiten zu beheben, wenn ich ein paar weitere Sätze und Wörter gebastelt habe. Denn dann habe ich auch einen besseren Überblick.

Eigentlich ist das auch schon die ganze Magie hinter meinen ersten Versuchen, eine fiktive Sprache zu basteln. Das schwierigste ist (zumindest für mich) das Erfinden von Wörtern, während die Regeln für Zeitformen, Singular/Plural, Anrede, Personalpronomen etc. einem Muster folgen, das man sich selbst definiert und an dem man sich orientieren kann. Wichtig ist es, Ausnahmen in die Regeln einzubauen und sich zu überlegen, was wie historisch gewachsen sein könnte, was Umgangssprache ist oder ob es Redewendungen gibt. Nicht alles an einer Sprache ist logisch, das kennt ihr sicher alle vom Lernen von Fremdsprachen, oder auch wenn man die eigene Muttersprache unter die Lupe nimmt.

… und dann ist es auch schon soweit.

In wenigen Minuten beginnt der November und dann heißt es für 30 Tage, ein Doppelleben zwischen Job und Schreiben auf Kosten von Schlafmangel zu führen, was durch die Motivation wieder ausgeglichen wird. Sprich, ich werde für einen Monat zu einer Art Schreib-Zombie. Und ich bin sicher, auch dieser NaNoWriMo wird wieder einzigartig.

Auch wenn im offiziellen NaNoWriMo im November die 50k als Wortziel fix sind, plane ich wieder so um die 150k zu schreiben, so dass ich am Ende ca. ein Drittel des ersten Bandes habe. Einen Arbeitstitel habe ich für den ersten Band übrigens auch schon, aber den kann ich aus Spoilergründen leider noch nicht verraten. Für das erfolgreich erreichte Wortziel habe ich außerdem eine Belohnung geplant, die für sich genommen schon Ansporn genug ist, weil ich davon schon seit ein paar Jahren träume, mich aber nie getraut habe. Der Termin mit dem Tätowierstudio ist auch schon gemacht – ihr könnt ja mal raten, was ich mir stechen lasse.

Schreibnews Oktober

Nach zwei Wochen Unterbrechung habe ich nun endlich wieder die Arbeit an „Das Erbe der schwarzen Magier I“ aufgenommen. Die Unterbrechung kam nicht ganz freiwillig zustande und leider bin ich dadurch aus der Story wieder raus, bevor ich überhaupt richtig eingestiegen war. Allerdings habe ich jetzt zwei Wochen Urlaub und danach ist NaNoWriMo – also genug Zeit, um wieder in die Geschichte reinzukommen.

Diese Unterbrechung war nicht geplant und ärgert mich ziemlich, aber ich war in dieser Zeit nicht untätig und habe einige andere Dinge erledigt. So habe ich sämtliche Kapitel von „Unter tausend schwarzen Sonnen“, die ich bis Anfang Dezember hochladen werde, noch einmal korrigiert und uploadfertig gemacht. Außerdem habe ich mehrere Artikel für diesen Blog und für das Schreibmeer-Magazin vorbereitet, um während des NaNoWriMos auch in dieser Hinsicht möglichst wenig Arbeit zu haben. Die versprochene Reihe über die Schwächen von The Black Magician kommt dann auch nach dem NaNoWriMo.

Der Großteil meiner freien Zeit in den letzten beiden Wochen ging für folgende Dinge drauf:

  1. Mein Geheimprojekt, zu dem ich auf Twitter und Facebook schon hin und wieder etwas unter dem Hashtag #blackmagicchristmas geschrieben hatte. Das Projekt ist nun abgeschlossen und bereit, euch die Weihnachtszeit ein wenig zu verschönern. Falls ihr euch jetzt fragt, wie ihr neben zwei Geschichten dafür Zeit finden sollt: Es ist wirklich nicht zeitaufwändig und ich hoffe sehr, dass ihr ein wenig Freude daran haben werdet. Dieses kleine Projekt hat mich mehr Zeit und Nerven gekostet, als ich gedacht hätte und als es vermutlich den Anschein hat. Allerdings ist diese Art von Projekt auch wieder einmal eine Premiere für mich. Worum es sich dabei handelt, werde ich am 1. Advent, also am 29. November enthüllen.
  2. Das andere, noch viel umfangreichere Thema, war eine Folge meines erneuten Lesens der Bücher. Vor knapp zwei Wochen habe ich The High Lord ausgelesen und bin ein weiteres Mal in das schwarze Loch gefüllt von Leere, Zorn und einem alles beherrschenden Gefühl von Sinnlosigkeit gefallen. Es mag verrückt klingen, doch das Ende des Buches sorgt jedes Mal dafür, dass ich mehrere Tage brauche, um meinen Weg zurück in die Realität zu finden und mich auf mein alternatives Ende zu besinnen. Für das Schreiben an der zweiten Trilogie war das vorübergehend der Todesstoß.
    Weil ich das schon länger geplant hatte, aber nie die Zeit hatte, fand meine Aufarbeitung dieses Mal in Form der ersten 21 Kapitel von „Der Spion“ statt. Das heißt, ich habe den kompletten ersten Teil dieses Bandes noch einmal gelesen und sprachlich und zum Teil auch inhaltlich überarbeitet. Nachdem ich jene Kapitel zuletzt bei ihrer Veröffentlichung vor zwei Jahren angerührt habe, war das bitter nötig. Ich habe eine Menge überflüssiger Wörter und redundanter Sätze gestrichen, Editierfehler behoben (und unter Umständen dabei neue produziert) und ungeschickte Formulierungen umgeschrieben. Teilweise haben die Charaktere gesprochen, wie sie es weder in den Büchern noch im späteren Verlauf meiner Fortsetzung tun.

Das meiste, was ich in den vergangenen anderthalb Wochen überarbeitet habe, ist Kleinkram und fällt wahrscheinlich nicht einmal auf. Einige Dinge möchte ich jedoch hervorheben:

  • In Kapitel 1 sind die Rückblenden strikter zusammengefasst. Wiederholungen habe ich rausgestrichen, wo sie mir aufgefallen sind.
  • Soneas emotionale Situation in den ersten Kapiteln wird nun besser erklärt. Ich halte eine Erklärung für erforderlich, weil sie normalerweise stärker als das ist, hier jedoch zu viele Dinge auf einmal zusammenkommen.
  • In dem Gespräch zwischen Akkarin und Merin in Kapitel 16 geht es nun auch um die Informationen, die die Gilde ein Kapitel zuvor von zwei Händlern erfahren hat. Im Nachhinein kommt es mir unrealistisch vor, dass Merin nichts davon weiß, wenn er zugleich über Garrels Intrige und andere Vorgänge in der Gilde bestens informiert ist.
  • Generell wird bei Merins Entscheidung, die Beziehung von Sonea und Akkarin zu billigen, jetzt deutlicher, dass er dies unter anderem auch tut, weil er unkontrollierbare schwarze Magier in seiner Gilde fürchtet und um die Bedrohung aus Sachaka weiß. Vor allem Ersteres sollte so kurz nach der Schlacht angesichts der Wiederaufnahme der beiden nicht unter den Teppich gekehrt werden.
  • Das Geheimnis um Dem Callene und Lord Sadakane ist nun frei von kleinen Inkonsistenzen, die mir beim Lesen aufgefallen sind. Bel Fiores Rolle in dieser Sache ist nun eindeutiger. Beim erneuten Lesen kam es mir vor, als hätte sie selbst etwas zu verbergen, was so definitiv nicht gedacht war.

Das alles klingt dramatischer als es tatsächlich ist. Es ändert nichts an der Geschichte an sich, sondern rundet sie in ihren Ecken und Kanten ab. Interessant ist das für euch vermutlich nur dann, solltet ihr den Spion noch einmal lesen wollen. Für mich persönlich ist es dagegen sehr wichtig, all diese Kleinigkeiten auszubügeln, weil ich mich unwohl dabei fühle, etwas, das in meinen Augen Mängel aufweist, der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die ersten Kapitel des Spions sind in meinen Augen ganz besonders fehleranfällig, weil sie vor 5 bis 6 Jahren – also ganz zu Beginn – entstanden. Seitdem hat sich mein Verständnis der Charaktere vertieft und mein Schreibstil weiterentwickelt. Ich bin froh, das getan zu haben, denn es ist wirklich bemerkenswert, was einem nach Jahren noch auffällt.

Die Überarbeitung von Teil 2 und 3 des Spions steht noch aus. Ich hätte gerne damit fortgefahren, aber dann hätte ich nicht mehr genug Zeit gehabt, meine 2. Trilogie für den NaNoWriMo entsprechend weiter vorzubereiten und mich so weit einzuschreiben, dass der November ohne Schreibblockaden verläuft. Daher werde ich frühestens im Dezember damit weitermachen, sobald Teil 3 von „Die zwei Könige“ ein letztes Mal durchkorrigiert ist. Ich hoffe, das gelingt mir ohne mich selbst zu sehr zu verwirren, weil ich dann auch mit der Überarbeitung von „Das Heiligtum von Yukai“ beginnen werde, was im Sommer 2016 online geht.

Momentan besteht das Einschreiben daraus, die Szenen aufzuschreiben, die mir seit Wochen im Kopf herumschwirren. Darunter sind eine erschreckend große Anzahl von Szenen, die ich vermutlich hinterher zensieren muss oder in ein Bonuskapitel stecke. Allerdings muss ich diese erst aus meinem Kopf in ein Textdokument bannen, um frei für den anständigen Teil zu sein. Ich würde euch gerne etwas anderes erzählen, doch es gibt da zwei Charaktere, die für diese Art von Szenen sehr anfällig sind und entschieden haben, es in diesem ‚Band‘ auf die Spitze zu treiben. Und allmählich gewinne ich den Eindruck, dass sie das brauchen.

Für drei der mindestens sechs Handlungsstränge fehlt mir noch so ziemlich alles. Meiner Erfahrung nach ergeben diese sich jedoch, wenn ich die übrigen weit genug vorwärtsgetrieben habe. Denn dann weiß ich für gewöhnlich, was mir bei den übrigen Erzählcharakteren fehlt. Außerdem habe ich beschlossen, dass ein bestimmter Nebencharakter das Zeitliche segnen muss. Damit werde ich vermutlich nicht auf viel Gegenliebe stoßen, aber es muss sein. Ich wusste es in dem Moment, in dem ich mich näher mit der Storyline des betreffenden Erzählcharakters befasst habe. Das, was ich mit jenem Charakter in dieser Trilogie vorhabe, wird mir nur dann überzeugend gelingen, wenn diese andere Figur stirbt. Ich würde ja gerne sagen, dass mir das leidtut. Aber das tut es nicht. Also same business as usual 😀

In jedem Fall freue ich mich auf die nächsten anderthalb Monate und auf all die vielen, großartigen Szenen, die ich schreiben werde. Ich freue mich auf das Drama, das der Tod des besagten Nebencharakters auslöst und die damit verbundene Entwicklung des betreffenden Erzählcharakters, das Wiedersehen mit alten Bekannten, epische Streit- und Kampfszenen (zumindest sind sie das in meinem Kopf) und darauf, endlich einmal für längere Zeit wieder ganz auf ein einziges Projekt konzentriert zu sein. Wenn alles wie geplant läuft, werde ich nach dem NaNoWriMo ca. 1/3 von „Das Erbe der schwarzen Magier I“ fertiggestellt haben.

Der leere Raum zwischen den Trilogien

Vor zwei Wochen habe ich die letzte Szene von „Das Heiligtum von Yukai“ geschrieben, am vergangenen Wochenende habe ich eine Liste mit kleineren ToDos abgearbeitet und gestern Abend habe ich noch zwei Szenen zusammengeführt. Damit ist die Rohfassung des dritten Bandes meiner Trilogie „Die Bürde der schwarzen Magier“ komplett.

Das Ende kam langsam und schleichend. Nicht in einem tagelangen Rausch, als ich den „Spion“ zu Ende schrieb und sofort mit dem zweiten Teil fortfuhr. Und auch nicht so gemächlich wie bei den „zwei Königen“. Dieses Mal zog es sich über Monate. Dies lag einerseits daran, dass ich viele Szenen der letzten Kapitel im NaNoWriMo letzten November und danach geschrieben hatte, aber auch daran, dass diese Kapitel nötig sind, um nach der großen Endschlacht all die vielen offenen Handlungsfäden zu beenden und die Saat für die zweite Trilogie zu legen. Nach drei Bänden mit jeweils ca. 700000 Wörtern braucht es ein angemessenes Ende, wobei ich davon ausgehe, in der Korrektur einiges davon kürzen zu können. Und ich persönlich finde, in den meisten Geschichten von epischer Länge kommt das Ende viel zu abrupt. Spontan fällt mir nur Der Herr der Ringe ein, wo Tolkien seinen Lesern mehrere Kapitel vergönnt, in denen er über die Zeit nach Saurons Sturz berichtet.

Die Ära der Bürde der schwarzen Magier

Als ich vor knapp sechs Jahren im Oktober 2009 mit den ersten Szenen des „Spions“ anfing, hätte ich mir nicht träumen lassen, ein solches Epos zu schreiben. Damals ging es mir nur um ein alternatives Ende und eine Zukunft für Sonea und Akkarin. Die Idee für ihre Entführung durch Marika kam mir in jener Zeit, doch sonst existierte nichts außer Kitsch, Schmalz und Fluff. Zum Glück habe ich das nicht lange ausgehalten und daher nutzte ich das erste Jahr, um eine Hintergrundgeschichte für Band 1 zu entwickeln. Die Ideen für die beiden Fortsetzungsteile kamen mit der Zeit hinzu. Auch hätte ich mir damals nie träumen lassen, eigene Charaktere zu entwerfen. Danyara war mein erster OC, weil sie etwas Besonderes ist. Alle anderen OCs kamen später hinzu und sind mir ebenso ans Herz gewachsen.

In dieser ganzen Zeit habe ich im schriftstellerischen Sinne eine gewaltige Entwicklung durchlebt. Wenn ich mir heute die ersten Szenen des „Spions“ durchlese (ihr könnt einige ausgewählte Szenen in den beiden Bonuskapiteln dieses Bandes auf FF.de lesen) oder noch ältere Geschichten, dann überrasche ich mich selbst. Meine Ausdrucksweise, die Figuren, das Geflecht der Handlungsstränge, die logischen Zusammenhänge und das Worldbuilding auf den blinden Flecken der Welt – dagegen lesen sich meine älteren Geschichten wie die schriftstellerischen Ergüsse eines Grundschülers.

Und das alles, weil ich so sehr für diese Bücher, ihre Charaktere und ihre Welt brenne. Ohne das hätte ich nie diesen Ehrgeiz entwickelt.

Vor zwei Jahren, als ich gerade angefangen hatte, „Yukai“ zu schreiben, fing ich an, den „Spion“ auf Fanfiktion.de zu veröffentlichen. Ich hatte große Angst runtergemacht zu werden und meine Furcht und meine Selbstzweifel haben erst mit Veröffentlichung des zweiten Bandes allmählich nachgelassen. Weil ich dort gemerkt habe, dass ich auch in der Lage bin, etwas „Eigenes“ zu schreiben. Denn die komplette Kultur der Sachakaner und all die sachakanischen OCs kommen dem Worldbuilding für eine eigene Welt schon ziemlich nahe. Mit „Yukai“ habe ich dieses Worldbuilding weitergeführt, indem ich das Land und die Kultur der Lan und der Duna ausgearbeitet habe. Besonders die Duna spielen in jenem dritten Band eine große Rolle und ihr könnt euch auf eine interessante Begegnung mit ihnen freuen.

Alles in allem hätte ich nicht damit gerechnet, dass meine alternative Fortsetzung gemocht wird. Und auch wenn meine Leserschaft klein ist, ist es zugleich auch überwältigend, dass es Menschen gibt, die eine solche Begeisterung für mein Geschreibsel aufbringen können.

Damals vor sechs Jahren hätte ich mir auch niemals erträumt, mit meinen Geschichten einen Award zu gewinnen (oder besser gesagt gleich drei). Natürlich weiß ich, dass es dabei auch um Beliebtheit geht und Qualität nicht immer zählt, aber wenn meine Geschichten bei einem Award mit Fandoms mithalten können, die Geschichten im fünfstelligen Bereich (und dementsprechend mehr Leser) haben, während „Die Gilde der schwarzen Magier“ auf knapp 300 kommt, muss das etwas bedeuten.

Ich kann kaum glauben, dass ich all das nur durch meine Leidenschaft vollbracht habe*

Nach sechs Jahren ein solches Werk zu beenden hinterlässt nichtsdestotrotz ein Gefühl von Leere. So, als wäre ich irgendwo im weiten und leeren Raum zwischen zwei Galaxien gestrandet. Ich vermisse die Charaktere, die in dieser Zeit zu ’meinen’ Charakteren geworden sind, und ich vermisse es, über sie zu schreiben. In all der Zeit sind sie zu so etwas wie treuen Begleitern geworden und haben mit mir selbst die schwersten Zeiten überdauert. Manchmal haben sie gelitten, manchmal ich und manchmal haben wir gemeinsam gelitten. Einige habe ich zwischenzeitlich getötet – auch in „Yukai“ wird wieder einmal gestorben und dieses Mal sogar mehr als in den beiden Vorgängerbänden.

Wie geht es jetzt weiter?

Am liebsten würde ich sofort mit der zweiten Trilogie „Das Erbe der schwarzen Magier“ anfangen, aber momentan ist einiges liegengeblieben, was ich erst erledigen will, um das Projekt mit freiem Kopf anzugehen. Außerdem tut es gut, einmal nicht zu schreiben, auch wenn es schwerfällt und zugleich irgendwie schmerzhaft ist. Ich brauche diese Zeit, um meine Gedanken zu sortieren und um neue Ideen reifen zu lassen und um zur Ruhe zu kommen.

Zunächst einmal kümmere ich mich um einige Artikel für diesen Blog und für meine neue Tätigkeit im Schreibmeer-Magazin. Außerdem habe ich einige kleinere Nebenprojekte, die erledigt oder weitergeführt werden wollen. Meine Märchensammlung soll fortgesetzt werden und für Halloween schwebt mir wieder schaurig-schlechte Badfic vor – und mit Badfic meine ich eine Geschichte, die absichtlich schlecht geschrieben ist, und nicht eine Satire, wie die über Fergun (obwohl Badfics bei mir durchaus auch satirischen Charakter annehmen können). Außerdem plane ich für die Adventszeit eine kleine Überraschung. Allerdings kann ich nicht sagen, wie viel ich davon wirklich umsetzen werde, da ich meine Gesundheit in den letzten Monaten zu sehr vernachlässigt habe und Prioritäten setzen muss.

Ab Oktober beginne ich mit der Planung für „Das Erbe der schwarzen Magier“. Einige kurze Szenen und Ideen existieren schon fast so lange, wie die erste Trilogie alt ist. Jetzt, wo die erste beendet ist, füllt sich mein Kopf nach und nach mit Szenen, Dialogen und Ideen für die verschiedenen Handlungsstränge. Auch denke ich darüber nach, welche Charaktere es wohl wann treffen wird, wobei der Tod eines Canon-Charakters schon seit langem fest eingeplant ist.

Mit der Planung beginnen bedeutet zugleich auch, mit dem Schreiben zu beginnen. Spätestens zum NaNoWriMo im November werde ich richtig in das neue Projekt einsteigen. Ab Dezember werde ich zudem die letzten 13 Kapitel von „Die zwei Könige“ ein vorletztes Mal Korrektur lesen (das letzte Mal findet statt, kurz bevor ein Kapitel hochgeladen wird), anschließend beginnt das große Korrekturlesen von „Yukai“. Und natürlich werde ich in dieser Zeit weiter am „Erbe der schwarzen Magier“ arbeiten.

Der Release des dritten Bandes ist für Sommer 2016 vorgesehen. Einige Wochen vorher werde ich euch eine kleine Leseprobe geben. Ein paar Informationen, worauf ihr euch freuen könnt (oder auch nicht), habe ich hier zusammengestellt.

Mit dem Ende von „Yukai“ geht für mich eine Ära zu Ende. Eine Ära, die im Sommer 2009 mit einem neuen Lebensabschnitt begann, und mit diesem endete. Momentan stehe ich irgendwo zwischen etwas Altem und etwas Neuem, von dem ich noch nicht weiß was es ist, so wie ich zwischen den beiden Trilogien vor mich hindrifte. Meine Ideen zu The Black Magician sind noch lange nicht am Ende, sie werden mich noch viele Jahre begleiten, auch dann noch, wenn ich mit dieser zweiten Trilogie fertig bin. Denn ich habe noch viele Ideen für die Zeit vor den Büchern und für ein ganz spezielles Was-wäre-wenn-Szenario.

Ich weiß, vor mir wartet etwas Neues auf mich, auch wenn ich es noch nicht greifen kann. Ich hoffe, es wird so wunderbar, wie das, was ich mir für meine zweite Trilogie ausmale.

* An dieser Stelle sollte ich Canavan wohl dankbar sein, weil sie Akkarin getötet hat, aber das kann ich nicht. Auch wenn ich ohne seinen Tod das alles niemals geschrieben hätte, so hat sie damit etwas auf immer zerstört.

Behind the Scenes: Die zwei Könige

In diesem kleinen Artikel möchte ich euch ein paar Dinge, die mich in jüngster Zeit beim Lesen eurer Kommentare umtreiben, einmal gesammelt näherbringen. Eure zahlreichen Rückmeldungen zu ’Die zwei Könige’ sind für mich stets sehr hilfreich. Neben Lob zeigen sie mir auch, was ich besser machen kann oder wo beim Lesen einfach Verständnisprobleme auftreten. Diese Verständnisprobleme enstehen immer dort, wo die Geschichte nicht ausreichend erklärt, was für mich intrinsisch klar ist. Denn als ihre Schöpferin kenne ich den weiteren Verlauf der Story und die Hintergründe kenne und kann deswegen nicht immer abschätzen, wo ich für euch zu wenig erkläre. Aber dafür sind Reviews schließlich da und ich kann euch gar nicht genug dafür danken, wenn ihr mich darauf aufmerksam macht. In solchen Fällen schaue ich mir die betreffenden Textpassagen noch einmal an und füge hier und da etwas hinzu, damit ihr als Leser auch alle nötigen Informationen zur Hand habt, um der Story folgen zu können.

Doch es gibt auch noch einen anderen Fall: Wenn die Geschichte etwas nicht erklären soll, sondern der Leser sich dies aus dem Kontext herleiten muss. Ich bin ein kleiner Fan dessen und deswegen kommt das in meinen Geschichten vermutlich recht häufig vor. Dieser Tick von mir umfasst bezogen auf ’Die zwei Könige’ alles angefangen bei der Logik hinter den Aktionen der Charaktere, über die sachakanische Kultur, bis zu der Art und Weise, wie ich diese Geschichte erzähle. Einerseits finde ich es immer wieder schade, wenn ein bestimmtes Thema oder die hinter meiner Erzählweise steckenden Intentionen nicht verstanden werden, andererseits ist mir auch bewusst, dass niemals alle Leser einer Geschichte sämtliche ihrer Aspekte verstehen. Das verbietet allein die Statistik. Außerdem weiß ich, dass sich unter euch einige noch sehr junge Leser befinden und es mir vor 15 oder 20 Jahren mit vielen der Dinge, die ihr anführt, nicht anders ergangen wäre. Und deswegen will ich euch heute einen kleinen Einblick geben, was ich mir bei diesem ’Buch’ gedacht habe und warum ich die Dinge so handhabe, wie ich es tue.

Zunächst einmal: Sowohl für ’Die zwei Könige’ als für all meine anderen Geschichten gilt, dass nicht immer alles erklärt wird, weil sie den Leser zum Nachdenken oder auch zum Rätseln anregen sollen. Auch sind die Charaktere nicht immer perfekt. Mitunter sind sie auch hochmütig, leichtsinnig und begehen Dummheiten, ganz besonders wenn Liebe im Spiel ist. Ihr könnt das mögen oder nicht, von mir ist es so gewollt. Und Hand aufs Herz: Unfehlbare Charaktere wären doch langweilig, oder?

Die Aufteilung der Handlung

Tolkien hat es getan, Martin sogar über zwei ganze Bücher, und auch wenn ich mich mit keinem der beiden messen kann, habe ich es auch diese Methode verwendet. Zugegeben, für die meisten von euch ist es sicher ärgerlich, dass ich das erste und zweite Drittel des Buches parallel laufenlasse. Vorab habe ich lange überlegt, ob ich das tun soll, weil ich aus leidiger Eigenerfahrung weiß, wie qualvoll es für den Leser ist, nur die Hälfte der Geschichte zu lesen zu bekommen. Und doch hat diese Entscheidung andere Gründe, als Sadismus oder Bequemlichkeit:

  1. Es ist ein Stilmittel: Ich habe die Absicht, den Leser mit den ersten 21 Kapiteln in eine Welt zu entführen, die sowohl märchenhaft als auch grausam ist. Das Leben im Palast von Arvice findet in einer Seifenblase statt, die gegen Ende zu platzen beginnt, wie eine Leserin es einst so schön ausgedrückt hat. Alles, was jenseits davon geschieht, würde diese Blase platzenlassen und verhindern, dass man sich ganz auf diesen Teil der Handlung einlässt.

  2. Den Leser mit Sonea leiden lassen: Gleich im ersten Kapitel erfährt Sonea, dass ihr Geliebter tot ist und als ihr dann auch noch ihre Magie genommen wird, verliert sie jegliche Hoffnung, jemals wieder aus dieser Situation herauszukommen. Sie leidet sowohl unter ihrem Verlust als auch unter Marikas Willkür und Grausamkeit. Im späteren Verlauf beginnt sie ihr Schicksal schließlich zu akzeptieren und fängt an sich anzupassen – und das Drama nimmt seinen Lauf. Soneas damit verbundene Unterwerfung führt dazu, dass sie sich verliert und in eine Abhängigkeit zu ihrem Meister gerät, die ihr nicht guttut. Würde man als Leser nun von Anfang an wissen, dass Akkarin noch lebt und was er und die Gilde planen, so könnte man sich weniger in ihre Situation hineinfühlen. Und damit würde ich euch um einen nicht geringen Teil der Spannung nehmen.

  3. Beide Teile mixen? Ganz schlechte Idee: Die Kapitel von Teil 1 und Teil 2 sind nur bedingt synchron. So beginnt das erste Kapitel von Teil 1 zwei Wochen nach der Schlacht, als Sonea in Arvice aufwacht, während das erste Kapitel von Teil 2 nur einen Tag nach dem Kampf gegen die Sachakaner stattfindet. Würde ich nun komplett chronologisch vorgehen, so wüsste der Leser von Anfang an, dass Akkarin nicht tot ist und warum er Sonea nicht durch den Ring antwortet. Ein Blick auf den Zeitplan zeigt, dass bei diesem Konzept das erste Kapitel, das in Arvice spielt, erst bei Kapitel 4 der Gilde an die Reihe kommen würde. Und jetzt stellt euch einmal vor, ihr würdet Soneas ersten Auftritt lesen, nachdem Akkarin sich vier Kapitel lang bester Gesundheit erfreut hat. Ich bin mir ziemlich sicher, die wenigsten von euch würden sich dann noch so von ihrem Leid berührt fühlen, wie sie es getan haben, als sie dieses Kapitel unvoreingenommen gelesen haben. Doch auch sonst würde die Story bei dieser Methode nicht gleichförmig erzählt. In beiden Teilen der Handlung gibt es Stellen, an denen mehrere Kapitel einen kurzen Zeitraum beschreiben, während andere Kapitel größere Zeiträume umfassen. Die damit verbundene Aufteilung der Charaktere würde sehr viel Unruhe in die Story bringen. Und es wäre auch schlichtweg unrealistisch, wenn in beiden Teilen zur gleichen Zeit etwas Erzählenswertes passiert.

Natürlich ist das immer eine Geschmackssache, aber ich würde bei diesem ganz speziellen Teil meiner Trilogie niemals beide Handlungsstränge gemixt lesen wollen. Das würde mir einen gewaltigen Teil des Lesevergnügens nehmen. Denn ich mag es als Leser mich zu quälen und in die Charaktere einzutauchen.

Der König von Sachaka und seine Politik

Obwohl Marika seinem Land ein guter König ist und politisch und strategisch kluge Entscheidungen trifft, die zuweilen auch etwas unkonventionell sind, ist auch er nicht perfekt. Kein Anführer ist das, egal ob vom Volk gewählt oder ob er per Geburtsrecht König wurde. Und man muss sich nur einmal die Weltgeschichte, in der es hinreichend Beispiele gibt, anschauen. Ist man alleine für ein ganzes Land verantwortlich, so kann man nicht alles auf einmal leisten. Kein Mensch kann das. Und deswegen hat jeder König seine Berater und jeder Präsident seine Minister.

Marikas größte Schwäche sind indes die Frauen – oder besser gesagt: eine Frau. Sein Frauengeschmack war schon immer außergewöhnlich und hat neben den Wirren des Bürgerkriegs und seinem Unwillen, einem Ashaki durch die Heirat mit dessen Tochter einen politischen Vorteil zu verschaffen, mit dafür gesorgt, dass er mit vierzig immer noch nicht verheiratet ist.

Wenn Marika der Meinung ist, er müsste seine Lieblingssklavin heiraten und ihr als Beweis seiner Liebe verspricht, die Gildenmagier zu verschonen, dann grenzt das zweifelsohne an den Wahnsinn, den einen zuweilen befällt, wenn man sich heftig verliebt. Allerdings kommen Marika hier wieder sein politisches Geschick und der Krieg zugute, so dass der erwartete Skandal ausbleibt. Denn dass die magischen Blutlinien der Sachakaner schwächer werden, weil die Ashaki nur untereinander heiraten und Sklaven nur als Quellen genutzt werden, ist eine Tatsache, die ihre Begründung in der Kultur und Lebensweise der Sachakaner findet. Die Kyralier bieten da die perfekte Abhilfe, auch wenn es bedeutet, Kinder mit ihnen zu zeugen. Diese würden jedoch nach sachakanischen Werten erzogen, und auch wenn eine Vermischung beider Völker stattfindet, bietet es für die Sachakaner mehr Vorteile als Nachteile. Denn andernfalls würden die Kyralia immer nur eine Klasse von Sklaven darstellen, die ihre eigene, dem System widersprechende Denkweise behält. Und aus ’The Magicians’s Apprentice’ wissen wir ja bereits, dass Kyralia schon einmal seine Unabhängigkeit erlangt hat.

Dass die Gildenmagier sich nicht kampflos ergeben werden, ist zudem ein offenes Geheimnis, es geht hier vielmehr um die Geste an sich und Marikas Bereitschaft, ’nett’ zu sein.

Sklaverei

Ich gehe speziell auf das Thema Bettsklavinnen bzw. die Cachira ein, alles andere würde den Rahmen an dieser Stelle sprengen und ist Bestandteil anderer Geschichten.

Die Beziehung zwischen einem Meister und seiner Bettsklavin basiert in den meisten Fällen trotz entsprechender Ausbildung und Erziehung auf Unfreiwilligkeit. Dennoch ist es möglich, dass sich in Einzelfällen eine von starker Hierarchie geprägte Liebesbeziehung entwickelt, was eine entsprechend gute Behandlung der Sklavin voraussetzt (sonst sind wir nämlich schnell wieder beim Thema Missbrauch). Die Sklavinnen in Marikas Cachira stellen da in vielerlei Hinsicht eine Ausnahme dar, weil sie sozusagen den Jackpot gewonnen haben. Dazu kommt, dass Marika seine Sklavinnen nicht grundsätzlich schlecht behandelt – er bestraft sie, wo es nötig ist, was bis auf eine wohlbekannte Ausnahme jedoch nicht der Fall ist.

Nichtsdestotrotz sind Bettsklavinnen niemals Geliebte, Ehefrauen, Freundinnen oder dergleichen, sondern Sklavinnen. Sie wurden dazu erzogen, sich zurückzunehmen und die Bedürfnisse ihres Meisters über ihre eigenen zu stellen. Und sie wurden ausgebildet, ihrem Meister zu gefallen und ihn zu unterhalten. Kein Ashaki würde seine Sklavin jemals zur Frau nehmen, ohne einen großen Skandal auszulösen und ins gesellschaftliche Abseits zu geraten. Nicht einmal Marika hätte sich das erlauben können, hätte er in diesem speziellen Fall nicht gute Gründe. Wenn der Meister eine andere Sklavin bevorzugt oder genug von ihr hat, so ist das natürlich enttäuschend, doch eine gute Sklavin akzeptiert das. Falls ihr euch noch an das Kapitel nach dem Duell erinnert, hat Ienara dies auch einst getan. Sie ist ein Paradebeispiel für eine Sklavin, die nicht nur ihre Erfüllung gefunden hat, sondern auch die Entscheidungen ihres Meisters akzeptiert und frei von Gefühlen wie Eifersucht ist. Natürlich gibt es auch Ausnahmen wie Keya und ein gewisses Maß an Konkurrenz ist innerhalb einer Cachira normal, doch bitte verwechselt den Wechsel einer Lieblingssklavin nicht mit dem Partnerwechsel in einer Liebesbeziehung. Das ist es nicht und wird es in einem Land wie Sachaka auch niemals sein.

Sonea und der König

Zu diesem Thema habe ich bereits zu Beginn von Teil 2 und hier (Über Missbrauchsbeziehungen in Geschichten und die Konsequenzen) einiges gesagt und werde an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.

Ein Autor – auch wenn er nur Fanfiction schreibt – hat immer das Bedürfnis, dass seine Geschichten auch so verstanden und aufgenommen werden, wie sie beabsichtigt sind. Besonders dann, wenn man viel Liebe und Mühe in die Details steckt. Aus diesem Grund hoffe ich, ich konnte euch heute einen guten Einblick in zumindest einige Aspekte meiner aktuellen Story geben und ein Grundverständnis dafür schaffen, warum die Dinge so und nicht anders sind. Gerne gehe ich auch noch ausführlicher darauf ein, falls von eurer Seite weiterer Erklärungsbedarf besteht und schreibe über andere Themen, auf die ich durch eure Kommentare gestoßen bin.

Falls ihr Fragen oder sonstige Anmerkungen habt, so könnt ihr gerne jederzeit mit mir darüber diskutieren. Doch bedenkt bitte, dass ich meine Geschichte nicht auf Grund von persönlichem Geschmack ändere, kleinere und größere Fehler jedoch immer gerne behebe. 🙂

Behind the Scenes (3)

Handlungsfäden: Gordischer Knoten oder filigrane Strickarbeit?

Im letzten Teil habe ich das Thema bereits zur Sprache gebracht. Hier will ich jedoch noch einmal genauer darauf eingehen.

Die meisten guten Stories werden aus der Sicht mehrerer Charaktere erzählt, die allesamt ihren eigenen Handlungsfäden haben, die sich in einem Netz befinden, das mal mehr und mal weniger eng geknüpft ist. Wie schon beim Gesetz der Ungleichzeitigkeit gilt auch hier als Maß aller Dinge: Natürlichkeit. Eine Geschichte findet oft an unterschiedlichen Schauplätzen statt, an denen sich die Erzählcharaktere gerade befinden. Dadurch ist das Geflecht der Handlungsfäden mal dichter, mal weniger dicht gestrickt. Manchmal folgt dieses Gebilde keinem erkennbaren Muster, weil die Charaktere gerade so weit voneinander entfernt agieren, dass sie ihre Fäden völlig losgelöst erscheinen und der Leser sich fragt „Was soll das jetzt eigentlich?“, weil ihm der Überblick über die gesamte Geschichte fehlt.

Ich habe sogar schon Beschwerden von Lesern bekommen, in denen es hieß: „Die Storyline von Charakter X und Charakter Y reißen mich aus dem Lesefluss, weil sie nichts mit der eigentlichen Story zu tun haben.“ Haben sie das? Nein. Jeder Charakter hat mitsamt seiner Storyline seine Berechtigung, die früher oder später ersichtlich werden wird. Sie alle sind Bestandteil des großen Netzwerks. Und diese Szenenwechsel zwischen der Haupt- und der Nebenstory haben ihre Berechtigung. Ich setzte sie bewusst ein, vielleicht steckt sogar ein latenter Sadismus dahinter, dass ich den Leser bewusst aus seinem Lesefluss reiße, weil er dann umso mehr dem Teil entgegenfiebert, den er gerade als spannend empfindet.

Und ja, das ist ärgerlich. Ich ärgere mich in Büchern auch oft darüber. Aber es ist ein freudiges Ärgern, so wie wenn eine Folge meiner Lieblingsserie an der spannendsten Stelle aufhört und ich bis zur nächsten Woche warten und in der Zwischenzeit andere Serien schauen muss.

Aber es ist gut und richtig so.

Noch einmal zurück zur Natürlichkeit: Nicht immer sind alle Handlungsfäden gleich spannend. Wenn der Handlungsfaden eines Charakters gerade unspektakulär ist, hat er für diese Dauer weniger Auftritte in der Geschichte. Dies ist eine Folge aus dem Gesetz der Ungleichzeitigkeit. Warum sollte ich über einen Charakter schreiben, der gerade wirklich gar nichts erlebt, was ihn in irgendeiner Form weiterbringt? Ich sehe keinen Sinn in Fillern.

Aber irgendwann laufen alle Fäden wieder zusammen oder finden unabhängig voneinander zu einem Ende. In letzterem Fall haben sie sich jedoch irgendwann in der Vergangenheit einmal getroffen. Zumindest in den guten Geschichten ist das so. Ich will mir nicht anmaßen zu behaupten, meine Geschichte sei gut. Aber eines kann ich mit Sicherheit über sie sagen: Alle Handlungsfäden folgen einem Muster. Sie treffen dort aufeinander, wo ich sie aufeinandertreffen lassen will, und sie finden irgendwann alle zu einem Ende. Versprochen.

Also liebe Leser, habt Geduld.

Im nächsten Teil: Die Wahrheit über Forschung