Schlagwort: Dorrien

Änderung an den noch verbleibenden Kapiteln von Yukai

Letzte Woche habe ich mich, schweren Herzens, von einem Handlungsstrang in Das Heiligtum von Yukai getrennt. Nicht komplett, aber in den kommenden Kapiteln wird Dorrien bis auf einen Auftritt am Ende nicht mehr auftauchen.

Die meisten von euch wird diese Neuigkeit vermutlich freuen. Für mich bedeutet dieser Schritt vor allem, dass ich bei diesem Charakter auf ganzer Linie versagt habe.

Für diese Entscheidung gab es keinen bestimmten Auslöser, es war vielmehr so, dass dieser Stein von einem steten Tropfen schließlich gehöhlt wurde. Seit etwa drei Jahren, seit Die zwei Könige, ist Dorrien neben Regin der unbeliebteste Charakter in meiner Fanfiction-Trilogie. Wo Regin als Ekelpaket und auf Grund seines vielseitigen Potentials für mich als Erzählcharakter seine Existenzberechtigung hat, verschwindet Dorrien in „Das Erbe der schwarzen Magier“ bis auf den einen oder anderen Gastauftritt in der Versenkung. Seine Geschichte ist für mich mit der ersten Trilogie zu Ende erzählt. Regin hingegen wird in der zweiten Trilogie noch eine tragende Rolle spielen. Continue reading „Änderung an den noch verbleibenden Kapiteln von Yukai“

Von unverstandenen Subtilitäten und zu sensibler Wahrnehmung

Oder auch: Autor und hochsensibel sein ist scheiße

Irgendwie ist gerade wieder so eine Phase, in der meine mir von der Natur aus mitgegebene Wahrnehmung mich in Bezug aufs Schreiben um den Verstand bringt. Aus den Reviews zu meinen Geschichten lese ich immer wieder heraus, dass meine Intentionen nicht verstanden werden oder beim Lesen der Bücher oder meiner Fortsetzung dessen Details auf der Strecke geblieben sind oder nicht zwischen den Zeilen herausgelesen wurden. Ich weiß, dass ich auch sehr viele junge und unerfahrene Leser habe, und ich nehme mir gerne die Zeit, ihnen bestimmte Sachverhalte zu erklären. Doch in letzter Zeit tritt das weiter oben erwähnte Problem sehr gehäuft auf. Und das stimmt mich nachdenklich und traurig.

Ich weiß, dass dies abgesehen von unterschiedlicher Lebenserfahrung und Menschenkenntnis auch ein Problem unterschiedlicher Wahrnehmungen ist. Ich gehöre (leider) zu dem kleinen Prozentsatz Menschen, die zu viel wahrnehmen. Das ermöglicht mir einerseits, Geschichten mit großem Tiefgang zu schreiben, zum anderen wird vieles davon von anderen Menschen nicht wahrgenommen und mir dann als Nachlässigkeit oder Fehler angekreidet.

Einige Themen, bei denen mir diese Schwierigkeiten bewusst sind, habe ich in meinen beiden letzten ’Behind the Scenes’-Artikeln bereits ausführlich behandelt (und zwar hier und hier) und werde sie daher nicht noch einmal ausführen. Ein Thema, dem ich mich noch nicht gewidmet habe, möchte ich hier als Beispiel nehmen.

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Meine unzensierte Meinung zum Unpairing Sonea & Regin

Oder auch: Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, gesunder Menschenverstand ist ein anderes Thema

Warnung: Der folgende Artikel ist nicht nett. Ich nehme mit seiner Veröffentlichung in Kauf, dass ich mir Feinde mache und beleidigte Leser meine Geschichten aus ihren Favoriten nehmen oder sich weigern, mir weiterhin Reviews zu schreiben. Aber dieses Thema macht mich unglaublich wütend und ich kann meine Meinung dazu nicht länger zurückhalten. Mein Verstand weigert sich zu begreifen, wie man das Pairing Sonea & Regin gutheißen kann und es kotzt mich an, wenn ich irgendwo jemanden deswegen rumquietschen sehe oder entsprechende Geschichten finde.

Als ich in meiner Anfangszeit auf Fanfiktion.de erstmals erfuhr, dass Sonea und Regin in Canavans Fortsetzung von ’The Black Magician’ ein Paar werden, war mein erster Gedanke „Das klingt nach einer schlechten Fanfiction.“

Dieser Gedanke ist bis heute geblieben. Er hat mir das Lesevergnügen von ’The Novice’ verdorben, weil mir auf Grund dieses Wissens jedes Mal schlecht wird, wenn Regin und Sonea sich begegnen. Ich verspüre einen inneren Ekel, wenn ich für meine eigene Fortsetzung Szenen schreibe, in denen die beiden aufeinandertreffen. Ich will hier nicht darüber spekulieren, warum Canavan das getan hat* – Fakt ist, dass sie es getan hat. In jedem Fall ist es ein unsensibler Umgang mit dem Thema Mobbing. Aber dazu gleich mehr.

Regin und Sonea als Paar – das ist die schlimmstmögliche Charakterkonstellation, die ’The Black Magician’ zu bieten hat. Und im Folgenden erläutere ich, warum.

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Klischees im Black Magician Universum (4)

Der perfekte erste Freund

Und weiter geht’s mit einem weiteren Klischee, oder besser gesagt mit einem, das vielleicht einmal hätte sein können. Vielmehr ist es eine kleine Charakterisierung, weil diese Figur in seiner Komplexität immer wieder für Verwirrung sorgt. Daher möchte ich euch einige Erklärungen liefern, die ihr in meiner Story nicht finden werdet, weil sie dort nicht hingehören. Das heißt, zumindest noch nicht.

Einige von euch kennen dieses Phänomen vielleicht noch aus ihrer ersten Beziehung. Es war die große Liebe, man verbrachte eine tolle Zeit miteinander und fand schließlich heraus, dass man gar nicht zueinander passt und eine Freundschaft besser wäre.

Ähnlich ist es bei Sonea und Dorrien. Nur mit dem Unterschied, dass sie nie zu dem Punkt gekommen sind, an dem sie ein Paar geworden wären. Ich weiß, es gibt Fans, die Dorrien als Partner für Sonea geeigneter fänden, weil er nett ist. Doch genau das ist das Problem: Dorrien ist nett. Er ist zu nett.

Vielleicht nicht für alle Mädchen, doch zumindest für solche wie Sonea, macht genau das ihn zum perfekten ersten Freund. Um sich in aller Ruhe an die Freuden der Liebe heranzutasten und nicht gleich von Männern wie Akkarin verdorben zu werden. Mädchen wie Sonea werden mit Jungs wie Dorrien auf Dauer nicht glücklich. Weil sie sich nach mehr sehnen. Weil sie zwar mit Respekt behandelt, aber nicht auf Händen getragen, und wie Prinzessinnen behandelt werden wollen.

Doch es gibt auch Frauen, die genau das wollen und brauchen. Trassia wäre für mich so ein Kandidat. Sie ist lieb und sanft und hat das Leben noch nie in seiner vollen Ungerechtigkeit zu spüren bekommen. Dorrien ist ein Freund zum Pferdestehlen und allerhand Unsinn anstellen. Er ist ehrlich und treu. Wie Sonea besitzt er ein starkes Gespür für Gerechtigkeit, doch abgesehen von seiner Leidenschaft, dem Heilen, ist er eher jungenhaft und wenig verantwortungsbewusst. Und er ist überaus stur. Er erinnert mich immer ein wenig an Rorys ersten Freund Dean in der Serie Gilmore Girls. Und diese Beziehung ist auch nicht gut ausgegangen.

Sonea hat eine starke Persönlichkeit und ist Dorrien im Hinblick auf Sturheit und Eigensinn viel zu ähnlich. Eine Beziehung zwischen den beiden kann und würde deswegen nicht lange gutgehen. Sonea braucht jemanden, der ihr mühelos die Stirn bieten kann. Und so verständnisvoll und engagiert Dorrien sein mag, mangelt es ihm an einer weiteren grundlegenden Voraussetzung, um einem Menschen wie Sonea das Verständnis und die Zuwendung zu geben, die sie verdient: Die Erfahrung, am untersten Ende der Nahrungskette zu sein. Im Gegensatz zu ihr ist er ein sehr behüteter Charakter.

Aber Dorrien ist mehr als das. Er ist ein überaus komplexer Charakter. Durch den frühen Tod seiner Mutter hat er nicht nur eine Leidenschaft für Heilkunst entwickelt. Ihr Verlust hat tiefe Spuren in seiner Seele hinterlassen. Weil sie an einer unheilbaren Krankheit starb, hat er es zu seiner Berufung gemacht, andere Menschen zu heilen und zugleich entwickelt er eine leichte Besessenheit für die Frau, die er liebt. Um den Verlust seiner Mutter zu kompensieren, würde Freud vermutlich sagen.

Ich weiß nicht, ob Canavan sich dieser Tatsache bewusst war, als sie Dorrien die Neigung zur Besessenheit mitgegeben hat. Mir als Leser und Fan der Buchreihe fällt diese Interpretation jedoch leicht und ich bediene mich ihrer in meiner eigenen Fortsetzung. So hat mein Dorrien Schwierigkeiten darüber hinwegzukommen, dass Sonea einen anderen liebt, weil es die Erinnerungen an seine Mutter triggert. Dorrien ist sich dessen jedoch nicht bewusst. Zugleich ist seine Beziehung zu Viana von Verlustängsten geprägt, wobei der Tod seiner Mutter hier nur die halbe Wahrheit ist. Er reflektiert nicht über diesen Teil seines Wesens, wobei man ihm zugutehalten muss, dass Männer aus evolutionsbedingten Gründen weniger zur Selbstreflexion neigen, als Frauen (wofür sie andere Qualitäten haben). In Dorriens Fall bedeutet dies, dass sich das Drama nur im bewussten Teil seines Denkens abspielt, der davon beherrscht wird, dass Sonea seine Gefühle nicht erwidert. Würde er den tieferen Grund dessen kennen, dann hätte er möglicherweise bereits einen Weg gefunden, daran zu arbeiten und wäre über seine unerfüllte Liebe hinweg. So wird er jedoch seine Zeit brauchen.

Der frühe Tod von Dorriens Mutter hat jedoch nicht nur unterbewusste Verlustängste ausgelöst, er hält ihn auch ein kleines Stück in seiner Kindheit fest. Dorrien ist mit Mitte zwanzig noch immer ein wenig jungenhaft und unreif. Allerdings auf eine sehr charmante Weise, die ihn zu einem sehr liebenswerten Charakter macht, sofern er nicht gerade aus Selbstschutz der Hochzeit seiner besten Freundin fernbleibt. Und das macht ihn für ein Mädchen zum perfekten ersten Freund. Und überdies zum Traum aller Schwiegermütter.